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  1. #1

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    Wie den Sanierungsbedarf abschätzen?

    Hallo,

    wir wollen ein Haus kaufen und schauen uns grad ein Objekt von ca 1970 an. Es wurde in Iso-Span Bauweise erbaut.
    Das Haus ist bis auf die Gas-Heizung noch komplett im Originalzustand. Das Dach könnte noch 10 bis 15 Jahre durchhalten sagt der Makler (wir haben es wegen Schnee noch nicht gesehen).
    Die Holzfenster sind immerhin doppelverglast aber nicht isolierverglast.
    Das Haus ist trocken und riecht nicht nach Schimmel, auch der Keller, die Fassade sieht gut aus, es war warm geheizt und der Gasabschlag liegt bei nicht mal 90€ (wobei wir sicher mehr Baden würden etc. und somit unser Verbrauch höher ausfiele).
    So schlimm kann es dann ja mit der Dämmung heute nicht sein nehmen wir an? Oder besteht allein aufgrund des Alters der Fenster Handlungsbedarf?

    Nun haben wir von Tuten und Blasen keine Ahnung. Einen uns bekannten pensionierten Dachdecker sowie einen Fliesenleger könnten wir zur Besichtigung vermutlich mitnehmen. Aktuell schwebt uns vor, Dach und Fenster zusammen in 10 Jahren oder so zu machen.

    Aber wie kriegen wir eine halbwegs plausible Kostenschätzung hin? Wen kann man sich mitnehmen, und wo kriegt man den Menschen her? Diese künftigen Kosten wollen ja heute schon mit einkalkuliert werden.

    Und was bringt uns ein Energieausweis? Macht es Sinn, den einzufordern? Aber vermutlich wird man den kaum als Anhaltspunkt für kommende Sanierungskosten hernehmen können, oder?

    Es wäre super, wenn uns jemand ein paar Tips geben könnte ...

    Viele Grüße,

    Stefanie
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  2. Wie den Sanierungsbedarf abschätzen?

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  3. #2

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    Zitat Zitat von Stefanie Beitrag anzeigen
    Und was bringt uns ein Energieausweis? Macht es Sinn, den einzufordern? Aber vermutlich wird man den kaum als Anhaltspunkt für kommende Sanierungskosten hernehmen können, oder?
    ich würde ihn in jedem fall einfordern. wenn er auf grund des bedarfs errechnet wurde, kann er schon mal eine grobe richtung zeigen was das haus so "braucht".

    eine ausweis auf grundlage des verbrauchs ist da nicht so zuverlässig.
    auch die angabe: 90 euro gasabschlag sagt nichts darüber aus, wieviel tatsächlich gebraucht wird.
    vielleicht sitzt die ganze familie ja abends in dicken jacken in nur einem geheizten raum (mal überspitzt dargestellt... )

    und derjenige der den energieausweis ausgestellt hat, sollte im besten fall auch das haus gesehen haben und modernisierungsvorschläge (pflicht!) auf dem ausweis gelistet haben...
    sagt zwar nichts über die kosten aus, aber über das was einmal auf euch zukommen könnte...
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  4. #3
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    Hallo,

    das Haus ist ja noch bewohnt, und es war in keinem Raum kalt. Aber du hast Recht, der Verbrauch ist nur ein grober Anhaltspunkt.
    Danke für den Hinweis, daß Modernisierungsvorschläge Pflicht sind auf dem Energieausweis ... das wußte ich nicht. Ich werde da wohl mal nachlesen gehen müssen ...

    )

    Danke,

    Stefanie
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  5. #4

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    1) Der Energieausweis ist etwas, das ich als teuerstes Klopapier Deutschlands bezeichne.
    Der Eine will im tiefsten Winter in der Badehose schwitzend durch die Bude laufen können, der andere liebt seine Norwegerpullis so sehr, dass er immer alle gleichzeitig tragen muss.
    Ob deren Verbräuche wohl vergleichbar sind.

    2) Nehmt Euch jemanden mit, der Ahnung von Häusern und Sanierungen hat. Nix gegen Eure Bekannten, aber an einem Haus gibt es mehr als 2 Gewerke.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    1) Der Energieausweis ist etwas, das ich als teuerstes Klopapier Deutschlands bezeichne.
    Der Eine will im tiefsten Winter in der Badehose schwitzend durch die Bude laufen können, der andere liebt seine Norwegerpullis so sehr, dass er immer alle gleichzeitig tragen muss.
    Ob deren Verbräuche wohl vergleichbar sind.
    naja, mit dem bedarfsausweis liegt man wenigstens ungefähr in der richtung, wieviel man als durchschnittsbürger im durchschnittlichen haus im durchschnittlichen lande so braucht...
    alles andere ist luxus oder schottenmentalität... (nicht so ernst nehmen)
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  7. #6

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    Das, was ein sachgerechter Bedarfsausweis kostet, will kein Verkäufer in seine abzustossende Immobilie investieren.
    Und das, was er gezwungener Maßen zu investieren bereit ist, reicht nicht für einen stimmigen Ausweis.

    Noch Fragen????
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  8. #7

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    dann bekommt er sein haus aber nicht verkauft...

    für mich gäbe es nur einen grund warum ich auf einen energieausweis verzichten würde.
    wenn von vorne rein klar wäre das eine kernsanierung folgt.
    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen

    Noch Fragen????
    ja, bin gerade nicht auf dem laufenden, gab es nicht auch fristen für zu verkaufende häuser mit der wahlfreiheit ob bedarfs- oder verbrauchsausweis?
    wenn nicht, hat sich die diskussion erübrigt, denn dann verstehe ich das klopapierargument...
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  9. #8

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    Es geht nicht ums verzichten. Es geht um die Qualität, mit der das gemacht wird.
    Es gab Angebote von 30 € für einen Ausweis. Das ist eine halbe Stunde Arbeit + Papier + Porto.
    Und daraus willst Du IRGENDWAS herleiten???

    Das Ding war/wäre aber gültig!!!!

    Ein brauchbarer Ausweis ginge nur mit örtlicher Bestandsaufnahme usw. Ab 500 € aufwärts würde sich das dann rechnen für den Aufsteller

    DARUM geht es.
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  10. #9

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    davon rede ich doch....
    der bedarfsausweis ist doch nicht anders zu erstellen...
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  11. #10

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    Zitat Zitat von jturtle Beitrag anzeigen
    der bedarfsausweis ist doch nicht anders zu erstellen...

    Sei mir nicht böse, aber wenn Du wüsstest.................
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  12. #11

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    naja, ich habs noch "anständig" gelernt...
    mit vor-ort-aufnahme und so...
    weiß aber auch, dass sich leute nur die unterlagen und bestenfalls ein paar fotos schicken lassen...
    (zudem hoffe ich immer auf das beste im menschen... )
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  13. #12
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von jturtle Beitrag anzeigen
    .. zudem hoffe ich immer auf das beste im menschen...
    das gefällt mir
    komm, wir verhaun jetzt gemeinsam den dühli
    weil .. tatatatatata .. das teuerste klopapier war die abwrackbescheinigung ..
    schade, dass man die 0-euro-kisten nicht aufkaufen durfte .. da waren tolle
    geräte dabei, genau wie beim gebäudebestand ..
    ich würde ebenfalls lieber einen baufachmann mitzunehmen empfehlen, als
    einem fremdbestellten bunten papier zu glauben - seien die dort enthaltenen
    modernisierungsvorschläge noch so wahnsinnig individuell und kreativ
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  14. #13
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    Hallo,

    wie komm ich denn an einen guten Baufachmann? Und was würde ein guter Baufachmann prüfen, wenn er uns begleitet, welche Informationen kann er uns hinterher geben?
    Das war ja auch eine meiner Fragen oben.
    Ich hab nur keine Ahnung, was man zu welchen Preisen von diesem Fachmann erwarten kann, und was im Endeffekt nötig ist. Mit Kanonen auf Spatzen schießen will ich ja auch nicht.

    Viele Grüße,

    Steffi
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  16. #14

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    Hallo Steffi,

    wir haben zweimal etwa 150 Euro bezahlt:
    a) ein Bauingenieur eines Altbausanierungsbüros der uns dafür einen schriftlichen
    Bericht geliefert hat, was welche Baumaßnahmen in etwa kosten würden die
    energetisch geboten sind bzw. (Lüftungsanlage) wir einfach haben wollen. Er ging
    dafür etwa eine Stunde durch das Haus und sich die diversen Sachen angesehen
    und Schwachpunkte mit uns besprochen. Keine Aussage zum Wert des Objekts.
    Mit ihm hätten wir ggf. das Haus auch in Schuß gebracht, wenn die Eigentümer
    etwas flexibler gewesen wären.
    b) ein Architekt der Verbraucherzentrale. Er hat sich das Haus ebenfalls etwa
    eine Stunde angesehen, anschließend etwa eine Stunde Besprechung zu dem Objekt,
    was mit welcher Priorität gemacht werden sollte und was es in etwas kostet
    (mündlich, selber Notizen gemacht). Außerdem hat er die Verbrauchsunterlagen
    der Eigentümer in einen verbrauchsorientierten Energiepaß umgerechnet (den
    Schwachsinn haben wir uns und dem jetzt ehemaligen Eigentümer erspart), hatte
    den damals gerade brandaktuellen Bodenrichtwertkatalog oder wie sich das Ding
    nennt dabei und das Haus entsprechend taxiert.

    Eine Architektin, die solche Begehungen auch anbietet hätte deutlich mehr verlangt,
    das wäre dann schon in Richtung einer detailierten Energieberatung gegangen.
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  17. #15
    Themenstarter

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    Hallo,

    danke dann werde ich mal schauen, wie ich an so einen Bauingenieur komme.
    Den Wert des Hauses kenne ich in etwa, ein Verkehrswertgutachten liegt vor und das scheint sich mit den aktuellen Bodenwerten in etwa zu decken. Das kann man ja bei "boris" nachschlagen.
    Mir geht es vor allem um anstehende Sanierungskosten.
    Die sind im Verkehrswertgutachten auf 50tausend geschätzt (neue Isofenster, neue Bäder, neue Haustüre, Anstrich der Fassade, neue Therme). Wobei das Dach fehlt (das in 10-15 Jahren fällig ist) und detailliertere Angaben zu den geschätzten Kosten auch nicht vorhanden sind. Insofern ist das irgendwie nicht belastbar.

    Ich les aber grad, daß auf dem Dach Betondachsteine liegen. Man hat mir gesagt, die halten nicht so lang ... da bin ich echt mal gespannt, ob das Dach wirklich noch 10 Jahre warten kann.

    Muß das alles so kompliziert sein ...

    Steffi
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