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In Etappen bauen?

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  1. #1

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    In Etappen bauen?

    Hallo! Was haltet ihr davon, einen Anbau in Etappen zu bauen? D.h. erst das EG und später mal darauf einen 1. Stock. Der Anbau wäre Richtung Westen und wir leben an der Nordsee. Also ist diese Seite meistens die Windseite. Der Gedanke kam aus finanziellen Gründen. Wäre das Blödsinn? Mir hatte jemand gesagt, man müsste das ja auch alles dicht bekommen (die Verbindungsstellen) und das wäre bei so einem Etappenbau schwieriger als bei einem kompletten Anbau. Klingt logisch aber ist das wirklich so ein Problem? Hat jemand Erfahrung mit so etwas? Ich danke euch schon mal für eure Antworten.
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  2. In Etappen bauen?

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  3. #2

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    naja - überleg dir mal folgendes:

    du weisst ja erst einmal nicht, wann du dir das 1.og leisten kannst, richtig?

    was soll also für ein "wetterschutz" auf dein erdgeschoss drauf? paar latten mit folie? wie lange hält das bei euch anne küste? von heute auf gestern?

    also kommst du um ein "richtiges" dach wohl nicht rum, es soll ja eine unbestimmte zeit halten, dicht sein und das eg angenehm bewohnbar sein. hinzu kommt dass, baugenehmigungen nach einer bestimmten zeit verfallen.

    das kannst du natürlich als flachdach machen, musst es aber auch regelgerecht und sinnvoll dämmen, abdichten, entwässern und dann später entsprechend zurückbauen. ist also quasi eine wegwerfposition. auch nicht schön.

    was ich kenne, sind eher bauabschnitte, die jeweils "komplett vertikal" ausgeführt werden und dann sozusagen aneindergereiht werden. stell dir eine doppelhaushälfte vor und die zweite hälfte kommt später. nur so als bildliches beispiel.

    alternativ werden auch mal obergeschosse und dachgeschosse so errichtet, dass sie nur eine "ausbaufähige" hülle haben. profi-bauherren, habe auch gerne schon mal ein zusätzliches geschoss zumindest statisch berücksichtigt, denn man weiss ja nie.

    aber, schon richtig erkannt - alles auch eine frage der kosten.

    schwarz
    Geändert von Schwarz (30.06.2010 um 10:43 Uhr) Grund: ...
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  4. #3

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    Machbar ist das im Prinzip schon. Die Probleme kommen eher aus anderer Richtung.
    Z.B.
    Undichtigkeiten bei 2. Bauabschnitt bis das neue Dach dicht ist
    Geänderte Bauvorschriften, wenn der 2. Bauabschnitt realisiert werden soll
    Geänderte Lebensumstände, die andere Lösungen als ursprünglich geplant erfordern würden, deren Umsetzung aber an Statik o.ä. scheitert.

    Ausserdem haben Provisorien die (unangenehme) Eigenschaft, äusserst langlebig zu sein.
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Anny Beitrag anzeigen
    Der Gedanke kam aus finanziellen Gründen.
    Hallo!

    Das teure am (An)Bauen ist meißt nicht der Rohbau sonder der Innenausbau samt Einrichtung.
    Alternative für stückweise Fertigstellung ist daher den kompletten Rohbau zu erstellen un zumindest Dach, Fenster, (Außen)-Putz aufzubringen.
    Danach kannst du diech finanziell wieder sammeln und über Heizung, Estrich, Bodenbeläge, Türen,.... nachdenken.
    Bewährt hat sich immer wieder an der richtigen Stelle zu sparen. D.h. dort wo ich nicht mehr ran komme alles optimal auszuführen (z.B. Fenster, Haustüre, Heizung, Standard-Elektrik, Fließen). Bei Innentüren, Küche und ggf. Bodenbelägen kann am Anfang etwas günstigere Ware verbaut werden da dort leicht getauscht werden kann wenn ihr wieder flüssig seid.
    Bei der Elektroinstallation ist darauf zu achten in eurem Fall genügend Leerrohre zu verlegen so dass danach z.B. netzwerk und Co. noch Platz finden.

    Ist meine Meinung.
    Viel Spass.

    Martl
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  6. #5
    Themenstarter

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    Danke euch für eure Antworten. Sie haben mir schon viele neue Erkenntnisse gebracht.

    Für den Fall, dass es jemanden interessiert , erkläre ich euch einfach mal die Situation. In einem anderen Beitrag habe ich schon einmal erwähnt, dass mein Partner und ich die Möglichkeit haben, ein Haus zu kaufen. Wir würden von der Bank 10000€ mehr bekommen, als das Haus kostet. Der von der Bank meinte: "für die Notarkosten usw." Wir dachten auch an neue Elektrik und neue Wasseranschlüsse für ein Bad (gibt es in dem Haus nicht). Das Haus hat nur 70qm und eigentlich dachten wir, erst einmal so zu leben, ein bisschen selbst zu werkeln und in ein paar Jahren anzubauen. Das Ausmessen zeigte jedoch, dass wir unsere Möbel nicht stellen könnten. Dumm gelaufen. Daher war im anderen Beitrag auch meine Frage nach den ungefähren Kosten für einen Anbau (wir haben keine Ahnung, ob man von 10T, 50T oder 100T ausgehen muss). Da es uns schwer fällt, uns von dem Haus, nein eigentlich von dem Garten und der Lage, gedanklich zu trennen, überlegen wir jetzt fieberhaft, was wir machen können. (Vielleicht sollten wir auch noch einmal zu einer anderen Bank gehen.)
    Das mit dem Rohbauerstellen ist eine gute Idee (schließlich ist wie erwähnt auch eine Fensterfirma in der Familie und vor Eigenleistung schrecken wir nicht zurück) aber bedeutet auch gleichzeitig ein neues Dach, da wir später auch im ersten Stock mehr Platz brauchen. Falls jedoch von eurer Seite viele sagen "erst das EG und später den 1. Stock ist kein Problem", wäre das noch einmal eine Hoffnung. Langsam glaub ich jedoch, es soll einfach nicht sein.
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  7. #6

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    Zitat:
    Ach, so pessimistisch sollte man nicht denken. Meine persönliche Meinung ist hier noch paar Jahre zu warten bis mehr Kohlen aus Eigenkapital da sind. Und dann direkt was vernünftiges machen...
    Als Studentin ist es keine Pflicht schon eine Immobilie zu besitzen und man bricht sich keinen Zacken aus der Krone wenn man in diesem Lebensabschnitt noch in einer Mietwohnung lebt.
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  8. #7

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    Hallo Anny,

    löst Euch am besten einfach von der Vorstellung, daß es genau dieses Objekt
    sein muß und holt Euch Sachverstand (Architekt) dazu, um zu klären, was es kostet, das
    Haus - ggf. auch unter Einbeziehung von Verwandtschaft und guten Freunden
    die vom Fach sind - auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen, inbesondere auch
    die Haustechnik und wenigstens ein Minimum an Energiesanierung. Dann überlegen,
    ob man das Haus fertig für den Preis kaufen würde bzw. wieviel Lieberaufschlag
    da drauf käme bzw. Ihr unter dem Marktwert bleiben würdet (unwahrscheinlich ...).
    Wenn es dann immer noch in Frage kommt, mit der Bank klären,
    ob sie das incl. Renovierung finanzieren würde. Jeder andere rational handelnde
    Käufer muß sich diese Überlegungen auch stellen. Gabs von Verkäuferseite schon
    irgendwelche Äußerungen, finanzielle Hinweise über Kostenschätzungen, die drauf
    hinweisen, daß sich schon jemand ernsthaft mit dem Haus beschäftigt hat? Ggf.
    ist der Verkaufspreis auch nur eine Hausnummer und kann mit Hilfe entsprechender
    Bewertungen als Argument gedrückt werden. Die Alternative zum Umbau ist ja
    nur der Abriß (gibts auch nicht für lau) und ein Neubau, d.h. Wert = Grundstück -
    Abrisskosten. Auf 70m2 und Stand von anno dazumal will ja keiner mehr leben,
    der sich heute ein Haus kauft.

    Das Geld für den Architekten ist auch nicht völlig für die Katz wenn Ihr das Haus
    nicht kauft. Ihr habt dann schon mal eine Grundidee, was bestimmte Maßnahmen
    kosten und beim nächsten Mal einen besseren Blick dafür.
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  9. #8

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    Ma ne ganz blöde Frage:

    Wie will frau in einem Haus ohne Bad leben? Im Sommer mit Campingdusche mag ja "Robinson Crusoe Charakter" haben - aber im Winter
    OK, Oma und Opa hatten auch nur die Schüssel auf dem Sideboard. Trotzdem - ich weiß nicht.
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  11. #9

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    wie schon geschrieben. Rohbau komplett fertig stellen. Dach drauf. Fenster und Türen rein.
    Dann unterste Etage ausbauen, einziehen.
    Außenputz. Treppe. Ausbau oben.
    Wer anbaut, oder vergrößert, der reißt einfach zu viel ein.
    Egal was passiert, Bodenplatte, oder Keller mit einmal herstellen, und den Rohbau drauf stellen. Gibt sonst immer Risse!
    oder kauf dir erst einmal einen großen Wohnwagen.
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  12. #10
    Themenstarter

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    Danke für eure tollen Ratschläge. Das grenzt ja schon fast an Lebensberatung! Ich werde eure Expertenmeinung ernst nehmen und euch weiterhin auf dem Laufenden halten. Fest steht, sollten wir es doch noch nehmen, werden wir den Anbau als kompletten Rohbau machen und sollten wir es nicht nehmen, habe ich Erfahrung dazu gewonnen.


    Ach, eine Dusche und ein WC sind vorhanden aber in zwei verschiedenen Zimmern so groß wie ein Schuhkaton und dann auch noch sozusagen im "zukünftigen" WZ. Ohne Waschgelegenheit näää. Sowas geht echt nicht.
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