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  1. #1

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    Frage Dämmwert Massivholz?

    Hallo,

    ein österreichischer Hersteller von Massivholzelementen (7-schichtig, kreuzverleimt) behauptet, dass mit einer 208mm starken Holzwand (irgendwie speziell und ein wenig geheimnisvoll als "Thermo" ausgeführt) auf der Ostseite(?) ein effektiver(?) u-Wert von 0,18 ohne zusätzliche Dämmung erreicht wird.

    Soweit ich (reiner Laie, alles nur angelesen) das ganze bisher verstanden habe, erreiche ich mit massivem Holz normalerweise einen Lambda-Wert von 0,14 (eventuell je nach Holzart vielleicht noch eine Spur besser).

    Wenn ich das im PHPP als Hilfsmittel (Rsi und Rsa einmal weggelassen) rechne, dann komme ich auf folgende Werte:
    - mit Lambda 0,14 und 208mm Stärke: 0,673
    - mit Lambda 0,12 und 208mm Stärke: 0,577

    mit den Wärmeübergangswiderständen lande ich so bestenfalls bei einem u-Wert von um die 0,5;

    Ist das mit den 0,18 völliger Humbug, oder ist zumindest ein kleines bißchen dran?
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  2. Dämmwert Massivholz?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    Das ist Humbug. Da hat mal wieder jemand die Wärmediode erfunden: Energie der Morgensonne strömt 3 Std. ein, Raumwärme bleibt aber drin wenn die Sonne 21 Std. nicht mehr auf die Fassade scheint. "Effektiver" U-Wert ist ein Begriff aus der sog. Ziegelphysik.

    Vielleicht liegt das "Geheimnis" in der Anordnung der Schichten und den Faserrichtungen. Fichte hat z.B. längs zur Faser eine doppelt so hohe Wärmeleitfähigkeit (Lamda 0,22) wie quer zur Faser (0,11). Und wenn man die Raumwärme 7x kreuz und quer schickt ist sie verwirrt und findet nicht mehr raus. Dagegen scheint die Morgensonne so stark und geradlinig, dass die Wärme auch quer zur Faser "reingedrückt" wird.

    Ohne Lufthohlräume oder Dämmschichten sehe ich keine Möglichkeit, wie der versprochene U-Wert zustande kommen soll.
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  4. #3
    Avatar von kgh
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    Ja, da hat Herr Stubenrauch durchaus recht.

    Um mit einer 0,208-m-dicken Holzschicht einen U-Wert von 0,18 W/m²K zu erreichen, benötigt man schon dieses alpenrepublikanische Spezialholz.

    Aufgrund seiner speziellen Faserstruktur, die die Wärme derartig verwirrt, dass sie nicht mehr weiß wo's lang geht, beträgt die Wärmeleitfähigkeit tatsächlich weniger als 0,04 W/mK.

    Um jegliche Wärmebrücken zu vermeiden darf das Holz lt. bauaufsichtlicher Zulassung allerdings nur mit Luftankern (Syst. Siemens) verschraubt werden. Und das macht die Sache etwas teurer.

    Allerdings kann man auch mit jedem anderen Baustoff, (z.B. Beton, Stahl etc.) solch hervorragende Dämmwerte erzielen. Man muss die entsprechenden Bauteile außenseitig nur mit Thermo-Shield-Farbe streichen. Wie das funktioniert, kann man hier nachlesen:
    http://18606.rapidforum.com/topic=100882262948
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  5. #4

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    Hallo,

    da ich mich momentan über verfügbare Massivholzbausysteme informiere kann ich mit folgenden Infos dienen:

    HOLZ100 thermo-Wandelement (verdübelt) der Firma THOMA mit einer Stärke von ca. 430mm erreicht einen U-Wert von 0,18

    Prüfbericht siehe: http://www.thoma.at/html/tool/frontend_files/dl4.pdf

    Viele Grüße

    Norbert
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  6. #5
    Avatar von kgh
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    Das sieht ja sogar glaubhaft aus.

    Aber im Gegenteil zu dem o.g. Zaubermassivholz ist dieses Material rund doppelt so dick und kein Massivholz.

    Denn es besteht z.T. aus Holzweichfaserplatte und man hat mit der sog. "integrierten Strukturdämmung" durch eingefräste Rillen kleine Luftkammern in das Bauteil eingebracht.

    Die mittlere Wärmeleitfähigkeit liegt damit bei ca. 0,083 W/mK, was zwischen der von unbewegter Luft (ca. 0,025 W/mK) und der von leichten Holzwerkstoffen (ca. 0,12 W/mK) liegt.
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