Ergebnis 1 bis 2 von 2
  1. #1

    Registriert seit
    01.2004
    Ort
    irgendwo
    Beruf
    Technische Zeichnerin
    Benutzertitelzusatz
    Schlaumeierin
    Beiträge
    139

    ROTEX System 70

    Hallo,

    für unser EFH haben wir einn Fachplaner beauftragt zwecks Planung und Erstellung eines LV. Hat soweit alles geklappt.
    Im Moment sind wir in der Ausschreibungsphase.
    Wir sind Fachlaien!

    Im EG (100m²) und im BAD (OG) soll zusätzlich zu Radiatoren eine Fußbodenheizung/erwärmung rein.
    Geplant und ausgeschrieben wurde diese im EG mit 4 Schleifen und eine im BAD. Extra Kreislauf für die FBH.

    Jetzt preisst mir einer der Handwerker das System Rotex an.
    Rohr im Rohr, nur eine Vorlauftemperatur u.s.w.

    Im Forum und in bau.de hab ich diverse Beiträge zu dem System gefunden .... die allesamt nicht gerade positiv ausfallen.

    * Temperaturniveau zu hoch
    * zu kleiner Rohrdurchmesser (8mm)
    * hydraulicher Abgleich schwierig

    Wir hatten mal Unterlagen der Bausatzfirma HEAT. Deren System sieht gleich aus.
    Irgendwie macht das ganze Rotex System für uns den Eindruck, als ob es mehr für den Selbsteinbau durch Heimwerker gedacht ist ?!?!
    Im Prospekt steht zusätzlich, dass die Leitungen jetzt sauerstoffdicht sind. Stimmt das ?

    Unser Gefühl ist: Finger weg !
    Oder versperren wir uns hier gegen eine technische Revolution ?

    Grüssle
    Conny
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. ROTEX System 70

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2
    Achim Kaiser
    Gast
    Hallo Conny,

    das ist eine Philosophiefrage, die du hier stellst.

    Festzustellen ist, System 70 funktioniert.

    Allerdings hat das System 70 wie alle Systeme Vor- und Nachteile, die es je nach Anforderungen eben abzuwägen gilt.

    Das System 70 funktioniert mit wesentlich höherer Temperatur und dadurch entsprechend geringerem Wasserdurchsatz.
    Aus der höheren Temperatur ergibt sich ein etwas anderes Betriebsverhalten im Vergleich zur herkömmlichen FBH, heisst die Kennlinien sind deutlich steiler, das System muß zur ordentlichen Funktion sauber ausgelegt werden, berechnet und entsprechend den Vorgaben *mit allen Systembauteilen* gebaut werden, dann funktioniert es auch.

    Die Einstellarbeiten sind etwas heikler, da auf wesentlich weniger Wassermenge abzugleichen ist.

    Systembedingt bietet das System 70 allerding z.B. je nach Auslegung deutlich weniger Reserven als ein konventionelles System, da ein Teil der Leistung ja schon über die Temperturauslegung verbraten wurde. Eine Steigerung des Wasserdurchsatzes ist auf Grund der kleinen Rohrdurchmesser auch nur sehr begrenzt möglich (Heizkreise mit 100 m sind da nicht möglich).

    Man muß die Grenzen des Systems kennen und beachten, dann funzt es ganz gut.

    Bedeutet aber auch, das die *vorgesehene* Zonierung die in der Ausschreibung enthalten war neu überdacht werden muß...

    Im EG mit 4 Heizkreisen 100 m² abzudecken erscheint mir auch bei einer konventionellen FBH etwas viel zu sein.
    Hier sollte mal ein Auge auf die Regelfähigkeit der Anlage geworfen werden...heisst...es kann nur da geregelt werden, wo es einen separaten Heizkreis gibt.

    100 m² bedeuten pro Heizkreis 25 m²bei einem 20er Verlegeabstand sind das 125 m Rohr pro Heizkreis...wenn man mal *nur* den Durchschnitt nimmt...nachdem allerdings WC, Flur, Küche, Esszimmer und Wohnzimmer schon 5 Räume/Zonierungen gibt...sollte da vermutlich mal uber ein paar zusätzliche Rädchen zum regulieren nachgedacht werden ;-))

    Wenn ich die *üblichen* funktionalen Grundsätze im EFH ansehe (heisst wo will ich überall schrauben können um die Wärmeabgabe beeinflussen), dann hab ich das Gefühl, dass da noch über ein paar Heizkreise nachgedacht werden sollte (ohne den Plan zu kennen)....üblicherweise haben bei mir *normale* Heizkreise zwischen 60 und 80 m Rohrlänge in den größeren Räumen und in den kleineren natürlich entsprechend weniger....vor allem weil Estrichgrößen, Raumaufteilung, Dehnfugen etc zu berücksichtigen sind (nicht weil ich an die Systemgrenze des Rohres stosse).

    Wenn die Heizkreise verlegt sind und der Estrich eingebracht...gibts *funktional* nichts mehr zu ändern...

    So rein gefühlsmäßig würde ich da den einen oder anderen Heizkreis mehr verbauen....(ich schraub nun mal gerne...bzw. halte mir die Möglichkeit dazu offen...)

    Das alles ist keine Frage der Heizleistung, sondern der Regelfähigkeit bzw. -möglichkeit...und die wird heutzutage immer gerne unter den Tisch gekehrt....deswegen sind die FBH´s auch in der Regel zu träge und so mancher beisst sich in den Hintern, dass er nicht noch 2 oder 3 Heizkreise mehr vorgesehen hat.

    Der oft angeführte Vorteil System 70 ohne einen Mischer betreiben zu können, sehe ich eher als einen Nachteil, denn eine FBH hat andere Regelverzugszeiten als die Heizkörper...gibts keinen Mischer, gibts da auch nichts *extra* zu Regeln....weil mal wieder ein Rädchen dazu fehlt...

    Es kommt auf die Philosophie an...mit der man eine Anlage baut...
    ...und genauso unterschiedlich sind die Meinungen zu den einzelnen Systemen.

    Folglich die die Frage nicht *gut* oder *schlecht*, sondern passt das System zu dem was ich haben will.....

    ...und Revolution ist es keine, sondern ein System wie jedes andere auch...mit allen Vor- und Nachteilen.

    Eine Gas-Brennwertanlage will/sollte möglichst *kalte* Rücklauftemperaturen haben....wieso brauchts dann ein FBH-System das mit bis zu 70 Grad betrieben werden kann/soll ?

    Selbst die Heizkörper können bei einem kombinierten System problemlos auf 55/45 ausgelegt werden ....(und sollten das auch, das größte übel sind Spreizungen mit Delta-T 20...im EFH gibt das ne Kuhschwanzheizung)

    Ich setze das System 70 dann ein, wenn ich ganz gezielt mit den hohen Temperaturen arbeiten muß/will/soll....z.B. im Bestand

    Im Neubau mit 100 m² baue ich eigentlich eher konventionelle Systeme ein, mit der Möglichkeit gesondert zu regeln.

    Wobei...alles immer eine Frage des Preises. Nur wer bei FBH spart, lässt sie am besten gleich ganz weg ;-))

    nur mal wieder meine Meinung

    Gruß
    Achim Kaiser
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

Ähnliche Themen

  1. ROTEX Solaris
    Von cstueber im Forum Sonstiges
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 13.02.2012, 16:23
  2. Aufsatzrolladenkästen oder seperates System
    Von Ralf123 im Forum Fenster/Türen
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 19.07.2004, 16:25
  3. Erfahrungen mit Rotex System 70 gesucht.
    Von Larsi im Forum Sonstiges
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 12.07.2004, 09:34
  4. Dimmer für modulares IO System gesucht !
    Von cstueber im Forum Elektro 1
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 27.04.2004, 10:53
  5. Welches System ist zu empfehlen ??
    Von Bram im Forum Spezialthema: Wind- und Luftdicht
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 01.03.2004, 11:54