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  1. #1

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    Dachsanierung nicht Wohnungsbau

    Hallo Kollegen,
    GEgenstand der Frage ist eine Flachdachsanierung eines ca. 100 Jahre alten Fabrikgebäudes, mit Sheddächern und Flachdachanteil. Dachaufbau von innen nach außen(Nur nach Sicht, keinerlei Unterlagen stehen zur Verfügung) : Owa Decke, Luftschicht 30-100 cm, Holzbalkendecke, diverse Dämmungsmaterialien die der Markt so hergab, lose verlegt und nicht flächig, Luftraum ca 10-50 cm, Bitumenbahnen in diversen Stärken.
    Im Bereich der Shedds gibt es eine Mischung aus Foliendach, Bitumen und Metallverkleidung, ohne weitere Dämmeinlagen.
    Das Objekt ist verkauft worden, der Käufer hat ein weiteres Ingenieurbüro beauftragt, dieses Büro ist zu der Ansicht gelangt, dass eine ENEV konforme
    Ausbildung des DAches nicht machbar ist, dazu muß ich sagen, dass ein 'Angriff' von unten nicht möglich ist, da ein Produktionsstopp in keinem Bereich der Halle machbar ist.
    Ich als Vertreter des ehemaligen Eigentümers soll jetzt eine Lösung erarbeiten, die funktioniert und preisgünstig ist.
    Meine Idee wäre jetzt ein Umkehrdach zu installieren, Befestigung der Dämmung ggf durch kleben, da für eine Auflast aus Kies keine statische Reserve vorhanden sein wird (wie gesagt keine Unterlagen vorhanden!).
    Frage : Wie erreiche ich die notwendige geforderte Luftdichtigkeit, und welcher Dachaufbau würde hier favorisiert werden.
    Schon mal vielen dank für die Antworten !
    Gruß Alexander
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  2. Dachsanierung nicht Wohnungsbau

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  3. #2

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    Umkehrdach kleben

    Zitat Zitat von Alexander1970 Beitrag anzeigen
    Meine Idee wäre jetzt ein Umkehrdach zu installieren, Befestigung der Dämmung ggf durch kleben, da für eine Auflast aus Kies keine statische Reserve vorhanden sein wird (wie gesagt keine Unterlagen vorhanden!).
    Umkehrdach mit geklebter wärmedämmung geht nicht. umkehrdach funktioniert nur mit loser dämmung und entsprechender auflast. Wichtig bei einem umkehrdach ist die diffusionsdurchgängigkeit.

    Machen Sie auf die statische dachkonstruktion eine trägerlage - holz, blech etc. - drauf und einen normalen warmdachaufbau wie er nach enev berechnet wird. mit der vorhandenen baustoffsammlung sollte man nicht mehr weiter leben.

    freundliche grüße aus berlin
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  4. #3

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    mal so aus neugierde -
    warum muss sich der ehemalige verkäufer damit rumärgern.
    und welche anforderungen an die ENEV kommen zum tragen?
    niedrigbeheiztes gebäude? industriebau
    will der käufer wohnungen draus machen?
    wenn ich die trägerabstände sehe, kommt mir als erstes wieder ein industriedachaufbau in den sinn (kosten).
    sandwich, trapezbleche etc.
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  5. #4
    Themenstarter

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    MOrgen Zusammen,
    erst mal vielen Dank für die ANtworten !

    @ Rolf : Ja das das mit dem kleben nicht funktioniert hatte ich schon befürchtet, aber ich habe aufgrund des Konstruktiongewichtes (OHNE Auflast) diese Version bevorzugt, da ich nicht glaube, dass die (geschätzen) 120Kg/m² für die Auflast von der vorh. Konstruktion zusätzlich getragen werden können. Kosten für einen Statiker werden von keiner der beteiligten Parteien übernommen, und wir reden hier über ca. 2500 m² Dachfläche.
    Eine andere Möglichkeit das Umkehrdach zu befestigen gibt es nicht ?

    Ein Abriss des vorhandenen Daches, und dann ein (Abschnittsweise) Neuaufbau wäre wohl die beste Variante, bringt aber auch sehr wahrscheinlich einige zusätzliche Kilo/m² auf die KOnstruktion, ich weiß nämlich nicht was wir finden werden, wenn wir das DAch öffnen, deswegen würde ich am liebsten die vorhandene Konstruktion gar nicht anfassen wollen.

    @Sepp : Relativ einfache Sache, es gibt ein Protokoll, welches zum Stichtag alle vorhandenen Mängel erfasst, darunter Sachen zum Brandschutz, Elektro, Installation, etc. und einige rein optische Punkte, die sich der Verkäufer verpflichtet hat abzuarbeiten. Ich bin vom ehem. Eigentümer eingesetzt worden, diese Arbeiten zu koordinieren und abzuarbeiten, und jetzt ist 'nur' noch das Problem mit dem DAch zu lösen...
    Vorhandenene Innentemp. dauerhaft über 17°C, 2 Schichtbetrieb, Mieter bleibt der gleiche, nur der Eigentümer hat gewechselt.
    ENEV : Bei einer Altbaumodernisierung haben sich die energetischen Bauteilanforderungen um ca. 30 Prozent verschärft (z.B. Erneuerung der Fassade, der Fenster, des Dachs). Außerdem habe ich noch Schwierigkeiten mit dem in §4 geforderten Jahres-Primärenergiebedarf.

    An sonstigen Ideen oder Vorschlägen bin ich sehr interessiert !

    Wenn es gewünscht wird, werde ich über den weiteren Verlauf der Arbeiten gerne noch berichten.

    Schönes WE !
    Alexander
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  6. #5

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    gebäude unter 19°C
    gilt nach §9 die anlage 3 punkt 4.2 bzw. tabelle 1 zeile 4b (0,35 W/m²*k)
    http://www.enev-online.org/enev_2009...achd%C3%A4cher
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  7. #6
    Bauexpertenforum Avatar von stefan ibold
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    ähm

    Moin,

    ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, aber mit der Sache sind Sie alleine überfordert, da Ihnen offenbar grundlegende Kenntnisse im Bereich des Dachbaus zu fehlen scheinen. Selbst wenn eine Umkehrdämmung machbar wäre, so kann ich mit einiger Sicherheit sagen, dass die verbleibenden Schichten keine ausreichende Tragfähigkeit bzw. keinen ausreichenden Zusammenhalt innerhalb des Schichtenpakets aufweisen werden, so dass eine Verklebung schon aus Windsog-Gründen nicht funktionieren würde.

    Ohne eine größere Anzahl von Probeöffnungnen werden Sie gar nichts Sinnvolles hinbekommen. Wie sonst wollen Sie den verhandenen Dachaufbau beurteilen? Gerade das ist aber für die weiter zu ergreifenden Maßnahmen unabdingbar. Das betrifft u. U. auch Bereiche, die zwar abgängig aber nicht ohne Öffnungen visuell einsehbar sind.

    Wenn da sich tatsächlich im Laufe der Zeit mehrere Schichten der Abdichtung angesammelt haben, dann könnte durch den Rückbau einiges an Gewicht gespart werden, denn der neue Aufbau kann evtl. um einiges leichter werden, selbst mit einer WD.

    Sie sollten sich eines Sonderfachmanns bedienen. Andernfalls könnte der Schuß mit einem riesen Rückstoß nach hinten losgehen.

    Grüße

    stefan ibold
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  8. #7

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    Wenn ich die Bilder so sehe, dann wird jede Dämmung und Sanierung ein Riesenprojekt.
    Wie sollen denn die Scheiben gedämmt werden, wie die Luftdichte hergestellt werden, wie soll das Paket gegen Windsog gesichert werden??

    Ich hatte mal die Ehre, einem Auszugsversuch bei so einer aten Fabrikhalle beiwohnen zu dürfen.
    Das war eine richtige Aktion, eine zugelassene Befestigung zu finden, die ausreichende Auszugssicherheit garantierte.

    Da wird erstmal ein 1/4 Jahr Planung fällig, bevor da Kosten benannt werden können!!!
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  9. #8
    Themenstarter

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    Vielen Dank an alle...

    Hallo Herr Ibold,
    Nein Sie treten mir nicht zu nahe, ich weiß um meine Grenzen, deswegen habe ich das ja auch hier im Forum angesprochen...

    Mein Problem ist nur, dass der Alteigentümer, zumindest meiner Ansicht nach, sich etwas zu leichtfertig zur Sanierung aller Mängelpunkte bereit erklärt hat, und Ihm jetzt durch die KOsten der Profit laufen zu gehen scheint.
    Was eigentlich ja auch nicht meine Sorge ist, da ich erst nach dem Verkauf ins Boot gekommen bin, aber Entsprechend 'billig und schnell' soll die Sache ja jetzt auch abgeschlossen werden, aber bei diesem Objekt funktioniert das eben so nicht ! Hatte diesbezüglich auch schon eine längere Diskussion mit meinem Auftraggeber.

    @ R. Dühlmeyer : Das ist schon ein Riesenprojekt, ich durfte bereits im laufenden Betreib die kompletten Installationen erneuern lassen, das hat auch ohne Ausfallzeiten funktioniert, über die diversen Ortstermine mit Brandschutz SV, TÜV und Feuerwehr brauchen wir hier auch nicht reden.

    Zu den Scheiben, bisher war angedacht die Verglasung (ca. 30 Jahre altes Drahtglas) mit Rahmen zu entfernen, und die Öffnungen im Zuge des neuen Dachaufbaues wieder zu verschließen, und weil mir die Punkte Sicherung gegen Windsog, und Luftdichtigkeit auch Sorgen gemacht haben, steht die Sache ja jetzt hier im FOrum.

    Also nochmal vielen DAnk an Alle, die sich die Mühe gemacht haben zu antworten, ich werde weiter über den Fortgang berichten.
    Schönen SAmstag noch, Alexander
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  10. #9

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    ohne partielles öffnen des Daches wird es mM nach nicht gehen. Das wäre für mich der 1. Schritt.
    Dann mal hier den Konstruktionsaufbau einstellen, einschl. aller Anschlüsse, dann kann man weiterreden.
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  12. #10

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    Schade wegen der vergebenen Belichtungsmöglichkeit durch die Sheds.
    Nur so als Idee: Alten Dämmmurks raus, Dachschalung inkl. Abdichtung runter. Trapezblechdeckung auf Querpfetten drauf (wegen des Gewichts), neue Einblasdämmung auf die Holzbalkendecke bringen und den Raum zwischen Trapezblechen und Dämmung als Kaltdach ausbilden.
    Wie gesagt, nur so eine Idee...und bestimmt keine gewinnmaximierende

    Die Dachkonstruktion erhält durch die nachträglichen Decken+Dämmung jetzt schon mehr Lasten als ursprünglich vorgesehen und gerechnet. Ich würde mich hier ohne Statiker weigern, auch nur 500 Gramm zusätzliche Lasten einzubringen. Wenn beide Parteien den nicht bezahlen wollen, ist das Problem leider nicht lösbar, es sei denn, Du wolltest eh Deine Haftpflicht wechseln ;-)
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  13. #11
    Themenstarter

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    Neuester Stand der Ding...

    ... MOrgen Kollegen,

    nur kurz zur Entwicklung :
    -Termin mit Alt- und Neueigentümer gehabt, beide immer noch stur, also weiterhin keine Veränderung
    - Statiker und SV fürs Dach sind jetzt von mir beauftragt worden

    Schade um mein Geld, aber so bin ich wenigsten auf der sicheren Seite,
    und unterm Strich steht da mein Name auf dem Plan.

    Ich werde dann berichten, was die HErren Experten mir zur Lösung vorschlagen werden.

    Schönes WE Alexander
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