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Fußkalt

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  1. #1

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    Fußkalt

    So, da bin ich mal wieder...
    Bisher habe ich hier ja immer mal einen guten Tipp bekommen. Übrigens: Der Komposthaufen steht, trotz Gehlmax. Unten 3 Bordsteine als "Rempelkante", oben dicke Bohlen in Winkelschienen. Eure Tipps waren also praxistauglich...
    Das Dach ist auch isoliert. Von Firma, so richtig mit Firmenschild, Gerüst und Mehrwertsteuer. Haben die so prima gemacht, daß die gleich eine Terrassenüberdachung mit bauen durften.
    Und der Korkfußboden lebt auch noch.

    Habe jetzt ein neues Projekt:
    Mein Wohn/Eßzimmer ist fußkalt. Kunststück! Der Fußbodenaufbau (Baujahr 1977) ist wie folgt:
    Bodenplatte, kein Keller, 2cm Styropor, Estrichfolie, 4cm Betonestrich, Teppichboden. Beheizt mit 2 Flachheizkörpern und einem Kaminofen.
    Der Raum ist winkelförmig, jeder Schenkel ca. 4x8 Meter, also insges. rd. 50qm. Durch zwei angrenzende Räume bin ich leider bei der Aufbauhöhe festgelegt.
    Dieses Jahr ist der Raum "fällig". Da ich weder Estrichleger, noch Sanilöter oder Tischler bin, gehe ich mal völlig vorurteilsfrei und einem dicken Hammer an die Sache ran. Den Estrich und die Styroporplatten werde ich noch entfernen, dann soll jemand Anders des Kram richten. Habe weder Lust auf knarzende Dielen, noch auf gefluteten Estrich...
    Aber wie würdet Ihr an die Sache rangehen? Nur als als Entscheidungshilfe...
    Dielen? Auf Lagerholz mit Zwischenisolierung? Oder schwimmend auf Isolierung? Oder neuer Estrich mit FBH? In 3 Zimmern gibt es FBH mit Rücklaufthermosttatsteuerung, sonst Flachheizkörper. Vorlauftemperatur 70/75 Grad.
    Da der Teppichboden bei mir doch immer schnell leidet, wäre ich für eine Lösung mit Dielen oder Fliesen und einzelnen Teppichen. Aber bitte nicht wieder so s...kalt.
    Klar, das mit der Beratung und Ausführung durch eine Fachfirma, und so... Aber gehe ich zu einem Holzwurm, oder laß ich die Jungs von der Betonfraktion ins Haus?

    Viele Grüße
    Jörg
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  2. Fußkalt

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  3. #2
    Avatar von Berni
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    Tach Dachschaden,

    bei Deinen Aufbauhöhen bist Du wohl bei den Holzwürmern besser aufgehoben.

    Und nein, ich möchte nicht wissen, wie Dein Aufbau bei den 3 Zimmer mit FBH- Rücklaufthermosttatsteuerung bei der geschilderten Aufbauhöhe aussieht.
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  4. #3
    Themenstarter

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    @ Berni:
    Nicht ganz so schlimm...
    Das Haus ist von 1907 und hat einen Anbau von 1976/77.
    Die Küche liegt im alten Teil und hatte einen Ziegelboden, darauf Sand, dann Estrich und Fliesen. Da konnte der Heizungsmensch problemlos 10 cm abschöpfen und neu aufbauen. Ähnlich beim Badezimmer im Anbau. Da hat sich der Sanilöter durch sämtliche Schichten bis in den Sand unter dem Haus durchgearbeitet. Dann hat er neue Abwasserrohre erst verlegt, scheinbar aber auch wiedergefunden, weil die jetzt angeschlossen sind.
    Anschließend bekam der Raum einen komplett neuen Fußbodenaufbau und eine zeitgemäße Isolierung. Das waren aber alles statisch überschaubare Sachen. Jedenfalls gab der Erfolg den Firmen Recht. Deshalb kenne ich auch den tatsächlichen Fußbodenaufbau. Die Bauunterlagen sagen dagegen 6cm Wärmedämmung und 7cm Multibetonestrich. Der dritte Bereich mit Fußbodenheizung ist dann allerdings im Neubaubereich. Wie die das gemacht haben? Keine Ahnung.
    Hatte schon überlegt, auch im Wohnzimmer den Beton rauszustemmen, aber das ist dann ein deutlich größerer Aufwand.
    Der Witz ist, daß der Anbau von einem Architekten für den Eigenbearf gebaut wurde. Dem gehörte das Haus, hier wohnte er etliche Jahre und in einem Teil hatte er sein Büro. Trotzdem liegen die Abwasserrohre 30 cm unter der Grasnarbe im Vorgarten. Bin ich anfangs beim Beete anlegen drauf gestoßen. Dabei sah ich, daß die Rohre teilweise ohne Muffe, nur angeschmolzen,übereinander geschoben waren. Sogar mit der Innenstoßkante gegen die Flußrichtung... Ab und zu staut es halt.
    Freue mich schon mächtig auf die Dichtigkeitsprüfung in diesem Sommer.

    Und von Isolierung hat er auch nix gehalten. Vor 12 Jahren hatte das Dach im Altbau nur tapezierte Preßpappe (Schrankrückwände) als Zimmerdecke, darüber eine Lage Bretter mit Dachpappe als Eindeckung. Weil das dann wohl mal undicht war, 'ne Schicht Bituwellplatten. Die Zimmer waren ganzjährig bewohnt (Einliegerwohnung). Ich habe erstmal 'ne Ladung Isomatten verteilt. Aber da die damals mit gekaufte Mieterin meutert, kann ich ihr nicht die Schrankteile runterreißen und alles "richtig" machen lassen. So heizen wir hier die Umgebung warm...

    Viele Grüße
    Jörg
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  5. #4

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    Zuerst einmal klären, welche Prioritäten Du setzen möchtest.

    Fußkalt bedeutet doch nur, dass die Oberflächentemperatur niedriger ist als die Temperatur an der Fußsohle, und die Wärmeleitfähigkeit dafür sorgt, dass eine Wärmeleitung vom Fuß in Richtung Boden stattfindet. Das empfinden wir als "kalt".

    Man kann also an 2 Punkten ansetzen.

    1. Oberflächentemperatur erhöhen
    2. Wärmeleitung unterbinden

    Punkt 1 wäre an sich ein typ. Fall für eine FBH, ABER bei den heute üblicherweise niedrigen Temperaturen, wird selbst eine FBH gefühlt kalt sein.

    Punkt 2 könnte man durch einen besseren Oberbelag lösen. Hier wäre beispielsweise Kork eine Alternative.

    Dann bliebe noch Punkt 3.....dicke Socken.

    Gruß
    Ralf
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  6. #5

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    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    2. Wärmeleitung unterbinden
    Damit dieser Punkt nicht falsch verstanden wird, ich meinte die Wärmeleitung reduzieren. Genau genommen geht es auch um die Betrachtung der Temperaturleitfähigkeit die den zeitlichen Verlauf der Wärmeleitung berücksichtigt.

    Gruß
    Ralf
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  7. #6
    Themenstarter

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    War heute Morgen in einer anderen Sache im Baustoffhandel meines Vertrauens. Habe mir eine Tasse Kaffee geschnoort und einen der Fachverkaufer von seiner Arbeit abgehalten. Dem schilderte ich mein Problem. Er meinte, daß ich zunächst eine möglichst dicke Isoschicht nach unten benötige, da in jedem Fall der Wäremeverlust zu hoch ist. Ist das der Ansatz, den Du meintest, Ralf?
    Nun kam er gleich mit einer Spitzenidee. Er hatte ein ähnliches Problem in seinem Badezimmer und hat statt Estrich Wediplatten verklebt und die befliest. Die Fliesen haben angeblich binnen kurzer Zeit ein wohliges Warmgefühl. Auf meinen zaghaften Einwand, daß mein Bücherregal vermutlich eine geringfügig höhere Druckbelastung auf die Oberfläche ausübt, als er mit seinen 100 KG/Schuhgröße 45 (geschätzt), hatte er allerdings auch keine Antwort. Und zur Fliesentemperatur: Habe ihm empfohlen mal den Blutdruck messen zu lassen, wenn er mit seinen Fußsohlen Steingut heizen kann.

    Danke für die Hilfe
    Jörg

    PS: Keine Angst, wir haben und freundlich verabschiedet, ich darf wiederkommen und bekomme auch mal wieder einen Kaffee...
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  8. #7
    Avatar von Berni
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    Er hatte ein ähnliches Problem in seinem Badezimmer und hat statt Estrich Wediplatten verklebt und die befliest. Die Fliesen haben angeblich binnen kurzer Zeit ein wohliges Warmgefühl. Auf meinen zaghaften Einwand, daß mein Bücherregal vermutlich eine geringfügig höhere Druckbelastung auf die Oberfläche ausübt, als er mit seinen 100 KG/Schuhgröße 45 (geschätzt), hatte er allerdings auch keine Antwort.
    Da hebst Du Dich aber positiv von vielen ab.
    Die meisten meinen, was bei Anton gutgeht, muss bei Wilhelm doch auch funktionieren.
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  9. #8

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    Zitat Zitat von Dachschaden Beitrag anzeigen
    Die Fliesen haben angeblich binnen kurzer Zeit ein wohliges Warmgefühl.
    Nein.

    Die Dämmung nach unten ist ein Thema, die Temperaturleitfähigkeit des Oberbelags ein anderes. Selbst ein sehr gut nach unten gedämmter Fliesenbelag kann ohne FBH nur max. Raumtemperatur annehmen. In der Praxis wird die Oberflächentemp. etwas niedriger liegen, auf jeden Fall aber deutlich niedriger als die Temperatur der Fußsohlen.

    Berührt der Fuß die Oberfläche, dann bildet sich keine Grenzschicht auf dem Oberbelag, sondern die Wärme vom Fuß wird in die Fliese abgleitet, und zwar in die Tiefe (Fliesendicke) und vor allen Dingen in horizontaler Richtung.

    Die menschliche Haut reagiert sehr sensibel auf Temperaturänderungen. Eine Temp.differenz von wenigen K wird bereits als störend empfunden.

    Die Dämmung unter der Fliese erhöht also die Oberflächentemperatur, und die Temperaturleitfähigkeit des Oberbelags bestimmt die Wärmeleitung.

    Gruß
    Ralf
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  10. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  11. #9
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    @ Ralf:
    Danke! Habe ich jetzt verstanden.
    Brauche also eine Oberfläche, die sich schön mollig warm anfühlt, weil sie keine Wärme ableitet. Fallen also V2A Platten raus, obwohl die schön pflegeleicht sind. Auf Styropor kann man schlecht nachts zum Kühlschrank schleichen (Quietschgefahr), bleibt wohl tatsächlich nur Diele. Ist doch eine praktikable Lösung. Holz gefällt mir...
    Werde mir also einen Holzwurm angeln. Schade nur, daß ich bei der Gelegenheit keine bessere Dämmung hin bekomme.
    (Ob ich meine Frau für 'ne Woche zu ihrer Mutter schicke und mir Presslufthammer Bernhard anstelle? 50 qm Unterbeton dürfte doch einen Maurer nicht lange beschäftigen, oder?)

    Na, ich hab' ja noch ein paar Nächte zum drüber schlafen.

    Nochmals vielen Dank!
    Jörg
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  12. #10
    Avatar von Shai Hulud
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    Zitat Zitat von Dachschaden Beitrag anzeigen
    Schade nur, daß ich bei der Gelegenheit keine bessere Dämmung hin bekomme.
    Du hast zwischen den Latten Raum für ca. 4 cm Dämmung.
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