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Zinsen sichern?

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  1. #1

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    Zinsen sichern?

    Hallo,

    wir suchen seit ca. 1 Jahr eine Gebrauchtimmobilie (möglichst EFH, unter 200.000 Euro). Leider haben wir bisher einfach nicht das richtige Objekt gefunden, was teils am Markt und teils an den Vorstellungen liegt. Es gab schon wirklich gute Angebote (natürlich teilweise renovierungsbedürftig ect.), aber so ganz gepasst hat es dann doch nie.

    Wie auch immer, wir müssen jetzt kein Haus kaufen, wollten aber schon mal ganz gerne und die aktuelle Zinssituation ist natürlich ein großer Anreiz.

    Wenn wir jetzt kein Haus in absehbarer Zeit finden, wie können wir uns die Zinsen sichern? Sollen wir einen Bausparer abschließen? Hier im Forum werden Bausparer nicht immer in den höchsten Tönen gelobt...

    Oder einfach weitersuchen und hoffen, dass sich die Zinsen halten?

    Grüße

    Fragensteller
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  2. Zinsen sichern?

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  3. #2
    Avatar von sk8goat
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    Nicht in Panik verfallen. Sucht weiter und wenn ihr das richtige Haus gefunden habt, dann macht ihr die dafür passende Finanzierung.
    Ich z.B. habe 2,5 Jahre gesucht.

    Wer sagt denn dass die Zinsen steigen werden? Also ich kann mir gut vorstellen, dass es in 1-2 immernoch so wie heute ist. Vielleicht sogar besser.

    Ein Bausparvertrag wäre theoretisch eine Absicherung gegen steigende Zinsen. Aber die Zinsen müssten schon sehr stark steigen damit sich das lohnt. Wenn das Zinsniveau gleich bleibt oder nur um 1-2% steigen, dann ist der BSV höchstwahrscheinlich ein schlechtes Geschäft.
    Praktisch hat der BSV aber 2 Haken:
    1. Zuteilungszeitpunkt bzw. Auszahlung passen wahrscheinlich nicht zum Kaufdatum.
    2. Und das ist der k.o.: Die Tilgung ist bei einem BSV so hoch, dass das kaum einer leisten kann. Bei den BSVs mit besonders niedrigen Zinsen ist die Regeltilgung 8 Promille, d.h. das gesamte Darlehen muss innerhalb 5,5Jahren zurückgezahlt werden.
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  4. #3

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    Zitat Zitat von sk8goat Beitrag anzeigen
    Wer sagt denn dass die Zinsen steigen werden? Also ich kann mir gut vorstellen, dass es in 1-2 immernoch so wie heute ist. Vielleicht sogar besser.
    Ja. Es ist sehr schwer zu sagen, wie sich die Zinsen entwickeln werden. Vor 12 Monaten war die Zinsentwicklung -unmittelbar nach der Krise- noch sehr einfach zu prognostizieren (ja, das war es wirklich!).

    Lediglich eines scheint aus aktueller Sicht erkennbar: Die Rohstoffpreise (sowohl für Edelmetalle als auch für Industrierohstoffe und "Lebensmittel") werden in nächsten 6 - 12 Monaten wohl bemerkenswert ansteigen. Es liegt klar ein Trend vor. Ich kann mich immer wieder über diese Sauerei aufregen! Lebensmittel wie Weizen oder Soja gehören nicht in die Hände von Spekulanten, eine moralische Sauerei!!!

    Aktuell gibt es keinen "bemerkenswerten" Inflationsdruck! Der Finanz- / Geldmark wurde geflutet, Liquidität liegt in rauhen Mengen bei den Finanzinstituten vor. Und genau da liegt es aktuell, und liegt und liegt - bzw. dieses Geld wird die nächste Blase "befeuern". Eine Problematik liegt für den Privatmann eher darin, dass m.E. die Kreditvergabe aktuell leider noch etwas restrikitv ist.

    Ich persönlich wage keine Inflationsvorhersage. In der Theorie sind verschiedenste Szenarien denkbar - "in der Praxis" gab' es bisher keine wirklich gut vergleichbaren Situationen. Wer sagt, dass die Zinsen steigen wird Gegenargumente gelten lassen müssen - man kann wirklich nur "raten".
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Fragesteller Beitrag anzeigen
    Wenn wir jetzt kein Haus in absehbarer Zeit finden, wie können wir uns die Zinsen sichern? Sollen wir einen Bausparer abschließen?
    Halte ich für eine sehr schlechte Idee. BSV sind aufgrund der hohen Kosten (Abschlussgebühr, Darlehensgebühr etc.) oft gar nicht so günstig. Erst recht nicht, wenn man die niedrigen Guthabenzinsen der Ansparphase einkalkuliert. Aufgrund der hohen Anfangstilgung lassen sich viele BSV aus meiner Sicht für die Hausfinanzierung nicht oder nur in geringem Umfang einsetzen.

    Hinzu kommt die mangelnde Flexibilität: den Kredit gibts erst, wenn der Vertrag zuteilungsreif ist. Wann das genau ist, weiß kein Mensch. Wenn Du die Kohle aber sofort brauchst, musst Du erst einmal zwischenfinanzieren.

    Ich glaube übrigens nicht, dass die Zinsen auf absehbare Zeit deutlich steigen werden. Im Zweifelsfall ist der wirtschaftliche Vorteil eines wohlüberlegten Hauskaufs ohnehin größer wie ein oder zwei Zehntel Zinsersparnis.
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  6. #5

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    Jepp. Die Zinsersparnis wird gerne überbewertet. Da wird manchmal selbst um die 2. Nachkommastelle gefeilscht. Dabei gibt es beim Hausbau ganz andere Brocken die ein paar Euro Zinsersparnis schnell zunichte machen.

    BSV ist so eine Sache. Passt in den wenigsten Fällen. Da muss man ganz genau rechnen. Wie oben schon geschrieben, sind die zinsgünstigen BSV an Bedingungen geknüpft, die ein "Normalsparer" kaum erfüllen kann. Sollte man mit diesen Konditionen klarkommen, dann wäre das eine Alternative.

    Alternativ sollte man überlegen, ob man nicht spart und das Geld anderweitig anlegt. Da spielt die Risikobereitschaft und der Zinssatz eine Rolle. Das kann unter Umständen attraktiver sein als ein paar Zehntel Zinsersparnis beim späteren Kredit.

    Gruß
    Ralf
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  7. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  8. #6

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    Ich kann nur empfehlen, nicht auf "Biegen und Brechen" ein Haus zu kaufen. Oftmals ist es eine Lebensentscheidung und es wäre mehr als schade, wenn man sich wohlmöglich in ein paar Jahren ärgern würde.

    Und wenn die richtige Immobilie gefunden ist, lässt sich auch eine maßgeschneiderte Finanzierung ausarbeiten.
    Die Zinsen sind günstig im Moment, ja. Nur deswegen in Aktionismus zu verfallen nützt gar nichts. Wenn sich der Zinsmarkt in der nächsten Zeit bewegt, dann sicherlich an der zweiten Nachkommastelle - wenn überhaupt.

    Lasst Euch, wenn es soweit ist, vernünftig, möglichst unabhängig beraten und Ihr werdet genau die passende Finanzierung bekommen.

    Viel Erfolg bei der Suche.

    Nicole Unger
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  9. #7

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    Nun ja,

    Einen Kredit einkaufen - nur um billiges Baugeld zu haben ist sicherlich nicht clever!

    Ich halte auch nichts von Bauspareren, gerade wenn man in absehbarer Zeit Geld braucht!
    Langfristig geplant können sie vielleicht Vorteile bringen - muss aber wirklich genau ermittelt werden; Zudem muss die BS-Kasse mitspielen, nicht dass man noch (teuer) zwischenfinanzieren muss (einem Bekannten so passiert!)

    Nichts desto trotz: Baugeld ist momentan seehr günstig! Somit stellt sich durchaus die Frage: Wenn nicht jetzt, wann dann?

    Ein Kollege von mir hat mit ca. 11% Hypothekenzinsen begonnen! Sicher ein Extrem aber ein wenig rechnen kann nicht schaden:


    Szenario:

    150.000 Euro sollen finanziert werden;

    a) Zinssatz: 5,5% Laufzeit (wie oft angestrebt) 30 Jahre
    ==> Annuität 840 Euro; Zinssumme ca. 120.800 Euro

    b) Zinssatz (wie aktuell problemlos zu erreichen): 4,2% Laufzeit 30 Jahre
    ==> Annuität 730 Euro; Zinssumme ca. 91.200 Euro


    oder anders herum gerechnet:

    Zins wie bei b); Annuität wie bei a)
    ==> mögliche Kreditaufnahme ca. 173.000 Euro; Zinssumme ca. 105.000 Euro!

    Es kann sich folglich lohnen, die momentan billigen Zinsen mitzunehmen.

    Bitte aber beachten:

    Wichtig ist die Höhe des Kredites beim Auslaufen der Zinsbindung!
    Somit muss immer erste Priorität sein, durch Sondertilgungen etc. den Kredit in den ersten Jahren ein Stück weit abzutragen - sonst könnte man in eine Zinsfalle laufen!!!

    Dennoch darf nicht vergessen werden, sich darum zu kümmern, dass keine ungeplanten Kosten auftreten!
    Das Geld hier jemanden *einzukaufen* der sich hierum kümmert sich sicherlich sehr gut investiert und sichert vor unliebsamen (teuren) Überraschungen in der Zukunft ab!

    Andreas
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