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Schallschutzproblem Neubau 2009

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  1. #1

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    Schallschutzproblem Neubau 2009

    Hallo Experten,

    wir wohnen seit ein paar Wochen in unserem RMH.

    Von der einen Seite hören wir praktisch nichts, Bohrungen etc. natürlich ausgenommen.
    Dies gilt offensichtlich auch für die anderen Parteien.

    Von der anderen Seite jedoch, hören wir regelmäßig und auch abends lange Geräusche des Treppenhauses; obwohl sich dies eigentlich auf der Seite zum übernächsten Hauses befindet.
    Aber auch etwas lauteres Laufen und natürlich trampeln oder ähnliches der Kinder ist so gut zu hören, als ob es meine eigenen eine Etage höher sind. Diese liegen dann aber schon im Bett.

    Die Nachbarn sind prinzipiell nett und man will ja auch keinen (Dauer)Streit, aber sind wirklich am Ende, woher das rührt und was man oder gar wir (bautechnisch) machen können.

    Die zuständige Baufirma kann sich dies nicht erklären und spricht von ordnungsgemäßer Bauweise. Angeblich sind diese Zwischenwände je Haus 15cm stark, sind dazwischen maschinell „bearbeitet“ und irgendwie 5 cm verfüllt. Ich glaube mit hanfartigen Matten ?!?

    Die Bauleitung spricht davon, dass alles im Toleranzbereich liegt. Der will ich das abends aber auch nicht aus meinem Bett demonstrieren, wo man ausgezeichnet (beim Schlafen) gestört wird.

    Die Nachbarn im Endhaus dahinter sind als Maßstab leider nicht verwendbar, da diese wohl aus einer enorm lauteren Umgebung kommen und Ihnen alles was weniger ist einem Paradies gleicht.
    Es ist dort aber auch definitiv zu hören. Meine Frau konnte es bei einem Besuch dort ebenfalls vernehmen.

    Das betroffene Haus ist ziemlich nackt von Ihnen, was es dem Schall nicht schwieriger macht.
    Stets Laminat oder Fliesen, eine Bilder an den Wänden. Sie sehen es offensichtlich auch nicht wirklich ein, daran etwas ändern zu müssen. Obwohl Sie zugegeben haben lautere Wesen zu sein, insbesondere Ihre Kinder und die, die häufig zu Besuch dort sind.

    Um unsere Nerven und unseren Schlaf zu schützen, habe ich schon überlegt an einigen Wänden diese chicen Rigipsplatten mit Styropor dahinter zu verbauen.
    Leider sind die auch nicht ganz günstig, der Aufwand (Leitungs-, Leistenänderungen etc.) enorm und der Nutzen zweifelhaft, wenn man sogar an der Außenwand die zu dem leisen Haus gerichtet ist, die Töne hört.

    Es geht überwiegend um tiefe, stumpfe und rumsende Töne, die herüberdringen.
    Mein Grund, warum ich immer eine nicht vorgesehene Schallbrücke vermutet habe, aber keiner will wirklich was einräumen oder prüfen. Schon aus Kostengründen.

    Hat jemand eine Idee, eine Lösung oder einen Tipp für uns??

    Die letzte Baufortschrittsrate habe ich aus anderen Gründen auch noch als Sicherungsleistung nicht gezahlt. Rechtsschutz nimmt sich solcher Sachen nicht an. Irgendwie ziemlich zum Verzeifeln...

    Danke für Tipps/Infos!!


    Vertragsinfos:
    Lt. Bauleistungsbeschreibung alles nach VOB Teil C, EnEV 2007. Zugesichert idR lediglich die DIN-Mindestvorschriften.
    Mauerwerk:
    Gemeinsame WU-Bodenplatte, Kelleraußenwäne WU (gem. DIN).
    Sonstige tragende Wände Stahlbeton oder Mauerwerk.
    DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“ vom Nov 1989 wird berücksichtigt.
    Nichttragende Innenwände aus Gipsdielen.
    Treppe: 3 Läufe in Stahl-Holzkonstruktion
    Estrich: Schwimmender Zementestrich nach DIN
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  2. Schallschutzproblem Neubau 2009

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Bauexpertenforum Avatar von Josef
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  4. #3
    Themenstarter

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    Hallo Josef,

    danke für die Links und Infos.
    Da ich bautechnisch eher einem Laien zuzordnen bin kann ich im Wesentlichen nur auf die bereits genannten Auszüge an Vertragsdaten verweisen.

    Fakt ist jedoch, dass wir von außen jene erkennbare Trennfuge haben. Wie dahinter verschalt wurde (Ich weiß nur von den Hohlziegeln), ist mir natürlich nicht bekannt.

    Auch halte ich die Empfindungskomponente für relevant, da -- wie ich schrieb -- wir einschl. unsere Kinder zumindest ab abends ruhig sind, das NAchbarhaus eher ein lauterer Haushalt mit lauteren Kindern ist.

    Gesagt wurde wohl mal etwas von erhöhtem Schallschutz, geschrieben ist -- wie ich schrieb -- Mindestanforderung nach DIN wird lediglich zugesichert.

    Da inzwischen über den BT mehrere nicht ganz erfreuliche Infos zusammenkamen, halte ich gerichtliche Wege für praktisch aussichtslos und z.Zt. nicht tragbar.

    Daher wäre für mich vor allem auch zusätzlich interessant, was wir hier auf unserer Seite ggf noch tun können, ob die tiefen Trittschallüberträge von drüben hier möglicherweise zu mindern?!

    Danke schon mal!
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  5. #4
    Bauexpertenforum Avatar von Josef
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    einen sehr wichtigen hab ich noch:
    http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?t=12215

    Daher wäre für mich vor allem auch zusätzlich interessant, was wir hier auf unserer Seite ggf noch tun können, ob die tiefen Trittschallüberträge von drüben hier möglicherweise zu mindern?!
    wie Du schon erwähntest ist der gerichtliche Weg der eine ... aber
    wenn Dein BT zumacht haste mit Kartoffeln gehandelt ... daß muss Du
    selber abschätzen (!) ... jetzt möchtest du Maßnahmen ergreifen die den
    Schall abmindern ... z.b. gedämmte Vorwand ... wenn aber z.b. eine
    fest Schallbrücke zwischen den Häusern besteht hilft dir die Vorwand nix
    da der Schall aus den flankierenden Wänden und Decken kommt (!)

    willst Du meine Meinung dazu hören ??? ... bevor ich Geld ausgebe
    für eine Vorwand würde ich lieber in ein Schallschutzgutachten
    investieren um die Schallschwachstelle zu ermitteln ... kann sein
    daß die Haustrennwand die Schwachstelle ist dann wär die Vorwand
    doch richtig gewesen und das Gutachten hätte "nur" zusätzliche
    Kosten verursacht ... haste keinen in der Nähe der sich mit Materie auskennt
    und erstmal die grössten Brocken (z.b. die gewählten Baustoffe
    bringen den geforderten Schallschutz ?) beiseite räumt ?

    ein´s muss ich noch loswerden ... es gibt nix komplexeres als den
    Schallschutz eines Hauses ... dementsprechend ist auch die Suche
    und der Aufwand für die Beseitigung der Ursache (!)
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Bob2 Beitrag anzeigen

    Die zuständige Baufirma kann sich dies nicht erklären und spricht von ordnungsgemäßer Bauweise. Angeblich sind diese Zwischenwände je Haus 15cm stark, sind dazwischen maschinell „bearbeitet“ und irgendwie 5 cm verfüllt. Ich glaube mit hanfartigen Matten ?!?

    Dazu sollte sich der Bauausführende auf Anfrage schriftlich äußern!
    Außerdem zu den Schallentkopplungsmaßnahmen der Geschossdecken
    !


    Um unsere Nerven und unseren Schlaf zu schützen, habe ich schon überlegt an einigen Wänden diese chicen Rigipsplatten mit Styropor dahinter zu verbauen.

    Vergiss es ... !


    Es geht überwiegend um tiefe, stumpfe und rumsende Töne, die herüberdringen.

    Das bleibt auch bei einer eventuellen Schallmessung Dein Problem, denn Werte unter 100 Hz werden weder von der DIN 4109, noch von der Messnorm erfasst.

    Hat jemand eine Idee, eine Lösung oder einen Tipp für uns??

    Einen Bauakustiker (möglichst aus Deiner Region) einschalten und vor Ort nach Ursachen und Lösungen suchen.

    Eine Möglichkeit: Trennung der zweischaligen Haustrennwand, durch diamantbeschichtetes Stahlseil (wenn es die "Gegenseite" bezahlt ).
    Viel Glück!

    KPS.EF
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  7. #6
    Themenstarter

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    Also, wie schon angedeutet, würde der gerichtliche Weg (wenn es nicht 100 Prozent wasserdicht ist) eher unwahrscheinlich.

    Die damit verbundenen Kosten wären ähnlich dem Diamantseil. Ich kann ja schon einmal sammeln

    Ich schaue mal, was ich möglicherweise noch an weiteren zusätzlichen technischen Infos beibringen kann.

    Außerdem bliebe im Moment offensichtlich nur ein Gutachten bzw. eine Messung als Option.

    Ich danke erst einmal und sehe mal, was ich noch in Erfahrung bringen kann.

    Eisige Grüße aus NRW! (auf´s Wetter bezogen )
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