Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 37
  1. #1

    Registriert seit
    10.2010
    Ort
    Nürnberg
    Beruf
    Ing
    Beiträge
    15

    Pauschalpreis + Auflagen der Behörden

    Hallo,

    nach der Ausschreibung für unser Haus habe ich eine Baufirma ausgewählt, die das Haus als komplett realisieren sollte. Im Bauvertrag haben wir Pauschalpreis vereinbart. Leider hat die Firma die Entwässerungsplanung erst dann fertiggesetellt, als die Kellerbodenplatte schon erstellt wurde (weiße Wanne). Im Keller sind 2 Arbeitszimmer mit Fenster vorgesehen. Weil im Wasserschutzgebiet gebaut wird (was der Firma ja bekannt war), haben nun die Behörden wasserdichte Kellerfenster vorgeschrieben, die die Baufirma mir mit ca EUR 9000,- extra in Rechnung stellen möchte.

    Gilt hier der Pauschalpreis mit unverändertem Bauwerk?

    Danke, Joe
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Pauschalpreis + Auflagen der Behörden

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    09.2006
    Ort
    Offenbach
    Beruf
    Dipl.-Ing
    Beiträge
    2,445
    Hängt davon ab wie der Vertrag gestaltet ist. Wer macht denn die Planung? Wie war was spezifiziert, etc.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3
    Themenstarter

    Registriert seit
    10.2010
    Ort
    Nürnberg
    Beruf
    Ing
    Beiträge
    15
    Zitat Zitat von RMartin Beitrag anzeigen
    Hängt davon ab wie der Vertrag gestaltet ist. Wer macht denn die Planung? Wie war was spezifiziert, etc.
    Aus dem Vertrag:

    Der AG beauftragt den AN zur Erbringung der in diesem Bauvertrag inklusive Anlagen festgelegten Leistungen, der Planung und Errichtung eines Wohnhauses, - Vertragsobjekt - genannt.

    Desweiteren:
    3. Pflichten des Auftragnehmers
    Der AN hat geltende rechtliche Bestimmungen, z.B. öffentlich-rechtliche Vorschriften, Gesetze, Erlasse,
    Verordnungen oder verbindliche Richtlinien zu beachten. Der AN ist verpflichtet, die ihm übertragenen
    Leistungen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu erbringen. Hierdurch ergeben sich auch
    die Anforderungen an die Güte der geforderten Leistungen und der Gewährleistungsverpflichtung.
    Der AN ist verpflichtet, eigenverantwortlich alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, um Schäden
    von Personen und Sachen innerhalb des Baugeländes und des Baubereiches abzuwenden
    (Verkehrssicherungspflicht). Der Auftragnehmer stellt den Auftraggeber ( Bauherr ) im Innenverhältnis von
    sämtlichen Schadenersatzansprüchen aus Verkehrssicherungspflichtverletzung frei.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4
    Avatar von Olaf (†)
    Registriert seit
    04.2005
    Ort
    Dresden
    Beruf
    Fensterbauer
    Beiträge
    4,520

    Ich...

    sehe da erst mal keinen zwingenden Zusammenhang, der die Baufirma hätte animieren müssen von Anfang an davon auszugehen, dass da wasserdichte Fenster verwendet werden sollen. Vor allem: was hat das mit dem Entwässerungsplan zu tun?

    Zitat Zitat von jjooee Beitrag anzeigen
    Weil im Wasserschutzgebiet gebaut wird (was der Firma ja bekannt war), haben nun die Behörden wasserdichte Kellerfenster vorgeschrieben, die die Baufirma mir mit ca EUR 9000,- extra in Rechnung stellen möchte.
    Wenn es diese Auflage gibt, dann müssen die Dinger SOWIESO rein - also sog. Sowiesokosten (weil: wären auch in der Ursprungskalkulation gewesen) und Du musst Dich darauf einstellen, die zu tragen.

    Aber: 9000 EUS mehr für 2 Fenster Ich fass es nicht. Oder war da ne Null zuviel?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5

    Registriert seit
    09.2006
    Ort
    Offenbach
    Beruf
    Dipl.-Ing
    Beiträge
    2,445
    Okay, also hast Du eine Komplettleistung inklusive Ausführungsplanung vergeben.

    Wenn jetzt in dem weiteren Vertragswerk sowie der Grundlagenplanung keine Widersprüche dsbzgl. auftreten, hätte der GÜ dies eigtl. richtig kalkulieren sollen. Dürfte der GÜ dann folglich nicht weiterberechnen...

    Somit die Mehrkostenforderung offiziell und schriftlich zurückweisen, da keine vertragliche Grundlage hierfür besteht.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6

    Registriert seit
    08.2005
    Beruf
    Dipl.Ing.
    Beiträge
    11,181
    Leider hat die Firma die Entwässerungsplanung erst dann fertiggesetellt, als die Kellerbodenplatte schon erstellt wurde (weiße Wanne).
    Merkwürdige Reihenfolge...bei mir gibt es zuerst die Planung, dann die Ausführung....

    Im Keller sind 2 Arbeitszimmer mit Fenster vorgesehen. Weil im Wasserschutzgebiet gebaut wird (was der Firma ja bekannt war), haben nun die Behörden wasserdichte Kellerfenster vorgeschrieben, die die Baufirma mir mit ca EUR 9000,- extra in Rechnung stellen möchte.

    Die Fenster haben erstmal mit der "Entwässerungsplanung" nichts zu tun, mit der Planung als solches natürlich schon! Bleibt die Frage: wie kann die Baufirma anfangen zu bauen, wenn ihr offensichtlich zentrale planerische Informationen fehlen???

    Da würde ich mir mal Gedanken machen, welche Qualität denn die Bodenplatte/ Kellerwände haben....

    Wie groß sind denn die Fenster?? 9.000 EUR hört sich nach großflächigen Verglasungen an. Oder will man hier gar Jemanden über das Eßzimmermöbel ziehen
    Grüße

    Thomas
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7

    Registriert seit
    12.2005
    Ort
    Hückeswagen
    Beruf
    Baufachberater + Staatl. geprüfter Hochbau
    Benutzertitelzusatz
    Dachdecker+Hochbautechniker
    Beiträge
    11,917
    Zitat Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    sehe da erst mal keinen zwingenden Zusammenhang, der die Baufirma hätte animieren müssen von Anfang an davon auszugehen, dass da wasserdichte Fenster verwendet werden sollen. Vor allem: was hat das mit dem Entwässerungsplan zu tun?



    Wenn es diese Auflage gibt, dann müssen die Dinger SOWIESO rein - also sog. Sowiesokosten (weil: wären auch in der Ursprungskalkulation gewesen) und Du musst Dich darauf einstellen, die zu tragen.

    Aber: 9000 EUS mehr für 2 Fenster Ich fass es nicht. Oder war da ne Null zuviel?

    Klar, der BU gewinnt die Ausschreibung und der Bauherr wird als Melkkuh behandelt.

    Wenn er Sowiesokosten die er vorher hätte wissen können bei sorgfältiger Kalkulation hat soll er sie bitte auch selber tragen. Wofür macht man einen Festpreis???
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8
    Themenstarter

    Registriert seit
    10.2010
    Ort
    Nürnberg
    Beruf
    Ing
    Beiträge
    15
    Zitat Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Aber: 9000 EUS mehr für 2 Fenster Ich fass es nicht. Oder war da ne Null zuviel?
    Es sind nicht 2 Fenster, es sind 2 Arbeitszimmer, d.h. 2 * Doppelfenster (200x100), 1 * Notausstiegsfenster (100x100) und die restlichen 3 Lichtschächte, die nun alle als wasserdichte Ausführung genommen werden sollen.


    Aber wie man sieht, zwei Antworten, zwei unterschiedliche Meinungen...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9

    Registriert seit
    09.2006
    Ort
    Offenbach
    Beruf
    Dipl.-Ing
    Beiträge
    2,445
    Also, wenn Du als Bauherr und AG Deine Hausaufgaben gemacht hast, der Firma alle von Dir zu liefernden Informationen für die Preisfindung bei Angebotserstellung vorlagen und in Deinem Vertragswerk keine Widersprüche bzgl. dieses Sachverhaltes sind, sehe ich die Zusatzkosten bei der Firma.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #10

    Registriert seit
    08.2005
    Beruf
    Dipl.Ing.
    Beiträge
    11,181
    Ich darf bitte nochmal kurz nachhaken (damit auch ich das kapiere...):

    1. GU macht Planung, Preisangebot und fängt das Bauen an.
    2. in den Auflagen des Bauantrages werden wegen problematischer Grundwassersituation druckwasserdichte Fenster vorgeschrieben.

    Soweit richtig????

    Dann meine (erneute) Frage: welche Qualität haben Bodenplatte und Kelleraußenwände. Sind diese nämlich nicht druckwasserdicht, wäre die Verwendung eben solcher Fenster etwas sinnlos. Aber: Wenn der GU schon die ganze Zeit mit einer druckwasserdichten Ausführung geplant (kalkuliert) hat, dann müßte er für Kellerfenster ja auch von vorneherein etwas taugliches geplant haben...

    Aufklärung täte not...

    Thomas
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #11
    Themenstarter

    Registriert seit
    10.2010
    Ort
    Nürnberg
    Beruf
    Ing
    Beiträge
    15
    Zitat Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    sehe da erst mal keinen zwingenden Zusammenhang, der die Baufirma hätte animieren müssen von Anfang an davon auszugehen, dass da wasserdichte Fenster verwendet werden sollen. Vor allem: was hat das mit dem Entwässerungsplan zu tun?



    Wenn es diese Auflage gibt, dann müssen die Dinger SOWIESO rein - also sog. Sowiesokosten (weil: wären auch in der Ursprungskalkulation gewesen) und Du musst Dich darauf einstellen, die zu tragen.

    Aber: 9000 EUS mehr für 2 Fenster Ich fass es nicht. Oder war da ne Null zuviel?
    Zum Thema Zusammenhang:
    Die Baufirma (und ich auch) hat nach Ablehnung ihrer Entwässerungsplanung mitbekommen, dass die Stadt dort wasserdichhte Kellerfenster haben will.

    Zum Thema Sowiesokosten:
    Nach Deiner Argumentation sollten die Sowiesokosten schon auch in der Kalkulation drin sein, die die Firma im Vertrag festgehalten hat, oder?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. #12

    Registriert seit
    06.2009
    Ort
    Bonn
    Beruf
    Dipl. Inform.
    Beiträge
    953
    Ich verstehe die Auflage als solche, die verhindert, dass Wasser aus dem Keller ins Erdreich kommt.
    Insofern geht es hier nicht um einen Lastfall drückendes Wasser von aussen, bei dem natürlich besonderes Augenmerk auf den Rest des Kellers und dessen Abdichtung zu richten wäre.

    Bleibt die Frage, wer bei dieser Art der Beauftragung die Pflicht hat, entsprechende Vorgaben der Stadt einzusammeln.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  14. #13
    Baufuchs
    Gast
    Mal der Reihe nach:

    Zitat Zitat von jjooee
    nach der Ausschreibung für unser Haus
    - Wenn ausgeschrieben wurde, dann muss da schon was geplant gewesen sein
    - Wer hat was ausgeschrieben ?

    Welche Art Fenster waren ausgeschrieben?

    Um beurteilen zu können, wer nun was zahlen soll, kommt es auf den Vertrag und die Baubeschreibung an.

    Festpreise gelten üblicherweise für die in der Leistungsbeschreibung näher beschriebenen Leistungen. Werden gegenüber dieser Baubeschreibung zusätzliche Leistungen erforderlich, so sind diese vom Festpreis nicht erfasst und zusätzlich zu vergüten.

    Ist wohl auch hier so:
    Zitat Zitat von jjooee
    Der AG beauftragt den AN zur Erbringung der in diesem Bauvertrag inklusive Anlagen festgelegten Leistungen
    Dass der AN sich verpflichtet behördliche Auflagen zu beachten, heisst nicht, dass er dadruch verursachte Zusatzkosten trägt.


    Mir ist noch unklar, was "Wasserschutzgebiet" mit einer Forderung nach wasserdichten Fenstern zu hat. Erklär mal.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  16. #14
    Themenstarter

    Registriert seit
    10.2010
    Ort
    Nürnberg
    Beruf
    Ing
    Beiträge
    15
    Zitat Zitat von Thomas B Beitrag anzeigen
    Ich darf bitte nochmal kurz nachhaken (damit auch ich das kapiere...):

    1. GU macht Planung, Preisangebot und fängt das Bauen an.
    2. in den Auflagen des Bauantrages werden wegen problematischer Grundwassersituation druckwasserdichte Fenster vorgeschrieben.

    Soweit richtig????

    Dann meine (erneute) Frage: welche Qualität haben Bodenplatte und Kelleraußenwände. Sind diese nämlich nicht druckwasserdicht, wäre die Verwendung eben solcher Fenster etwas sinnlos. Aber: Wenn der GU schon die ganze Zeit mit einer druckwasserdichten Ausführung geplant (kalkuliert) hat, dann müßte er für Kellerfenster ja auch von vorneherein etwas taugliches geplant haben...

    Aufklärung täte not...

    Thomas
    Nicht ganz...

    Die Auflage wurde nicht zu der Baugenehmigung, sondern (nach erteilter Baugenehmigung) zu der Entwässerungsplanung erteilt. Ich kenne leider die übliche Vorgehensweise nicht (ich baue mein 1. Haus). Hier wurde zunächst die Baugenehmigung beantragt und erteilt, dann die Entwässerungsplanung beantragt und abgelehnt; nachdem die Baufirma+Architekt zu der Entwässerungsplanung mitgeteilt hat, dass sie wasserdichte Fenster verwenden werden (und somit die Kanalisation für die Fensterschächte und Böschungen vor den Fenstern nicht in Anspruch nehmen werden) wurde diese genehmigt. Der Architekt wurde von der Baufirma beauftragt.

    Gleichzeitig mit der Entwässerungsplanung hat die Firma die Baugrube ausgebuddelt und Thermobodenplatte für Keller erstellt.

    Im Bauvertrag sind nur "Kellerfenster" und
    "Kellerausführung als „weiße Wanne“ ( wasserundurchlässig
    ), Stärke der Keller-Bodenplatte ca. 25 cm, inklusive
    druckfester Styrodur-Dämmung ( Bodenplatte und Wände )"
    erwähnt.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  17. #15

    Registriert seit
    08.2005
    Beruf
    Dipl.Ing.
    Beiträge
    11,181
    ...ach so.... Lichtschächte dürfen nicht an Entwäserung angeschlossen werden --> druckwasserdichte Fenster...korrekt?!

    Trotzdem nicht ganz nachvollziehbar: Bei uns (und Erlangen ist von Nürnberg nicht soooo weit entfernt) gehört die Entwässerungsplanung zur Genehmigungsplanung dazu....klar...wird auch oft nachgereicht.

    Letztendlich aber gibt es eine Genehmigung erst, wenn alles paßt (also inkl. Entw.-pläne). Insofern wundert mich:
    Gleichzeitig mit der Entwässerungsplanung hat die Firma die Baugrube ausgebuddelt und Thermobodenplatte für Keller erstellt.
    Thomas

    PS: Was ist eine Thermobodenplatte?????
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen