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  1. #1

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    Gilt VOB für private Bauherren?

    Hallo,

    ich habe folgendes zur VOB gefunden: "Es enthält Regelungen für die Vergabe von Bauaufträgen durch öffentliche Auftraggeber".

    Wie kann sie dann für private Bauherren gelten?

    Hilft mir mal jemand vom Schlauch runter bitte?

    Danke!

    Julia
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  2. Gilt VOB für private Bauherren?

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  3. #2
    Bauexpertenforum Avatar von Yilmaz
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    Hallo,
    VOB Teil A gilt bei öffentlichen Aufträge.
    Teil B kann im Privatbereich vereinbart werden.
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  4. #3
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    so wie ich das sehe:
    Wenn die VOB/B ohne Zutun des AN vom AG eingebracht wird (z.B. über Bemerkungen in der Ausschreibung, dann auch seine AG`s) dann gilt diese als vereinbart, da der AN als Fachmann und fit in der VOB gilt.
    Wenn aber die VOB von Seiten des AN eingeführt wird und der AG alleine steht (ohne z.B. Architekten) dann gilt deren Wortlaute als AGB`s des AN und müssen sich an dem BGB messen.
    Somit kann dieses Regelmäßig nur zum nachteil des AN sein.

    Die Abrechnungsarten VOB/C gilt allegemein, wegen fehlender anderer Abrechnungsgrundlagen, es sein denn, es wir etwas anderes vereinbart.
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Fellina Beitrag anzeigen
    VOB ...: "... enthält Regelungen für die Vergabe von Bauaufträgen durch öffentliche Auftraggeber". Wie kann sie dann für private Bauherren gelten?
    In dem die Anwendung der Teile B und C zwischen den Vertragspartnern ausdrücklich und wirksam bspw. in einem Bauvertrag vereinbart wird.
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  6. #5
    Bauexpertenforum
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    Nachtrag: Auch die VOB/A kann privat vereinbart werden.

    Böse Falle, wenn da jemand seine Ausschreibungs-Texte zu locker flockig unangepasst einsetzt.
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  7. #6

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    Zitat Zitat von PeMu Beitrag anzeigen
    Nachtrag: Auch die VOB/A kann privat vereinbart werden.
    Zwischen wem?
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  8. #7

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    Zitat Zitat von Skeptiker Beitrag anzeigen
    Zwischen wem?
    Private Leute/ Institutionen/ Firmen können halt nach VOB/A ausschreiben mit allem Drum und Dran.

    Letztlich ist dies ja nur ein festgelegter Prozess.
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  9. #8
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    Hallo,

    vielen Dank schonmal. Um mal Licht ins Dunkel zu bringen, es ging darum, dass im Vertrag die VOB/B erwähnt war, z.B. für Kündigung.

    LG

    Julia
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  10. #9

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    Vob/b

    Hallo Fellina,
    die VOB/B ist auch für private Verbraucher im Rahmen von Bauverträgen vereinbar. Zwingende Voraussetzung ist allerdings, dass die vollständige Fassung bei der Vertragsunterzeichnung beigefügt wird. Ist dies nicht der Fall, ist diese nicht vereinbart, auch wenn im Vertrag entsprechendes geregelt wurde. Die VOB sieht lediglich eine Gewährleistung von vier Jahre vor. Die BGB-Regelung ist fünf Jahre. Auch hierauf sollte man achten.

    ciao Matthias E. Breugl
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  11. #10

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    Zitat Zitat von RMartin Beitrag anzeigen
    Private Leute/ Institutionen/ Firmen können halt nach VOB/A ausschreiben mit allem Drum und Dran. Letztlich ist dies ja nur ein festgelegter Prozess.
    Eben, und die Einhaltung der Regelungen zu diesem Prozeßablauf kann sich der private Bauherr bzw. sein Ausschreiber selbst auferlegen. Weshalb aber sollte ein kleiner Bauherrn (EFH) mit möglichen Bietern oder Auftragnehmern aber die Einhaltung des Ablaufes nach VOB/A freiwillig vereinbaren, wie hier anfangs geschrieben? Mir fällt da nur "Korruptionsbekämpfung" ein, und darum geht es m.E. ernsthaft erst bei sehr viel größeren Auftragsvolumina.
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  12. #11

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    Ja, Skeptiker; da gebe ich Dir 100% Recht. Für 'kleine Bauherren' macht dies natürlich keinen Sinn.

    Denke da an größere Konzerne, die privat ausschreiben (dürfen) und dann aber dennoch um intern entspr. sauber/ compliant zu sein dieses VOB/A-Verfahren wählen....
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  13. #12
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    Ob das Sinn macht ist ein Thema. Wenn man VOB/A im Text drin hat, dann ist es vereinbart - auch im privaten Bereich, egal ob groß oder klein.

    Passiert ab und an, wenn Texte als Vorlage übernommen werden.

    Ein Hinweis der Vollständigkeit halber - falls man da mal reinstolpert.
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  14. #13
    Bauexpertenforum Avatar von stefan ibold
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    da hab ich so meine zweifel

    Moin,

    auch wenn der Herr RA meint, dass es ausreichend sei, dass die VOB einem Angebot beizulegen, so behaupte ich das grundsätzliche Gegenteil und berufe mich dabei auf die Urteilsbegründung des BGH.

    Grüße

    stefan ibold
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    nochmals zur Klarstellung
    wenn im Bauvertrag die VOB/B lediglich als Vertragsbestandteil geregelt ist, ohne dass der Gesetzestext der VOB/B vollständig als Anlage dem Bauvertrag beigefügt ist, ist die VOB/B nicht wirksam als Regelwerk im Bauvertrag einbezogen und damit nicht wirksam vereinbart. dann gilt grundsätzlich BGB. ciao
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  17. #15

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    Für Herrn ibold:
    Von welcher Urteilsbegründung des BGH entsprechende Sie. Der BGH ist vielmehr noch einen Schritt weiter gegangen. Die Klauseln der VOB/B unterliegen nach seinem Urteil vom 24.07.2008 (Az. : VII ZR 55/07) bei Verwendung gegenüber Verbrauchern sogar noch einer Einzelkontrolle nach §§ 307 ff. BGB. Das bedeutet, dass selbst bei Vereinbarung der VOB/B als Ganzes jede einzelne Klausel von einem Gericht dahingehend überprüft werden darf, ob diese spezielle Klausel den Verbraucher unangemessen benachteiligt, selbst dann, wenn der Gesetzestext vollständige der vertraglichen Vereinbarung beigefügt war. Folge hiervon wäre die Unwirksamkeit der Regelung.

    Damit wurde der Verbraucherschutz im Bereich des Baurechts deutlich erweitert.
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