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Fenster, Rolläden, Raffstores und Co?

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  1. #1

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    Frage Fenster, Rolläden, Raffstores und Co?

    Hallo zusammen!

    Wir werden bald stolze Besitzer einer Bestandimmobilie von 1970 sein.

    Jetzt wird es früher oder später notwendig sein, mit dem Fensteraustausch zu beginnen. Bisher gibt es dort Alu-Fenster mit Rolläden im Rolladenkasten über den Fenstern. Wie "man" es eben so kennt.

    Welche Möglichkeiten gibt es denn generell für die Zukunft?

    Was ICH mir vorstellen kann:

    1) Neue Fenster mit alten Rolläden (Kasten dann nachträglich etwas dämmen)
    2) Neue Fenster + neue Rolläden (wie auch immer ausgeführt, kA)
    3) Neue Fenster ohne Rolläden, dafür mir Raffstores?

    Aber wie funktioniert das mit den Raffstores?
    Wo / Wie werden die befestigt? Wie gesteuert? Wie teuer sind die Dinger? Ist das überhaupt etwas für den Altbau? Und machen die auch richtig dunkel z.B. im Schlafzimmer?

    Ich möchte bald 1 - 2 Fenster etwas verändern und austauschen. Dafür würde ich gerne wissen, welche Optionen es gibt und wohin die Reise gehen könnte.

    Was ist denn aus energetischer Sicht sinnvoll?

    Würde mich über ein paar Infos zum Thema sehr freuen!
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  2. Fenster, Rolläden, Raffstores und Co?

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  3. #2

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    Hallo!

    Zu 1) würde ich abraten. Wenn die Fenster 30 Jahre alt sind, dann sinds die Rollläden auch.
    Für die Ewigkeit sind die auch nicht gebaut, also hats wenig Sinn, die alten Rollos drinnen zu lassen, und dann in absehbarer Zeit dort auch wieder sanieren zu müssen.
    Ist a) billiger, gleich die Rollos mit den Fenstern mitzubestellen und b) auch technisch gesehen besser, als eine spätere Nachrüstung.

    Zu 2) gibts mehrere Möglichkeiten:
    a) Wieder solche Rollläden zu nehmen die auf dem Fenster draufsitzen (Aufsatz-Rolläden), nur eben besser dämmen als die alten.
    b) Den Fensterstock oben verbreiteren, und die Rollo außen anbringen (Vorsatz-Rollo)
    c) Wenn eine Fassaden-Dämmung gemacht wird, kann man das neue Fenster außen bündig an die Mauer versetzen. Der Rollokasten käme dann über das Fenster vor die Mauer. Idealerweise sollte man hier aber noch den Bereich zwischen Rollo-Kasten und Mauerwerk isolieren. Variante c) ist die preisintensivste, dafür werden die Fenster alle höher (um die ca. 30 cm, die der jetzige Aufsatz-Rollokasten hat).

    Zitat:
    "Aber wie funktioniert das mit den Raffstores?
    Wo / Wie werden die befestigt? Wie gesteuert? Wie teuer sind die Dinger? Ist das überhaupt etwas für den Altbau? Und machen die auch richtig dunkel z.B. im Schlafzimmer?"

    Ähnlich. Raffstores gibts genauso als Aufsatz- oder Vorsatz-Element, wobie die Vorsatz-Version von der Höhe her mehr Platz wegnimmt.
    Gesteuert werden Raffstore serienmäßig mit Kurbel (im Gegensatz zur Rollo mit Gurtbedienung), wobei sich natürlich bei großen Elementen ein Motor bzw. ein Funkmotor anbietet.
    Preislich gesehen ist der Raffstore etwas teurer als der Rollladen, wobei sich der Preis nahzu ausgleicht, je größer die Elemente werden.

    Zwecks Verdunkelung gibt es z-förmige Lamellen.
    Beispielbild: http://img.archiexpo.de/images_ae/ph...sie-127234.jpg
    Die verdunkeln besser als normale Lamellen, aber nicht ganz so gut wie Rollläden.

    Empfehlenswert ist auf alle Fälle, dass die Lamellen eine Dichtungslippe haben und in Schienen geführt sind, zwecks Windstabilität, Geräusch-Kulisse, usw.

    Für den Rollladen spricht, dass er bei Standard-Ausführung günstiger ist, besser abdunkelt, besser dämmt, und einen höheren Lärmschutz bietet.
    Für den Raffstore spricht, dass man damit den Lichteinfall besser kontrollieren kann.

    Empfehlen würde ich den Raffstore eigentlich nur mit Motorbedienung.
    Ich hab selbst in meiner neuen Mietwohnung Raffstores mit Kurbelbedienung, und gerade bei der Terrassentür nervt das Kurbeln irrsinnig.
    Bei den Fenstern ist mir das egal. Da sind die Lamellen immer unten, und es wird nur reguliert.
    Bei einer Rollo mit Gurtbedienung funktionert das Auf- und Zumachen wesentlich schneller.

    Es spricht aber auch nichts dagegen, beide Produkte miteinander zu kombinieren.
    zB Raffstore in der Küche, im Wohnzimmer, im Esszimmer, und Rollos in den Schlafräumen (dort hats auch Sinn, wenn man komplett abdunkeln will).

    Zitat:
    "Was ist denn aus energetischer Sicht sinnvoll?"
    In Punkto Sonnenschutz im Sommer ist der Unterschied nicht allzugroß.
    Aber im Bereich Wärmeverlust im Winter ist der Raffstore schlechter. Das ist ein relativ dünnes Aluminium-Profil, dass zwar bei geschlossenem Zustand ein Luftpolster zwischen Fenster und Lamellen schafft, aber die Rollo ist da effektiver.
    Alu-Lamellen bei Rollläden sind ausgeschäumt, und sind daher geeigneter als Maßnahme gegen Wärmeverlust.

    Zitat:
    "Ich möchte bald 1 - 2 Fenster etwas verändern und austauschen."

    Davon würde ich abraten.
    Besser wäre, das ganze in einem Wisch zu tauschen.
    Weil: Baustelle hast sowieso schon, ob das jetzt 1 Tag oder 3 Tage sind, macht keinen Unterschied.
    Und du zahlst unnötig viel Geld, wenn du das etappen-weise machst.

    Beispiel: Bei der Komplett-Sanierung kommst du auf ein gewisses Auftragsvolumen, wo du Mengenrabatt erhältst.
    Beim Tausch von nur 1 oder 2 Fenster zahlst wahrscheinlich den Listenpreis (also um 20, 30 oder 40 Prozent mehr, je nach Rabatt-Staffelung des Anbieters) für das gleiche Ergebnis.
    Außerdem verlegst du das dann auf mehrere Baustellen-Termine, und das wird auch für dich als Kunde nicht angenehm sein.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

    Warum ich jetzt allerdings zu Raffstores greifen sollte erschließt sich mir nicht. Ist die bessere Kontrolle vom Lichteinfall das größte Argument?
    Dann würde ich wahrscheinlich doch eher zu den "normalen" Rolläden greifen.

    Zum besseren Verständnis für mich als Laie:

    Wieviel bringt mir der Austausch der Rolladenkästen gegen Neue bzw. sogar Aufsatz-Modelle beim Thema Energie? Reden wir hier von einem Liter Heizöl pro Fenster, von 10 oder gar 30? Ist das ein ernst zu nehmender Punkt bei der energetischen Sanierung?

    Deine Argumente für den Komplettaustausch der Fenster sehe ich absolut ein. Problem ist nur wieder: Money. Ein Fenster(glas) ist kaputt und eine Fläche mit Glasbausteinen würde ich gerne mit einem Fenster bestücken.
    Warten würde ich da ungerne, aber für alle Fenster fehlt wieder das Geld.
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  5. #4

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    Keine Ursache!

    Also, nochmal bezüglich Raffstore:
    Es geht darum, dass du in den Sonnen-Monaten sehr praktisch regulieren kannst (zB Lamellen zu 75% gewendet = spürbarer Sonnenschutz, aber es ist eben nicht stockfinster).

    Rollläden haben zwar auch kleine Lichtschlitze zwischen den Lamellen (also Lamellen ganz runter, und dann das ganze um 1 cm anheben), aber es wirkt trotzdem "zu".

    Zitat: "Wieviel bringt mir der Austausch der Rolladenkästen gegen Neue bzw. sogar Aufsatz-Modelle beim Thema Energie?"

    Ich kann jetzt natürlich nicht genau wissen, was dein Bestand ist, aber aus der Erfahrung her kann ichs schätzen.
    In den 70er und 80er Jahren wurden hauptsächlich Rollokästen verbaut, die aus Metall oder Holz sind und raumseitig eine Putzträger-Platte draufhaben. Innenleben ist meist hohl (vielleicht noch mit minimaler Dämmung im Kasten).

    Wenn du jetzt die alten (schlechten) Fenster tauschst, bleibt der alte Rollokasten als absolute Schwachstelle übrig.
    Ich red jetzt aber nicht von 40 Liter sinnlosem Heizölverbrauch (sind vielleicht 1 Liter, 2 Liter, 5 Liter, je nach Altbestand), sondern von der Kondenswasserbildung.
    Die raumseitige warme und feuchte Luft sucht sich die Schwachstelle (den leichtesten Weg) und konzentriert sich dann auf den Bereich Rollokasten/Mauerlaibung. Besonders dann, wenn du das Fenster kippst (dann wirds dort oben noch kälter).
    Die Gefahr der Schimmelbildung ist dann einfach sehr groß, und das kommt auch relativ oft vor, wenn nicht richtig saniert wird, sondern bloß die Fenster getauscht werden (in Kombination mit falschem Lüftungsverhalten).

    Auch ist es schwieriger, den fachgerechten Anschluss herzustellen.
    Gerade, weil du es erwähnst, dass das Budget knapp ist und eine kostengünstige Lösung anstrebst, gehe ich davon aus, dass du mehrere Anbieter vergleichst, und da wird das Thema Montagekosten auch ausschlaggebend sein.
    Und der Teufel steckt hier nun mal im Detail der fachgerechten Montage.
    Günstiger Anbieter (erreicht durch billiges Produkt) + günstige Montage (erreicht durch Pfusch, mangelnde Erfahrung) kann dann langristig gesehen sehr teuer werden, wenn eine Sanierung dann nochmal saniert werden muss ...

    Zitat:
    "Deine Argumente für den Komplettaustausch der Fenster sehe ich absolut ein. Problem ist nur wieder: Money. "

    Dieses Problem wird aber größer, je länger du die Sanierung in die Länge ziehst.
    1) Beispielpreise: Kaufst du 1 oder 2 Fenster, kostet eines sagen wir mal 500 Euro.
    Kaufst du 10 Fenster auf einmal, kostet eines 350 Euro.
    2) Kaufst du im Jahr 2013 wieder ein Fenster, kostet es 530 Euro. Fenster werden im Gegensatz zu Flachbild-Fernseher oder PCs nicht billiger, sondern jedes Jahr teurer.
    3) Bis du entgültig mit der Sanierung fertig bist (im Jahr 2016), hast du 100e unnötige Euro an Heizkosten bezahlt. Und viel Zeit verschwendet für Angebotseinholung, warten bis der Vertreter kommt um auszumessen, usw.
    4) Einheitlichkeit fehlt. Im Jahr 2016 gibts wieder ein anderes Produkt, das besser ist, aber nicht genau gleich aussieht, wie die Fenster, die du im Jahr 2011 gekauft hast.

    Wenn ich du wäre, würde ich folgendes machen:
    Mach dich mal schlau, ob es in deiner Region Lösungen zur Finanzierung des Bauvorhabens gibt.
    Förderungen, Sanierungs-Kredite usw.
    Damit steigst du in Summe gesehen (auch in Anbetracht der Heizkosten) günstiger aus, als das etappen-weise zu machen.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Romeo Toscani Beitrag anzeigen
    Es geht darum, dass du in den Sonnen-Monaten sehr praktisch regulieren kannst (zB Lamellen zu 75% gewendet = spürbarer Sonnenschutz, aber es ist eben nicht stockfinster).

    Rollläden haben zwar auch kleine Lichtschlitze zwischen den Lamellen (also Lamellen ganz runter, und dann das ganze um 1 cm anheben), aber es wirkt trotzdem "zu".
    @otto2011
    Hast Du eine Frau? Und auch Pflanzen? Wenn ja kannst Du dann an den Wohnräumen ruhig auch Rolläden nehmen, WENN Du bisher KEINE Diskussionen im Sommer hattest, ob es zu dunkel oder zu warm in der Wohnung wird. Sonst eben doch elektrisch programmierbare Raffstores.
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