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  1. #1

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    Erdwärme, Tiefenbohrung, Energiebedarf

    Hey Gemeinde,

    wir bauen ein kfw 70 effizienzhaus mit einer erdwärmepumpe und tiefenbohrungen. Ein Fertighaus in Holzbauweise.
    Die Wohnfläche beträgt 123 m² über 2 Etaggen, kein Keller.
    Es gibt einen 180L Wasserspeicher mit einer NIBE 1245 WP.
    Uns wurde gesagt, es reichen 2 Bohrungen a 55 Meter.

    Kann man das so pauschal sagen ?

    Gerne wüßte ich, was ihr so habt !
    Wohnfläche, W-Pumpe, Anzahl und Tiefe der Bohrungen
    Geändert von R.B. (26.10.2010 um 07:26 Uhr) Grund: Hersteller tut nichts zur Sache.
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  2. Erdwärme, Tiefenbohrung, Energiebedarf

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Avatar von fmw6502
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    nein







    es fehlt mind. die Heizlast und die (bodenabhängige) Berechnung der Sonden

    Gruß Frank Marin
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  4. #3

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    Zitat Zitat von bauherrinX Beitrag anzeigen
    Kann man das so pauschal sagen ?
    Nein.
    Wie Frank Martin schon geschrieben hat, benötigt man zuerst einmal die Heizlast des Gebäudes, die nach EN12831 berechnet wird. Anhand Deiner Angaben (123m2, KfW70) könnte man höchstens grob schätzen.

    Dann benötigt man die Auslegungsdaten der Heizflächen, insbesondere die Temperaturen (FBH, oder HK, VL35°C oder 50°C usw.), sowie Details zur WW Erzeugung (180Liter WW Speicher, aber wie sieht die Nutzung aus?)

    Mit den o.g. Informationen kann man nun in die Datenblätter der Wärmepumpe schauen, die passende WP auswählen, und somit ergibt sich auch die notwendige "Leistungsfähigkeit" der Quelle (Sonde).

    Bei der Sonde rechnet man vorerst mit einem Pauschalwert (Bsp.: typ. Entzugsleistung 50W/m). Ist die Bodenbeschaffenheit bekannt, dann kann man auf diese Daten zurückgreifen. Während der Bohrung sollte man dann anhand der Bodenproben festlegen, ob und wie weit von dem o.g. Pauschalwert abgewichen werden muss.

    Der letzte Punkt wird gerne vernachlässigt, auch weil die Kunden ihren "Festpreis" haben wollen, und somit nicht bereit sein, einen Mehraufwand der durch tiefere Bohrungen erforderlich wird, zu bezahlen. Ergebnis, manche Bohrungen laufen später im Betrieb ziemlich am Anschlag und liefern nur moderate Temperaturen.

    Dabei sollte man gerade an der "Quelle" nicht sparen, denn die entscheidet wie effizient das System die nächsten 20,30,40 oder 50 Jahre funktionieren wird.

    Gruß
    Ralf
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  5. #4
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    Danke für die Angaben. Ich brauche also Heizlast des Gebäude von unseren Bauträger, dann sollten wir erst eine Bohrfirma beauftragen.
    Wir haben soeben die Hausspezifikation (Leistungen des Bauträgers) und den Elektroplan abgeschlossen. Ich denke jetzt wird man die Heizlast bald berechnen können.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von bauherrinX Beitrag anzeigen
    Ich denke jetzt wird man die Heizlast bald berechnen können.
    Jepp. Sobald die wichtigsten Gebäudedaten feststehen, kann man rechnen.

    Achte auf die Norm "EN12831", denn nicht überall wo Heizlast draufsteht ist auch Heizlast drin.

    Gruß
    Ralf
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  7. #6
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Anhand Deiner Angaben (123m2, KfW70) könnte man höchstens grob schätzen.

    Ralf
    Wieviel und wie tiefe Bohrungen kann man den hier schätzen, bei durchschnittlichen Bodenverhältnissen ?
    Wollte mir gerne Angebote einholen und ohne Schätzungen ist es schlecht.
    Könnt ihr mir Beispiele nennen, was der eine oder andere hat ?!
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  8. #7

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    Zitat Zitat von bauherrinX Beitrag anzeigen
    Wieviel und wie tiefe Bohrungen kann man den hier schätzen, bei durchschnittlichen Bodenverhältnissen ?
    Wollte mir gerne Angebote einholen und ohne Schätzungen ist es schlecht.
    Könnt ihr mir Beispiele nennen, was der eine oder andere hat ?!
    Falscher Weg.

    Erst Heizlast, dann bleibt noch genug zum Schätzen. Ansonsten kannst Du gleich würfeln, und erfahrungsgemäß sind die Angebote dann für den Mülleimer. Gerade bei Bohrungen sollte man exakte Vorgaben machen, denn jeder Bohrmeter kostet richtig Geld.

    Gruß
    Ralf
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  9. #8
    Themenstarter

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    Habe nochmals Rücksprache mit dem Fertighausherrsteller gehalten.

    Er meint, die Bohrfirma muss die Tiefe und Anzahl der Bohrungen für die Erdwärmepumpe feststellen. Das geht anhand geolgischer Dokumente oder Bodengutachten. Ist das korrekt ?
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  10. #9

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    Zitat Zitat von bauherrinX Beitrag anzeigen
    Er meint, die Bohrfirma muss die Tiefe und Anzahl der Bohrungen für die Erdwärmepumpe feststellen. Das geht anhand geolgischer Dokumente oder Bodengutachten. Ist das korrekt ?
    Ja, das ist korrekt. ABER die Heizlast wird durch das Gebäude vorgegeben.

    Bsp.:

    Das Haus hat eine Heizlast von 6kW. Die Wärmepumpe muss der Bohrung 5kW entziehen können.

    Dann prüft die Bohrfirma anhand der Bodenbeschaffenheit wie tief gebohrt werden muss. Gehen wir mal von typ. Bedingungen aus, dann liefert die Bohrung sagen wir mal 50W/m, also muss:
    5.000W / 50W/m = 100m gebohrt werden.
    Dann kann man entscheiden was "günstiger" ist, eine Bohrung mit 100m oder 2 Bohrungen mit jeweils 50m.

    Je nach Bodenbeschaffenheit wird dann während der Bohrung geprüft ob der Boden auch die 50W/m liefern kann, und wenn nicht, dann wird tiefer gebohrt.

    Fazit: Ohne die Heizlast und Entzugsleistung der WP zu kennen, kann das Bohrunternehmen nur im Trüben fischen.

    Gruß
    Ralf
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  11. #10
    Themenstarter

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    Danke R.B.
    Bei uns im Neubaugebiet darf man max. 55m tief bohren, da Naturschutzbegiet.

    NIBE und der Hausherrsteller gibt uns jetzt
    6 KW Leistung der WP vor. Das wären bei uns 2x 50m.

    Die Bohrfirma will in der kommenden Woche dort beginnen.

    Der Bohrmeister sagt, wir können auf 2x 55m gehen, die WP würde dann besser arbeiten, mehr Spielraum haben und weniger Strom ziehen.
    IST DAS SO ?

    Ich habe gelesen, die WP sollte nicht mehr Bohrmeter haben als gebraucht.
    Was ist richtig ?
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  12. #11
    Avatar von alex2008
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    Zitat Zitat von bauherrinX Beitrag anzeigen
    Der Bohrmeister sagt, wir können auf 2x 55m gehen, die WP würde dann besser arbeiten, mehr Spielraum haben und weniger Strom ziehen.
    IST DAS SO ?
    Jein. Dass mit dem Spielraum ist richtig, je nach den Bodenverhältnissen kanns auch mit 2x55m knapp werden.
    Höhere Effizienz wirds nicht viel geben.

    [/QUOTE]
    Ich habe gelesen, die WP sollte nicht mehr Bohrmeter haben als gebraucht.
    Was ist richtig ?[/QUOTE]
    Zuviel Bohrmeter als nötig hat einen etwas höheren Stromverbrauch bei der Solepumpe zur Folge, dafür ist je nach Überdimensionierung die Quelltemperatur und damit die Effizienz etwas höher.
    Schaden tuts nur dem Geldbeutel aber bei einer zu knapp ausgelegten Sonde ist dieser Schaden erheblich höher

    http://www.fws.ch/downloads_01.html

    und zur Dimensionierung von Erdsonden im spezielen
    http://www.fws.ch/dateien/Merkblatt_T1.pdf
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  13. #12

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    Zitat Zitat von bauherrinX Beitrag anzeigen
    Der Bohrmeister sagt, wir können auf 2x 55m gehen, die WP würde dann besser arbeiten, mehr Spielraum haben und weniger Strom ziehen.
    IST DAS SO ?
    Die Effizienz einer WP ist entscheidend von der Qualität der Quelle abhängig. Etwas mehr Bohrmeter liefert eine etwas höhere Soletemperatur und somit etwas mehr Effizienz. Dem entgegen steht ein geringer Mehrverbrauch der Solepumpe.

    d.h. ich würde immer zu einer üppig dimensionierten Quelle raten.

    Gruß
    Ralf
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  14. #13
    Themenstarter

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    Anschluss Wärmepumpe

    Eine Frage an Die Experten,
    wir bekommen eine Nibe1245 WP und unser Elektriker soll 6 Wochen vor der Installation entscheiden, welche Anschlussvariante er wählen wird.
    Kennt sich hier jemand aus ? Welche Variante habt ihr ?
    Was ist sinnvoll ? Mein Elektriker weiß da auch nicht so recht weiter.
    Die Varianten:

    1. Einschienige Stromversorgung, Abschaltung der internen Heizpatrone über EVU-Kontakt
    2. Einschienige Stromversorgung, Abschaltung des Verdichters über EVU-Kontakt
    3. Einschienige Stromversorgung, Abschaltung der internen Heizpatrone und des Verdichters über EVU-Kontakt
    4. Dreischienige Stromversorgung, Abschlatung der internen Heizpatrone über Lastschützabwurf
    5. Dreischienige Stromversorgung, Abschlatung des Verdichters über Lastschützabwurf
    6. Zweischienige Stromversorgung, Abschaltung des Verdichters und der internen Heizpatrone über Lastschützabwurf

    Danke---
    Unsere Bohrungen sind mittlerweile fertig, Wir haben 2x 55m bei 6KW Heizleistung der WP (9KW Patrone).
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Also nichts für ungut: Es mag ja sein, dass Elektriker sich nicht mit WP auskennen müssen (kann ich nicht beurteilen). Eins ist aber sicher: DIESER Eli ist für DEIN Projekt nicht geeignet.

    Ansonsten setz' Dich wegen der "Abschaltung durch EVU" Option doch einfach mal mit selbigem - dem für Dich zuständigen örtlichen Stromanbieter - in Verbindung und frag' nach, ob die spezielle WP-Tarife anbieten.
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  17. #15
    Themenstarter

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    @Karlheinz
    Vielleicht hast du gar nicht so unrecht.
    Mein Elektriker sagt, er kann jede Variante bei der WP anschließen, so soll ich
    entscheiden. Ich habe aber keine Ahnung.
    ich weiß nur, ich will eine separatren Stromzähler für die WP aber das ist ja bei jeder Variante gegeben. Also stehen wir wieder am Anfang
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