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  1. #1

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    Alternative zu Unterfangung?

    Guten Tag zusammen!

    wie heißt es so schön, wer neu baut hat jeden Tag eine neue Überraschung?

    Wir haben derzeit eigentlich kaum angefangen und haben gleich eine und was für eine...

    Wir möchten ein Einfamilienhaus in Hölzständerbauweise errichten, größtenteils in Eigenleistung.
    Das Grundstück ist recht schmal, die gesamte rechte Grenze ist bebaut von irgendwelchen Landwirtschaftlichen Gebäuden. Das Bauamt wollte unbedingt, daß wir einen Teil des Hauses da anbauen. Wir hätten uns ja auch mit einem länglichen, schmalen Grundriß anfreunden können.

    Unser Haus bekommt keinen Keller, es soll auf 80 cm augeschachtet werden ( dort beginnt im Boden sowieso Kies), mit Frostschutzkies aufgefüllt und darauf 25cm Bodenplatte. Die alles natürlich vom Statiker berechnet und abgestimmt.

    Nun rückte gestern der Bagger an, schob zunächst mal den Mutterboden ca 30cm ab und da wurde dann schon sichtbar: Das Gebäude rechts hat kein Fundament! Es wurde dort dann also erstmal nicht weiter gegraben, sondern 2 Meter vom Erdreich stehen gelassen nach Rücksprache mit dem Statiker.

    Jetzt meint er, wir müssen da eine Unterfangung machen lassen. Alles was ich darüber lese, lässt mir die Haare zu Berge stehen. Sowohl von den Risiken als auch den Kosten. Es handelt sich um 7,5 Meter Grenzbebauung und wir keine zusätzlichen x tausend Euro im Budget. Es sieht sich trotzdem nun morgen mal ein Bauunternehmer das Dilemma an und macht dann ein Angebot.

    Gibt es nicht irgendeine andere Alternative? Leider ist unser Statiker einer vom alten Schlag und Neuem gegenüber auch nicht sehr aufgeschlossen.

    Können wir nicht an der Seite nicht auch irgendwie Punktfundamente verwenden damit wir nicht komplett runter auf 80 cm müssen? oder eben gear keine Betonbodenplatte im Bereich des Anbaus, sondern ein Holzfußboden auf Punktfundamenten wie es z.B. bei der Firma Istdochegal gemacht wird?

    vielen Dank!
    Geändert von Ralf Dühlmeyer (07.09.2010 um 13:52 Uhr) Grund: Firmennamen weggenommen
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  2. Alternative zu Unterfangung?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    gast3
    Gast
    abgesehen davon, dass Unterfangungen in der Größenordnung auch nicht so wahnsinnig teuer sind, kann man auch mit Einzelfundamenten gründen.


    Möglickeiten gibt es genung - richten sich aber nach der Standfestigkeit des Bodens unter der Nachbarbebauung (und der entsprechenden Konstruktion), örtlichen Gegebenheiten etc..


    Frostschürze ?


    Wieso müsst ihr überhaupt 80 cm tief ausschachten ?
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  4. #3

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    Der Möglichkeiten hats viele - nur welche bei Euch sinnvoll ist, kann von hier keiner sagen, denn das hängt an den Grundrissen und den Bodenverhältnissen!

    Denkbar wäre:
    Bodenplatte mit 3-seitiger, tragender Frostschürze/Fundament, Unterfangung nur im Fundamentbereich und Überzug
    Bodenplatte im Grenzbereich als Kragarm der restlichen Platte
    Pfähle diverser Arten
    Spundwand
    Schlitzwand

    Oder eine Kombination von zwei oder mehr dieser Möglichkeiten.

    Planer und Statiker an einen Tisch, Lösungen durchspielen und Koten gegenüberstellen.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Wow, das geht hier ja schnell mit den Antworten :-)

    Die 80 cm ausschachten beruhen auf dem Bodengutachten. Es sind wohl 30-40cm Mutterboden und dann eben noch 40-50cm Lehmgemisch. In 80cm Tiefe beginnt quasi Füllkies. Wir haben auch in unmittelbarer Nachbarschaft eine Kiesgrube, gleicher Untergrund also bei uns. Der Lehm ist laut Bodengutachter und Statiker nicht tragfähig, deswegen sollen wir runter bis auf den Kies.

    Auf eine Frostschürze wollen wir gerne verzichten, deswegen der Frostschutzkies.

    Das Haus ist insgesamt 13,8 Meter lang, davon werden 7,5 Meter angebaut, die restlichen 6,3 Meter haben den 3 Meter Grenzabstand. Ist also quasi L-Förmig das ganze. Im Bereich des Anbaus ist das Haus dann 8,4 Meter tief, der Rest eben nur 5,4 Meter.

    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Bodenplatte mit 3-seitiger, tragender Frostschürze/Fundament, Unterfangung nur im Fundamentbereich und Überzug
    Bodenplatte im Grenzbereich als Kragarm der restlichen Platte
    Was heißt das für einen Laien genau?

    Tja Planer und Statiker sind leider beide von der Sorte: Das haben wir schon immer so gemacht...Hatte eben nochmal ein Gespräch mit dem Statiker und er rechnet wohl schwere Hurricans bei uns mit ein...*seufz*
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Toffifee77 Beitrag anzeigen
    Auf eine Frostschürze wollen wir gerne verzichten, deswegen der Frostschutzkies.
    Macht ohne die Unterfangungsproblematik nicht immer Sinn.
    Mit dieser darfst entscheiden
    Frostschutzkies + Unterfangung
    Frostschürze o.a. Maßnahme, dafür Entfall der Unterfangung ganz oder teilweise.

    Planer und Statiker muss ja irgendwer ausgesucht haben, gelle
    Und Frostschutzkies ohne Frostschürze zeugt imho nicht von -machen wir immer so-

    Was sagt denn das Bodengutachten überhaupt zur Tragfähigkeit? Sprich, kann eine Únterfangung überhaupt erfolgen auf dem Kies? Wenn ja, mit welchem (Kosten)Aufwand?
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  7. #6
    gast3
    Gast
    Ortstermin: Planer + Staiker + Bodengutachter neben den Baggerschurf stellen, ggf. weitere anlegen lassen

    (und erst gehen lassen, wenn Lösung gefunden - das ist ja nun nicht wirklich kompliziert)
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  8. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  9. #7
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Planer und Statiker muss ja irgendwer ausgesucht haben, gelle
    Touché
    Leider merkt man nicht immer alles auf Anhieb und vom Archi wollten wir eigentlich nur, daß er unsere Pläne einreicht

    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Was sagt denn das Bodengutachten überhaupt zur Tragfähigkeit? Sprich, kann eine Únterfangung überhaupt erfolgen auf dem Kies? Wenn ja, mit welchem (Kosten)Aufwand?
    also Bodengutachten:

    von 40-80cm Lößlehm,schwach toniger Schluff
    Kurzzeichen UA /UM
    Konsistenz weich bis steif
    Wichte erdfeucht 19-19,5 kN/m³
    Wichte unter Auftrieb 9-9,5 kN/m³
    Reibungswinkel 22,5 Grad
    Kohäsion drainiert 0-5 kN/m²
    Kohäsion undrainiert 5-25 kN/m²
    Steifemodul 2-5 MN/m²

    von 80cm bis > 3 Meter
    Kies und Sand, schluffig
    Kurzzeichen GW/GU/SW
    Konsistenz dicht bis sehr dicht
    Wichte erdfeucht 20-22 kN/m³
    Wichte wassergesättigt 22-24 kN/m³
    Wichte unter Auftrieb 12-14 kN/m³
    Reibungswinkel 35 Grad
    Kohäsion drainiert 0 kN/m²
    Kohäsion undrainiert 0 kN/m²
    Steifemodul 100-200 MN/m²

    reicht das? oder sollte ich da noch andere Angaben finden?

    Tja, Kosten Aufwand erfahre ich von dem einen Bauunternehmer dann morgen..
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  10. #8
    gast3
    Gast
    reicht das? oder sollte ich da noch andere Angaben finden?
    nee - bloß nicht - mir ist noch ganz schwindelig ...

    ist aber auch egal - wichtig ist, was ist unter dem Nachbargebäude = wie weit lässt der Boden Schachtungen zu etc. und (wie erwähnt), wie sieht die Konstruktion des Gebäudes aus ?

    Aber Beurteilung geht halt nur vor Ort ...



    aber die gründungstechnische Beurteilung hätte mich schon interessiert, bei den Steifemodulen ...
    Geändert von gast3 (07.09.2010 um 15:16 Uhr) Grund: Ergänzung
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