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Fugensanierung am Klinkerschornstein

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  1. #1

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    Frage Fugensanierung am Klinkerschornstein

    Ein Servus an die Baufachleute,

    ich benötige bitte Eure Hilfe und zwar in bezug auf die Fugen an einem älteren Klinkerschornstein.

    Ich versuch das Ganze mal möglichst präzise zu beschreiben, damit dieser Thread evtl. auch noch anderen hilft, die ein ähnliches Problem haben. Zunächst der "Befund" (Stand der Dinge):

    Das Gartenhäuschen meiner Mutter hat einen aus Klinkerziegeln gemauerten Schornstein für die Ofenheizung. Dieser Klinkerschornstein hat einen einzigen Zug und wurde fachgerecht Anfang der 70er Jahre errichtet. Die circa Außenmaße des Schornsteins betragen (B x T x H) = 500 x 500 x 1400 mm. Soweit ich als Baufachlaie dies beurteilen kann, ist der Schornstein seinerzeit zunächst erst einmal hochgemauert worden, ohne das gleichzeitig in einem Arbeitsgang auch die Außenseiten des Schornsteins verfugt wurden. D.h. die Klinker wurden erst in einem zweiten Arbeitsgang verfugt, nachdem der Schornstein schon stand und der Mauermörtel abgebunden hatte.
    Dieser Umstand führt uns nun zu meinem Problem: Auf der Nord- und Westseite des Schornsteins hat sich an etlichen Stellen die Klinkerverfugung über die Jahre gelöst. Ich nehme an durch Frosteinwirkung sind einige ca. fingerlange Fugenstücke herausgebrochen oder sitzen lose zwischen den Ziegeln. An anderen Stellen hingegen - z.B. auf der Südseite des Schornsteins - sitzen die Fugen jedoch noch tadellos fest. Soweit zum "Befund" und dem Stand der Dinge.

    Damit ich bei der Sanierung von Muttern's Schornstein aus Unkenntnis nichts falsch mache oder gar verpfusche, wäre es echt super, wenn Ihr mir mit Eurem Fachwissen bei einigen meiner Fragen helfen könntet - als da wären:

    Frage Nr.1: Welcher Mörtel für die Fugen?
    Der besagte Schornstein gehört - wie g'sagt - noch zu einem "echten" Ofen. D.h. das Ding wird im Betrieb sicherlich entsprechend warm. Da stellt sich die Frage: Was ist der geeignete Mörtel für die Neuverfugung des Schornsteins? (Ein Gartennachbar meiner Mutter sagte: "Da mußt Du einen Mörtel mit viel Kalkanteil nehmen. Kalk brennt sich bei Hitze ein. Bei zuviel Zementanteil reißen Dir die Fugen." - ein anderer Nachbar sagt: "Nimm V.O.R. Mörtel."). Hier im Forum sagte jemand zum Thema Fugenmörtel: "… mit einem, dem Wandmaterial angepaßten Mörtel verfugen. Nachbehandlung nicht vergessen." - Dies ist allerdings für einen Laien praktisch gesehen eine Nullinformation - "dem Wandmaterial angepaßt?" - "Nachbehandlung?" - ehh?
    Ergo: Was ist der richtige Mörtel, den ich für die Neuverfugung des Schornsteins verwenden sollte?

    Frage Nr.2: Wie die noch festen Fugenteile lösen?
    Ich habe gehört, daß bei der Fugensanierung alte noch festsitzende Fugen "herausgefräst" werden. Keine Ahnung, ob es solche Fugenfräsen wirklich gibt und wie die ausschauen. Da der Schornstein nicht allzu groß ist, hätte ich in naiver Weise versucht, mit Hammer und Meißel die festen Fugenteile Stückchen für Stückchen und Fuge für Fuge herauszuschlagen - in der Hoffnung, daß dabei keine Klinkerziegel beschädigt werden. Keine Ahnung ob dies die fachgerechte Art ist, alle Fugen am Schornstein ordnungsgemäß freizulegen. Hier im Forum hat jemand seine Erfahrungen mir einer Flex sowie mit einem Gerät namens Multimaster von Fein mit Diamantscheibe berichtet. Beides funktionierte nicht gut.
    Ergo: Was ist die korrekte bzw. empfehlenswerte Methode mit der ich die alten Fugen sauber freilege und welches Werkzeug bzw. welche Maschinen sollte ich nach Möglichkeit dafür benutzen?

    Frage Nr.3: fachgerechte Ausführung - sprich "How to ...?"
    Ich habe natürlich den Ergeiz die Verfugung der Klinker ordnungsgemäß hinzubekommen, klar. (Ein Gartennachbar der Mutter sagte: "Den Mörtel drückst Du zuerst mit einer schmalen Fugenkelle in die Fuge und anschleißend ziehst Du die Fuge mit der Spitze eines alten Löffels feucht nach - das gibt a schöne Fugenform.") Andererseits - ganz ähnlich wie bei Silikonfugen im Bad, man kenn das ja - trotz Fugenkelle und Muttern's Löffel wird es unerfreuliche Mörtelreste oberhalb und unterhalb der Fuge auf den Klinkerziegeln geben, die dort zurückbleiben, nachdem man die Fuge glattgezogen hat. (Der andere Nachbar sagte: "Du läßt den Mörtel etwas anziehen und nimmst dann eine Zeitung, knüllst sie zusammen und reibst damit den überstehenden Fugenmörtel ganz einfach von den Klinkern, fertig.")
    Keine Ahnung, ob das tatsächlich so "ganz einfach" funktioniert. Immerhin möchte ich am Ende nicht halbtrockenen Mörtel mit Hilfe einer Zeitung über den ganzen Klinkerschornstein verschmieren und so das schöne Klinker-Erscheinungsbild ruinieren sowie zusätzlich mir u.U. auch noch die schöne Fugenform nachträglich wieder versauen.
    Ergo: Wie macht man's richtig, um (a) eine schöne, sauber Fuge zu ziehen und (b) was ist zu tun, damit evtl. überstehende Mörtelreste die Klinkerziegel nicht dauerhaft "verschmutzen" und man am Ende ein 1A Fugenbild hinbekommt?

    Das waren meine drei großen Fragen zum Thema: "Schornsteinfugensanierung". Man kann alles wie folgt zusammenfassen:
    (1.) Welcher Mörtel für die Schornsteinfugen?
    (2.) Wie legt man die alten Fugen am besten frei?
    (3.) Wie erzielt man ein fachgerechtes, sauberes Fugenbild?

    Ich danke Euch für Eure Tips und Hinweise zum Thema.

    Viele Grüße in die Runde ...

    Matthias
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  2. Fugensanierung am Klinkerschornstein

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Baukram
    Gast
    1 : Sand/Zementmischung 3-4 : 1 Raumteile je nach Sandgüte
    2 : schmales Stemmeisen,Schraubenzieher,alter Stechbeitel.
    anschließend lose Mörtelteile auskratzen und mit Besen reinigen
    3 : Mischung mit wenig Wasser anmischen so das eine gut erdfeuchte
    Masse entsteht.
    Fugmörtel mit einem Fugeisen Stein bündig eindrücken, "Löffelmethode"
    glatt streichen und wenn ein paar fugen geschafft sind mit einem Malerquast
    die Reste abfegen.
    bei zu nassen Mörtel verschmiert der Stein und das sieht nicht gut aus.

    bischen üben dann geht das schon, viel Spass
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  4. #3
    Baukram
    Gast
    Nachtrag:
    so machen es die Profis :

    http://www.youtube.com/watch?v=t3R_QsAtaQk
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  5. #4
    Baukram
    Gast
    noch ein Nachtrag zum Nachtrag-
    das mit dem Schwamm nacharbeiten ist nicht das wahre,
    da die Klinker einen Zementschleier bekommen.
    nach dem Abbürsten alles so lassen.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Hallo Baukram,

    vielen Dank für Deine Tips zum Thema Fugensanierung!

    Kurze Nachfrage zum Fugenmörtel. Du sagtest:

    Zitat Zitat von Baukram Beitrag anzeigen
    1 : Sand/Zementmischung 3-4 : 1 Raumteile je nach Sandgüte
    Ein Mischungsverhältnis Sand/Zement von 3-4 : 1 das gibt eine sog. "fette" Mischung - also wie bei Beton bzw. Estrich, richtig? Die zu sanierende Schornsteinfläche ist ja nicht allzu groß. Da stellt sich für mich die Frage, ob ich, anstatt Sand und Zement im angegebenen Verhältnis selbst von Hand zu mischen, nicht einen Sack Fertigmischung verwenden sollte? Und wenn ja, wie die Handels- bzw. Fachbezeichnung für eine entsprechend geeignete Fertigmischung lautet?

    Viele Grüße,

    Matthias
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  7. #6
    Themenstarter

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    ... Nachtrag von mir:

    Dein YouTube Link ist einfach super! So macht's der Profi - in der Tat.

    Eine saubere Verfugung von ca. 1 qm Klinkermauerwerk in unter 4 min. Da staunt der Laie nicht schlecht. (Werde mich bemühen beim Schornstein meiner Mutter hier wenigstens in der B-Note mitzuhalten. )

    Wichtige Erkenntnis aus dem Video für mich ist, daß der Mörtel - so wie Du eingangs sagtest - wirklich nur mit sehr wenig Wasser erdfeucht angerührt wird. Im Video ist sehr gut zu erkennen, wie "trocken" die Mischung beim fachgerechten Verarbeiten eigentlich ist - sehr hilfreich für mich. Hätte die Sache mit Sicherheit schon aufgrund einer zu feuchten Mischung verpfuscht.

    Danke auch für den Tip, daß Abreiben der Fugen am Schluß mit einem feuchten Schwamm bleiben zu lassen. Die Gefahr damit eine leichten Zementschleier auf den Klinkern zu bekommen war bereits meine Befürchtung bei der oben beschriebenen "Zeitungsmethode" des Gartennachbarn.

    Gruß,

    Matthias
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  8. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  9. #7
    Baukram
    Gast
    hallo Matthias,
    noch kurz, die Fertigmischung Zementmörtel aus dem Baumarkt ist
    zu "fett" da bekommste keine vernünftige halbtrockene Mischung mit Wasser hin,
    hol Dir lieber 2-3 Eimer Sand und 1 Sack Zement und misch das selbst zurecht,
    schmiert dann auch nicht so.
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  10. #8
    Baukram
    Gast
    wenn man nicht alles vollständig durchliest...
    zum Mischungsverhältnis :
    1 Raumteil Zement auf 3-4 Raumteile Sand wäre die ca. richtige Mischung.
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