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  1. #1

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    Frage Brandschutz - ein Buch mit 7 Siegeln?

    Hallo,

    2 Experten => 3 Meinungen ist ja schon bekannt...

    Vielleicht wißt ihr, wie es im vorliegenden Fall möglich ist?

    Die Eckdaten: Mehrfamilienhaus mit 20 cm Betondecken, die Geschosse müssen geschottet werden.

    Der E-Technik-Planer sagt, dass man nicht Installationsrohre (z. B. mit 63mm Durchmesser) in die Geschossdecken einbetonieren darf.

    Der Hersteller Wxxxxmann von Fertigbrandschotts gibt jedoch ausdrücklich an: Ebenso können alle Kunststoff - Leerrohre nach DIN EN 50086 bis zu einem Durchmesser von 63 mm mit und ohne Kabelbelegung durchgeführt werden. Wichtig ist hierbei, dass weder Abstände zwischen den Rohren eingehalten, noch die Rohre direkt am Schott abgedichtet werden müssen.

    Für mich als Laien sieht es so aus, dass die von mir zuerst genannte Variante mit den einbetonierten Installationsrohren doch noch sicherer wäre - darf sie wirklich nicht verwendet werden?

    Viele Grüße

    Johannes
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  2. Brandschutz - ein Buch mit 7 Siegeln?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Du solltest vielleicht noch ein paar Infos liefern.
    Willst Du das Installationsrohr nur in die Betondecke legen, wie geschrieben, oder soll damit ein Geschoss überbrückt werden?
    Was muss überhaupt erfüllt werden (Gebäudegröße, Anzahl Geschosse)?

    Nur weil man ein Installationsrohr durch eine Kabelbox zur Brandabschottug führen darf, bedeutet das noch nicht, dass man ein Installationsrohr so einfach einbetonieren darf.

    Alo, bitte noch ein paar Details damit man sich das vorstellen kann was Du vorhast.

    Gruß
    Ralf
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  4. #3
    Themenstarter

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    Hallo,

    es sind 3 Geschosse, je Geschoss gibt es eine Wohneinheit. Alle Decken sind massiv und bestehen aus 20 cm Beton.

    Ich möchte vom Hausanschlussraum / "Medienraum" im Keller aus in jede Etage eine Rohrverbindung haben, um die anfallenden Kabel zu führen
    - Telefonkabel
    - Netzwerkkabel
    - Alarmanlagenleitung
    - Sirenenleitung Alarmanlage
    - KNX-Kabel
    - Sat-Kabel

    Das Problem ist ja, dass die Rohrverbindung in jeder Geschossdecke geschottet werden muss, oder dass das ganze Rohr brandschutztechnich (Trockenbau, 11,5er KS-Stein) verkleidet wird und dann aber auch noch am Anfang oder Ende des Kanals einmal geschottet wird, also sehr kostenaufwendig.

    Daher war meine Idee, das Ganze durch mehrere Installationsrohre mit 63 mm Durchmesser zu lösen. Die Rohre würden dann am Stück vom Medienraum in das jeweilige Geschoss geführt und in die Betondecken einbetoniert, in den Geschossen selbst würde das Installationsrohr dann an die Wand geschraubt und hinter der Sanitär-Abkastung verschwinden.

    Mein Haustechnikplaner hat mir gesagt, dass dies nicht erlaubt sei - auch die Installationsrohre müssten geschottet werden.

    Mich irritiert jedoch, dass das Schottungssystem, das ich gefunden habe, explizit Leerrohre bis 63mm Durchmesser erlaubt. Im Brandfall würde sich ja der Schaum nur um das Rohr herum legen, es aber nicht z. B. eindrücken und dadurch feuer- und rauchdicht machen.

    Deswegen wäre meine Vermutung, dass das Einbetonieren der Leerrohre in die Betondecken und das rauchdichte Verschließen an den Enden mindestens gleichwertig & zugelassen wäre.

    Ist das richtig?

    Viele Grüße

    Johannes
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  5. #4
    Avatar von Peeder
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    Brandschutz - ein Buch mit 7 Siegeln?
    nein, man muss es nur lesen können, und viel wichtiger, verstehen.

    Dann das Lesen und Verstehen fachmännisch umsetzen.

    Dein Planer hat recht, aber Abschottungen sind nicht gerade Preiswert.
    Und sollten tunlichst nicht von Laien ausgeführt werden.

    Was dich da irritiert, ist falsch. Die Brandschutzmasse legt sich nicht nur um das Rohr, das Rohr fackelt ab, und die Masse bildet eine nichtbrennbare Schicht.

    Ich will nicht weiter darauf eingehen, denn man muss schon ein Pyromane sein, um dies zu verstehen.

    Nur einbetonieren ist weder zugelassen, noch gleichwertig.

    Peeder
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  6. #5
    Themenstarter

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    Hallo,

    herzlichen Dank für die Erklärung.

    Darf ich noch fragen, ob es erlaubt wäre, dass die Leerrohre (nur an den Enden rauchdicht verschlossen), als Steigleitung durch mehrere Geschosse unter Putz verlegt werden?

    Viele Grüße

    Johannes
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  7. #6
    Avatar von sniper
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    hallo peeder

    hier noch ein betthupferl für dich
    [/url]" target="_blank">
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  8. #7
    Avatar von Der Bauberater
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    Zitat Zitat von BauKran Beitrag anzeigen
    Darf ich noch fragen, ob es erlaubt wäre, dass die Leerrohre (nur an den Enden rauchdicht verschlossen), als Steigleitung durch mehrere Geschosse unter Putz verlegt werden?
    @ Johannes
    Die LAR gips auch in NRW
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  9. #8

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    OK. Mehrfamilienhaus.

    Welche TRVB fordert hier diese rigurose Brandabschnittsbildung? Welche Brandwiderstandsklasse ist denn gefordert?
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  10. #9
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    Hallo,

    Es sind 3 Geschosse mit 3 Wohneinheiten. Ein Geschoss ist aber auch als Gewerbeeinheit genehmigt worden.

    Der Brandschutz soll für 90 Minuten sein.

    Viele Grüße

    Johannes
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  11. #10
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    Und dann noch solche Wasserleitungen (63mm).

    Also volles Programm - warum sagst du das nicht gleich?
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  12. #11
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    Hallo,

    ich bitte um Entschuldigung, dass ich es nicht direkt gesagt hatte. Ich hatte den Planer so versanden, dass für Mehrfamilienhäuser und Gewerblich genutzte Einheiten der gleiche Brandschutz gelten würde.

    Am Liebsten wäre mir ja ein einziges 100er Rohr. Aber dann fallen ja auf jeden Fall die Brandschutzschotts an...

    Ich suche halt nach einer Möglichkeit, dass man ein oder zwei 63er Installationsrohre ohne großen Aufwand installieren lassen könnte..,
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  13. #12
    Avatar von Peeder
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    als Steigleitung durch mehrere Geschosse unter Putz verlegt werden?
    ja, mind. 1,5 cm Putzauftrag.

    Verschluss mit Brandschutzmasse z.B. CP611A

    mit diesen System gehen auch als Abschottung an Instalationskanälen, max 110 x 60 , schwer entflammbar ( 4102-B1 ) , und Wandstärke mind. 2 mm

    Peeder
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  14. #13
    Themenstarter

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    Hallo Pedder,

    herzlichen Dank für den Hinweis.

    Laut Herstellerseite:

    - Abschottung von Einzelkabeln und Kabelbündeln mit max. Ø 100 mm nach DIN 4102 für eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten (S 90)

    - Abschottung von brennbaren Rohren bis Ø 50 mm und nichtbrennbaren Rohren bis Ø 160 mm

    - Durchführung von Leerrohren mit und ohne Belegung: Alle Kunststoffrohre nach DIN EN 50086 bis DN 40, alle Stahlrohre nach DIN EN 50086 bis DN 50

    - Einbau auch in durch Wand oder Decke geführte PVC Hüllrohre möglich

    - Optimal geeignet für ausgebrochene, unregelmäßige oder runde Öffnungen in Brandwänden und Decken

    Demnach darf das Leerrohr (unter Putz) max. DN 40 in Kunststoffausführung sein, als Stahlrohr DN50 und es muss nur am Anfang und Ende das Rohr mit der Masse verschlossen sein?

    Momentan denke ich, dass das Beste ist, wenn alle Leistungen, die beim Bau schon vorhanden sind, eingeputzt werden und dann für eventuell nachträgliche Leitungen noch 1 oder 2 Lerrrohre vorgesehen werden?

    Viele Grüße

    Johannes
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Du hast doch schon ein tolles System gefunden.
    Besagte Boxen auf die Schalung Nageln, betonieren,anschliessend nach belieben mit Leitungen und Rohren(max. 63mm) füllen, mit dem zugehörigen Montage-Schaum oder den beigefügten Schaumblöcken und Silikon die Restöffnung Rauchdicht verschliessen und fertig.

    Rohrenden ebenfalls Rauchdicht verschliesen (Stopfen oder Silikon).

    Ein Idiotensichereres System gibt es imho nicht.
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  17. #15
    Avatar von Peeder
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    Es gibt kein Idiotensicheres System !
    Und schon gar nicht eins für alle Anwendungen.

    Dann hätte @Sniper keinen Job mehr

    "Es entspricht der Lebenserfahrung, dass mit der Entstehung eines Brandes praktisch jederzeit gerechnet werden muss. Der Umstand, dass in vielen Gebäuden jahrzehntelang kein Brand ausbricht, beweist nicht, dass keine Gefahr besteht, sondern stellt für die Betroffenen einen Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss." (Verwaltungsgericht Gelsenkirchen 5 K 101/85 vom 14.11.1985; Oberverwaltungsgericht Münster 10 A 363/86 vom 11.12.1987).
    Brandschutz ist nix für Laien, und dazu zählen auch ein Haufen geschulter Elektriker.

    Peeder
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