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  1. #1
    orangebug
    Gast

    Gebrochene Füllsteine in Hohlsteindecke

    Hallo Forum,

    bisher habe ich leider nirgendwo etwas entsprechendes zu meinem Problem finden können, aber vielleicht gibt es hier jemanden der damit Erfahrungen hat:

    Folgende Fakten
    - Haus Jahrgang 1958
    - Hohlsteindecke mit Stahlbetonträgern
    - alle Bodenbeläge wurden entfernt (Fliesen im Dickbett, Estrich, Dielen)

    Überall sieht die Decke soweit ok aus, bis auf dem Flur im EG. Auf einer Fläche von ca. einem Quadratmeter sind mehrere Deckensteine gebrochen. Es handelt sich um zwei nebeneinander liegende Reihen - also genau die Flurbreite.
    Den Bruch sieht man von oben (Deckenstein aufgeschnitten) kaum. Nur von der Kellerdecke, von der der Putz beim Rausmachen abgebröselt ist, sieht man deutlich die Brüche!
    Direkt neben den Steinen kommt die Treppe runter, die auch dort auf dem begrenzenden Träger aufgelagert ist.

    Architekt meint dazu: einfach mit Beton ausgiesen. Da unten drunter ein kleiner Kellerflur ist sollten die Wände das zusätzliche Gewicht abfangen können.
    Einen Hersteller von solchen Hohlsteinen habe ich kontaktiert, meint auch ausgiesen müsste gehen.
    Jetzt wird in den nächsten Tagen aber doch nochmal der Statiker drauf schauen ob das auch wirklich machbar ist.

    Mich würde einfach interessieren ob schonmal jemand so ein Problem hatte?
    Ich konnte im Netz nirgendwo Erfahrungen dazu finden.

    Wie kommt es zu solchen Brüchen? Zu harte Behandlung? Brechen diese Steine so leicht?
    Oder eher eine zu starke statische Belastung an der Stelle? Vielleicht sollte man das Problem dann besser nicht über ausgiesen lösen, sondern hier die Decke richtig verstärken?

    Danke für eure Hilfe!
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  2. Gebrochene Füllsteine in Hohlsteindecke

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  3. #2

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    Hallo,

    vielleicht besser den Statiker abwarten. Ohne Bild schwer zu beurteilen.

    Auch wenn die Decke unschön aussieht, liegt sicher jede Menge Eisen mit darin, sodass diese nicht gleich durchfallen wird.

    MfG

    Olaf
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  4. #3

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    Nun Ferdiagnose ist wirklich schwierig.
    Wenns die gleiche Sorte ist die bei mir verbaut ist, kann ein brechen schon vorkommen, ist ja nicht mehr als ein Bimsstein mit 3 nebeneinanderleigenden Kammern, also quer zu den Kammern nicht so super stabil (für Baustoffe).
    Ausgiessen, und ggf. in den Hohlraum genügend Eisen liegen, die das zusätzliche Gewicht halten, sollte bei ausreichender Wandtragfähigkeit ausreichen. Jedoch würde mich an deiner Stelle schon die Ursache für die Brüche interessieren.
    An den Brüchen kann man vielleicht erkennen, ob die Brüche schon vor dem Verputzen da waren (Einbaufehler?)
    Oder war vorher schon ein kräftiger Riss im Kellerdeckenputz, an genau dieser Stelle?
    Oder war vor den Stemmarbeiten alles Perfekt in Ordnung, und die Steine sind beim Rausstelmmen zerbrochen (durchaus vorstellbar, besonders wenn ohne Aufbeton gearbeitet wurde und der Estrich /Dickbett der FLiesen sehr stabil war)
    Ob und wie das Ausgiessen geklappt hat würde mich interessieren - wäre nämlich auch eine Methode die Schalldämmung von Hohlsteindecken durch MAssenerhöhung in die Nähe einer massiven Stahlbetonplatte zu bewegen.
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  5. #4
    orangebug
    Gast
    Hallo,

    danke für eure Antworten.

    Der Statiker war inzwischen da und sehr relaxt.
    Aus seiner Sicht hätten wir garnichts machen brauchen. Aber da wir nunmal schon dabei wären könnten wir das mit dem ausgießen ruhig machen.

    @ Hfrik: komplett alles ausgießen sollte man wohl besser nicht. Die Decken sind nicht darauf ausgelegt. Bei uns geht das an der Stelle weil unten drunter run dum die Stelle Wände sind und die das zusätzliche Gewicht gut tragen können. Bei einer größeren Tragweite hätten aber alle (Statiker, Architekt, Hersteller) abgeraten.

    Die schlechte Nachricht ist in der Tat, dass die Steine wohl durchs Rausmachen der Fliesen kaputt gegangen sind, zumindest kann sich der Statiker es sich nicht anders erklären. Andere Probleme hat er an der Stelle nicht feststellen können. Das war für uns auch eigentlich das Wichtigste. Die Steine bekommen wir repariert und können dann ohne Sorgen die Fußbodenheizung drüber legen ohne Angst zu haben, dass uns die Decke in fünf Jahren absackt....

    Ich berichte dann vom Ausgießen!
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  6. #5

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    Dake für die Info.
    Dass ohne zusätzliche Armeirung und ausreichende Tragfähigkeit der Wände das nicht geht ist klar - da aber ca. 17cm Höhe bei mir beim Ausgiessen zur Verfügung stünden, müsste durch Einlegen von Eisen an der Unterseite (mit entsprechender Betonüberdeckung) der Betonblock de sich durch das ausgiessen bildet, so ausgeführt werden können dass er sich selbst trägt bzw. noch etwas mehr - zweiseitig gespannte Betondecken mit 4,4m Spannweite und 17cm Stärke gehen ja auch. Nur während des Ausgiessens bis zum aushärten müsste man die Decke natürlich unterstützen - oder genau rechnen, ob sie den Bauzustand ohne zusätzliche Belastung hält.
    Erzähl auch, wei viel Arbeit das Ausgiessen gemacht hat (Stunden, Steine aufstemmen etc.)
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  7. #6
    orangebug
    Gast
    Hallo,

    am Wochenende stieg der erste Teil der Hohlsteinbefüllung.
    Der Architekt hatte möglichst flüssig angerührten Estrichbeton empfohlen damit der Beton gut durch die Hohlräume fliesen kann. Trotzdem hat sich der Beton nur schwer verteilt.
    Ich kann also damit abraten da die ganze Decke auszubetonieren.

    Nebenbei: das Problem mit der Tragfähigkeit ist, dass die Hohlsteine ihre Last ja nicht auf die Wände bringen, sondern auf die Stahlbetonbalken. Und eben diese Stahlbetonbalken können nach Meinung unserer befragten Experten das zusätzliche Gewicht ausbetonierter Steine nur bedingt tragen. Eben wie bei uns im kleineren Umfang geht es, aber wenn du die ganze Decke ausgießen würdest, das wäre zumindest bei unserer Konstruktion nicht machbar. Die Balken tragen das nicht.

    Wie sind wir also vorgegangen:
    - Unsere Hohlstiene haben zwei Kammern. Diese haben wir von oben mit der Flex aufgeschnitten. Es handelte sich um 7 Hohlsteine in einer Reihe. Wir haben den ersten und letzten aufgeflext.
    - Der erste Hohlstein war ein Wandhohlstein, also abgeschlossen. Der 7. Hohlstein war aber in der Mitte der Decke, daher haben wir ihn zur einen Seite mit Zeitung ausgestopft, so dass der Beton nicht noch weiter laufen kann. Die Zeitung haben wir vorsorglich noch mit dick angerührtem Beton bestrichen.
    - Anschließend haben wir Beton reingegossen und noch Eisen mit reingelegt. Die Eisen waren aber nur schwer reinzubekommen, da die Öffnungen in den Steinen nunmal nicht riesig sind. Das Eisen ist eh nur so sicherheitshalber.
    - Problem war, dass der Beton nicht gut lief und wir uns dann entschieden haben Hohlstein Nummer 4 auch noch aufzuschneiden um in der Mitte auch noch Beton einzufüllen.

    Aktuell ist nur halb voll gefüllt. Wegen der Brüche an der Unterseite haben wir vorher von unten abgestützt.
    Dauer der Aktion war ein Nachmittag für läppische 7 Hohlsteine.
    Ich kann definitiv davon abraten das für eine ganze Decke machen zu wollen.
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