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Versickerungsanlage bei steigenden GW-Spiegel

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  1. #1

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    Versickerungsanlage bei steigenden GW-Spiegel

    Hallo Forum,

    im B-Plan ist die vollständige Versickerung des Oberflächenwassers auf dem eigenen Grundstück vorgeschrieben. Eine öffentlichen Regenwasserkanalisation hat sich er Erschließer gespart.

    Nach einem Bodengutachten lag 2008 das GW Spiegel bei unter 4 Meter woraufhin wir (als Laien) uns mit unserem BU auf einen "warmen" Keller (nicht druckwasserfest, Porenbeton-Wände mit außen aufgebrachter PCI-Folie, Bodenplatte WU-Beton) geeinigt haben. Es wurde eine Drainage mit separaten Sickerschacht erstellt. Der Schacht hat eine Tiefe von ca 4 m und war bis Anfang 2010 am Boden nur feucht. Die Drainage an sich ist bis heute trocken.

    Unser Oberflächenwasser versickern wir in einem normgerecht erstellten DIN2000 Sickerschacht, der 3,5m tief und ca 25 m entfernt von der Versickerung der Kellerdrainage liegt.

    Seit Mitte 2010 stellen wir fest, dass der Grundwasserspiegel gestiegen ist. Im Schacht der Drainageversicherung steht das Wasser konstant auf 0,5 Meter (also bei 3,5 Meter). Durch die Drainage läuft noch kein Wasser.

    Auch im großen Drainageschacht bekommt man langsam feuchte Füße.

    Ich habe nun die Befürchtung, auch durch das Einleiten der ca 30 neuen Häuser im Baugebiet der GW Spiegel weiter steigt. Spätestens, wenn der GW-Stand in Höhe der Kellersohle angelangt ist, habe ich ein Problem. Das Wegpumpen aus dem Drainageschacht in meine Oberflächenwasserversickerung ist dann nicht mehr zielführend.

    Aus meiner Sicht gibt es für den Fall nur die Lösung, den Keller nachträglich Wasserdicht zu machen oder die Stadt dazu zu bringen, einen öffentlichen Regenwasserkanal zu erstellen indem ich zumindest das möglicherweise anfallende Dainagewasser ableiten kann.

    Die Frage ist auch, ob man den den BU oder den Geologen in Regress nehmen kann und wann man das macht. Noch ist ja alles gut (eine knappen Meter habe ich noch...). Hätte der Geologe diese Entwicklung nicht vorhersehen können/müssen ? (Baugebiet war vorher zum großen Teil versiegelt, Wasser lief in einen naheliegenden Fluss)

    Macht es Sinn sich an die Stadt bzw. den Erschließer zu wenden? Zudem gibt es in diesem Baugebiet schon jetzt Versickerungsanlagen, die nicht mehr normgerecht arbeiten (entweder, weil kein Wasser versickert oder weil das Wasser direkt ohne Filterschicht in das oberflächennahe GW eingeleitet wird.)

    Viele Fragen. Danke für die Diskussion im Voraus

    TP
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  2. Versickerungsanlage bei steigenden GW-Spiegel

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  3. #2

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    ich empfehle erst einmal den sachverhalt der gemeinde zu schildern. die sollten dann einmal die damals angenommene prognose zum verhalten des grundwasserspiegels bei einleitung von allem niederschlagswasser des neubaugebiets rausgeben. das ganze kann man dann mit feststellungen vor ort vergleichen. vielleicht gibt es auch beobachtungsbrunnen mit messeinrichtungen in der nähe.

    wenn es diese prognose von 2008 nicht gibt, dann sollte gemeinde dies schnell nachholen.

    ist denn die schicht in material und höhenlage bekannt, auf der das grundwasser steht und wie die versickerungsfähigkeit beschaffen ist?
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  4. #3
    Themenstarter

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    Die Schichtlagen sind nur von der Rammsondierung bis 5 Meter Tiefe bekannt.
    Aus diesen Daten wurde die Versickerungsanlage berechnet und sie funktioniert bis heute gut.
    Durch den Brunnenbau eines Nachbarn vermuten wir in ca. 7 Metern Tiefe eine Lehmschicht.

    Für mich stellt sich die Frage ob und wie ich weiter vorgehe.
    Wende ich mich an die Gemeinde als unkundiger mit den oben genannten Hinweisen oder beauftrage ich einen (neuen) Geologen.

    Ist es im Falle steigendem GW-Spiegels überhaupt denkbar, dass wegen meines nicht wasserdichten Kellers der GW-Spiegel durch die Gemeinde gesenkt oder gehalten wird?

    TP
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  5. #4
    gast3
    Gast
    Zitat Zitat von TomPatrick Beitrag anzeigen
    Ist es im Falle steigendem GW-Spiegels überhaupt denkbar, dass wegen meines nicht wasserdichten Kellers der GW-Spiegel durch die Gemeinde gesenkt oder gehalten wird?
    Nein.


    Noch ist doch nichts passiert oder ? Versuche mal den maßgablich höchsten Grundwasserstand zu erfragen - z.B. über den Geologen
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  6. #5
    Bauexpertenforum
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    Aber ein grundsätzlich vorhandenes Problem ist dieses Thema ja schon.

    Die Ermittlung von Bemessungswasserständen geht immer von historischen Daten aus, versehen mit Zuschlägen für die Voraussage eines höchsten anzunehmenden Grundwasserstandes.

    Es ist jedoch selten das Wissen vorhanden (wie auch) welche äußeren Einflüsse die zukünftige Entwicklung des Grundwasserspiegels maßgeblich beeinflussen können. Das kann die verstärkte Versickerung des Regenwassers oder die Reduzierung großer Grundwasserentnahmen sein.
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  8. #6

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    Ich weigere mich, in solchen Baugebieten etwas anderes als eine Weisse (oder meinetwegen auch schwarze) Wanne als Keller zu bauen.

    Das Phänomen von steigenden Grund- oder meist eher Schichtwasserspiegeln bei solch massiven Versickerungen ist nicht unbekannt.

    Haftbar wird dort niemand sein. Eine nachträgliche Herstellung einer Regenwasserkanalisation durch den Abwasserträger ist mehr als unwahrscheinlich und wäre dann ggf. zumindest in Teilbeträgen wahrscheinlich wiederum durch die Anwohner zu tragen, da es dann sicher zu einer "Verbesserung" im Sinne des entsprechenden Umlagegesetzes werden würde.
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  9. #7
    Wieland
    Gast
    Ein Keller sollte gennerell Massiv u. Wasserdicht gebaut werden ( Stahlbetonwanne ).
    Das Leidige Thema mit höher wertiger Nutzung, lässt sich auch mit Stahlbeton realisieren.
    Und dann liegt man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

    Meiner Meinung nach sollte man weder Porenton noch Porenbeton beerdigen !

    Grüße aus Bürstadt
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