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Grundleitungen - Absackendes Pflaster

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  1. #1

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    Grundleitungen - Absackendes Pflaster

    Hallo Zusammen,
    auch ohne eigenen Beitrag konnte ich mich hier schon oft informieren. Umgangston und Kompetenz gefallen mir hier gut.
    Bei meinem aktuellen Problem würde ich mich aber über Eure Hilfe freuen. Die erste Frage ist eine Zuständigkeitsfrage: Übergang Revisionsschacht im Haus zu den Grundleitungen draußen - Gas/Wasser oder Tiefbauer? Wer ist zuständig?

    Die zweite Frage ist eine Grundsätzliche. Was würdet ihr an meiner Stelle unternehmen? Die Situation ist folgende:

    Vor drei Jahren haben meine Frau und ich eine Doppelhaushälfte aus den Fünfzigern erworben, Hanglage.
    Beide Haushälften gehörten einer Tiefbauer-Familie und wurden ziemlich zeitgleich verkauft.
    Der Keller ist zur Straßenseite ebenerdig. Geparkt wird auf Pflastersteinen direkt am Haus, also über den Grundleitungen, bzw. Hausanschlussleitungen.
    Vor beiden Haushälften sackt immer mal wieder das Pflaster ab. Aktuell an einer Stelle, direkt die erste Pflastersteinreihe am Haus, wo eigentlich keine Belastung durch parkende Fahrzeuge entstehen kann. Allerdings ungefähr an der Stelle, wo (wahrscheinlich) zumindest eine Grundleitung aus dem Haus kommt.
    Ich vermute eine defekte Grundleitung, durch die der vorhandene Splitt weggespült wird. Innerhalb von 5 Wochen sind vielleicht 10 oder 15 kg Splitt unterm Haus verschwunden. So sieht es zumindest aus.
    Angeblich hat die Tiefbauerfamilie die Leitungen vor dem Haus mal erneuert und neu an den Kanal angeschlossen. Dabei sollen die Leitungen von einem Privatkanal abgetrennt worden sein. Dieser Kanal verläuft auch noch im Abstand von vielleicht 3m vorm Haus. So berichten das die älteren Nachbarn.
    Mich interessiert der Zustand und Verlauf der Leitungen im Haus und bis zum Kanal.
    Im Haus lässt sich zumindest der Verlauf vermuten und es ist ein kleiner Revisionsschacht vorhanden.

    Außerhalb des Hauses ist nichts zu sehen - kein Kanaldeckel auf dem Grundstück oder auf der Straße, wo neu angeschlossen sein könnte. Ein Kanaldeckel des Privatkanals lässt sich durch Klopfen auf dem Pflaster orten.

    Die Stadt weiß nur, dass das Haus angeschlossen und in den 90igern mal was gemacht worden ist. Ob das Haus an den Straßenkanal oder den Privatkanal angeschlossen ist, geschweige denn, wie die Leitungen verlaufen, weiß die Stadt auch nicht.
    Der Vorbesitzer ist verstorben. Seine Söhne habe ich noch nicht erreicht. Also auch von der Seite keine Information.

    Welches Gewerk/Behörde kann mir helfen, den Rohrverlauf und Zustand zu klären und die Gründe für das Absacken des Pflasters an verschiedenen Stellen zu klären? Wer repariert/erneuert die Leitungen im Haus, wer die Leitungen draußen?
    Welche Kosten können auf mich zukommen und wie schnell muss gehandelt werden?
    Sollte unser Haus nicht mehr an dem Privatkanal hängen und dieser ist defekt, wer trägt die Kosten?

    Vielen Dank für das Lesen von rund 400 Worten. Ich freue mich auf Eure Antworten.
    Beste Grüße
    Joe


    PS: Sollte das Thema hier falsch sein, bitte verschieben.
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  2. Grundleitungen - Absackendes Pflaster

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  3. #2

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    Dann fang in mal klein an:
    Sollte unser Haus nicht mehr an dem Privatkanal hängen und dieser ist defekt, wer trägt die Kosten?
    Das wäre Euer Glücksfall, denn dann sollte das allein Sache des Betreibers jenes Privatkanals sein.

    Wenn die Aktenlage wirklich nichts hergibt (die Antwort der Stadt ist äußerst schwach!), dann dürfte eine Kamerabefahrung aller Strecken (incl. des Privatkanals) das erste Mittel der Wahl sein, um mit überschaubarem Aufwand Verlauf, Anschlüsse und evtl. Schäden festzustellen.
    Hierfür gibt es spezialisierte Betriebe.

    Wenn danach gebuddelt werden muß, macht das z.B. ein Tiefbauer.
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  4. #3
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    Vorbesitzer hat öfter für die Stadt gearbeitet

    Der Dame vom Amt war mein Vorbesitzer bekannt. Er hat in seiner aktiven Zeit öfter als Tiefbauer für die Stadt gearbeitet. Insofern hat er vielleicht wirklich das Haus selbst an den öffentlichen Kanal angeschlossen. Mehr weiß die Stadt leider nicht.

    Eine Kamerabefahrung ist geplant.
    Grüße
    Joe
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  5. #4
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    So, morgen kommt mein Klempner mit der Kamera und ich weiß vielleicht etwas mehr. Bei einer erneuten Anfrage an die Stadt kam heraus, dass die Kanalstutzen direkt vor meinem Haus verschlossen sind. Also muss ich wohl noch am Privatkanal hängen, der erst einige Häuser tiefer an den öffentlichen Kanal angeschlossen ist. Als die Häuser gebaut wurden, gab es den Kanal vor unseren Häusern noch nicht.
    Der Sanierungsexperte der Stadt empfiehlt mir, mich mit meinem Nachbarn aus der Doppelhaushälfte zusammenzutun und uns direkt an den öffentlichen Kanal anzuschließen. Weil es fast auszuschließen wäre, dass der Privatkanal nach 50 Jahre noch dicht ist. Privatkanal sanieren hieße ca. 90m sanieren, getragen von sieben Parteien. Dierektanschluss komplett neu würde bedeuten ca. 7m mit zwei Parteien. Allerdings wären da alte Bäume im Weg und es geht eine steile Böschung runter.
    Was denkt ihr, lieber 7m komplett neu unter schwierigen Bedingugnen oder 90m sanieren?
    In meiner Wohngebäudeversicherung sind Schäden an Ableitungen außerhalb des Gebäudes auf dem eigenen Grundstück bis 3114 Euro versichert, so es denn Rohrbruch ist und kein Muffenversatz o.ä.
    Grüße
    Joe
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  6. #5

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    Dann würd ich erstmal die Sach- und vor allem auch Rechtslage bezüglich des Privatkanals ermitteln!

    Gibts für den ne Baulast/Grunddienstbarkeit (Leitungsrecht) auf Eurem Grund?
    Sind die Grundstücke überhaupt realgeteilt?
    Besteht ne Unterhaltsvereinbarung?
    Existieren Oberlieger, die ihn weiterhin nutzen müßten oder könnte er - wenn Ihr beiden Euch direkt anschlösset - zumindest in dem Abschnitt auf Eurem Grund stillgelegt werden?
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  7. #6
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    Erstmal vielen Dank für deine Antworten Julius.
    Die Faktenlage herauszufinden, wird schon gar nicht so einfach. Der Privatkanal liegt auf einem Gemeinschaftsgrundstück, das als Zufahrt für die Häuser 5/7/9/11 und unseren Doppelhaushälften 13/15 dient. Angeschlossen sind vermutlich die Häuser 5/7/9/11/13-15/17/19. Das Gemeinschaftsgrundstück gehört vermutlich 5/7/9/11 und 13/15. Die Grundbucheinträge der Eigentümer sind nicht korrekt, insofern kann ich nicht sicher sein. Leitungsrechte sind nicht eingetragen. Meiner Frau und mir gehören 2/20 des Gemeinschaftsgrundstückes.
    Ob die beiden älteren (über 80) Kanalnutzer noch an einer Sanierung interessiert sind, halte ich für fraglich. Mindestens ein Oberlieger (Haus Nr. 17) existiert wirklich und ist auf den Kanal angewiesen. Dokumente über die Unterhaltspflichten für den Privatkanal liegen mir nicht vor.

    Beim Anschluss an den öffentlichen Kanal muss ich über eine stillgelegte alte Straßenbahntrasse. Schienen liegen nicht mehr. Aber das Grundstück gehört der Nachbarstadt, zu der die Straßenbahn mal fuhr.
    Joe
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  8. #7

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    *andenkopfpack* NOCH komplizierter gehts wohl nicht mehr???
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  9. #8
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    Man muss die Dinge immer positiv sehen

    Zwei der "Erbauer" des Privatkanals kann ich als Zeitzeugen noch befragen.
    Meine Wohngebäudeversicherung könnte bei Rohrbruch bis zu 3.000 Euro zahlen. Außerdem besteht ein gutes Nachbarschaftsverhältnis.
    Außer ein paar Bäumen fallen mir sonst auch keine Hindernisse mehr ein.

    Wenn ich den Kanal einfach zumauere, müsste ich doch rausfinden, bei wem die Sch. in der Schüssel stehen bleibt. Dann wüsste ich auch wer angeschlossen ist.
    Wenn ich mit den 100 Euro Scheinen schon keine Zigaretten anzünde, kann ich die Scheine ja wenigstens durch den Kanal spülen.
    Joe
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  10. #9

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    An Deiner Stelle würde ich mich mal mit allen betroffenen Eignern (Anschließern, ggf. Eigentümern nicht angeschlossener, aber dienender Grundstücke), einem Anwalt, einem Kanalsanierer und einem Vertreter des Abwasserentsorgers zusammensetzen.
    Diese Kuh bekommt man nur mit ner konzertierten Aktion vernünftig vom Eis!

    Mit den Zeitzeugen sollte sich der Kanalbefahrer VOR seinem Einsatz direkt kurzschließen.
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  11. #10
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    Das erste Teilstück ist befahren

    Hallo,
    um den gesamten Kanal für 2015 vorzubereiten, müssen in der Tat alle ins Boot. Gestern hat mein Klempner die Stelle per Video abgefahren, die ich für defekt gehalten habe. In dem Bereich gehen KG Rohre in altes Material unterm Haus über. Die Stelle ist nicht mehr ganz in Ordnung. Mein Spltt verschwindet da aber nicht.
    Jetzt ist zumindest klar, dass wir an dem Privatkanal hängen. Und zumindest auf unserem Grundstück liegen KG Rohre in gutem Zustand. Unterm Haus ließe sich auch noch mit Point- oder Inlinern sanieren. Leider hat der Klempner es gestern nicht mehr geschafft, auch noch den Anschluss des Regenfallrohres und einer Rinne zu befahren. Auf den Bereich verdichten sich jetzt die Schadensvermutungen.

    Im Augenblick versinken wir hier erstmal im Schnee. Es wird Zeit, dass ich gleich noch mal die Schaufel in die Hand nehme.

    Grüße
    Joe
    PS: Julius, alle in ein Boot ist richtig. Bis mir das gelingt, vergehen vermutlich ein paar kalte Winter. Mein aktuelles Problem muss ich aber jetzt lösen. Ich kann schlecht alle vier Wochen einen Sack Splitt unters Haus drücken.
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  12. #11

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    Vielleicht verschwindet bei der gefundenen Schadstelle nur ab und an etwas Sand ins Rohr - der Splitt rutscht dann lediglich nach?

    Es könnte beim Alleingang die Gefahr bestehen, daß Du u.U. für eine Maßnahme allein bezahlen mußt, die aber von allen zu tragen gewesen wäre. Außerdem kommt mehrfache Flickschusterei bestimmt teurer als eine umfassende Maßnahme.

    Die konzertierte Aktion MUSS in solch einem Notfall ME auch innert einiger Wochen machbar sein!
    Also sollte man umgehend loslegen, damit alles geklärt und geregelt ist, damit im Frühjahr die Maßnahmen erfolgen können, sobald das Wetter es zuläßt.
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  13. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  14. #12
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    Im Augenblick sammle ich noch Informationen. Diese sind leider widersprüchlich. Den tatsächlichen Leitungsverlauf wird wohl nur die Kamerabefahrung mit Ortung klären. Zwei Zeitzeugen sind der Meinung, dass wir nicht mehr am Privatkanal hängen. Außerdem wurde mir gesagt, welche Häuser an dem Kanal hängen sollen und dass es keine Wartungsvereinbarung gebe.
    Wenn ich mal fundiertere Ergebisse habe, melde ich mich nochmal.
    Joe
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  15. #13
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    Ursache scheinbar geklärt

    Der Winter hat hoffentlich seine strengsten Seiten hinter sich gelassen und ich konnte mich wieder meinem Pflaster widmen. Und es gibt Neues zu berichten. Über die Karnevallstage habe ich eine Rohrkamera da. Zur Erinnerung: Pflaster sackt ab, völlig ungeklärte Situation was den Anschluss an einen privaten oder den öffentlichen Kanal angeht. Unser Haus hängt am öffentlichen Kanal. Einen Test muss ich noch machen, aber ich bin mir zu 99% sicher. Die Ursache für das absackende Pflaster habe ich (hoffentlich) auch gefunden.
    Ungefähr ein bis eineinhalb Meter von der ersten Stelle entfernt, hat sich das Pflaster auch gesenkt und hier habe ich die Ursache gefunden. Ich habe beide Stellen aufgegraben. An der ersten Stelle war zwar eine Muffe - Übergang Steinzeug unterm Haus und PVC Rohr Richtung Straßenkanal. Diese Muffe ist dicht. Trotzdem habe ich einen Rattenköder auf das Rohr gelegt. Bingo: der Köder war am nächsten Tag weg. Aber wo kommen die Ratten her? Die Rohre sind alle in Ordnung. Die zweite Grabung hat es gezeigt. Ich bin auf ein offenes Rohrende gestoßen, dass aus Richtung Kanal kommt, aber nicht weitergeht. Ein paar Zentimeter darüber war aber ein Gang, indem der Splitt lag, der an der anderen Stelle so unerklärlich verschwunden war. Scheinbar haben sich also Ratten aus dem Kanal ihren Weg durch dieses offenen Rohr bis unter unser Haus gesucht.
    Warum dieses Rohr da liegt, kann ich nicht nachvollziehen. Alle Abwässer vom Haus, ob aus Waschbecken, Spüle, Hofablauf oder Regenrinnen, fließen richtig in den Kanal.
    Das Rohr ist jetzt mit einem Muffendeckel samt Dichtung verschlossen. Aus Richtung Kanal kommt also nichts mehr. Wenn sich noch Ratten unterm Haus befinden, wird sich zeigen, ob sie noch einen Fluchtweg finden.
    Beste Grüße
    Joe
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