Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 18

Thema: Dachkonstruktion - Regenwasser

  1. #1

    Registriert seit
    10.2010
    Ort
    Niedersachsen

    Beruf
    selbstständig

    Beiträge
    4

    Dachkonstruktion - Regenwasser

    Hallo,
    folgender Sachverhalt:Bei unserem Neubau läuft Regenwasser in den Dachkasten.Beim Schalungsbrett,im Übergang zwischen der Traufschalung und dem Stirnbrett sind massive Farbablösungen/Farbabplatzungen vorhanden.
    Der private Gutachter(Architekt) hat festgestellt,das eine wasserleitende Verbindung zwischen der Holzfaserplatte und dem Traufblech nicht vorhanden ist.Das Unterdach wurde mit einer Holzfaserplatte ausgeführt,die nicht in die Dachrinne entwässert sondern unkontrolliert in den Dachkasten.Er meint das eine Regensicherheit gewährleistet sein muss und bei Wohnzwecken eine erhöhte Anforderung darin besteht.

    Nun sagt die Kreishandwerkerschaft,dass es nach der Fachregel für Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen nicht erforderlich ist,dass das Wasser über die Dachrinne geführt werden muss.
    Ich als Laie frage mich wohin das Wasser denn abgeführt werden soll-weiterhin in unseren Dachkasten -bis er schimmelt
    Was meint ihr.Vielen Dank und LG
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. #2

    Registriert seit
    10.2010
    Ort
    Hannover

    Beruf
    Rentner

    Beiträge
    266
    Hallo Trinity,
    die Holzfaserplatte ist kein Unterdach. Es gibt nur regensichere und wasserdichte Unterdächer.

    Die regensicheren Unterdächer werden mit Hilfe wasserdichter Bahnen ausgeführt. Die Naht und Stoßverbindungen müssen ebenfalls wasserdicht ausgeführt werden. Die Konterlattung wird nicht eingebunden.
    Perforationen entstehen durch die Befestigungsmittel der Konterlattung. Sie können durch Dichtungen oder Dichtstreifen ausgeführt werden. Durchdringungen sind regensicher auszuführen.

    Wasserdichte Unterdächer werden mit wasserdichten Bahnen und mit wasserdicht verklebten Naht- und Stoßbereichen ausgeführt. Die trapezförmig zugeschnittene Konterlattung wird mit einbezogen. Durchdringungen werden ebenfalls wasserdicht eingebunden. Öffnungen und offen liegende Durchdringungen durch Befestigungsmittel sind nicht zulässig. Das Eindringen von Flugschnee bzw. Regen ist gegenüber den anderen Varianten nicht zugelassen.

    Hilfreich wäre die Übersendung einer Ausführungsskizze des Dachquerschnitts, um den Aufbau des Daches beurteilen zu können. Das Wasser der zweiten, wasserführenden Ebene, hier vermutlich die Holzfaserplatten, muss auf jeden Fall in die Rinne abgeführt werden.

    Bis bald, Bauschaden/07.10.2010
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  3. #3
    Avatar von H.PF
    Registriert seit
    12.2005
    Ort
    Hückeswagen

    Beruf
    Baufachberater + Staatl. geprüfter Hochbautechniker + Dachdecker

    Benutzertitelzusatz
    Dachdecker+Hochbautechniker

    Beiträge
    10,542
    Zitat Zitat von bauschaden Beitrag anzeigen
    Das Wasser der zweiten, wasserführenden Ebene, hier vermutlich die Holzfaserplatten, muss auf jeden Fall in die Rinne abgeführt werden.

    Bis bald, Bauschaden/07.10.2010
    Diese Aussage stimmt nicht, es ist zulässig, die 2. Entwässerungsebene unter der Dachrinne enden zu lassen. Wenn es dann durch einen kaputten Ziegel reinregnet sieht man es wenigstens...

    Es muß halt HINTER der Dachrinne und VOR dem Dachkasten entwässert werden. Natürlich darf es da nicht reinlaufen...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #4

    Registriert seit
    10.2010
    Ort
    Hannover

    Beruf
    Rentner

    Beiträge
    266
    Hallo Trinity,

    Das Wasser der zweiten, wasserführenden Ebene, hier vermutlich die Holzfaserplatten, muss auf jeden Fall bei einer Traufe mit tiefhängender Rinne in die Rinne abgeführt werden. Siehe hierzu die Abb. 4.2 auf Seite 67 der „Fachregel für Dachdeckungen mit Dachziegel und Dachsteinen“ der „Regeln für Dachdeckung“ des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Nur bei einer Traufe mit hochhängender Rinne, Abb. 4.1 auf Seite 66 der „Fachregel für Dachdeckungen mit Dachziegel und Dachsteinen“ wird das anfallende Wasser aus der zweiten wasserführenden Ebene frei über ein Traufblech als Tropfkante in den Garten abgeführt. Frei heißt hier nicht über Traufverschalungen.

    Die Aussage der Kreishandwerkerschaft ist also in diesem Punkt nur bedingt richtig.

    Also erst mal nachsehen, welche Art von Rinne eingebaut ist: hochhängend oder tiefhängend.

    Bis bald, Bauschaden/07.10.2010 /2
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #5

    Registriert seit
    09.2008
    Ort
    Erfurt

    Beruf
    Elektriker

    Beiträge
    682
    Hab auf die Schnelle nur das gefunden:



    Ansonsten such mal nach "Traufausbildung".

    Ich bin ja für Variante 2, weil dann Schnee in der Rinne die Hinterlüftung nicht stört. Auch wenn ich weiss, dass Herr Ibold auf Variante 1 schwört. Herr Ibold? Wo isser eigentlich?

    Und erzähl mal, geht die Holzfaserplatte bis zur Traufe, oder ist da noch eine Sichtschalung? Gibt es ein Traufblech, ein Rinneneinlaufblech, oder gar nix? Und welche Dachneigung?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #6

    Registriert seit
    09.2006
    Ort
    Völklingen

    Beruf
    Dachdeckermeister, öbuv SV HWK Saarland

    Beiträge
    389
    Niederschlagswasser muß in diesem Fall in die Dachrinne entwässern und nicht irgendwo in der Gegend rum, was sind denn das für Aussagen...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #7
    Avatar von H.PF
    Registriert seit
    12.2005
    Ort
    Hückeswagen

    Beruf
    Baufachberater + Staatl. geprüfter Hochbautechniker + Dachdecker

    Benutzertitelzusatz
    Dachdecker+Hochbautechniker

    Beiträge
    10,542
    Zitat Zitat von Klaus Gross Beitrag anzeigen
    Niederschlagswasser muß in diesem Fall in die Dachrinne entwässern und nicht irgendwo in der Gegend rum, was sind denn das für Aussagen...
    Jetzt bitte ich um eine fachliche Untermauerung dieser Aussage. Nu mal Butter bei die Fische, wieso sollte ich eine Unterdeckung in diesem Fall zwingend in die Rinne entwässern müssen?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #8
    Themenstarter

    Registriert seit
    10.2010
    Ort
    Niedersachsen

    Beruf
    selbstständig

    Beiträge
    4
    Vielen Dank für Eure detallierten Antworten.
    es handelt sich um eine hochhängende Regenrinne, unterhalb dieser
    sich der Dachkasten befindet.
    Somit gilt es für uns zu klären wie das Wasser über die entsprechende Bahn
    abgeleitet werden könnte.
    So wie es scheint deutet es auf einen Planungsfehler hin.
    Wie seht ihr dies?
    Wünsche noch ein schönes Wochenende.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #9

    Registriert seit
    09.2008
    Ort
    Erfurt

    Beruf
    Elektriker

    Beiträge
    682
    >> geht die Holzfaserplatte bis zur Traufe, oder ist da noch eine Sichtschalung? Gibt es ein Traufblech, ein Rinneneinlaufblech, oder gar nix? Und welche Dachneigung?

    Ist das denn so schwer zu beantworten?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #10
    Avatar von DerPiti
    Registriert seit
    09.2008
    Ort
    Mülheim / Ruhr

    Beruf
    Dachdecker

    Beiträge
    116
    die große frage ist doch eigentlich, warum kommt auf die ebene wasser ???
    Ziegel kaputt???
    Anschlüsse falsch ausgeführt???
    ZITAT:"bleib bei Deinem Staubsauger und lass besser die Handwerker in Ruhe"
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #11
    Themenstarter

    Registriert seit
    10.2010
    Ort
    Niedersachsen

    Beruf
    selbstständig

    Beiträge
    4
    Hallo,
    Dachneigung beträgt 25 Grad anbei zwei Skizzen von unserer Dachausführung
    ??? fehlt ev. die Folie, und /oder ist das Traufblech falsch angebracht ??
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #12

    Registriert seit
    09.2008
    Ort
    Erfurt

    Beruf
    Elektriker

    Beiträge
    682
    Wenn ich das richtig sehe, ist das keine OSB-Platte, sondern eine Weichfaserplatte.

    Die Traufbohle liegt doch nicht auf der Platte auf, oder? Auf dem Bild sieht das nach Spalt aus. Geht der durch?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. #13
    Bauexpertenforum Avatar von stefan ibold
    Registriert seit
    01.2003
    Ort
    bad oeynhausen / garbsen

    Beruf
    dachdeckermeister

    Benutzertitelzusatz
    öbuv SV der HWK OWL zu Bielefeld

    Beiträge
    2,374

    haaaaalllllllllltt!!!!!!!!!!!!!!!!

    Moin,

    welcher Ziegel ist das???? Hersteller und Fabrikat??????????? (ggfs. per PN)

    Wurde die Dachneigung schon benannt?

    So ein Schadenbild kommt mir bekannt vor.

    Wenn die Unterdeckung nicht in die Rinne entwässert, dann muss das Bauteil, durch welche sie entwässert, geschützt werden. Das geschieht dann üblicherweise mit einem Tropfblech.

    Grüße

    stefan ibold
    öbuvSV der Handwerkskammer Ostwestfalen Lippe zu Bielefeld
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  14. #14

    Registriert seit
    10.2010
    Ort
    Hannover

    Beruf
    Rentner

    Beiträge
    266

    Traufe bei hochhängender Rinne

    Hallo Trinity,

    die beiden Fotos sind sehr unglücklich, da die Bauteilöffnung zu klein geraten ist. Bitte neue Fotos senden, auf denen man auch die Konterlatten sieht. Wie Stromfresser habe ich die Vermutung, dass die konisch zugeschnittene Traufbohle direkt auf der Unterdeckung sitzt.

    Auf Deiner SOLL-IST-Zeichnung hört die Konterlatte vor der Traufbohle auf. Damit kann die Traufbohle auch nicht auf den Konterlatten montiert sein.

    Nach den „Fachregeln für Dachdeckungen mit Dachziegel und Dachsteinen“ der „Regeln für Dachdeckung“ des Deutschen Dachdeckerhandwerks wird in der Abb. 4.1 auf Seite 66 vorgegeben, dass die Traufbohle „auf“ den Konterlatten zu befestigen ist. Direkt unter den Köpfen der Konterlatten vor der Rinne ist das bereits erwähnte Tropfblech einzubauen. Das Wasser der zweiten Entwässerungsebene fließt also zwischen den Konterlatten über eine - zwischen dem ersten Plattenstoß der Unterdeckung eingebauten Dachbahn (Unterspannung) - letztlich über das Tropfblech am Dachkasten vorbei. Die sogenannte „Folie“ kann man auf den Fotos nicht sehen, also muss sie fehlen.

    Das Traufblech ist sehr materialschonend eingebaut worden. Der dachseitige Schenkel des Traufblechs sollte mit seiner Rückkantung fast die Traufbohle bedecken. Eine Rückkantung ist auch nicht zu erkennen.

    Ob ein Tropfblech eingebaut worden ist, kann man nur erkennen, wenn man den Dachkasten von unten fotografiert. Im Zwischenraum zwischen Rinne und Stirnbrett des Dachkastens muss ein Tropfblech zu erkennen sein.

    Weitere Fragen:
    Wo hören die Holzfaserplatten auf und wo beginnen die OSB-Platten? Welche Qualität haben die OSB-Platten?

    Viel Spaß beim Suchen und Fotografieren.
    Grüße Bauschaden
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  15. #15

    Registriert seit
    10.2010
    Ort
    Hannover

    Beruf
    Rentner

    Beiträge
    266

    Nachtrag zur SOLL-IST-Zeichnung

    Hallo Trinity,

    die SOLL-Darstellung der Traufe zeigt nicht die allgemein anerkannten Regeln der Technik. Das „blau“ dargestellte Wasser der zweiten Entwässerungsebene fließt nicht, wie irrtümlich dargestellt, über die konische Traufbohle in die Rinne sondern unterhalb der Traufbohle ab. Dein SV (Architekt) sollte vorher in die „Fachregeln für Dachdeckungen mit Dachziegel und Dachsteinen“ sehen, bevor er neue allgemein anerkannte Regeln der Technik kreiert.

    Grüße
    Bauschaden
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •