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  1. #1

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    AltbauSanierung: Welche Kombination Wärmedämmverbundsystem/Fenster

    Hallo, ich wohne allein mit Frau in einer kleinen Doppelhaushälfte Baujahr 1962. Die Wände sind aus Vollbeton, 24 cm. Fenster 89, doppleverglast laut Fensterbauer u-Wert ca. 3.
    Dach zwischensparrengedämmt.
    Energieverbrauch bei 110 m2 Wohnfläche und 155 m2 Nutzfläche: 950 l Heizöl bei Brenner Bj 89, sowie 3 Festmeter Holz (Schwedenofen) und Brauchwassersolaranlage ca. 5 qm2.

    Ich überlege mir nun eine Fassadendämmung und neue Fenster.

    Man hat mir 16 cm Styropor 0,32 empfohlen sowie Doppelglasisolierfenster.
    Ich solle keine 3-fach Fenster mit U= ca. 0,9 nehmen, da wären die Rahmen zu dicht, wenn ich ein WDVS mache (Aussage eines Fensterbauers: halte ich für hochgradigen Unsinn). An den Innenwänden könnte ich die vorhandenen "Thermopeten" belassen.

    Dann habe ich noch eine auskragende Balkonplatte im Schlafzimmer überm Wohnzimmer (Schwedenofen steht drunter). Der Stukkateur meinte, ich bräuchte den Balkon nicht einpacken lassen, das sei nicht so wild mit der Wärmebrücke. Es wär halt ein Aufwand, da neues Geländer am Balkon nötig wäre, und komplett neuer Aufbau, evtl. auch Fenster hochsetzen lassen. Derzeit ist es lediglich die Betonplatte mit ner Betonfarbe drauf).

    Für die ca. 130 m2 Fassade will der Stukkateur mit allem drum und dran (Dachverbreiterung, Fallrohrversetzung, neue Fensterbretter ca. 18500 Euro.

    11 Neue Fenster dreifach verglast U=0,9 18m2 Fensterfläche und ne neue Haustüre: ca. 12000 Euro (vom Baumarkt).

    Was meint ihr?
    Welche Fenster soll ich nehmen?
    Was mache ich mit dem Balkon?
    Soll ich das Ganze überhaupt machen? (ich schätze ich kann damit ca. 500 L Heizöl/Jahr sparen, und hab ein angenehmeres Raumklima wegen Wegfall der Konversionskälte an Wänden/Scheiben. Zusätzlich ein bisle Wertsteigerung. Aber wenn ich in 20 Jahren verkaufen will, möchte eh keiner mehr ne Hütte aufm Land, 10 Km weit weg vom nächsten Bahnhof.

    Lohnt es sich evtl. ein Gutachten erstellen zu lassen, oder komm ich wahrscheinlich eh nicht in einen interessanten Energieeffizienzhaus-Förderungsbereich?
    Ab 1.3. bekomm ich ja eh 5% Zuschuß für Einzelmaßnahmen, auch ohne Gutachten, wenn ich das richtig verstehe.

    Fragen über Fragen:-)

    Vielen Dank für die Stellungnahmen
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  2. AltbauSanierung: Welche Kombination Wärmedämmverbundsystem/Fenster

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  3. #2

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    Warum der Rahmen eines Doppelfensters weniger dicht sein soll, als bei einem
    3 fach verglasten Fenster erschließt sich mir nicht. Vielleicht sind die Baumarkt-
    fenster weniger dicht. Wahrscheinlich würde er so oder so derart pfuschen, daß
    beides undicht ist ...

    Für die Einzelmaßnahmen braucht man jetzt auch einen Sachverständigen (der
    dafür wie Baubegleitung mit 50% gefördert wird). Der kann Dir dann auch sagen,
    ob Du eine Chance hast, Energieeffizienzhaus 115 oder besser zu erreichen und
    was dafür erforderlich ist. Das Niveau der Dachdämmung und ggf. Kellerdeckendämmung
    spielt da sicherlich auch eine Rolle.
    Ich hoffe, daß wir unseren Berechnungen morgen bekommen, da wir auch die
    Fenster, Haus- und Kellertür austauschen und ein WDVS anbringen lassen wollen.
    Die Balkonfrage stellt sich bei uns auch, zusätzlich noch zwei Trennwände zu
    den Nachbarn ...
    Unser Eigenanteil für den Sachverständigen wird so bei 350 Euro liegen.
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  4. #3

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    Die Haupteinsparung wird wohl durch die Fassadendämmung erreicht. Die erreicht nach der Dämmung einen U-Wert unter 0,2W/m2K, das ist schon eine deutliche Verbesserung zum jetzigen Zustand.

    Ob Fenster mit Ug 1,1 oder 0,9W/m2K zum Einsatz kommen, macht aus Energiesparsicht keinen großen Unterschied mehr. Bei den 18m2 landen wir bei vielleicht 350kWh Einsparung p.a.

    Gruß
    Ralf
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  5. #4
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    abgesehen von der sinnhaftigkeit, sowas von jemandem planen zu lassen,
    der von bau und energie ahnung hat:

    die eingangswerte passen für mich nicht.

    wirklich beton? innen 5mm schaumtapete?
    balkon als kühlrippe?
    und -holz/solar umgerechnet- 1500 l öl /a?

    extensivnutzung? oder wie geht das ?
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  6. #5
    Avatar von Hundertwasser
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    Ich kann Ralfs Meinung nur bestätigen.

    Die Betonplatte einzupacken wird wohl kaum funktionieren da man ja auch die Oberseite dämmen müsste. Das gibt meistens Probleme da die Balkontür zu tief liegt. Konsequenter Weise müsste man die Betonplatte abschneiden und, wenn Balkon gewünscht, diesen vor die Fassade setzen. Wirklich rechnen wird sich diese Maßnahme kaum.

    Da man aber neben der reinen Geldersparnis auch weitere Vorteile erzielt rate ich trotzdem grundsätzlich zu einer energetischen Sanierung. Den Wohlfühlfaktor und den Werterhalt der Immobilie hast du ja selber schon angesprochen.
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  8. #6
    Themenstarter

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    zu den diversen Antworten (erstmal vielen Dank):

    1. ich verwette meine Guttenberg-Hut, dass Einzelmaßnahmen auch ohne Gutachten gefördert werden, ab 01.03.11. Zumindest behauptet dass die KfW-Hotline. Natürlich braucht man eine Bestätigung des ausführenden Handwerkers. Ansonsten würde mein Eigenanteil 300 Euro inklusive KfW-Stellungnahme kosten.
    Sinnhaftigkeit einer (Energie)beratung: Darüber lässt sich trefflich diskutieren. Als Stichwörter fallen mir gerade Finanzberater, Lebensberater, Krisenberater usw. usw. ein. Zumindest aber schadet es sich nichts, sich im Vorfeld ein paar Gedanken zu machen und sich in entsprechenden Foren etc. zu informieren.


    2. Ausgangswerte: wenn die Originalbaubeschreibung stimmt, ist es halt so. Sind ca. 1500 L Heizöläquivalent zu viel oder zu wenig, oder wie ist der Begriff der "Extensivnutzung" zu deuten? Raumtemp ist bei uns immer so um die 20 Grad. Die Aussenwände sind 25 cm dick aus porigem Einkornbeton. Gut, dann sind noch ein paar cm Verputz drauf. Innen ist dann diese Thermopete drauf, sei es nun 5 oder 3 mm. Und darauf natürlich ne normale Tapete.

    3. Balkonkühlrippe (3,6 m2) : Wenn ich neue Fenster einbaue, könnte ichs neue ja bisle höhersetzen, dann wäre Dämmung auf der Balkonoberseite unproblematisch. Aber insgesamt würde mich dann der neue Balkon mit neuem Geländer nebst Belag/Dichtung uswusw. alleine ca. mindestens 3000 Euro kosten. Wenn er kühlrippentechnisch kein Unheil anrichtet, lass ich ihn lieber wie er ist.


    4. Der Punkt mit dem Wohlfühlfaktor ist schon ok. Allerdings ist das Ergebnis meiner Berechnungen, dass ich erstmal 28 Jahre warten muss, bis eine Investition wenigstens wieder drin ist (8%Steigerung der Energiepreise und eine Kapitalverzinsung von 3% angenommen) auch nicht ohne.

    Der Bauphysiker und Gutachter von der Verbraucherzentrale meinte jedenfalls, er würde davon abraten jeden modischen Schmarren mitzumachen........
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  9. #7

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    Wenn ein Dach über dem Balkon ist, bleibt noch die Variante Balkon mit in die Thermische Hülle zu nehmen bringt etwas mehr Wohnfläche, und ist häufig nicht so wesentlich teurer als Balkon einpacken.
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