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  1. #1

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    Wenn Deppen rechnen... meine Aussenwand verwirrt mich, bitte helft mir

    Hallo,

    als Baldbauherr hat man ja an Tagen wie diesem viel Zeit zum Überlegen, ich habe mir deswegen den Vorsatz genommen ein wenig Verständnis für U-Werte, Materialien und die Arbeit von Energieberatern zu entwickeln...

    Vorab: Ich will hier keine Anleitung wie ich ne Heizwertermittlung o.ä. selbst zusammenpfuschen kann, eine Bestätigung dass meine Rechnung mathematisch richtig ist reicht mir eigentlich schon...

    Rechenaufgabe: Ich will ein Haus mit einer Aussenwandfläche von 205m² bauen, der Plan sieht 36,5cm Porenbeton PPW2 Rohdichte 0,35 vor.
    Macht es auf irgendeine Art Sinn, auf 42,5 Porenbeton PPW1,6 Rohdichte 0,30 umzusteigen?

    Ausführung: Ich habe mich zuerst ein wenig eingelesen, und dann mittels der technischen Daten zum Baustoff, den die Firma mit dem Y anbietet, und dem Rechner, der unter u-wert.net zu finden ist, die Wärmeverluste beider Baustoffe berechnet. Als Innenputz jeweils 1cm Gips, Aussen 1,5cm Wärmedämmputz, damit komm ich auf einen gesamten U-Wert der Konstruktion, der auch von der Firma Y so propagiert wird.

    Ergebnis:
    Porenbeton 36,5 hat in meiner Region durchschnittlich 18 KWh Wärmeverlust pro Heizperiode und m², ergibt 3690 KWh für die Aussenwände ges.
    Porenbeton 42,5 hat in meiner Region durchschnittlich 14 KWh Wärmeverlust pro Heizperiode und m², ergibt 2870 KWh für die Aussenwände ges.

    Der Unterschied beträgt also 820 KWh.

    Laiengedanken:
    Wenn ich nun von einer Beheizung mit ner Wärmepumpe ausgehe, welche eine JAZ von 4 hat, und wenn ich über den ganz normalen Grundtarif (bei mir EON, 21ct) betreibe, würde ich mir momentan also (820 / 4 * 0,21) = 43,05€ p.a. Wärmeverluste sparen, wenn ich die "dicken" Wände verwende?

    Bitte sagt mir dass ich da irgendwo nen ganz gewaltigen Rechenfehler drin habe...



    PS:
    - Ja, ich weiß, ich darf nicht nur Wände sehen, sondern auch den Rest. Aber irgendwo muss man ja anfangen...
    - Ja, ich weiß, die steigenden Energiekosten, und ja, die Umwälzpumpe muss ja auch mehr arbeiten, und ja, das Karma...
    - Ja, ich weiß, Porenbeton taugt eh nix...
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  2. Wenn Deppen rechnen... meine Aussenwand verwirrt mich, bitte helft mir

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Husum
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    ob zusaetzliche dicke Waende oder mehr Waermedaemmung im Enteffekt wirklich den finanziellen gewuenschten Gewinn bringen, habe ich schon immer angezweifelt, denn eigentlich muesste man nun noch die Erderwaermung einkalkulieren, oder die Preiserhoehungen der Energieversorger , denn je weniger Energie angefordert wird um so teurer wird die Energie .. irgendwann macht alles keinen vernuenftigen Sinn mehr .. und ausserdem sind die Oeffnungen und Fenster noch im Verhaeltnis einzukalkulieren .. aber das erklaer mal einem Gruenen Politiker
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  4. #3
    MoRüBe
    Gast

    Warum tun wir deutschen uns eigentlich so schwer...

    ... damit, anständig gedämmte Häuser zu bauen? Wie ich schon sagte, das Passivhaus wird zum Standard, spätestens 2016. Österreich hats schon Schweden hats schon, Holland ist viel weiter als wir. Und wir bauen hier immer noch Häuser, die nem Ami-Schlitten mit 12 Zylindern alle Ehre machen. Über die lästern wir rum, aber selbst?
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Headhunter2 Beitrag anzeigen
    Der Unterschied beträgt also 820 KWh.
    ....
    Bitte sagt mir dass ich da irgendwo nen ganz gewaltigen Rechenfehler drin habe...
    Na ja, es handelt sich wohl eher um einen Schätzwert, aber die Richtung stimmt.

    U-Wert von etwa 0,23 W/m2K im Vergleich zu ca. 0,20 W/m2K bzw. 0,18 W/m2K.....was hast Du da anderes erwartet? Irgendwann steigt der erforderliche Aufwand überproportional im Verhältnis zu den Einsparungen. Deswegen sollte man die "besseren" Lösungen aber nicht gleich vom Tisch fegen, denn jeder setzt andere Prioritäten.

    Ob der Motor in meinem Auto 3PS mehr oder weniger hat, das wird sich am jährlichen Spritverbrauch kaum feststellen lassen. Auch so manches sparsame Auto ist nicht wirklich sparsam und wird trotzdem gekauft.

    Gruß
    Ralf
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  6. #5
    Themenstarter

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    Was bringts denn, wenn das Passivhaus "spätestens 2016" Standard wird, aber keiner mehr Häuser baut weil man sichs nicht leisten kann?

    Ich finds irgendwie traurig wenn man Willens ist zusätzlich Einsparungen zu machen, das aber einfach nicht belohnt wird.
    Wenn ich mir mein Elternhaus ansehe, das wurde damals (1980) mit FBH, 49er Aussenwänden, Dreifachverglasung und (mangels entsprechenden Angeboten auf dem Markt) mit DIY-Lösungen wie gedämmten Rollokästen, thermisch getrennten Balkonen usw. gebaut.
    Natürlich hat das Haus lange Zeit vergleichsweise niedrige Verbrauchswerte gehabt, aber im Vergleich zu nem Neubau ist es halt dann doch hoffnungslos veraltet, und die Tatsache dass z.B. hochwertige Fenster eingebaut wurden steht einer Modernisierung sogar eher im Weg, weil es sich einfach nicht in dem Mass rechnet als wenn 0815-Verglasung drin wäre.

    Und wenn ich dann noch dran denke dass ein Neubau heutzutage eher auf eine Nutzungsdauer von 70-100 Jahren (max.) ausgelegt ist, vor allem bei den Fortschritten in den Bautechniken/Material, dann frage ich mich schon was das alles bringen soll
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  7. #6
    MoRüBe
    Gast

    Weißt Du...

    Zitat Zitat von Headhunter2 Beitrag anzeigen
    Was bringts denn, wenn das Passivhaus "spätestens 2016" Standard wird, aber keiner mehr Häuser baut weil man sichs nicht leisten kann?

    (
    ... wieviel Mehrkosten das tatsächlich ausmacht? Du wärst baff. Echte Sprossen oder ne Freßwarze sind teurer.

    Wir müssen uns halt nur ein wenig umstellen
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  8. #7

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    Zitat Zitat von MoRüBe Beitrag anzeigen
    Wir müssen uns halt nur ein wenig umstellen
    Ich will aber nicht.....haben wir schon immer so gemacht.

    Gruß
    Ralf
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  9. #8
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von MoRüBe Beitrag anzeigen
    ... wieviel Mehrkosten das tatsächlich ausmacht? Du wärst baff. Echte Sprossen oder ne Freßwarze sind teurer.

    Wir müssen uns halt nur ein wenig umstellen
    Ich bau nen Würfel, kein Balkon, keine Fresswarze, keine Gauben, kein Wintergarten, keine Panoramafenster auf der Nordseite, keine Sprossenfenster, Kaltdach, usw usf.

    Man könnte sagen ich hab mich schon umgestellt, und das hab ich gemacht noch bevor ich mir über Energiesparen Gedanken gemacht hab...


    Ich hab mir übrigens gerade den (Baustoffhändler-) Preis für die Ytongs besorgt, Variante 1 (36,5) kostet 56,76 netto (m²), Variante 2 (42,5) kostet 70,76 netto (m²)
    Ergo bei den o.a. 205m² Aussenmauer (ohne Fenster, Tür, Zwischendecken) bin ich bei 13846.- brutto (Variante 1) zu 17262.- brutto (Variante 2)
    (Preise Bayern, und schon klar, die ausführende Baufirma wird die Dinger vermutlich billiger kriegen...)


    Fazit: 25% bzw. 3416.- € Aufpreis für eine Ersparnis von 820 KWh/a?
    Jippie-Ya-Yeah, Schweinebacke, da muss der Strom aber noch gewaltig teurer werden...
    Geändert von Headhunter2 (28.12.2009 um 12:16 Uhr) Grund: deutsches Sprach schwer...
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  10. #9
    wasweissich
    Gast
    und was ist , wenn variante 2. eine um 4k€ günstigere wärmeversorgung nach sich zieht ?
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  11. #10
    MoRüBe
    Gast

    iihaaaa...

    Zitat Zitat von wasweissich Beitrag anzeigen
    und was ist , wenn variante 2. eine um 4k€ günstigere wärmeversorgung nach sich zieht ?
    ...
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  12. #11

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    und was ist, wenn die Variante 2 bessere Zinsen (KfW) und eine höhere Förderung (BAFA Effizienzbonus) gibt?
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  13. #12
    MoRüBe
    Gast

    iahhhaaa 2...

    ...

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  14. #13
    Themenstarter

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    Absolut richtig und auch berechtigt

    Aber genau diese 3 Themen (Wärmeversorgung, KfW, Bafa) haben mich überahupt erst dazu bewogen die Rechnerei zu beginnen...

    Das Problem ist dass die Heizwertermittlung (und daraus resultierend die "richtige" Wahl der Wärmequelle sowie der Wärmetechnik) halt gewisse Eckdaten benötigt, und dazu gehören halt z.B. die Wärmeverluste der Konstruktion.

    Wenn ihr mir nun den Heizungsmenschen (bzw. den Kältetechniker) sagt, der mir für 3,4 verschiedene Qualitäten meiner Konstruktion jeweils eine Heizwertermittlung macht, und dazu dann jeweils wenigstens 2 Varianten der Technik berechnet (könnte ja sein dass sich bei Konstruktionsvariante 3 die Heiztechnikvariante 3B "mehr" rechnet als 3A), und dass ohne dass ich für die Planung mehr zahle als ich mir später vielleicht spare, dann sind eure Einwände gerechtfertigt


    Natürlich, man kann auch alles übertreiben, aber wo soll man anfangen und wo aufhören?
    Und dass sich KfW, Bafa und Co. nicht "rentieren", sondern allenfalls als weiterer Berechnungsfaktor zu sehen sind, darauf haben ja auch diverse Experten hier im Forum schon hinlänglich hingewiesen...
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
    MoRüBe
    Gast

    Wenn man jetzt mal ...

    ... ganz knallhart rechnet:

    Für den Kurs den Du oben genannt hast für diese Luft-Steine:

    da bekommste ne Passivhaustaugliche HRB-Wand für

    Dann brauchste gar nicht mehr lange rechnen

    Und nu komm nicht an mit Schall und son Gedöns
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  17. #15
    Themenstarter

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    Das glaub ich dir, aber hier hat halt (auch ungefähr zu der Zeit als wir uns auf den Würfel versteift haben) der Bauherren Bauchgefühl zugeschlagen, und das sagte 'lieber ne Höhle als ein Baumhaus'...
    Und jetzt versuchen wir halt das Beste (falsch, näherungsweise das Beste) draus zu machen.

    Off Topic: Wenn dem Gesetzgeber in sagen wir mal 20 Jahren einfällt dass der Passivhausstandard nicht mehr ausreicht, kann man auf die "Holzgipspapierwände" auch nochmal 30cm WDVS klatschen, oder wird das dann einfach direkt abgerissen?
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