Ergebnis 1 bis 7 von 7
  1. #1

    Registriert seit
    09.2008
    Ort
    Hamburg
    Beruf
    IT-Projektleiter
    Beiträge
    78

    Geld von Verwandschaft leihen

    Hallo,

    ich wollte mal fragen unter welchen Vorraussetzungen ihr euch Geld aus der Verwandschaft leihen würdet, bzw. was es hierbei zu beachten gibt. Ich skizziere mal in etwa folgendes, im Augenblick noch fiktives, Szenario.

    Gesamtkosten Haus + Nebenkosten: ca. 400k
    Eigenkapital: 100k
    Benötiger Kredit: 300k

    Jemand aus der Verwandschaft bietet an für mind. 5 Jahre 100k zu günstigen Konditionen zu leihen (2,5-3%). Klingt gut, aber:
    -was tun wenn die Verwandschaft in 5 Jahren selbst das Geld braucht? Kann man einen Kredit bei der Bank einfach so „erweitern“?
    -Angenommen ich würde bei der Bank aktuell 4% bekommen. Leihe es mir für weniger in der Verwandschaft muss dann aber in 5 Jahren für die Rückzahlugn evtl. Teurer bei der Bank leihen. Dann wird es ingesamt wesentlich teurer.
    -Die Bank möchte wahrscheinlich vorranig ins Grundbuch?
    -Werden die 100K aus der Verwandschaft als EK gerechnet? Vermutlich nicht, oder?
    -Was gibt es hierbei noch zu bedenken?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Geld von Verwandschaft leihen

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    06.2010
    Ort
    Marburg
    Beruf
    Dozent für Steuerrecht
    Beiträge
    109
    Hallo,

    auch ich habe mir in der Verwandschaft Geld für den Hausbau (bei mir zinslos) geliehen.

    Allerdings nur in der Höhe, in der ich innerhalb des Leihzeitraums voll tilgen kann (bei mir 35.000 € auf 5 Jahre). Diese 5 Jahre haben wir bei uns als Leihzeitraum fest vereinbart.

    Bei der Größenordnung sollte man auch in der Verwandschaft einen kleinen Darlehensvertrag aufsetzen, in dem Laufzeit und Zinssatz fest für beide Seiten vereinbart sind.

    Mit einem Darlehen von mind. 5 Jahren kannst Du eigentlich nicht sinnvoll planen, wenn nach diesen 5 Jahren noch eine hohe Restschuld da steht.... Wer weiß wie in 5 Jahren die Zinsen sind?

    Ich hätte auch von der Verwandschaft noch mehr Geld haben können, allerdings wollte ich das Problem der ggf. Nachfinanzierung bei der Bank nicht haben...

    Gruß
    Jochen
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Ich würde mir eine Bank als "Vorbild" nehmen. Klingt vielleicht verrückt, ist aber so.
    d.h. Mit der Verwandtschaft einen Kreditvertrag aufsetzen in dem alles geregelt ist. Darlehen, Rückzahlung, Zinsen, Laufzeit, Ausstiegsklauseln, usw. usw.

    Immer daran denken, das Verhältnis kann sich schnell mal eintrüben, und dann zählt nur noch was schwarz auf weiß steht.

    -was tun wenn die Verwandschaft in 5 Jahren selbst das Geld braucht? Kann man einen Kredit bei der Bank einfach so „erweitern“?
    Theoretisch ja, das kommt darauf an wie die Zahlen bis dann aussehen (Restschuld, Bonität).
    Immer daran denken, ein Kredit, egal bei welchem Gläubiger, ist eine Verbindlichkeit die bedient werden muss. Spielt der Gläubiger irgendwann nicht mehr mit, dann kann das für den Kreditnehmer drastische Folgen haben.
    Das bekamen in den letzten Jahren viele Firmen zu spüren denen die Kreditlinie gekündigt wurde.

    -Angenommen ich würde bei der Bank aktuell 4% bekommen. Leihe es mir für weniger in der Verwandtschaft muss dann aber in 5 Jahren für die Rückzahlung evtl. Teurer bei der Bank leihen. Dann wird es insgesamt wesentlich teurer.
    Jepp. Aber wer weiß schon wie hoch die Zinssätze in 5 oder 10 Jahren sein werden?

    -Die Bank möchte wahrscheinlich vorrangig ins Grundbuch?
    Richtig. Sonst wird die Bank die Zinssätze so hoch ansetzen, dass das Ganze keinen Sinn mehr ergibt, oder sie wird gleich ablehnen.

    -Werden die 100K aus der Verwandtschaft als EK gerechnet? Vermutlich nicht, oder?
    Kann als EK angesetzt werden, wird aber Deine Kapitaldienstfähigkeit beeinflussen. Immerhin kostet Dich der Kredit jeden Monat Geld.

    Gruß
    Ralf
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4
    Avatar von coroner
    Registriert seit
    12.2009
    Ort
    Ulm/Deutschland
    Beruf
    IT Consultant
    Benutzertitelzusatz
    Baulaie
    Beiträge
    1,908
    Zitat Zitat von marzipan Beitrag anzeigen
    -was tun wenn die Verwandschaft in 5 Jahren selbst das Geld braucht? Kann man einen Kredit bei der Bank einfach so „erweitern“?
    -Werden die 100K aus der Verwandschaft als EK gerechnet? Vermutlich nicht, oder?
    -Was gibt es hierbei noch zu bedenken?
    1. Sowas sollte der liebenswerten Verwandtschaft bewusst sein, dass es
    hier klare Zeitvorgaben gibt. Auch muss das natürlich entsprechend
    fixiert werden.
    2. Denk selbst nochmal über diese Frage nach...
    3. Bei Geld hört die Freundschaft auf... Freunde kann man sich zwar notfalls
    neue suchen ( ) , Verwandte aber nicht! Für mich wäre das keine
    denkbare Variante ohne eine gegebene Not!

    Nochwas:
    -Die Bank möchte wahrscheinlich vorranig ins Grundbuch?
    Wäre ich der Verwandte.... würde ich da auch reinwollen!
    Ggf. nachrangig zur Bank, da sich ja für dich sonst dadurch zinsseitige Nachteile ergeben würden.

    Aber wenn die Bank dir zum heutigen Stand diese 100k geben würde,
    sollte sie - bei unveränderten Rahmenbedinungen - dir diese auch in z.B. 5 Jahren
    geben, wenn sich ggf. etwas in eurer Konstellation ändern würde.
    Vorher abklären und Maximale Beleihungsgrenze schriftlich geben lassen.
    Hilft dir aber auch nicht, wenn die in 5 Jahren andere Richtlinien und/oder interne Zielvorgaben haben und einfach
    bei deiner Anfrage den da machen

    Es gibt doch so viele unvorhersehbare Dinge. Ich würd' es wirklich
    nicht tun bei einer solchen INvestition. Das alles dann wegen ein paar tausend Euro Zinsgewinn?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5

    Registriert seit
    07.2010
    Ort
    Hofheim, Hessen
    Beruf
    IT-Typ
    Beiträge
    185
    Zitat Zitat von marzipan Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich wollte mal fragen unter welchen Vorraussetzungen ihr euch Geld aus der Verwandschaft leihen würdet, bzw. was es hierbei zu beachten gibt.

    1. was tun wenn die Verwandschaft in 5 Jahren selbst das Geld braucht? Kann man einen Kredit bei der Bank einfach so „erweitern“?
    2. Angenommen ich würde bei der Bank aktuell 4% bekommen. Leihe es mir für weniger in der Verwandschaft muss dann aber in 5 Jahren für die Rückzahlugn evtl. Teurer bei der Bank leihen. Dann wird es ingesamt wesentlich teurer.
    3. Die Bank möchte wahrscheinlich vorranig ins Grundbuch?
    4. Werden die 100K aus der Verwandschaft als EK gerechnet? Vermutlich nicht, oder?
    5. Was gibt es hierbei noch zu bedenken?

    Ich vermute mal, dass Ihr ein gutes Verwandtschaftliches Verhältnis in der Familie habt, sonst wäre so ein Angebot nicht gekommen.
    So ein Verleihgeschäft kann das alles kaputt machen! Leihst Du Dir von der Bank Geld, so bist Du nur dem Verpflichtet, was auf dem Papier steht. Bei der Familie ist das anders.

    Wenn ich an die Bank nicht zahlen kann, dann geht bei der Bank nichts kaputt. Ich bin pleite, die Bank nicht.

    Ob ich sowas machen würde? Das hängt von den Umständen ab: Zahlt der Verleiher das Geld aus der Portokasse? Dann wahrscheinlich. Leiht er Dir seine Altersvorsorge? Dann niemals!

    Ich würde niemals meine finaziellen Risiken auf Familienangehörige ausdehnen wollen. Auf diese Verantwortung hätte ich keine Lust. Denke nur mal daran, was passiert, wenn so ein Bau-Horrorszenario eintritt und Du musst 100T€ nachfinanzieren?

    Ich würde niemals meine Familie in meine eigenen finanziellen Abenteuer einbeziehen wollen.

    Zu Deinen Fragen:
    1. Einfach so? Nein! Das ist ein neuer Kreditvertrag, denn die Bank genauso prüfen wird, wie den jetzigen. Du hast allerdings dann schon einen Teil des Hauses getilgt, so dass Du evtl. mit den Sicherheiten etwas besser stehst.

    2. Kann passieren.

    3. Wahrscheinlich.

    4. Habe ich keine Erfahrung. Sprich mit der Bank! Wenn die Dich als Kunden haben wollen, ist viel möglich.

    5. Macht es auf jeden Fall schriftlich. Denkt dabei an folgende Fälle:
    Was passiert bei:
    - Unter welchen Bedingungen kann der Verleiher den Vertrag kündigen? Muß er die Gründe angeben?
    - Denkt dabei an: Gesundheitliche Probleme des Verleihers, Durchgriff des Sozialamtes zur Versorgung Angehöriger, Scheidung, Todesfall
    - Was ist, wenn ihr Euch Scheiden laßt? Stellt sicher, dass das Geld in der jeweiligen Familie bleibt!
    - Todesfall, Berufsunfähigkeit bei einem von Euch.

    Wichtig: Redet über alles und legt es fest. In der Familien muss alles viel offener besprochen werden als bei der Bank. Wenn ihr jetzt in stressfreier Situation nicht darüber reden könnt, dann könnt ihr es in der Stresssituation erst recht nicht.

    Gruß,
    Martin
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  8. #6
    Themenstarter

    Registriert seit
    09.2008
    Ort
    Hamburg
    Beruf
    IT-Projektleiter
    Beiträge
    78
    Danke für die schnellen Antworten. Hatte selbst eigentlich auch eher dagegen tendiert. Vertrag wäre sowieso vorraussetzung. Solange aber die Laufzeit noch nicht klar ist (bis das Geld gebraucht wird ist hier eben keine Hilfreiche Aussage) ist ein zu hohes Risiko.
    Der Vorteil wäre eben, dass der leihende von mir etwas mehr Zinsen bekommen könnte als von der Bank und ich etwas weniger bezahlen müsste. Die Nachteile sind die große Unsicherheit bei der Nachfinanzierung.
    Ich denke ein kleines Darhlehen um ggf. Sondertilgen zu können macht da eher Sinn.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #7

    Registriert seit
    09.2010
    Ort
    Kronach
    Beruf
    Bankkaufmann
    Beiträge
    1,265
    Hi,

    also 5 Jahre bringt dir fast nichts da die Laufzeit normalerweise zu kurz zum tilgen.

    Dann müßte es ja gegen Grundschuld gesichert werden. Die Bank geht aber zu 99% nicht in den Nachrang.

    Dann sind die 2,50 bis 3% nicht so der Überhammer. habs mal eingebeben. Um die 3% auf 5 Jahre bekommst du fast bei jeder Bank. Aber sind 5 Jahre sinnvoll?
    Nur wenn du die 100.000 dann auch zurückbezahlst.

    Sonst eher nicht. Wenn du dann das Geld von der Bank nehmen mußt wirds wohl auch teurer als jetzt.

    Also ich kenn jetzt euer einkommen nicht und weiß auch nicht wie schnell und wieviel ihr tilgen wollt. Aber augrund der Zahlen die bisher bekannt sind machts keinen Sinn.

    Gruß Flo
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen