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  1. #1

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    Historischen Wandaufbau enträtseln

    Moin,

    kann wer beim enträtseln helfen, wie sich wohl eine gegebene Wand zusammensetzt? Objekt von 1914, mittleres Niedersachsen, damals Nebenerwerbslandwirtschaftliche Nutzung.

    An den Fensterlaibungen messe ich eine Wandstärke von 47 bis 48 cm.
    Eine durch späteren Anbau zur Innenwand degradierte damalige Außenmauer besteht offenbar aus einer Doppelreihe Reichsformatziegel. In den 70ern kam 'ne Klinkerschale davor mit 5,3cm Stärke. Abstand der beiden Schalen liegt bei etwa 12 bis 13 cm, Innenseitig ist noch ein sehr zementlastiger Putz aufgetragen.

    Wenn ich das zusammenrechne komme ich auf etwa 24 cm Ziegel, 5cm Klinker, 13 cm Spalt. Macht 42 cm bei 47er Wandstärke - Sind da etwa wirklich 5cm Putz aufgebracht?? War sowas um 1914...1960er mal üblich? Oder hat man da noch irgendwie Ziegel hochkant vorgesetzt? Oder mit Hohlraum in der alten Doppelziegelreihe? Das geht doch alles mit den üblichen Wandstärken für mich nicht so recht auf. Und kann mich hinsichtlich Steckdosenlöchern auch nicht dran entsinnen, dass die nahezu ganz im Putz geblieben wären, das ging schon deutlich ins Rote.

    Hat wer eine Vermutung?


    Gruß,
    Trabi
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  2. Historischen Wandaufbau enträtseln

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  3. #2

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    Durchaus übliches zweischaliges Mauerwerk mit Luftschicht. Ohne diese währe die Wand maximal 40 cm.

    Grüße aus Schönebeck
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  4. #3
    Themenstarter

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    Danke schon mal für die Info.

    Aber so ganz klar ist mir die Sache noch nicht. Sieht so weit erkennbar (leider nur eine Seite unverputzt) nach Kreuzverband aus. Wie realisiert man denn da die Binder? Ist da jeweils ein Viertelstein drangestückelt (bzw. 3/4 + 1/2)? Oder Läufer- und Binderschicht in beiden Schalen versetzt mit 3/4-Bindern, die an die Läufer der anderen Schale stoßen?
    Ist die Binderlage überhaupt lufthaltig? Ggf. abwechselnd echte 3/4 Binder und halbe Steine dahinterleigendem Luftraum nebeneinander angeordnet? Oder gibts' nur hinter den Läufern eine Luftkammer bei komplett gefüllten Binderlagen?

    Da fehlt mir noch ein wenig die Vorstellung...
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  5. #4

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    Normalerweise ist innen ne 24er, und außen ne 11,5er Schale die nur gelegentlich verbunden sind.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Dann wären wir aber bei 35,5 zuzüglich Luftschicht und Putz im alten Mauerwerk, zuzüglich den 5cm Klinkerriemchen und 12...13 cm Dämmung/Hinterlüftung. Das wird zu dick für die bestehende Wand.

    Die äußeren 17..18 cm sind definitiv bekannt als spätere Klinkerschale mit ihren rund 12 cm Abstand. Bleiben etwa 30cm.

    Sind 2x 11,5er mit 6cm Luftschicht und 1,5 cm Putz denkbar? und im sichtbaren, schon immer als Wirtschaftsraum genutzten Teil dann abweichend als luftschichtloser Kreuzverband?
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  7. #6

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    Reichsformat

    moin moin,

    normalerweise haben ziegelsteine im reichsformat 12,5/25,0 cm im klassischen sinn. 2 x 12,5 cm plus fuge ergibt 26,0 cm zuzüglich 5,3 cm außenschale und 13 cm luftschicht ergibt 44 bis 45 cm. Danach beträgt der putzauftrag 3 bis 4 cm. Wenn der putz auch 2-lagig ist, einmal altputz neu überzogen, dann ist dies kein unüblicher putzauftrag.

    freundliche grüße aus berlin
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