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  1. #1

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    Passivhaus-Neubau: welche Lüftung / Heizung verwenden?

    Hallo,

    wir planen ein Passivhaus-Neubau mit ca. 155 qm Wohnfläche im Bereich Hamburg. Ziel ist, mit max. 15 kWh/qm/a Heizenergieeinsatz nach den üblichen "Feist'schen Regeln" klar zu kommen. Wir haben ca. 28,5 qm Fensterfläche nach Südsüdwest sowie ein paar qm nach Ost und West, Nordseite ist bis auf Tür + Glas-Seitenteil völlig verschlossen.

    Nun stellt sich für uns (Privatpers. + Bauherren) die Frage, welche Lüftung inkl. Heizsystem derzeit das effektivste, günstigste (vom Invest als auch Unterhalt her betrachtet) sowie technisch einfachste ist.

    Wärmepumpe mit Erdsonde kommt nicht in Betracht da Baugrundstück im Wasserschutzgebiet liegt. Solekollektor ist möglich. Solaranlage mit Kombispeicher 500 l o.ä. ist gedanklich vorgesehen. Desweiteren eine PV-Anlage mit ca. 8 - 10 kWp.

    Kann uns da jemand mit Erfahrungsschatz weiterhelfen?
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  2. Passivhaus-Neubau: welche Lüftung / Heizung verwenden?

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  3. #2

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    Man kann auch mit normaler Schriftgröße schreiben. Nicht jeder braucht eine Brille.


    Ich würde mal über eine Split.Klima nachdenken. Innenteil(e) geschickt verteilt und die Sache hat sich.

    Gruß
    Ralf
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  4. #3
    Avatar von Schnabelkerf
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    Zitat Zitat von JMWind Beitrag anzeigen
    wir planen ein Passivhaus-Neubau mit ca. 155 qm Wohnfläche im Bereich Hamburg.
    Wollt ihr IN Hamburg bauen und den Zuschuß der WK Hamburg bekommen? 240,- Euro (WK-Passivhaus) pro Quadratmeter Wohnfläche (bis maximal 130 Quadratmeter).

    Wenn ja gibt es da ja schon gewisse Vorgaben an die Heizung.
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Schnabelkerf Beitrag anzeigen
    Wenn ja gibt es da ja schon gewisse Vorgaben an die Heizung.


    Dann hätte sich mein obiger Vorschlag erledigt.

    • Es sind ausschließlich zentrale Heizungsanlagen mit verbundener Warmwasserversorgung zulässig. Elektrische Heizungs- und/oder Warmwasseranlagen mit Ausnahme von Wärmepumpen sind ausgeschlossen.
    Der Einbau von Handtuchheizkörpern mit elektrischer Betriebsoption ist nicht zulässig.
    Gruß
    Ralf
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  6. #5
    Avatar von Schnabelkerf
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    Der WK Zuschuß lohnt sich schon wenn man eh Passiv oder Kfw 70 (09) bauen will.

    240 €/m² * 130 m² = 31.200 € - 1.400 € Kosten für den obligatorischen Qualitätssicherer.

    Wobei der Qualitätssicher darüber wacht das das Haus wirklich die Anforderungen an ein Passivhaus erfüllt und daher sicher kein schlecht angelegtes Geld ist.

    Wir bekommen "nur" den Zuschuß für KfW 70 (09) von 150 €/m² aber das war auch ein Grund IN Hamburg und nicht ausserhalb der Stadtgrenzen zu bauen.
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  7. #6
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    Nein, wir wollen nördlich von Hamburg bauen - in Schleswig-Holstein. Dort erhalten wir keine Förderung.
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  8. #7

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    Zitat Zitat von JMWind Beitrag anzeigen
    Nein, wir wollen nördlich von Hamburg bauen - in Schleswig-Holstein. Dort erhalten wir keine Förderung.
    Na dann ist mein Vorschlag wieder gültig.

    Gruß
    Ralf
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  9. #8
    Avatar von alex2008
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    etwas anderer Vorschlag

    Lüftung und Heizung getrennt als unabhängige Geräte. Ergibt einfach eine größere Auswahl bei den Komponenten.

    Heizwärmeverteilung alleine übers Leitungsnetz der Lüftung? Kann in einigen Räumen auch etwas knapp werden.
    Dann vielleicht doch gleich FBH oder Wandheizung wofür in einem PH ja keine riesen Flächen notwendig sind. Oder Gebläsekonvektoren, oder "Wärmepumpenheizkörper" damit lassen sich die Räume dann doch noch etwas unterschiedlicher temperieren.
    Wir haben bspw. fast nur Trockenbauinnenwände, und die haben schon eine merkbare Dämmwirkung gegenüber den Nachbarräumen.

    Als WP wäre vielleicht auch die kleinste "Volkswärmepumpe" interessant. Die hat für ein PH eurer Größe ausreichend Leistung und kann ihre Leistung modulieren.

    Auf den Solarkollektor fürs WW würd ich eher verzichten und die Fläche auch mit PV belegen.
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  10. #9

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    Ph

    - welche Heizlast (W/qm) ergibt sich aus dem PHPP? die üblicherweise zitierten 15 KwH/qm/a sind ein zu grober Anhaltspunkt, um was empfehlen zu können.

    - was für eine Bauweise? Wandaufbau? Fensterwerte? Unterschiedliche Baustoffe können sich bei identischen U-Werten recht unterschiedlich verhalten.

    Generell:
    - zentrale KWL mit WW-Heizregister ist der Standard fürs PH, abweichende Vorschläge sind Quatsch
    - Bei einem gut geplanten und professionell ausgeführten PH reicht die Luftheizung dann auch aus, ist aber an den trüb-kalten Wintertagen nicht sonderlich komfortabel.
    - FBH ist im PH unnötig. Es sei denn, Ihr habt so nen Fliesenwahn.
    - Wandheizung ist eine sehr angenehme, flexibel planbare und überdies kostengünstige Art der Zuheizung
    - WW-Gewinnung durch eine Kombination aus Luft-Wasser WP (die kleinste, die es im Handel gibt reicht da schon aus) und Thermosolarpanels mit einem üppig dimensionierten Speicher (250-300 Liter pro Bewohner).

    Jetzt gibt es natürlich ganz viele, die einwenden werden, dass sich Thermosolar nicht lohnt. Das stimmt in Zusammenhang mit einer WP im PH aber nicht. Durch die Panels und den üppigen Speicher bleibt die WP an mindestens 6 Monaten im Jahr ausser Betrieb, und vor allem schaltet sie sich nicht dauernd ein und aus, wie es in der Übergangszeit öfter mal vorkommt. Dadurch verlängern sich die Wartungsintervalle und vor allem die Lebenszeit.

    Unser PH ist seit Anfang März bewohnt. Wir haben bisher an keinem Tag heizen müssen, die Temperatur liegt immer zwischen 21 und 25 Grad. Obwohl die Jalousien noch nicht funktionieren, weil der Elektriker die Aktoren vermurkst hat, und ich noch keine Zeit hatte, die Lüftungsgeräte (wir haben 2 WE mit getrennten KWLs) an den KNX Bus anzuklemmen, d.h. die laufen mit Standardeinstellung.
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  11. #10
    Avatar von fmw6502
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    Meine 2ct: ein PH nach orig. Definition mit Lüftungsheizung ist auf den Punkt gerechnet. D.h. es normalerweise kaum Reserven, falls sich Randbedingungen ändern - z.B. Wegfall interner Gewinne, neue Verschattung, Eiszapfen ziehen ein, Nutzungsänderung von Räumen...
    Daher sind diese Punkte sehr sorgfältig abzuprüfen. Inzwischen ist es ja auch durchaus üblich geworden ein "PH" mit (zusätzlicher) normaler Heizungsanlage zu betreiben.

    Gruß
    Frank Martin
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  12. #11

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    Zitat Zitat von fmw6502 Beitrag anzeigen
    Meine 2ct: ein PH nach orig. Definition mit Lüftungsheizung ist auf den Punkt gerechnet. D.h. es normalerweise kaum Reserven, falls sich Randbedingungen ändern - z.B. Wegfall interner Gewinne, neue Verschattung, Eiszapfen ziehen ein, Nutzungsänderung von Räumen...
    Daher sind diese Punkte sehr sorgfältig abzuprüfen. Inzwischen ist es ja auch durchaus üblich geworden ein "PH" mit (zusätzlicher) normaler Heizungsanlage zu betreiben.

    Gruß
    Frank Martin
    Ob es jetzt unbedingt üblich geworden ist, ein PH mit normaler Heizungsanlage (also Heizkörper) auszustatten, das weiss ich nicht. Im PH sind die Dinger meiner Meinung (und zwischenzeitlich Erfahrung) nach Platzverschwendung. Im vergangenen Winter ist die Temperatur in unserem noch nicht bewohnten Haus bei provisorischem Betrieb der KWL (ohne EWT, ohne Heizregister), nur mit Wandflächenheizung bei 35 Grad Vorlauf beheizt, nur dann unter 19 Grad gesunken, wenn die Haustür länger auf war, wegen Kabeltrommel oder so.
    Aber, wie bereits geschrieben, Luftheizung ist suboptimal. Einerseits, weil Luft ein denkbar schlechtes Transportmedium für Heizenergie ist und sich damit einfach nur sehr geringe Energiemengen bewegen lassen, andererseits weil man wenig Einfluss auf die Wärmeverteilung nehmen kann, und vor allem, weil sich die Strahlungswärme einer Wandheizung einfach toll anfühlt.

    Ansonsten: wenn Du den PH-Standard als absolute Minimalanforderung betrachtest und die U-Werte der Aussenwände, Dach und Boden < 0,1 realisiert werden, der Bau sauber ausgeführt wird, Du bei den Fenstern und der Haustüre in Sachen Investition an die Schmerzgrenze gehst und Deine Partner innovative, kostengünstige Details "auf Lager" haben (Fensterrahmen fast komplett in der Dämmebene verschwinden lassen etc.), dann hast Du auch mit einer Luftheizung ausreichend Reserve.
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  13. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  14. #12

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    Hallo joerg 109,
    könntest du das kostengünstige Detail mit dem Fensterrahmen bitte etwas näher erläutern.
    mfg
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  15. #13

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    Zitat Zitat von feuerwehr Beitrag anzeigen
    Hallo joerg 109,
    könntest du das kostengünstige Detail mit dem Fensterrahmen bitte etwas näher erläutern.
    mfg
    Von aussen ist kein Fensterrahmen sichtbar. Da die Fenster weit innen angesetzt sind, haben wir aussen vor dem Fensterrahmen fast volle Dämmstärke. Ich weiß jetzt auch nicht, ob man das so verstehen kann.
    Zur Verdeutlichung kurz eine Beschreibung des Wandaufbaus von aussen nach innen:

    - Lärchebretter
    - 8 cm Hinterlüftungsebene
    - 30 cm TJI, gedämmt
    - OSB-Platte, luftdichte Ebene
    - 12 x 6 KVH, gedämmt
    - GK

    Die Fenster stehen mit ihrer Aussenkante bündig zur OSB-Platte und sind dort auch luftdicht angeschlossen. Die äussere Dämmebene überlappt sich komplett mit dem Fensterrahmen. Die Jalousie ist in der Hinterlüftungsebene untergebracht.
    Muß ich vielleicht mal ein Foto machen.
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