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  1. #1
    T.
    Gast

    Frage Dachlattung nur noch in S10 ?

    Hallo,
    ist es korrekt, daß eine Dach-Traglattung nur noch in 30x50 S10-Latten erfolgen darf (Sparrenabstand 70-75 cm)? DIN 4074-1 ?

    Gibt es diese oder gleichwertige Latten OHNE Farbkennzeichnung an der Stirnseite?

    So wie es aussieht wurden bei meinem Dach Latten ohne Kennzeichnung verbaut, obwohl ich diese ausdrücklich in Auftrag gegeben hatte.

    Wie groß ist der Preisunterschied für Latten mit S10-Kennzeichnung zu ordentlichen Latten ohne erkennbare Sortierklasse?

    Gruß
    T.
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  2. Dachlattung nur noch in S10 ?

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  3. #2
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    Sind die Latten zu schwach oder fehlt nur ein bißchen Farbe an der Stirnseite? Im zweiten Fall sehe ich keinen Preisunterschied.
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  4. #3
    T.
    Gast

    Latten sind optisch OK...

    aber ich bin ja nur Laie, und kann das nicht beurteilen.

    An einigen Latten fehlten Kanten, aber nur an wenigen.

    Gibt es wirklich S10-Latten ohne Kennzeichnung?

    Oder bindet man mir hier einen Bären auf?

    Gruß
    T.
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  5. #4
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    Da haben Sie natürlich recht. Kennzeichnung ist Pflicht. Dass zufällig alle Lattenenden abgeschnitten wurden kann auch nicht sein.

    DIN 4074-1:2003-06

    8 Kennzeichnung

    8.1 ... sind die Bauprodukte wie folgt zu kennzeichnen:
    - Hersteller (verschlüsselt)
    - Sortierklasse

    8.2 Werden Bauprodukte nach dieser Norm über den Handel an den Verwender geliefert und die gelieferten Bauprodukte beim Händler geteilt, so sind die Teile durch Beipackzettel, Farbauftrag, Anhängeschilder oder Ähnliches unverwechselbar zu kennzeichnen. Alle Teilungen sind zu dokumentieren.
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  6. #5
    Avatar von matzi
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    S10

    Kann man ganz einfach feststellen. Wenn du die Latten mißt müssen sie mindestens 3 x 5 cm sein. Da die S 10 Latten mit Übermaß eingeschnitten werden müssen. ca 31 x 51 mm sind sie auch im trockenen Zustand noch 3 x 5 cm. Also über 3 x 5 cm = S10 Latten unter 3 X 5 keine S10 Latten.
    Gruß Matzi
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  7. #6
    T.
    Gast

    Über/Untermaß

    Naja, guter Tip, aber 1mm Unterschied bei nicht definierter Restfeuchte, ist das nicht ein wenig vage zur sicheren Unterscheidung?

    Ich habe nicht eine farbmarkierte Stirnfläche gesehen, sowohl im Bündel (auf dem LKW) noch montiert auf dem Dach. Die waren alle nur grün imprägniert, wie die restlichen Seiten der Latten.

    T.
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  8. #7
    Avatar von matzi
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    S10

    Wenn ich keine Farbe AM Hirnholz sehe,und die Farbe ist manchmal auch noch 1-2 cm weiter,und die Latten sind unter 3 x 5, dann gehe ich davon aus es sind keine S10 Latten. Und wenn ich heute durch ein Neubaugebiet fahre,dann werden max 30 % der Häuser mit S10 Latten gelattet.
    Gruß matzi
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  9. #8
    Bauexpertenforum Avatar von stefan ibold
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    es gibt keine grüne imprägnierung

    Moin,
    .
    das ist ein Salztauchbad, was dazu führt, daß die Latten Sondermüll werden.

    Eine Imprägnierung im Sinne der DIN 68800 ist etwas anderes.

    Grüße
    stefan ibold
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  10. #9

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    Kennzeichnung

    Nach Übereinkunft des BDZ und des VDS zur Ausfüllung der Regelung nach DIN 4074, Ziffer 8 ist wie folgt zu verfahren.

    - Dachlatten mit einem Querschnitt bis einschließlich 40 mm x 60 mm müssen gebündelt geliefert werden. Mindestens eine Dachlatte je Bund muß gekennzeichnet werden. Maximal sind 10 Dachlatten je Bund zulässig. An der Stirnseite ist eine farbliche Kennzeichnung anzubringen.

    - Dachlatte S10: Kennzeichnung in rot

    Diese Forderung ist in allen Bundesländern bauaufsichtlich eingeführt !!

    Generell kann allerdings m.E. nach von der Kennzeichnung abgewichen werden, wenn eine dezidierte statische Berechnung erfolgt. Diese Möglichkeit ist für Dachlatten mit einem größeren Querschnitt als 40 mm x 60 mm, sowie einem anderen Querschnitt als 24/48, 24/60, 30/50, und 40/60 vorgeschrieben.

    Dann wird nach den allgemeinen Sortierkriterien S10 resp. S13 der DIN 4074 sortiert. Das kann eine Maschinen-, aber auch eine Handsortierung sein.
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  11. #10
    T.
    Gast
    Vielen Dank für Eure Antworten.

    Wenn ich mal kurz zusammenfassen darf:

    Bei 70-75cm Sparrenabstand ist 30/50mm Trag-Lattung Sortierung S10 Mindestforderung nach bauaufsichtlicher Bestimmung.
    Diese MÜSSEN gekennzeichnet sein.

    Da die verwendeten Latten nicht gekennzeichnet sind, KÖNNEN es keine S10-Latten sein. KORREKT ?

    Damit hätte der Dachdecker gegen die Bestimmungen der Bauaufsicht verstoßen.

    Mit welchen Konsequenzen muß ich als Bauherr rechnen?

    Muß ich belegen, daß die Latten trotzdem in Ordnung sind (wie)?

    Wie kann der Dachdecker dies belegen?

    Muß der DD mir einen Preisnachlaß wegen gelieferter Minderqualität gewähren, wenn im Angebot nur "Dachlatten" steht, im Auftrag von mir aber S10-Sortierklasse ergänzt wurde, und der DD den Auftrag so unterschrieben hat?

    Gruß
    T.
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  12. #11

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    Falsch

    Die so getroffenen Schlüsse sind falsch.

    Die Kennzeichnung der Dachlatten ist zwar inzwischen bauaufsichtlich eingeführte Pflicht; dennoch damit keine Aussage zu der Sortierklasse der Dachlatten möglich; bei Vorliegen der Merkmale der Sortierklasse S10 würde es sich allenfalls um einen Vorstoß gegen die Kennzeichnungspflicht handeln.

    In diesem Fall Vorteil für Sie = null.

    Insbesondere würde ich vom DD durch Lieferscheinkopie o.ä. einen Nachweis über die Eingruppierung der Dachlatten in Sortierklasse S10 gemäß DIN 4074 verlangen.

    Sollten Dachlatten in minderer Güte eingebaut worden sein, ist es m.E. nach schwer eine geldwerte Minderung zu erstreiten; wesentliche Teile der Dachlattenbestimmungen aus der DIN 4074 stammen aus den Vorgaben der BauBG in ihrer Funktion als Arbeitsplatz - statisch gesehen, würde die Funktion auch durch geringere Querschnitte abgedeckt.
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  13. #12
    T.
    Gast

    Lächeln

    Nochmals vielen Dank für die Antworten!

    Wünsche noch schöne Weihnachtsfeiertage...
    T.
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  14. #13
    Bauexpertenforum
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    Der Hinweis auf die bauaufsichtliche Zulassung ist m.E. unmaßgeblich, da öffentlich-rechtliche Anforderung. Entscheident ist aber, ob in zivilrechtlicher Hinsicht ein Mangel vorliegt.

    Beauftragt waren Dachlatten S 10. Wenn etwas anderes geliefert wird, ist dies ein Mangel.

    Ein Mangel ist es ferner, wenn Din-Normen nicht eingehalten werden, denn dies haben die Vermutung als anerkannte Regeln der Technik. Der AN muß also die Vermutung wiederlegen.

    S 10 wurde in der DIN angeordnet, weil die geringer dimensionierten Dachlatten in der Vergangenheit häufig zu Unfällen geführt haben ( Dachdecker sind durchgebrochen und abgestürzt ) . Sinn und Zweck der DIN ist daher die Unfallverhütung. Der Schutzzweck der DIN ergreift auch spätere Reparaturen und etwaige Umdeckungen. Der Verstoß bei Nichtverlegung von S 10 führt demzufolge zu einem Mangel, da dem Bauherrn bei Reparaturen usw. nicht egal sein kann (sollte ), ob es hierbei zu Abstürzen kommen kann, weil sich Dachlatten unterhalb S 10 in der Vergangenheit nicht ausreichend bewährt haben.

    Die von einem Fachmann zu klärende Frage ist also: Wurden Dachlatten S 10 verlegt? Wenn nein, müssen die falschen Dachlatten runter.
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  16. #14
    Bauexpertenforum Avatar von stefan ibold
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    hmm, @ eric

    Moin,

    rein juristisch würde ich eindeutig sagen "ja".
    ABER: Es verbleibt im Grunde der Einzelnachweis. Allerdings wird das bei der Sortierklasse ein größeres Problem geben, nicht wegen der Maßhaltigkeit, sondern wegen der Baumkanten, Astlöcher, etc..
    In Sachen Maßhaltigkeit verbleibt m. E. immernoch der Versuch des Einzelnachweises. Kann der AN nachweisen, daß die Lattung ausreichend tragfähig ist, dann wird vermutlich kein Gericht über den Weg der Verhältnismäßigkeit eineni kompletten Rückbau verlangen.

    Aus rein fachlichen Notwendigkeiten sind die Änderungen ja nicht vorgenommen worden.

    Das größere Problem ist, daß kaum ein Sägewerk, geschweige denn die Händler sich an die Vorschriften halten.
    Und meine lieben Kollegen interessiert es anscheinend nicht. Fort- oder Weiterbildung in dieser Hinsicht scheint ein echtes Fremdwort zu sein.

    Grüße
    stefan ibold
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  17. #15
    Avatar von matzi
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    aus der Praxis

    Bei meinen Holzhändlern sind die Latten alle gekennzeichnet. Und wenn ich mal normale Latten kaufe, steht auf dem Lieferschein und auf der Rechnung das die Latten nicht auf dem Dach zugelassen sind.
    Im Sept ist das Baugebiet wo ich ein Haus gebaut habe von der Bauberufsgenossenschaft kontrolliert worden. Da hat der Beamte auch mein Gerüst beanstandet.Da habe ich ihn mal darauf hingewiesen er soll mal die eingelatteten Häuser kontrollieren, denn er wäre ja dafür zuständig das S 10 Latten verarbeitet werden . 70 % der Häuser waren falsch gelattet. Und was macht er ? Mit dem Zeigefinger gewackelt und du,du,du gesagt und weiter ist nichts passiert. Die haben sogar einen Bau mit falschen Latten zuende gelattet. Das ist die Praxis.
    Gruß Matzi
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