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Resol oder Polyurethan für Estrich-Dämmung

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  1. #1

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    Resol oder Polyurethan für Estrich-Dämmung

    Unser Passivhaus erhält folgendes WDVS: Außenwände 24cm Ziegel + 28cm Mineralwolle. Der Keller ist kalt, die Bodenplatte darüber sollte innen mit 22cm Resol gedämmt werden. Jetzt kam der Estrichleger und schlägt alternativ statt Resol PU vor - die Gründe habe ich noch nicht erfahren, werde ich in Kürze nachliefern.

    PU wird oft als ökologisch bedenklich bezeichnet (Verbrennung giftig, Ausgasungen?), habe also erst mal Bedenken/Vorurteile, PU im Innnenbereich zu nutzen . Unbegründet?

    Wie ist das mit Resol? Trotz einiger Recherchen habe ich kaum unabhängige Infos über dieses Material gefunden. Der Hersteller findet es in seinem Prospekt natürlich fantastisch. Stutzig gemacht hat mich hier nur die Aussage "hohe Alterungsbeständigkeit" - das klingt schon beinahe wie "hält mindestens 10-20 Jahre, bevor es kaputt geht...", sonst würde da bestimmt "unverrottbar" stehen ... Im Werbeprospekt für PU wird Resol die Eigenschaft "hydrophil" zugeschrieben - egal im Innenbereich, oder an der untersten Stelle der thermischen Hülle besonders kritisch?

    Wer kann mir zu diesen Materialien mit ein paar Fakten / Erfahrungen helfen?
    Tausend Dank!
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  2. Resol oder Polyurethan für Estrich-Dämmung

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
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    Resol vom Aussterben bedroht?

    Es haben schon viele Leute dieses Thema angeschaut, aber noch keiner konnte was sagen - und das ist vermutlich gewissermaßen Teil der Antwort: Resol (Phenolharz-Hartschaum) scheint ein (inzwischen?) ziemlich selten benutztes Material zu sein, über das man so gut wie keine Infos finden kann. Ich hatte es damals aufgestöbert und dem Archi vorgeschlagen, weil es mit WLG 022 einen super Dämmwert hat. Der Estrichleger hat wohl im wesentlich nur deshalb PU vorgeschlagen (mit WLG 024 nicht viel schlechter), weil er für das Resol keine vernünftige Lieferquelle gefunden hat.

    Archi ist kein Fan von PU, weil Herstellung wohl recht energieintensiv und umweltbelastend. Von Resol wissen wir dazu gar nichts. Wir haben an dieser Stelle aber wenig Alternativen, und in der Anwendung, also später in unserem Haus, ist PUR/PIR angeblich unproblematisch, was Ausgasungen etc. angeht. Einziges Problem ist, dass bei Brand giftige Gase entstehen, aber das gilt wohl für EPS/XPS oder sonstige synthetische Dämmstoffe genauso. Weiss denn jemand ob im Brandfall Dämmstoffe unter Estrich so einfach anfangen zu brennen?

    Wenn jetzt also nicht noch jemand interessante Infos hat, die für Resol sprechen, werden wir wohl bei PUR landen, weil ich jetzt auch nicht wirklich genug Vertrauen entwickeln kann in ein Material, über das ich so wenig Infos habe und das vom Aussterben bedroht zu sein scheint ...
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  4. #3
    Avatar von THEO
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    Zitat Zitat von PHausBauherr Beitrag anzeigen
    Weiss denn jemand ob im Brandfall Dämmstoffe unter Estrich so einfach anfangen zu brennen?
    Moin,
    das ist im Brandfall eher das geringere Problem, denn es ist

    1.) schwerentflammbar
    2.) durch Betondecke unterhalb und Estrich oberhalb nur schwer mit Flammen zu beaufschlagen.

    Allein die Hitze im Brandfall (ca. 800° C) könnte es zum schmelzen und brennen bringen. Zu diesem Zeitpunkt ist aber sämtliches Mobiliar schon ein Raub der Flammen geworden, der Innenputz hat sich von den Wand- und Deckenflächen verabschiedet und die eingeputzten Kabel und Rohre den Flammen überlassen. Die Innenausstattung des Hauses ist hinüber - also Rohbauzustand, nur ist alles schwarz.

    Ich würd mir über brennende Estrichdämmung keine Gedanken machen - eher gehen da ganz andere (und teurere) Sachen zu Bruch. Wichtig ist eine ordentliche Versicherung.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von THEO Beitrag anzeigen
    Moin,
    ...
    Ich würd mir über brennende Estrichdämmung keine Gedanken machen - eher gehen da ganz andere (und teurere) Sachen zu Bruch. Wichtig ist eine ordentliche Versicherung.
    Ok, Sachschaden ist natürlich auch ein Thema - meine Sorge war eher, ob die Einwohner das Haus noch lebend verlassen können, oder allein schon wegen des giftigen Rauches nicht mehr aus den Betten kommen ... aber ich vermute auch dass eh schon alles zu spät ist, wenn erst einmal die Dämmung unter dem Estrich angefangen zu brennen hat.
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  6. #5
    Avatar von THEO
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    Zitat Zitat von PHausBauherr Beitrag anzeigen
    ... aber ich vermute auch dass eh schon alles zu spät ist, wenn erst einmal die Dämmung unter dem Estrich angefangen zu brennen hat.
    Hallo PHausBauherr,

    keine Vermutung, sondern Gewissheit.

    Hier mal ein Video zur Brandentwicklung: Zimmerbrand

    Bitte die Geschwindigkeit der Brandausbreitung beachten. Eine Estrichdämmung ist da noch lange nicht in Mitleidenschaft gezogen.
    Nachder Uhr, die im Video mitläuft, hätte ein Rauchmelder bei dem Christbaum bei 5 Sekunden ausgelöst und bei dem Sofabrand nach ca. 20 Sekunden.

    Übrigens, Rauchmelder retten Leben - schneller als jede Feuerwehr
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  7. #6
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    Zitat Zitat von THEO Beitrag anzeigen
    Übrigens, Rauchmelder retten Leben - schneller als jede Feuerwehr
    Wohl wahr, danke dass Sie mich an dieses immer wieder verdrängte Thema erinnert haben - jetzt habe ich Nägel mit Köpfen gemacht , und soeben welche geordert ...

    Zurück zum Thema - kann niemand etwas zu Resol sagen?
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  8. #7

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    Hallo,
    ich stehe mit meinen Passivhaus kurz vor der Auschreibung.
    Ich habe mich sehr intensiv über Resol schlau gemacht, weil ich für mein zweischaliges Mauerwerk Kerndämmung WLG 24 mit 200 mm benötige.
    Es gibt tatsächlich sehr wenig Info im Netz, die Langlebigkeit ist aber unbestritten.
    Was natürlich eine starke Hemmschwelle ist der wirklich noch hohe Preis und der durch das starre Material bedingte Verlegeaufwand.
    Ich persönlich werde aber trotzdem Resol-Hartschaumplatten verlegen.
    mfg
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  9. #8
    Rucom
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    Resol ist nach Herstellerangaben bei Lagerung und Verarbeitung gegen Feuchtebelastung zu schützen. Bei Lagerung eines Resolstückes unter Wasser war dies nach 3 Wochen vollgesaugt wie ein Schwamm!

    Bei Verwendung als Kerndämmung darf durch die äußere Schale kein Wasser eindringen. Die ist z.B. bei Vorsatzschalen aus Klinkern nicht der Fall, diese sind nicht Schlagregendicht.

    Bei Verwendung als WDVS schreibt u.a. ein Systemhersteller größere Schichtstärken vom Gewebespachtel und Oberputz wegen der Wasseraufnahme vor.
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  10. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  11. #9
    Avatar von THEO
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    Zitat Zitat von Rucom Beitrag anzeigen
    Resol ist nach Herstellerangaben bei Lagerung und Verarbeitung gegen Feuchtebelastung zu schützen....

    Bei Verwendung als Kerndämmung ...

    Bei Verwendung als WDVS ....
    Toller Aufsatz Und wie hängt das ganze jetzt mit der in diesem Thread angesprochenen Dämmung einer Kellerdecke innen und den im Zusammenhang gestellten Fragen des TE zusammen?
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  12. #10
    Themenstarter

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    Warum kein PUR?

    Zitat Zitat von feuerwehr Beitrag anzeigen
    Hallo,
    ich stehe mit meinen Passivhaus kurz vor der Auschreibung.
    Ich habe mich sehr intensiv über Resol schlau gemacht, weil ich für mein zweischaliges Mauerwerk Kerndämmung WLG 24 mit 200 mm benötige.
    Es gibt tatsächlich sehr wenig Info im Netz, die Langlebigkeit ist aber unbestritten.
    Was natürlich eine starke Hemmschwelle ist der wirklich noch hohe Preis und der durch das starre Material bedingte Verlegeaufwand.
    Ich persönlich werde aber trotzdem Resol-Hartschaumplatten verlegen.
    mfg
    Hallo Feuerwehr,

    Ihr Name passt ja schon mal prima zum hier angesprochenen Thema Brandschutz

    Aber zurück zu Resol: Was hat Ihre Entscheidung zugunsten Resol fallen lassen, anstatt PUR, womit man praktisch die gleichen Dämmwerte erzielen kann? Der Preis scheint ja einigermaßen vergleichbar zu sein.

    Der Grund warum ich inzwischen mehr zu PUR tendiere ist schlicht dass ich zu wenig über Resol weiß, der Estrich-Bauer und Archi das Material nicht wirklich kennen, und die anfangs schon erwähnte und von Rucom bestätigte potentielle Problematik mit hydrophilem Verhalten... wobei ich nicht beurteilen kann, ob das in einer zweischaligen Wand oder unter Estrich ein Problem werden könnte. Aber, ohne jetzt Panik verbreiten zu wollen, wenn es mal einen Wasserschaden geben sollte, dann klingt das für mich so, als ob man das Wasser aus dem Resol nicht wirklich wieder rauskriegt... und dann wäre mindestens die Dämmwirkung dahin, oder eine Totalsanierung fällig.
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