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Ergebnis 1 bis 8 von 8
  1. #1
    nona2612
    Gast

    Zweischaliges Mauerwerk - Luftschicht

    Hallo!

    Zunächst kurz zu mir: habe Architektur studiert, arbeite freiberuflich an unterschiedlichen Projekten in unterschiedlichsten Büros mit und bin mit meinem Mann gerade dabei uns auf der anderen, nämlich der Bauherren-, Seite zurecht zu finden. Wir bauen trotz (oder gerade wegen?) meinem beruflichen Hintergrund mit einem Bauträger. Muss zugeben, dass ich bei den gebotenen Preisen einfach nicht mithalten kann (die Finanzierung wäre ansonsten aufgrund meiner selbständigen Tätigkeit nicht realisierbar gewesen) und andererseits bin ich auch froh darüber bin, etwas Verantwortung an andere abzugeben.
    Wir werden Stein auf Stein mit einer recht großen Firma bauen und befinden uns gerade in der Entwurfsphase. Vom Bauträger haben wir den sogenannten "1. Entwurf" erhalten, der nächste Entwurf soll dann schon abgesegnet so als Bauantrag eingereicht werden.

    Nun aber zu meinem Problem. Es hört sich vielleicht blöd an und vielleicht bin ich einfach nur betriebsblind, aber ich komme mit einer Vorgabe der Hausbaufirma einfach nicht klar und benötige Hilfe.

    Die Außenwand ist, von innen nach außen, standardmäßig folgender Maßen aufgebaut:

    - 17,5 cm Porotonmauerwerk
    - 10,0 cm Wärmedämmung
    - 4,0 cm Lufschicht
    - 11,5 cm Verblendmauerwerk

    So weit so gut, damit komme ich gut klar, keine Einwände. Nun haben wir aber ein "Paket" dazu gekauft, welches u. a. 14,0 cm Dämmung vorsieht. Damit und mit noch einigen anderen Maßnahmen können wir eine KfW-Förderung in Anspruch nehmen. Nun ändert sich aber der Wandaufbau folgender Maßen:

    - 17,5 cm Porotonmauerwerk
    - 14,0 cm Wärmedämmung
    - 1,0 cm Luftschicht
    - 11,5 cm Verblendmauerwerk

    Ich bin nun der Meinung, dass die Luftschichtdicke falsch ist. In der DIN 1053 (hier: Zweischaliges Mauerwerk) steht meines Erachtens, dass eine Luftschicht bei einem zweischaligen Mauerwerk mit Dämm- und Luftschicht mindestens 40 mm betragen muß. So hatte ich es auch in meiner Bauzeichnerausbildung einmal gelernt. Diese 4,0 cm dürfen auch nicht durch irgendetwas verschmälert werden. Verstehe ich hier schon etwas falsch?
    Des weiteren beschreibt die gleiche DIN ein zweischaliges Mauerwerk mit Kerndämmung, bei dem dann sämtliche Luft zwischen den beiden Mauerwerken zu vermeiden ist.
    Für mich stellt sich das dann also so da, dass ich entweder ein Mauerwerk mit einer Luftschicht von mindestens 4,0 cm habe oder eben ein Mauerwerk mit Kerndämmung ohne Luftschicht.

    Ich habe diese Bedenken nun bei einem Gespräch mit dem Architekten der Hausbaufirma besprochen. Dieser sagte mir dort, dass dieses von deren Entwicklungsabteilung so angegeben wird und auch mit dem Energieausweis abgestimmt ist (interessiert mich in diesem Zusammenhang aber überhaupt nicht). Letztlich sagen sie, es wird schon seit Jahren so bei Ihnen gemacht und sie weichen davon auch nicht ab.

    Wie hier meine Berufskollegen wissen, bin ich aber nun einmal in der Pflicht, Bedenken anzumelden, wenn ich welche erkenne, bin mir aber im Moment absolut unsicher, ob ich da etwas durcheinander bringe oder ob ich recht habe. Was meint Ihr dazu?

    Gruß Nona
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  2. Zweischaliges Mauerwerk - Luftschicht

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  3. #2
    nona2612
    Gast
    Hm, ist die Frage nun zu einfach oder zu schwer?
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  4. #3

    Registriert seit
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    Beruf
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    127
    Ich sehe keine Frage

    Wenn bei gleicher Außenwandstärke und Konstruktion die Dämmung vergrößert wird,
    reduziert sich die Luftschicht, in deinem Fall auf 1,0 cm und damit ist es keine
    wirksame Hinterlüftung mehr, wie Du ja selbst erkannt hast. Gemeinhin wird dieser
    Spalt von 1,0 cm vom Maurer Fingerspalt genannt, damit er die Steine noch versetzen kann,
    ohne die Dämmung immer nach hinten zu drücken.

    1,0 cm lüften nicht mehr, da der Hohlraum durch austretenden Mörtel
    und Unebenheiten der Dämmung fast zu ist.

    Nun kann mann den zulässigen Schalenabstand von 15 cm auch mit Zustimmung des Bauherrn
    auf 18,0 cm erhöhen, muß dann aber die größere oder gleiche Außenwandstärke innen, außen oder in der
    Konstruktion berücksichtigen. Dann hat man wieder eine Luftschicht.

    Nur, wozu ist die Luftschicht eigentlich erforderlich?

    Ohne ist die Konstruktion eigentlich sicherer und hier beginnt die Glaubensfrage

    Grüße Cekodeko
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  5. #4

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    Taupunkt?

    Ich kann ja völlig falsch liegen, aber hat das nicht was mit Taupunkt/Tauwasseranfall zu tun? Korrigiert mich bitte, aber ích persönlich wäre froh, eine Hinterlüftung zu haben, damit mir die Dämmung nicht nass wird.
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  6. #5
    Avatar von Shai Hulud
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    Zitat Zitat von nona2612 Beitrag anzeigen
    10,0 cm Wärmedämmung
    Welches Material?
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  7. #6

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    Doozer

    hinsichtlich des Taupunktes und evtl. Tauwasserausfall sind bei beiden Konstruktionen
    exakt gleiche Bedingungen!

    Glaubensfraglich handelt es sich um den Abtransport des evtl. anfallenden Ausfalls.

    In den Berechnungsprogrammen zum Tauwasseranfall sind die nicht hinterlüfteten
    Systeme, Kerndämmung mit Verblendschale, unkritischer als die hinterlüfteten.

    In der Praxis spielt dies bei ordnungsgemäßer Ausführung der Verblendschale keine Geige,
    und dann ist mehr Dämmung in einer gleichen Wandstärke in aller Regel besser.
    Kerndämmmatten sollen für beide Wandaufbauten eingebaut werden.

    Der Streit ist so alt wie das Gerücht von der atmenden Wand.

    Grüße Cekodeko
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  8. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  9. #7
    nona2612
    Gast
    Hallo und schon einmal vielen Dank für Eure Antworten.

    Zitat Zitat von cekodeko Beitrag anzeigen
    Ich sehe keine Frage

    Wenn bei gleicher Außenwandstärke und Konstruktion die Dämmung vergrößert wird,
    reduziert sich die Luftschicht, in deinem Fall auf 1,0 cm und damit ist es keine
    wirksame Hinterlüftung mehr, wie Du ja selbst erkannt hast. Gemeinhin wird dieser
    Spalt von 1,0 cm vom Maurer Fingerspalt genannt, damit er die Steine noch versetzen kann,
    ohne die Dämmung immer nach hinten zu drücken.

    1,0 cm lüften nicht mehr, da der Hohlraum durch austretenden Mörtel
    und Unebenheiten der Dämmung fast zu ist.

    Nun kann mann den zulässigen Schalenabstand von 15 cm auch mit Zustimmung des Bauherrn
    auf 18,0 cm erhöhen, muß dann aber die größere oder gleiche Außenwandstärke innen, außen oder in der
    Konstruktion berücksichtigen. Dann hat man wieder eine Luftschicht.

    Nur, wozu ist die Luftschicht eigentlich erforderlich?

    Ohne ist die Konstruktion eigentlich sicherer und hier beginnt die Glaubensfrage

    Grüße Cekodeko
    Wollte eigentlich nur von Euch Bestätigung für meine Rückschlüsse oder eben halt nicht.

    Ich habe eben ein Problem mit eben genau diesem 1 cm. Da dort ja nichts mehr hinterlüftet, ich aber hinterlüften würde eben gerade wegen dem Problem der Nässe oder halt den Zwischenraum komplett mit geeignetem Dämmmaterial ausfüllen. Aber so, wie Du das beschrieben hast, habe ich noch gar nicht auf die Sache geschaut. Vielen Dank für den Denkanstoß. Aber würde das nicht eher so unter die Rubrik "Toleranzen" fallen?

    Zitat Zitat von Doozer Beitrag anzeigen
    Ich kann ja völlig falsch liegen, aber hat das nicht was mit Taupunkt/Tauwasseranfall zu tun? Korrigiert mich bitte, aber ích persönlich wäre froh, eine Hinterlüftung zu haben, damit mir die Dämmung nicht nass wird.
    Ja genau oder eine "richtige" Kerndämmung bauen, bei der dann auch die offenen Stoßfugen reduziert sind.

    Zitat Zitat von Shai Hulud Beitrag anzeigen
    Welches Material?
    Sehr gute Frage, darauf bin ich nämlich auch schon gestoßen. Du zielst damit bestimmt darauf hin, dass die Wärmedämmung dann für Kerndämmung geeignet sein müßte. Also ich kann nicht einfach einen x-beliebige Dämmstoff nehmen, der bei Hinterlüftung funktioiert und ihn vergrößern.
    Dadurch, dass ich ja, bis ich die ersten Pläne gesehen habe, davon ausgegangen bin, dass halt einfach die Dämmung dicker wird, die Luftschicht aber bleibt und diese neue "Konstruktion" erst auf den Plänen erkennbar war, bin ich noch gar nicht dazu gekommen, nach dem Material zu fragen. Vielleicht steht das auch schon irgendwo und ich habe es nur mal wieder überlesen. Ich werde nachher mal in den Unterlagen schauen, bin noch im Büro. Sollte da nichts zu finden sein, dann werde ich noch einmal direkt nachfragen und hier berichten.

    Gruß Nona
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  10. #8