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Zweimal Gas oder einmal Pellets?

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  1. #1

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    Zweimal Gas oder einmal Pellets?

    Hallo hilfreiche Experten,

    wir bauen gemeinsam mit Freunden ein Doppelhaus und die Entscheidung für die Heizung steht an. Heizlastberechnung liegt noch nicht vor, es soll aber KfW55 inkl. Lüftungsanlage werden, je Haus ca 175qm Wohnfläche auf 3 Stockwerken. Es scheint ja so üblich zu sein (?), dass man erst die Entscheidung für die Wärmequelle trifft und dann nur für diese eine Ausschreibung macht. Deshalb versuchen wir gerade, diese Entscheidung aufgrund grober Kostenschätzungen zu treffen. Wir schwanken zwischen

    A. Gas+Solar jeder einzeln
    B. Pellets+Solar gemeinsam (plus Wärmemengenzähler usw)

    Die zweite Idee ist aus einem Gespräch mit einem Heizungsbauer entstanden, dessen grober Kostenvoranschlag für B billiger ist als für A. Was haltet ihr davon? Ist das 1. machbar und 2. preislich tatsächlich günstiger und 3. aus anderen Gründen (Ökologie, KfW-Hürde, "bessere Pellet-Preise raushandeln", Grundgebühr beim Gas, Staub und Platzbedarf bei den Pellets etc) sinnvoll oder nicht?

    Mir geht's gerade nur um rationale Gründe, die für die eine oder andere Variante sprechen. Dass man durch eine gemeinsame Heizungsanlage allerlei nachbarschaftliche Probleme bekommen kann, ist uns klar und wird auch eine Rolle spielen bei der Entscheidung. Andererseits: wenn nicht unter Freunden, wann dann?

    Danke schon im Voraus für eure Antworten!
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  2. Zweimal Gas oder einmal Pellets?

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  3. #2

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    Eine gemeinsame Nutzung von Wärmeerzeugern ist schon sinnvoll. Man reduziert die Investitionskosten und die Anlage wird effizienter genutzt (Bsp.: WW Bedarf bei Solar).

    Auf kurze Sicht also die richtige Lösung.

    Langfristig betrachtet darf man das nachbarschaftliche Verhältnis aber nicht unterschätzen. Wer weiß schon was in 10 Jahren ist, und dann könnte es sein, dass gerade die gemeinsame Anlage zum Problem wird.

    Was ist wenn die Freunde mal keine Freunde mehr sind, oder einer der Eigentümer das Haus (aus welchen Gründen auch immer) verkaufen muss?

    Eine gemeinsame Heizungsanlage ist da nicht gerade wertsteigernd.

    Gruß
    Ralf
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  4. #3

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    Denke an die Abrechnung

    Hallo Informatiker,

    auch unter guten Freunden dürfte die Abrechnung der Energiekosten recht spannend werden. Ihr habt mit den beiden Energieträgern Solar und Pellets sehr unterschiedliche Bereitstellungskosten für die Wärme.
    Beim Verbrauch der Energie aus dem Kollektor sollten eine hohe Grundgebühr und niedrige Verbrauchskosten berechnet werden, da die Anlage erst einmal bezahlt werden muß und dann die Wärme preiswert liefert.
    Beim Verbrauch der mit Pellets erzeugten Energie sollten dagegen die Verbrauchskosten im Vordergrund stehen.
    Somit muß in der Abrechnung der KWh im Sommer billiger sein als im Winter. Ein Weg wäre Wärmemengenzähler für die Verbraucher, die Solaranlage und den Pelletbrenner. Diese monatlich ober quartalsweise ablesen und jeweils bestimmen wie hoch der Anteil der solaren Energie war. Daraus dann einen Energiepeis bestimmen (je mehr solar, desto billiger) und dann abrechnen.

    Das wäre mir zu kompliziert, aber eine Ablesung im Jahr wird sicher später mal Streit geben, da eine Familie Sommer "viel mehr baden wird und somit ja nur die billige Energie verbraucht hat".

    Was spricht gegen einen gemeinsame Pelletanlage und getrennte Solaranlagen? Da wäre die Abrechnung einfacher. Aber das Einspapotential ist natürlich auch geringer.

    Helge
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  5. #4
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    *Unnötiges* Gemeinschaftseigentum soll der Teufel holen

    Gruß
    Achim Kaiser
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Achim Kaiser Beitrag anzeigen
    *Unnötiges* Gemeinschaftseigentum soll der Teufel holen

    Gruß
    Achim Kaiser
    Kurz, prägnat und richtig. Gerade in der angedachten Komplexität.
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  7. #6
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    Zitat Zitat von papabaut Beitrag anzeigen
    Ihr habt mit den beiden Energieträgern Solar und Pellets sehr unterschiedliche Bereitstellungskosten für die Wärme.
    Beim Verbrauch der Energie aus dem Kollektor sollten eine hohe Grundgebühr und niedrige Verbrauchskosten berechnet werden, da die Anlage erst einmal bezahlt werden muß und dann die Wärme preiswert liefert.
    Beim Verbrauch der mit Pellets erzeugten Energie sollten dagegen die Verbrauchskosten im Vordergrund stehen.
    Somit muß in der Abrechnung der KWh im Sommer billiger sein als im Winter. Ein Weg wäre Wärmemengenzähler für die Verbraucher, die Solaranlage und den Pelletbrenner. Diese monatlich ober quartalsweise ablesen und jeweils bestimmen wie hoch der Anteil der solaren Energie war. Daraus dann einen Energiepeis bestimmen (je mehr solar, desto billiger) und dann abrechnen.

    Das wäre mir zu kompliziert, aber eine Ablesung im Jahr wird sicher später mal Streit geben, da eine Familie Sommer "viel mehr baden wird und somit ja nur die billige Energie verbraucht hat".
    Hm. Scheint komplizierter zu sein, als ich es mir vorgestellt hatte - vermutlich, weil ich eine falsche Vorstellung vom Wärmemengenzähler hatte. Meine Vorstellung war, dass wir damit messen können, wieviel der *vom Pelletkessel* erzeugten Wärme in Haus 1 und wieviel in Haus 2 geht. Solar hätte ich komplett ignoriert und gleiche Energieprodukten auf beiden Dächern angenommen, also nur die Investitionskosten geteilt. Aber klar, wenn wir nur allgemein messen koennen, wieviel Waerme in den beiden Haeusern gebraucht wird (kann man nicht mal Heizung und WW getrennt messen?) wird das sehr kompliziert.

    Zitat Zitat von papabaut Beitrag anzeigen
    Was spricht gegen einen gemeinsame Pelletanlage und getrennte Solaranlagen? Da wäre die Abrechnung einfacher. Aber das Einspapotential ist natürlich auch geringer.
    Spricht nichts dagegen. Aber löst das mein Problem? Trotzdem muss ich irgendwie rausfinden, wer wieviel Pellets verbrannt hat, oder?
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  8. #7

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    Moin Bozo,

    eine große gemeinsame Anlage sollte auch einen gemeinsamen Speicher haben, in dem alle Erzeuger einspeisen und alle Verbraucher entnehmen. Dann hast Du das Problem mit der Abrechnung, da der Wärmemengenzähler nicht messen kann wo die Energie erzeugt wurde.
    Alternativ bekommt jedes Haus eine eigene Solaranlage und eigenen Speicher. Die solare Energie erzeugt, speichert und verbraucht jeder für sich. Im Winter werden die Speicher dann vom gemeinsamen Peleltbrenner geladen, wobei die Energie einfach über einen Zähler gemessen und abgerechnet werden kann.

    Wichtig ist bei einer gemeinsamen Anlage aber auch, daß sie auf gemeinsamen Grund steht und nicht nur durch den Privatbesitz eines Bewohners erreicht werden kann. Man könnte ja eine Garage umbauen, diese muß aber wieder frostfrei sein.

    Das Projekt ist also eine Herausforderung. Ich würde eine gemeinsame Anlage erst bei mindestens drei Parteien betreiben. Dann sind Abstimmungen nicht entweder 50/50 oder 100/0, sprich bei unterschiedlichen Meinungen kann man eher eine gemeinsame (mehrheits-)Meinung erreichen. Bei zwei Parteien verlaufen inhaltliche Differenzen leichter kontrovers, da es erstens Pattsituationen sind und zweitens Moderatoren fehlen.

    => mach das nicht, es gibt nur Ärger.
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  9. #8

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    warum sollte der solare Energieeintrag in irgendeiner Art und Weise bei der Heizk-/Warmwasserkosten-Abrechnung berücksichtigt werden? Das lässt man einfach weg und gut ist...

    Gruß,
    moep
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  10. #9

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    Hi Moep,

    Du würdest also im Sommer, wenn eigentlich die Energie nur aus den Kollektoren kommt, die verbrauchte kWh mit z.B. 0,06€ (ca. Preis bei Pellets) abrechnen?
    So könnte man mit den Mehreinnahmen die Kollektoren abbezahlen. Sicherlich auch ein Weg.

    Helge
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  11. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  12. #10

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    Hallo,

    Ihr könnt ja mit Blick auf künftige Besitzer einen Vertrag formulieren, daß falls
    der Vertrag nicht fortgesetzt wird, die Anlage bei Eigentümerwechseln unter definierten Bedingungen (Abschreibung, Auszahlung) in den Besitz dessen übergeht, in dessen Keller sie steht. Technisch muß man dann halt ggf. schon mal vorsehen, daß eine zweite Anlage zu installieren ist und die Kollektoren getrennt werden können. Machbarkeit ?!?

    Wenn man das Warmwasser nicht erfassen kann (wegen Zirkulationsleitung?), würde
    ich das einfach ignorieren. Soooo groß werden die Unterschiede schon nicht sein und
    im Sommer ist es eh egal.

    Grüße,
    Jens
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  13. #11
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    Du würdest also im Sommer, wenn eigentlich die Energie nur aus den Kollektoren kommt, die verbrauchte kWh mit z.B. 0,06€ (ca. Preis bei Pellets) abrechnen?
    So könnte man mit den Mehreinnahmen die Kollektoren abbezahlen. Sicherlich auch ein Weg.
    Nicht statthaft....Blick in die Heizkostverordnung verhilft zur Klarheit.
    Die Umlage von Investitionskosten über die Verbrauchskosten ist nicht.

    Gruß
    Achim Kaiser
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