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  1. #1

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    Nachteile Bodenplatte Stahlfaserbeton

    Guten Morgen!

    Infos vorweg:
    - Plan durch Architekt steht, Statiker ist nun zugange.
    - Haus Außenmaße 10 x 11 Meter, Keller (schaut halb raus) und ein Geschoss überm Keller.
    - Bodenaufbau: "Kiesschicht", 12cm Dämmschicht (ggfs XPS), darauf die Bodenplatte.

    Mein Statiker erklärte mir gestern den Stahlfaserbeton und wolle berechnen ob die Bodenplatte aus diesem Material gebaut werden kann.

    Gestern habe ich nun hier und bei "Bau.de" nach den Themen SFB, Stahlfaserbeton etc gesucht.
    Das Thema Bodenplatte aus Stahlfaserbeton ist ja nicht neu hier.
    Erkennen konnte ich ganz klar das die Experten hier keine Freunde dieses Materials in Verbindung einer tragenden Bodenplatte sind.
    Mein Problem ist, ich konnte einiges lesen, aber keine klaren Gründe erkennen warum dieses Material so unbeliebt ist.
    Daher meine Frage, wo liegt das Problem bzw liegen die Nachteile beim Stahlfaserbeton gegenüber der alten Bewehrung im Bereich Bodenplatte?
    Ich schaue heute regelmäßig hier rein, wenn weitere Angaben meinerseits benötigt werden, bitte hier schreiben.
    Danke im Voraus!


    Mit freundlichen Grüßen,

    Martin


    Ps: Ich will das mein Haus ordentlich gebaut wird, der Preis spielt bei der Bodenplatte nicht unbedingt die Hauptrolle.
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  2. Nachteile Bodenplatte Stahlfaserbeton

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Lebski
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    Stahlfasern kann man vor Betoneinbau nicht Kontrolieren wie Matten. Bei der Zugabemenge wurde (und wird) oft gespart. Falsche Zugabe der Fasern kann zu ungleichmässiger Verteilung im Beton führen.

    Bei tragenden Bauteilen sind entweder die Anforderung an die Ausführung und Überwachung extrem hoch, oder es ist nicht zulässig (Was nicht heisst, dass es nicht funktioniert). Bei Lastabtragung über Fundamente ist es Problemlos, wenn die Bodenplatte nur Konstruktiv bewehrt wird. Ein guter Weg wäre eine Kombibewehrung, also Baustahlmatten und Stahlfasern, diese Ausführung macht auch im EFH Sinn.

    XPS direkt auf Kiesschicht? Ich kenne das nur auf Sandbett oder Sauberkeitsschicht. Wo kommt eigentlich deine Erdung hin? Und welchen Lastfall Wasser hast du, wie wird Abgedichtet?
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  4. #3
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    ein genäherter wegweiser zur groben richtungsbestimmung:
    die fasern im sfb entsprechen etwa der kleinsten mattenbewehrung
    (optimistische) mindestbew. ist min 2-3x so gross
    also: klass. bew.zulagen - einsparung? käs!

    das tolle an sfb:
    ich bekomme als "statiker" mein vollhonorar -
    für arbeit, die andere erledigen.
    wenn ich damit zufrieden sein kann, ist das toll.

    mit "glück" bemerkt man erst, wenn die erf. sicherheiten um 1/3 reduziert
    werden, schäden.
    1/3 ist allerdings nicht unbedingt viel ..

    wenn was nicht hinhaut, sind andere schuld



    bei "sonderbauteilen" kann sfb u.u. echte vorteile haben.
    dazu werden genug dissertationen verfasst
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  5. #4

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    Was ich als Laie in der Theorie absolut nicht verstehe:
    Wie kann denn die Platte (stat. bewehrt) die Zugbelastung aufnehmen, wenn die Fasern gar keine Verbindung untereinander haben. Oder darf man das nicht linear betrachten, sondern eher als Matrix? Weis nicht, wei ich das erklären kann.



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  6. #5
    Themenstarter

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    Hallo,

    Erst einmal vielen Dank für ihre Antworten, das ging ja fix!

    Zu ihren Fragen Herr Lebski:
    - über die Kiesschicht kommt eine Sandschicht (Feinplenum, so wurde dies genannt)
    - Die Erdung muß wohl aus Edelstahl sein, sie kommt aussen rum und wird ins Haus (Technikraum) geführt
    - Lastenfall Wasser, hier weis ich nicht recht wie ich es ihnen mit meinen Worten erklären soll, ich versuchs mal:
    Gefälle ca 7%, mein Elternhaus steht 20m unterhalb meiniger baldigen Baustelle, dort ist der Keller mit Betonsteinen gebaut und mt dieser dicken Pampe abgedichtet. in über 30 Jahren garkein Problem mit Wasser, alles trocken. Der Boden ist lehmig in unserer Ecke.
    - Aussenabdichtung, das sollen Bahnen sein welche verschweisst werden, ich komme jetzt nicht auf den Namen.

    Ich versuche es mal zusammen zu fassen:
    1. kann man die Bewehrung nicht oder nur schwer kontrollieren ob genügend Material (Stahl) beigemischt wurde und warscheinlich auch ob die Mischung homogen ist.
    2. da die Stahlteile "kleiner" sind braucht man deutlich mehr (so richtig verstanden Hr mls?) was dann mehr Materialkosten bedeuten würde
    3. Der Punkt mit der einfachen Berechnung durch Statiker habe ich auch verstanden


    Mit freundlichen Grüßen,

    Martin
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  7. #6

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    Es gibt noch einen netten Punkt, der oft übersehen wird, zumindest, wenn es um tragende Bodenplatten geht.
    Die Rechennormen für Matten- und Stabbewehrung sind in den meisten (allen?) Bundesländern eingeführte technische Baubestimmungen - haben also so eine Art Gesetzescharakter.
    SFB wird darin nicht erwähnt.

    Ergo bricht, wer Bewehrung über SFB erschlägt, gültiges Recht.
    Uuuups
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  8. #7
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von martj Beitrag anzeigen
    ..
    2. da die Stahlteile "kleiner" sind braucht man deutlich mehr .. was dann mehr Materialkosten bedeuten würde
    jain.

    es gibt bauvorhaben, da versuchen´s die betonfaserer immer wieder
    wenn man dann (oh! ungewohnt!) sagt, welche beanspruchung das
    bauteil aufnehmen können soll, ist schnell schicht .. anscheinend lässt sich
    nur eine begrenzte menge fasern zusetzen - jedenfalls kommt dann
    schnell der vorschlag, den "rest" mit konv. bew. abzudecken
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  9. #8
    Lebski
    Gast
    Der rechnerische Nachweis ist der Knackpunkt, bei Kombibewehrung kann dies einen Sinn machen, wenn Matten oder Stabstahl punktuell oder Linienartig die Kräfte aufnehmen, Bereiche dazwischen mit Stahlfasern konstruktiv gemacht werden. Ob das den Aufwand wert ist, kann ich nicht beurteilen, glaube eher nicht. Ich weiss nur, dass wir auf diese Art dann arbeiten, wenn Statisch relevante Bodenplatten gemacht werden. Was im Industriebodenbau selten der Fall ist.

    Fasern funktionieren anders, die sind 3-Dimensional im Beton verteilt.

    Wir führen seit über 16 Jahren Bodenplatten in Fasern und/oder Betonstahbewehrung aus. Fasern würden wir sicher nicht mehr machen, wenn die nicht ihre Berechtigung hätten. Die liegt aber hauptsächlich im konstruktiv Bewehrten Anwendungsfall. Übrigens, die Mengen sind zwischen 20 bis 45 kg/m³ bei 20 cm stärke also 4 bis 9 kg/m². Mehr ist nicht Wirtschaftlich. Allerdings braucht man weniger Fasern als bei Matten. Und natürlich werden dafür Statische Berechnungen erstellt, welche Belastungen der Boden aufnehmen kann. Allerdings nach anderen Rechenmethoden als bei Bewehrung. Könnte man mit Fasern jeden Anwendungsfall abdecken, gäbe es wohl kein Baustahl mehr.

    Dein Sandbett, Erdung aussen mit Edelstahl und Abdichtung hört sich ja schon mal gut an. Bleib bei den Fasern skeptisch. Ich wäre es auch.
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  10. #9
    Themenstarter

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    Aus für Stahlfaserbeton

    Hallo noch einmal,

    also, nachdem ein befreundeter Ingeneur (der baut Biogasanlagen) auch nicht viel davon hält ....und ich selbst schon skeptisch bin habe ich dem Stahlfaserbeton abgesagt. Bei meiner Dämmung unter der Bodenplatte bleibe ich aber.
    Was das Rechnen allerdings angeht, hier erklärte mein Statiker mir im Anschluss, das die alte Bewährung errechnet wird, und dann daraus in Tabellen etc der Stahlgahalt ermittelt wird.
    Mich wundert nur das es hier garkeinen Befürworter gibt zu diesem Thema.

    Ich danke nochmals für eure Antworten und sage ciao bis zur nächsten Frage.

    Martin
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  11. #10
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    Es gibt Befürworter. Hier:

    Stahlfaserbeton ist doch ok ....

    im Industriebau, Bodenplatten, besondere Anwendungsfälle.

    Aber nicht bei Wohnhäusern in der Bodenplatte, in der Wand als sorgloser Ersatz für konventionelle Bewehrung.
    unbewehrte Bodenplatte, dann weglassen
    bewehrte Bodenplatte dann Bewehrung.
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  12. #11

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    Ich bin auf der Suche nach neueren Informationen zur Stahlfaserbetonbodenplatten. Wie sind denn da inzwischen die Erfahrungen im Efh Bereich?
    Wo kann ich Infos dazu finden?
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  13. #12

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    Daran hat sich meines Wissens nach nichts geändert in den letzten 4 Jahren
    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Es gibt noch einen netten Punkt, der oft übersehen wird, zumindest, wenn es um tragende Bodenplatten geht.
    Die Rechennormen für Matten- und Stabbewehrung sind in den meisten (allen?) Bundesländern eingeführte technische Baubestimmungen - haben also so eine Art Gesetzescharakter.
    SFB wird darin nicht erwähnt.

    Ergo bricht, wer Bewehrung über SFB erschlägt, gültiges Recht.
    Uuuups
    SFB als Rissvorsorge in statisch nicht bewehrten Platten bzw. nur konstruktiv bewehrten Platten - ja.
    SFB für statisch bewehrte Bodenplatten - N E I N
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  14. #13

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    Danke Ralf, also keine wesentlichen Änderungen im Vgl. zu 2011
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Hier findest Du die Liste der Technischen Baustimmungen, die in Niedersachsen bauaufsichtlich eingeführt sind, also nicht im Rahmen eine privatrechtlichen Vereinbarung abbedungen werden können.
    https://www.google.de/url?sa=t&rct=j...Yv9zzM_-FxDBQA

    Mit pdf öffnen,

    Ich finde unter Stahlbeton nichts, was SFB betrifft.
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  17. #15
    Lebski
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    Doch.

    Die Thematik wird jetzt in der DAfStb-Richtlinie „Stahlfaserbeton“ geregelt. Mit der bauaufsichtlichen Einführung der Stahlfaserbetonrichtlinie ist die Verwendung von Stahlfaserbeton im statisch relevanten Bereich nun möglich und Einzelzulassung bzw. allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) sind nicht mehr erforderlich.

    Ob es deshalb im EFH-Bau sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Hochregallager werden in großem Umfang so bemessen und gebaut. Die Prüfungen und die statischen Nachweise sind dort aber besser auf die Fläche umzulegen.
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