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Bewehrung im Estrich ein muss?

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  1. #1

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    Bewehrung im Estrich ein muss?

    Hallo liebe Forengemeinde,

    ich baue gerade ein EFH mit einem Bauträger, bisher lief alles Super. Am 13.01.10 und 14.01.10 habe ich mein Estrich reinbekommen und da es am ersten Tag schon zu einigen Konflikten mit den Bauarbeitern kam, habe ich am 2. Tag meinen Schwager auf die Baustelle geschickt um mal nach dem rechten zu schauen. Ich konnte leider nicht und mein Bauleiter war auch nur am Vortag da! :-(( Mein Schwager hat dann festgestellt das die Arbeiter keine Bewehrung in den Estrich getan haben und erst auf Nachfrage meines Schwagers haben sich die beiden Arbeiter dazu erwogen gefühlt diese Bewehrung in Form von Glasfasern, dem Estrich hinzuzugeben.

    Laut LV und Aussage meines Bauleiters sollte bei Böden, die später einmal gefliest werden, diese Bewehrung enthalten sein. Im EG soll alles gefliest werden und ich habe eine FBH und im OG soll das Bad gefließt werden und dort habe ich eine Fußbodenerwärmung. Der Estrich trocknet jetzt vor sich hin und ich weiß nicht was ich machen soll! :-((

    Einfach rauskloppen den ganzen Mist oder kann ich damit leben? Die Firma bietet mir 10% Nachlass und eine Gewährleistungsdauer nach Wunsch an!

    Ich hoffe mir kann jemand helfen?
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  2. Bewehrung im Estrich ein muss?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Baufuchs
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    Hatten wir

    schon. Hier
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  4. #3
    Themenstarter

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    Danke für den Link, genau diese Meinungen habe ich gesucht, aber ich habe immer noch ein eher mulmiges Gefühl.....

    Das wird sich wohl auch erst nach längerer Zeit geben, genau dann wenn nach Jahren keinerlei Risse entstanden sind!

    Also drin lassen und glücklich sein?!?
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  5. #4
    Avatar von Berni
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    Das wird sich wohl auch erst nach längerer Zeit geben, genau dann wenn nach Jahren keinerlei Risse entstanden sind!
    Ein Riss kann sowohl mit als auch ohne Bewehrung entstehen.

    In der DIN 18560-2 steht:
    Das Entstehen von Rissen kann durch eine Bewehrung nicht verhindert werden.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Dann frag ich mich....

    ...wofür macht man das dann eigentlich??? Der eine empfiehlt es, der nächste sagt lass die Finger davon und ich als Laie weiß nicht was ich machen soll!

    Diese Bewehrung wurde doch nicht umsonst erfunden, oder?
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  7. #6
    Avatar von Lukas
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    Zitat Zitat von Lexy160181 Beitrag anzeigen

    Diese Bewehrung wurde doch nicht umsonst erfunden, oder?
    Umsonst ist sie nicht erfunden und kostenlos ist sie schon gar nicht.
    Es liegt in der Natur der Sache (Estrich), daß eine Bewehrung nicht sinnvoll einbaubar und maximal rißweitenbeschränkend ist. Da lehne ich mich aber schon weit zum Fenster raus, weil Berni das viel besser erklären kann.

    Gruß Lukas
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  8. #7
    Avatar von Berni
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    Lexy160181

    Diese Bewehrung wurde doch nicht umsonst erfunden, oder?
    Am Anfang gab es nur Gittermatten (AKS-Gitter) und nichtstatische Baustahlmatten, ich meine es waren N98 und N132. Diese Matten waren vorgeschrieben bei schw. Zementestrichen, wo anschließend ein Fliesenbelag drauf kam. Diese Art der Bewehrung diente einzig und allein dem Zweck, Rissbreiten und Höhenversätze zu minimieren. Das sie Risse nicht verhindern kann, wussten damals nur Eingeweihte, und Leute mit entsprechender Aus- u. Weiterbildung. Andere dichteten ihr noch mehr Eigenschaften an. Sie wurde z.B. bei Estricheinschneidungen durch Installationsrohre über diese verlegt, bei zu dünnen Estrichen als Verstärkung eingebaut und und und....

    Im Laufe der Jahre hat man dann aber in der Praxis wohl festgestellt, dass diese Matten in einem dünnschichtigen Estrich nicht fachgerecht eingebaut werden können. Oder nur mit sehr hohem Aufwand. Und es traten Schäden durch diesen nicht fachgerechten Einbau auf. Estrichmörtel wurde lose ausgestreut, darauf dann die Matten verlegt. Beim weiteren Estricheinbau wurden die Matten dann runtergetreten bis auf die Abdeckung der Dämmschicht. Und wenn sie stellenweise etwa mittig Estrich liegenblieb, so war die Mischung unter den Matten nicht verdichtet. Der Estrich wurde also im gesamten Querschnitt nicht gestärkt, sondern geschwächt.

    Ich habe mich damals die ganzen Jahre gefragt, ob der Estrich wohl auch weiss, was für ein Belag auf ihm verlegt wird. Denn paradoxer weise waren diese Matten ja nur bei Fliesen einzubauen. Er musste also genau wissen, wenn PVC-Beläge oder Teppich auf ihm verlegt wurde, dass er nicht reißen darf, weil mann Höhenversätze an den Risskanten durch diese Beläge auch bemerken konnte.
    Oder was?

    Und dann kamen irgendwann die Faserbewehrungen. Die Fachwelt war sich darüber im klaren, dass diese Bewehrungen die Aufgaben einer Mattenbewehrung nicht erfüllen können.(Rissbreiten- u. Höhenversatzminimierung)
    Von den Estrichlegern und Planern wurde die Faserbewehrung aber fleißig weiter als Ersatzt für die Matten eingebaut u. ausgeschrieben.

    Und mittlerweile hat man dann seit 6 Jahren in die DIN 18520 aufgenommen, das eine Bewehrung in Estrichen auf Dämmschichten nicht (oder mehr) erforderlich ist.

    Heute werden in der Regel nur noch Bewehrungen im Estrich von Leuten ausgeschrieben oder eingebaut, an denen der Zug vorbeigefahren ist. Mit wenigen Ausnahmen.
    Von vielen Estrichlegern werden sie wohl noch gerne eingebaut, um die versauten Estrichpreise aufzubessern.
    Naja, und die Bauherrn sind aus Unkenntnis eher bereit, für eine nutztlose Bewehrung zu zahlen als für einen vernünftig hergestellten Estrichmörtel.

    Ich hoffe, dass damit Deine Frage beantwortet ist, und das Kapitel Bewehrung in Zementestrichen auf Dämmschicht geschlossen werden kann.
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  9. #8
    Avatar von Lukas
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    Ich verneige mich!

    Gruß Lukas
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  10. #9
    Baufuchs
    Gast

    @Lexy

    ..und jetzt nimmste die 10% Gutschrift und die Gewährleistung nach Wunsch und freust dich

    (Aber nicht grinsen, wenn du das mit dem Bauträger klarmachst)
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  11. #10
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    Danke vielmals....

    Hey Berni,

    das ist doch mal eine SUPER Antwort auf meine Frage und lässt mich wohl wieder ruhiger schlafen! Diese Antwort konnten mir 2 Sachverständige und 2 Diplom-Bauingeneure nicht geben!

    Ich bin zwar immer noch von dieser Firma enttäuscht, da sie ja mein Vertrauen gebrochen hat, aber ich kann jetzt wohl das Angebot auf 10% Nachlass und Gewährleistung auf Wunsch ohne Bedenken annehmen!

    Übrigens soll mir diese Firma auch noch die Fliesen einbauen, in der Hoffnung das da alles reibungsloser verläuft!

    Danke vielmals und Gute Nacht!
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  12. #11

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    Ich stehe auch gerade vor der Estrichentscheidung, und ob Faserbewehrung reingehört oder nicht.
    Soweit ich das verstanden habe, verbessert sich durch die Fasern das E-Modul (sinkt), und zwar nicht durch eine Verbundwirkung, sondern durch die Förderung der Kristallbildung. Seltsam, dass im Beitrag von Kommentar #2 davon nichts steht.
    Außerdem ist noch wichtig zu wissen, ob es sich um Zement- oder Calciumsulfatestrich handelt. Zementestriche bekommen hier Glasfaser oder Stahlfasern, Calciumsulfat eher organische Stoffe.

    In einem mir vorliegenden Angebot für einen CA-C25-F4 wird aber gesagt: "Bei Fließestrichen aus Calziumsulfatbinder ist eine Bewehrung nicht zweckmäßig und auch nicht erforderlich".
    Da bin ich nun nicht sicher, ob das so stimmt. Wenn F4 als Biegezugfestigkeit angegeben ist, muss es auch eingehalten werden. Ob mit Bewehrung hier zusätzliche Stahl-Matten gemeint sind, die man nicht mehr braucht, und die organischen Stoffe bereits drin sind, ist auch noch unklar. Derzeit vergleiche ich Angebote und versuche die Richtigkeit der Ausführung zu beurteilen.

    Verwirrend fand ich anfangs auch, dass mit "Fließestrich" fast immer ein Calciumsulfat=Anhydrid Estrich gemeint ist, obwohl es den Zementestrich auch als Fließestrich gibt.
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  13. #12
    Lebski
    Gast
    Und was ist jetzt die Frage?

    Laut DIN 18560 wir keine Bewehrung benötigt.

    Sonderlösungen gibt es natürlich, wo es auch durchaus einen Sinn macht. Der 08/15 Wohnungsbau gehört nicht dazu, was den Verkäufern nicht gefällt.

    Bei Zementfließestrichen ist die Schadensquote ziemlich hoch, je nach Region und Werk zu hoch. Deshalb gibt es den kaum am Markt.
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  14. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  15. #13

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    Frage war, ob die Bewehrung notwendig ist oder nicht. Der Estrichleger sagte, beim Calciumsulfat wären schlankere Estrichstärken (kein Heizestrich) bis zu 3cm möglich als bei Zement. Bei unserer festen Aufbauhöhe von 12 cm wären mit diesem bei 4cm also mehr Dämmung möglich. Bei 4cm Estrich ist also noch keine Bewehrung notwendig? Irritierend war die Aussage, dass eine "Bewehrung nicht zweckmäßig" sei, obwohl es laut Wikipedia durchaus Faserbewehrung für CA gibt.
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  16. #14
    Lebski
    Gast
    Die Estrichstärken sind in der DIN 18560 geregelt. Alles andere ist eine Sonderbauweise.

    Bei Sonderbauweisen muss der private Bauherr explizied auf das Risiko, dass damit einher geht, hingewiesen werden, und diese nachweislich wollen. Was ein Estrichleger sagt, werden wir hier also nicht diskutieren.

    Warum soll es keine Faserbewehrung für CA geben? Es gibt auch Schuhe für Hunde. Beides mag seine Berechtigung haben, ist aber eher die Ausnahme.
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