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  1. #1

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    Dichtebene bei Fenster - Mauerwerksanschlußfugen

    Hallo liebes Forum!

    Ich hab da mal eine Frage wobei ich vorher noch kurz mitteilen möchte, daß auch wir selbst Fenster herstellen und montieren, wobei wir über den inneren dichteren Putzanschluß Bescheid wissen und gemäß Illmod etc. herstellen. Leider ist das Luftdichtheitsthema aber nicht bei allen Monteuren durchgedrungen und so stellt sich in einem Streitgespräch folgende Frage.

    Im Zuge einer Angebotsbearbeitung für einen Fensteraustausch wurde seitens des damaligen Fenstermonteurs 1996 die These aufgestellt, dass die Fensteranschlußfugen zum Mauerwerk dauerhaft luftdicht hergestellt werden müssen, wobei aber die Lage dieser Abdichtung (OB INNEN OB AUSSEN ODER IN DER MITTE) nirgendswo in den 1996 gültigen Anerkannten Regeln der Technik schriftlich niedergelegt war und somit er die Lage selbst festlegen konnte.
    Deshalb meine Frage hierzu:

    WO STEHT EINDEUTIG IN DEN EINSCHLÄGIGEN RICHTLINIEN/NORMEN, DASS DER LUFTDICHTE ANSCHLUSS AUF DER RAUMSEITE DER FUGENFLÄCHE GEMACHT WERDEN MUSS?

    UND/ODER AB WANN IST VERANKERT, DAS DIESER ANSCHLUSS AUF DER INNENSEITE DURCHZUFÜHREN IST.

    Derzeit wird von dem Monteur die Erklärung abgegeben, daß er die äußere Fuge komplett zum Bestandsputz abgesiegelt hatte und dadurch den luftdichten Abschluß zum Mauerwerk herbeigeführt hat. Der Aussenputz sei deutlich durchlässiger und wenn da mal was drin wäre, bzw. reinkäme, dann kann das durch den Aussenputz problemlos wieder raus.
    Seine aussen angebrachte Versiegelungsfuge ist zugleich Schlagregenschutz Luftdichtigkeit und Ausgleich zum Mauerwerk.
    Ich wäre über Antworten sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen
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  2. Dichtebene bei Fenster - Mauerwerksanschlußfugen

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  3. #2

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    Hallo Abtrünniger,

    der Sinn der inneren Abdichtung ist es, die Feuchtigkeit aus der Raumluft daran zu hindern in die Dämmung der Anschlußfuge zu dringen und dort zu kondensieren. Das geht nur dann, wenn die Abdichtung zwischen feuchter Luft und Dämmstoff ist, also in der inneren Anschlußfuge.

    Die ENEV und früher die WSchVO forderen die Luftdichtigkit der INNEREN Anschlußfuge und beziehen das Normenwerk der 4108 mit ein, da steht´s ebenso seit Langem dass innen abzudichten ist. Und zwar dichter als aussen.
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  4. #3
    Avatar von Herbert
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    Die Geschichte der Forderung

    nach der inneren Luftdichtheit können Sie hier nachlesen: http://www.luftdicht.de/geschichte.htm
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  5. #4
    Luftdicht
    Gast

    Wo stehts?

    Leider kann ich nicht ganz zustimmen.
    §5 (1) Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend dem Stand der Technik abgedichtet ist.

    Das bedeutet leider nicht gleichzeitig, dass diese Abdichtung auf der Innenseite liegen muss.

    Die DIN 4108-7 empfiehlt auch nur, dass die Luftdichtheitsschicht innenseitig erfolgen sollte (genauen Wortlaut habe ich gerade leider nicht parat). Also auch kein muss.

    Das die Fensteranschlussfuge innen dichter als außen sein muss steht in den RAL Gütebestimmungen. Diese Art der Montage muss aber speziell vereinbart werden. Ansonsten kann die Anschlussfuge nach gut dünken ausgeführt werden, wenn die 4108 und die EnEV eingehalten werden.

    Grundsätzlich wäre ich auch schwer daran interessiert, ob es irgendwo verbindlich festgeschrieben steht, dass die Luftdichtheit innen anzubringen ist. Hat jmd ein paar Textstellen und Quellen parat?

    Grüße
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  6. #5
    Avatar von Herbert
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    DIN 4108-7:

    "6. ... In der Regel ist die Luftdicheitsschicht raumseitig der Dämmebene und möglichst auch raumseitig der Tragkonstruktion anzuordnen...."
    Der Grund wird auch genannt:
    "...Hierdurch wird unter anderem ein Einströmen von Raumluft in die Konstruktion verhindert."
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  7. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  8. #6
    Luftdicht
    Gast

    Keine Regel ohne Ausnahme

    Für eine gesetzliche Grundlage auf die sich der Fragesteller beziehen kann wird das eher nicht ausreichen... Hier ist sicherlich mal der Normenausschuss gefragt.

    Grüße
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  9. #7
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    Für mich ergibt sich die Lage daraus, wo im übrigen Gebäude planmäßig die luftdichte Ebene verläuft. Ist der Innenputz diese Ebene, muss der luftdichte Fensteranschluss an den Innenputz anschließen, also raumseitig sein. Sonst hätten wir ein "Loch" in Form des unverputzten Mauerwerks hinter dem Fensterstock. Die Verbindung Putz/Stock ist nicht luftdicht, sonst könnte man die Abdichtung des Stocks ganz einsparen.

    Sicher sind auch Planungskonzepte mit durchgehend außenliegender Luftdichtheitsebene denkbar oder gar mit verspringender Ebene, wenn die Laibung hinter dem Stock vor Fensteranschluss verputzt ist. Konvektion wird dann nicht stattfinden. Es muss aber Diffusion berücksichtigt werden, was i.d.R. zu Konflikten mit eingeführten Normen und a.R.d.T. führen dürfte. Nach meiner Einschätzung wird die seitliche Oberfläche des Stocks kurz vor der außenliegenden Abdichtung so kalt sein, dass Tauwasser ausfällt und sich seinen Weg sucht.

    Letzteres ist übrigens mein Erklärungsmodell für den Dauerbrenner "Wasser läuft aus Außenwand" (wobei ich dort auf zusätzliche, den Effekt verstärkende Konvektion am Stock entlang via nicht luftdichtem Anschluss Außenputz/äußere Fensterbank tippe).
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