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offene Baugrube und Gipskeupermergel

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  1. #1

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    offene Baugrube und Gipskeupermergel

    Hallo zusammen,

    Wir haben auf unserem Grundstück ab einer Tiefe von ca. 1,3 m Gipskeupermergel. Eigentlich wollten wir nächste Woche mit den Erdarbeiten anfangen, allerdings wurde uns nun wetterbedingt (Regen) davon abgeraten. Die Begründung: Die Baugrube würde über mehrere Tage offen stehen, da unser Rohbauer erst ab Mitte übernächster Woche anfangen kann. Aufgrund des derzeit täglichen Regens wird die Baugrube nass und das verträgt sich mit dem Gipkeupermergel nicht.

    Achja, wir bauen mit Keller, Tiefe der Baugrube ca. 2,5 m--> Die kritische Schicht wird also definitiv offengelegt.

    Wurden wir richtig beraten? Was passiert mit der Mergelschicht genau?
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  2. offene Baugrube und Gipskeupermergel

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  3. #2

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    qualitätsingenieur,
    das sagt dir dein baugrundgutachter,
    dein statiker wird sich auch zu äußern.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von Baumal Beitrag anzeigen
    qualitätsingenieur,
    ...
    Ja, das sorgt immer wieder für breites Grinsen bei den Bauexperten, besonders wenn ich noch verrate, dass ich Maschinenbauer bin

    Baugrundgutachten sagt: Gipskeupermergel, was uns sogar vor dem Zwang der Regenwasserversickerung bewahrt.

    Statiker sagt: Wenn es regnet quillt das Zeug und es gibt Prbleme mit der Tragfähigkeit, also Baugrube erst unmittelbar vor Fundament-/Bodenplattenerstellung aufbaggern.

    Ich möchte jetzt eben etwas genauer wissen: Ist das tatsächlich so, und wenn ja, was passiert genau?
    saugt sich das Zeug voll wie ein Schwamm, oder lagert sich das Wasser in kristalliner Form ein, oder passiert was ganz anderes?
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  5. #4

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    hör auf deinen statiker,
    er ist für gründung und standsicherheit
    deines häuschens verantwortlich...
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  6. #5
    Themenstarter

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    Ja, das wollte ich eh nicht in Frage stellen.
    Ich wollte nur besser verstehen, was da genau passieren kann. Habe keine Lust mein ganz persönliches "Staufen" zu erleben.
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  7. #6
    Avatar von alex2008
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    Die Antwort ist eigentlich: Nix genaues weis man nicht.

    Anhydrit wird umgewandelt in Gips dabei kommt es zu einer Volumenvergrößerung.
    Gips + Wasser gibt "Brei" der ausgewaschen werden kann.

    Welche (langfristigen) Auswirkungen nun ein größerer Wassereintritt haben wird ist kaum vorherzusagen.
    Es wird halt evtl. sehr lebendig.

    Hier gehts zwar hauptsächlich um Tunnel aber mit dem gleichen Grundproblem:
    http://www.tunnel.ethz.ch/people/gan...ur_problematik
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  8. #7

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    Der Statiker weiß schon, warum er jeden Tropfen Wasser in der offenen Baugrube vermeiden will.
    Was genau passiert, wenn Gipskeupermergel mit Wasser in Verbindung kommt, erkennt man z.B. sehr anschaulich auf der Autobahn A81. Wenn man von Sindelfingen aus in Richtung Singen fährt, muss man sich nur kurz vor der Ausfahrt Oberndorf mal den Verlauf der Steingabionen rechts neben der Autobahn anschauen. Die waren ursprünglich mal exakt auf einer Ebene und haben sich in den vergangenen 20 Jahren stellenweise um über 2m gehoben.
    Man kann sich dann recht gut vorstellen, was von einem Haus noch übrig wäre, das man vor dieser Zeit an dieser Stelle gebaut hätte.

    Ich würde mir das wirklich sehr gut überlegen, ob ich auf so einem Untergrund tatsächlich bauen wollte. Wahrscheinlich würde ich so ein Grundstück lieber verkaufen (notfalls auch mit Verlust) und mir was anderes suchen.
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  9. #8
    Themenstarter

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    OK, Danke Euch für die Antworten. Habe nun auch einiges über den Prozess in Staufen gelesen, da ist ja das Problem, dass ständig Wasser nachläuft. Generell gibt es keine Bedenken über die Eignung des Baugrunds, weder vom Geologen noch vom Statiker. Nur eben die Empfehlung, die Baugrube so kurz wie möglich der Witterung ausgesetzt zu lassen. Ich ziehe daher auch nicht ernsthaft in Erwägung, den Platz wieder zu verkaufen. Aber Danke für den Tip mit der Sightseeing-Tour auf der A81, wenn ich das nächste Mal daran vorbeikomme, schau ich es mir genau an.

    Schönen Abend!
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  10. #9

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    hallo
    möglichkeit ist sofort anstatt irgendwelche andere schichten sofort eine ca 8-10 cm beton- sauberkeitsschicht so gross wie die baugrube ein zu bauen und für einen ausreichenden wasserablauf auf der fläche zu sorgen. kanalleitungen evtl. unter der kellerdecke führen.

    gruss aus de pfalz
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  11. #10
    gast3
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    Wurden wir richtig beraten?

    es gibt selbstverständlich viele Möglichkeiten zum Schutz - aber der Rat ist erst einmal der einzig Richtige.

    Was genau passieren könnte / würde ist ein bißchen schwieriger (= würde mir jetzt zu lange dauern )
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  12. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  13. #11

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    @TQuark,

    wie geht es eurer Baugrube?
    Habt ihr trotz amazonasmäßiger Regenzeit noch ein paar trockene Tage erwischt?

    anja
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  14. #12
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    Hallo Anja,

    Danke der Nachfrage, wir hatten Glück. Mittlerweile sieht unsere "Baugrube" so aus:



    Aber wir waren trotzdem vorsichtig und haben den Ratschlag von Gunther befolgt, den unabhängig davon auch unser Statiker angeordnet hat: Sauberkeitsschicht drunter!

    So sah es direkt nach dem Ausheben aus:



    und gleich darauf mit Bodenplatte:



    An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an alle für die guten Ratschläge.
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