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  1. #1
    leejunfan
    Gast

    Frage Kann ich mir ein Haus überhaupt noch leisten?

    Hallo zusammen,

    erstmal zu meiner Person (Familie). Ich bin nun fast 33 meine Frau 31 und wir haben 2 Kinder (6 und 3 Jahre). Wir überlegen nun schon seit einiger Zeit, ob wir uns überhaupt noch ein Hause leisten können, da wir ja nun auch schon über 30 sind und über keinerlei Eigenkapital verfügen. Grund dafür waren bisher meine damalige Berufskrankheit und Umschulungszeit.

    Nun habe ich seit 2006 endlich einen Job in meinem Beruf finden können, musste aber bis heute noch einige "Altlasten" abtragen, so daß nicht viel zum sparen da war.

    Meine Frage(n) ist/sind nun wie gehe ich da am besten ran, falls es noch möglich ist? Ich habe schon einiges hier im Forum gelesen und ein BSV kommt da wohl nicht so gut weg.

    Unser Familieneinkommen(ich arbeite voll, meine Frau hat einen Minijob) liegt netto bei 2800 Euro OHNE Kindergeld.

    Wir möchten jetzt auch nicht sofort etwas kaufen oder bauen, sondern, sofern es die Zeit bei uns noch zu lässt, auch noch ein paar Jahre sparen.

    Wie sieht es nun aus? Wie und wo spare ich am besten und was könnte ich mir überhaupt leisten?

    Gruß Lee
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  2. Kann ich mir ein Haus überhaupt noch leisten?

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  3. #2
    Baufuchs
    Gast

    Na ja,

    mit 33 und 31 geht doch noch was...

    Zwar nicht jetzt, aber etwas später.

    Positiv:
    Mit Ihrem Einkommen und bei dieser Haushaltsgrösse können Sie mit Fördermitteln des Landes NRW rechnen. Das wären im Modell A immerhin ca. 82.000.- €. Da für die Landesmittel NRW ohnehin mind. ein Effizienzhaus 85 gebaut werden muss, kommen dazu noch KfW-Gelder.

    Kenne die Grundstückpreise im Raum Ahlen nicht exakt, aber einiges günstiger als hier in Lippstadt sind die schon.

    Negativ:
    Ganz ohne Eigenkapital geht es nicht, denn das Land NRW setzt für die Bewilligung voraus, dass zumindest ein kleiner Teil an Sparguthaben vorhanden sein muss. Ein weiterer Teil kann durch Eigenleistung erbracht werden. Wieviel das ist, hängt von den Gesamtkosten ab.

    Vorgehensweise:
    Lassen sie sich mal ausrechnen, was das Wunschobjekt kosten würde und wie sich eine Finanzierung mit Landesmitteln darstellt, dann sehen Sie, wieviel Sie ansparen müssen.
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  4. #3

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    kurz gesagt - zuerst Haushaltsbuch führen, gucken, wohin das Geld verschwindet und danach nach Einsparpotential suchen.
    Wenn man´s dann auf die Reihe bekommt, ne Zeit lang eine bestimmte Rate pro Monat beiseite zu legen, könnte man aus dieser Rate und der aktuellen Kaltmiete versuchen zu berechnen, ob man dafür bei Euch was vernünftiges bekommt.
    Alleine aufgrund des Einkommens kann man schwer beurteilen, was möglich ist, es kommt ja auch auf die Immopreise an und die monatlichen Ausgaben. Ist ja schon ein Unterschied, ob man 100 oder 500Euro pro Monat zusammenkratzen kann.
    Mit Anfang 30 seid Ihr allerdings nicht wirklich spät dran :-).
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  5. #4
    Baufuchs
    Gast

    Hallo??

    Mein ältester Bauherr war 78.

    war aber auch ein zackiger Bursche, II WK U-Boot Kapitän.
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  6. #5

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    Hallo,

    was Du sparen kannst musst Du selbst entscheiden!

    Faustformeln:
    * 1/3 Eigenkapital;
    * Zins & Tilgung nicht über 35% deines monatlichen verfügbaren Einkommens!
    * Sondertilgen wenn irgendwie möglich - und das muss möglich sein wenn nach der Zinsbindungsfrist kein böses Erwachen kommen soll!;

    2800 Euro & 500?? Euro Kindergeld - nicht megaviel; könnte aber klappen - wenn ihr mit 80 .. 100.000 Euro Eigenkapital startet!

    Was könnt ihr sparen?

    Tipp 1: Haushaltsbuch und jeden ausgegebenen Cent aufschreiben und die Ausgaben auswerten!

    Tipp 2: Unterscheiden zwischen:
    - Das ist wirklich notwendig - und das wäre schön zu haben - und wirklich nur das zu kaufen, was zwingend notwendig ist

    Tipp 3: jegliche andere Finanzierung wie Fernseher, Kühlschrank, Auto etc. schlichtweg lassen (wer glaubt ihr verdient hieran?!) - man hat sonst keinen Übblick mehr über die tatsächlichen Vermögensverhältnisse!

    Tipp 4: Überlegen wo ihr dauerhaft mehr Geld verdienen könnt!

    Tipp 5: Von jeder Verbesserug der Einkommenssituation (Lohnerhöhung etc.) nur 20% für die faktische lebenshaltung ausgeben und 80% hiervon sofort weglegen & sparen!

    Was kostet ein Haus?

    Pi mal daumen - Wert:
    * ca. 1200 - 1600 Euro - oder auch 3.000 Euro p. m2 Wohnfläche (reginale & qualitative Unterschiede);
    * geschätzt etwa 60% hiervon für Stauraum, Garagen, ... * & Grundstück (erschlossen)
    * & 15% Puffer, falls irgendetwas aus dem Ruder läuft - oder nicht ganz so klappt wie gewollt!

    So, jetzt könnt ihr in etwa ermitteln, wie groß ihr es haben wollt und (in etwa) wie viel Kohle hierfür nötig ist!

    Andreas
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  7. #6

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    Nur mal ganz grob "geschätzt".

    Du solltest eine monatliche Rate zwischen 1.000,- € und 1.300,- € anpeilen, dann bleiben Euch noch gut 1.500,- € für die Lebenshaltung.
    Dafür könntest Du bei 5% Zins und 3% anf. Tilgung ca. 200T€ finanzieren, zzgl. Eigenkapital.
    Bei 3% anf. Tilgung hast Du in etwa 20 Jahren das Darlehen getilgt, d.h. noch lange vor Deiner Rente ist die Hütte schuldenfrei. Auch 2% anf. Tilgung wären noch denkbar, dann wäre die theoretische Laufzeit ca. 26 Jahre und Du könntest ca. 220T€ zzgl. EK finanzieren.

    Wie und wo spare ich am besten?
    Das ist eine gute Frage. Damit sich die Konditionen für Deine Finanzierung noch in einem vernünftigen Rahmen bewegen, solltest Du 20% EK ansparen. Je mehr, desto besser. Wie man das Geld anlegt, das hängt von Deiner persönlichen Risikobereitschaft und Planungshorizont ab, und natürlich von den Beträgen die Du monatlich auf die Seite legen kannst.

    Ich würde an Deiner Stelle mal prüfen was Du monatlich "wegsparen" kannst, und dann bei den verschiedenen Banken nachschauen was die in ihrem Programm haben. Es gibt viele Möglichkeiten, aber wie oben schon geschrieben, muss man dazu wissen was DU möchtest bzw. was DU sparen kannst.

    Gruß
    Ralf
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  8. #7
    Avatar von Terra
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    Zitat Zitat von Baufuchs Beitrag anzeigen
    Kenne die Grundstückpreise im Raum Ahlen nicht exakt, aber einiges günstiger als hier in Lippstadt sind die schon.
    Nö, sind in etwa gleich zw. 130-180 € pro m²!

    Sind dann schon mal 60.000 € bei 400m² bei 150 € pro m²

    Bei einer Rate v. 1000 € und 5% Zins mit 1% Tilgung hätten wir dann eine Darlehenssumme v. 200.000 €

    Abzgl. das Grundstück blieben noch 140.000 € für Haus und Nebenkosten.

    Fördermittel habe ich jetzt mal einfacherweise weggelassen!
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  9. #8
    leejunfan
    Gast
    Das ist schön zu lesen, dass es noch nicht zu Spät ist

    @Baufuchs:
    An wen wende ich mich, wenn ich mir so etwas einmal vorrechnen lassen möchte inkl. der Möglichkeiten der Förderungen von der KfW?
    Und ganz ohne Eigenkapital möchte ich ganz sicher nicht an sowas ran gehen.

    @eileen:
    Haushaltsbuch führe ich schon seit einigen Jahren. Möchte schließlich wissen wo sich mein Geld rumtreibt
    Also Sparpontential ist da. Ich kann und werde auch 300-400 Euro monatlich (endlich seit diesem Jahr) zur Seite legen, da wir in einer günstigen aber leider nur 78m² 3-Zimmer-Whg wohnen. Das ist leider jetzt schon etwas beengt mit 2 Kindern. Aber vorher nochmal umziehen?????

    Ist es denn sinnvoll es einfach so privat zu sparen oder sollte man noch zusätzlich irgendwas abschließen?

    Gruß Lee
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  10. #9
    Avatar von Terra
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    Zitat Zitat von leejunfan Beitrag anzeigen
    Das ist schön zu lesen, dass es noch nicht zu Spät ist

    @Baufuchs:
    An wen wende ich mich, wenn ich mir so etwas einmal vorrechnen lassen möchte inkl. der Möglichkeiten der Förderungen von der KfW?
    Und ganz ohne Eigenkapital möchte ich ganz sicher nicht an sowas ran gehen.


    Gruß Lee
    Beim Wohnungsbauförderungsamt der Gemeinde, wenn ich mich mal vordrängeln darf
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  11. #10
    Baufuchs
    Gast

    So

    wie im angehängten Ausdruck würde es die Wohnbauförderung NRW sehen, wenn die Gesamtkosten inkl. Nebenkosten bei z.B. ca. 269.000.- € lägen.


    Das Mindesteigenkapital in Form von Barvermögen wäre in diesem Fall ca. 15.000.- €.

    Ist mit dergleichen Software ermittelt, mit der die Kreisverwaltungen arbeiten.

    @Terra
    Die Gemeinden haben seit 2 Jahren keine Wohnbauförderungsämter mehr, die sitzen seitdem in der jeweils zuständigen Kreisverwaltung.
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  12. #11

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    Man darf sich auch nicht verrückt machen lassen von denen, die mit 17 eine Ausbildung anfangen, mit 21 heiraten und mit 23 ins "eigene" Heim ziehen. Da haben dann meistens die Familien viel reingebuttert.
    Auf alle Fälle mal ein paar Jahre nur für's sparen einplanen, erstens wegen dem Eigenkapital und 2. sieht man dann am besten, wieviel man wirklich erübrigen kann.
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  13. #12

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    Zitat Zitat von leejunfan Beitrag anzeigen
    .....Aber vorher nochmal umziehen?????
    Wieso habe ich nur das Gefühl, dass es Dir eiliger ist als Du uns hier sagst...

    Gruß
    Ralf
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  14. #13
    Avatar von Terra
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    Zitat Zitat von Baufuchs Beitrag anzeigen
    @Terra
    Die Gemeinden haben seit 2 Jahren keine Wohnbauförderungsämter mehr, die sitzen seitdem in der jeweils zuständigen Kreisverwaltung.
    Sorry, Baufuchs! Stimmt! Ahlen ist ja im Kreis Warendorf! Das kommt davon, wenn man in einer Kreisfreien Stadt wohnt.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Zitat Zitat von leejunfan Beitrag anzeigen
    Ist es denn sinnvoll es einfach so privat zu sparen oder sollte man noch zusätzlich irgendwas abschließen?
    Etwas "abschliessen" hilft beim sparen. Aber evtl. kommst du dann nicht zum gewünschten Zeitpunkt an dein Geld. Versuch es doch mit einem Tagesgeldkonto auf welches du monatlich erstmal 300 Euro überweist. Das Geld ist dann im zweifelsfall noch verfügbar und du siehst gleich ob du so noch klarkommst.

    Wenn du jetzt umziehst hat dies dafür den Vorteil, dass du erstmal nicht wieder raus möchtest und es dir daher leichter fällt tatsächlich noch ein paar Jahre abzuwarten ;-)
    Ist die neue Wohnung jedoch teurer klappts vielleicht nicht mit deinem gewünschten Sparrate. Was sagt denn deine Familie dazu? Evtl. gibt es ja zuschüsse von Verwandten?
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  17. #15
    leejunfan
    Gast
    Vielen Dank für diese vielen wertvollen Antworten, das hilft mir schon viel weiter.

    @R.B.:
    Ich habe es nicht eilig, das ist nur so ein Gedanke ob es sich noch lohnt. Ich muss auch erstmal planen, wann ich wieviel gespart habe und ob es noch so lange in der Wohnung aushalte und mehr sparen kann oder erst noch für 3-4 Jahre in eine größere und auch teurere Wohnung ziehe, was dann natürlich auch mein sparen verlängert.

    @Baufuchs:
    Vielen Dank für dieses Beispiel, das werde ich mir mal in Ruhe ansehen und dann nochmal genauer meine individuelle Situation mit dem Wohnungsbauförderamt besprechen.

    Gruß Lee
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