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Zusätzliche Dämmung am neuen Fertighaus sinnvoll?

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  1. #1

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    Zusätzliche Dämmung am neuen Fertighaus sinnvoll?

    Hallo liebe Bauexperten,

    da wir vor den letzten Planungen stehen, was unser Haus angeht, möchte ich gerne eine Frage zur Diskussion stellen, die uns im Moment noch beschäftigt, und bei deren Beantwortung uns schlicht und ergreifend der nötige Sachverstand fehlt:

    Sollen wir die Aussendämmung von 8cm (Standard) auf 12cm aufstocken?

    Ausgangslage: Wir bauen in Kürze mit einem Fertighausanbieter ein Effizienzhaus 55 (nach EnEV 2007) mit einem Jahresprimärenergiebedarf von 38 kWh/m2 bei 140 m2 Wohnfläche. Verbaut wird eine Luft-Wasser-Wärmepumpe LWZ 303 Sol von Stiebel Eltron inkl. Solarkollektoren (~5m2) zur Brauchwassererwärmung, sowie einer Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Zudem wird im Wohn-/Esszimmer ein Kaminofen mit 6kW installiert. In verschiedenen Bautagebüchern liest man bei vergleichbaren Häusern des Anbieters von jährlich 350-500€ Kosten für Heizung und Brauchwassererwärmung.

    Die Aussenwände haben einen U-Wert von 0,15 W/qmK, verfügen im Standard über 8cm Aussendämmung WLG 032.
    Das Kellergeschoß ist ein reiner Nutzkeller, also unbeheizt. Es erfolgt im Standard auf die 20cm dicken Betonwände ein Aufbringen von 8cm Perimeterdämmung der WLG 035 aus Styropor. Laut U-Wert-Rechner komme ich auf einen Wert von 0,44 W/qmK.
    Das Erdgeschoß ist laut Hausanbieter über eine Wärmedämmung, eine Trennlage und einen schwimmenden Anhydritestrich mit einer Gesamtstärke von 130mm vom Kellergeschoß getrennt, dessen Deckenstärke 18cm (aus Ortbetonverguß C20/25) beträgt.

    Es bestünde jetzt die Möglichkeit, die Aussendämmung um jeweils 2 bzw. 4cm zu erhöhen, sowohl am Keller (Aufpreis 200/400€), als auch am Haus (Aufpreis 1000/2100€).

    Ich habe den U-Wert-Rechner mit der verbesserten Wärmedämmung nochmals gequält und erhalte folgende Werte:

    Keller (8cm Perimeterdämmung): 0,44 W/qmK
    Keller (10cm ""): 0,36 W/qmK
    Keller (12cm ""): 0,31 W/qmK
    Anmerkung: der Keller steht etwa zur Hälfte im Boden, dies wurde bei der Berechnung jedoch noch nicht berücksichtigt.

    Aussenwand Haus (8cm Aussendämmung): 0,15 W/qmK
    Aussenwand Haus (10cm ""): 0,14 W/qmK
    Aussenwand Haus (12cm ""): 0,13 W/qmK


    Scheinbar erhalte ich bei der Kellerdämmung mit relativ geringem Mehraufwand (200€ für 10cm bzw. 400€ für 12cm) eine deutliche Verbesserung des U-Wertes, während ich bei der Aussendämmung des Hauses einen deutlich höheren Mehraufwand habe (1000€ für 10cm bzw. 2100€ für 12cm) um scheinbar nur eine sehr geringe Verbesserung des U-Wertes zu erreichen.

    Dies bringt mich nun wieder zu meiner Ausgangsfrage zurück: erscheint es aus Gründen der Energieeinsparung sinnvoll die Aussendämmung aufzustocken? Wenn ja, sowohl im (unbewohnten und unbeheizten) Keller, als auch am Haus, oder seht ihr bei den Werten keinen Sinn darin, so viel zu investieren, um am Ende nur mit einer minimalen Ersparnis belohnt zu werden?

    Ich freue mich schon auf eure fundierten Antworten, falls Rückfragen nötig sind, immer her damit, ich werde mich bemühen, so gut wie möglich zu unterstützen, möchte ja schließlich für lange Zeit in einem top-gedämmten Hau leben ;-)

    Grüße
    Philipp
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  2. Zusätzliche Dämmung am neuen Fertighaus sinnvoll?

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  3. #2
    Avatar von fmw6502
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    hmm, bei einem U-Wert von 0,15 [W/Km²] der Außenwand, solltest Du Dich erstmal um andere Dinge kümmern. Wie hoch sind die U-Werte der anderen Hüllenbildner: Fenster, Dach, Kellerdecke. Du wirst merken, die Wand verliert nur einen Bruchteil Deiner Wärme.
    Warum Solar? Dann wenn es etwas bringt, ist auch der COP der Luftpumpe recht gut..., also keine echte Ergänzung. Ist halt aber schön im Prospekt und hilft bei der EnEV-Berechnung.
    Die LWZ 303 Sol hat bei 2° C eine Heizleistung von nur noch 4,2 kW, darunter noch weniger. D.h. der Heizstab (reine Elektroheizung) oder Euer Ofen muß weitere Energie heranschaffen. Es sind schon einige Leute mit sehr knapp bzw. unter-dimensionierten Luftpumpen auf die Schnauze gefallen. Daher unbedingt die Heizlast nach DIN EN12831 einfordern. Dort wird im Gegensatz zur EnEV Eure Wunschtemperaturen und Euer lokales Klima verrechnet. Dazu noch die Fragen stellen bzw. schriftlich geben lassen, ab wieviel Grad der Heizstab anspringen muß und wieviele Stunden gemäß Klimatabelle dies voraussichtlich im Jahr sind. Vermutlich ist dies nicht im ENEV so eingerechnet worden

    Die Themen sind hier schon mehrfach diskutiert worden, daher spendier ein wenig Zeit und lies recht viel. Viel Spaß dabei!

    Gruß
    Frank Martin
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  4. #3
    Themenstarter

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    Hallo Frank,

    also einen Teil der offenen Fragen kann ich gleich beantworten:
    - Fenster Keller + Haus dreifachverglast U-Wert Verglasung 0,7 W/qmK
    - Dach U-Wert 0,178 W/qmK (auch hier wäre ein 'Mehr' an Dämmung noch denkbar)
    - Kellerdecke U-Wert 0,44 W/qmK
    - LWZ 303 Sol wird vom Hersteller für Häuser bis 180qm Wohnfläche verwandt, wir haben 140qm, deshalb habe ich mir über die Heizung bislang wenig Gedanken gemacht. Klar, dann wenn die Sonne viel Energie zur Verfügung stellt arbeiten sowohl Heizung als auch Kollektor im Optimalbereich, aber es war als Paket angeboten und auch wegen EnEV-Berechnung, wie du sagst, sinnvoller.

    Also, ich werd mich denn mal zur Heizung weiter einlesen und auch einen Brief formulieren an unseren Anbieter, in dem ich die Berechnung der Heizlast nach DIN EN 12831 erbitte.

    Danke schonmal für den Hinweis, weitere sind gerne gesehen ;-)))

    Grüße
    Philipp
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  5. #4
    Avatar von fmw6502
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    Hallo Philipp,

    das Glas hat einen Uw-Wert von 0,7 [W/Km²], relevant ist aber der U-Wert des gesamten Fensters.

    Gruß
    Frank Martin
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  6. #5
    Themenstarter

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    Hallo Martin,

    hab nachgeschaut, Uw-Wert der Fenster ist 1,1 W/qmK.

    Grüße
    Philipp
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