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Erdarbeiten für 80.000 €!?

Diskutiere Erdarbeiten für 80.000 €!? im Forum Tiefbau auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Erdarbeiten für 80.000 €!?

    Guten Abend,

    wir kämpfen für unseren (zugegeben großen) Neubau gerade mit den ersten Angeboten für die Erdarbeiten. Das preiswerteste Angebot liegt bei rund 80.000 €, was mal eben 50.000 € über der Kostenberechnung des Archis von vor 2 Monaten liegt. Da der Archi mehr oder weniger ein „Ist halt so bei der guten Baukonjunktur“ dazu meint, müssen wir nun herausfinden, ob die Kostenberechnung so daneben lag, die Massen oder die Vorgehensweise nicht stimmen oder die Preise wirklich jenseits von Gut und Böse liegen.
    Hier ein paar Eckdaten, in der Hoffnung, dass diese für Kommentare reichen:

    Keller-Aussenmaße: 13,20m x 16,80m
    Auszuschachtende Tiefe 3,80m
    Bodengutachten gibt 45° Böschungswinkel vor und empfiehlt Verfüllung mit Austauschboden
    An einer Seite mit 16,80m landen wir bei 45° auf dem Nachbargrundstück, also Verbau notwendig
    BRI Keller beträgt 847 cbm

    Die größten Kostenpositionen des Angebotes (basierend auf den Massen der Ausschreibung):
    220 cbm Mutterboden abtragen (davon 140 cbm abfahren) = 1.500 € netto
    710 qm (!) Oberboden abtragen = 10.000 € netto
    1460 cbm Erdaushub mit Abfuhr = 20.000 € netto
    350 qm Baugrubenverbau = 22.000 € netto
    830 cbm Einbringung Verfüllboden = 13.000 € netto

    Bei einem BRI des Kellers von 847 cbm sollen dann ca. 600 cbm für den Arbeitsraum und die 45°-Böschung notwendig sein? Ein Arbeitsraum mit 1 m Breite um den Keller lässt sich leicht mit ca. 260 cbm berechnen. Dann würden 340 cbm für die Böschung erforderlich sein?
    Und warum brauchen wir 350 qm Verbau (das wären ja 90 lfm x knapp 4,00m Höhe), wenn wir eine 45°-Böschung haben? Den Verbau bräuchten wir ja nur auf einer Länge von 16,80m (s.o.), und da würde dann ja der Aushub für die Böschung entfallen bzw. kleiner werden.

    Und wenn wir wirklich 1460 cbm Erdaushub haben, der Keller 847 cbm BRI hat, warum müssen wir dann 830 cbm wieder verfüllen.

    Und zuletzt: Was sollen 710 cm Oberboden abtragen für 10.000 €, wenn schon die Position 220 cbm Mutterboden abtragen enthalten ist?

    Ich hoffe, es kann jemand Licht ins Dunkel der Angebote bzw. der Ausschreibung bringen.
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  2. Erdarbeiten für 80.000 €!?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Bauexpertenforum Avatar von Yilmaz
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    Frage;
    Wieso 3,80 Tief?
    45 Grad böschung erforderlich? Welche bodenklasse?
    Kann 400m³ aushub nicht gelagert werden und später eingebaut werden?
    mein version
    -220 m³ mutterboden ist ok.
    -Max. 1460 m³ Aushub mit entsorgung ist je nach Entsorgungskosten auch ok. Ohne verbau gerechnet da 90grad böschung
    -ich komme auf 63 m2 verbau?
    Zum verfüllen wird ca 400m³ Benötigt.

    Hoffentlich haben sie das grundstück um sonst bekommen.
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  4. #3
    gast3
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    Yilmaz

    bist du schnell.

    Ich dachte gerade, wenn ich die Tage mal eine Stunde Zeit habe ...

    schlüssig ist da zwar nicht alles (z.B. Mutterboden / Oberboden ???), Preis auf den ERSTEN Blick nicht immer plausibel, aber ... da brauchst schon mal ein wenig mehr Zeit.





    Wie hast du die Verbaustatik so schnell hinbekommen
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  5. #4

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    Gibt es ein Bodengutachten?

    Muss der Keller wirklich sein? - die Frage ist natürlich etwas spät gestellt...
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  6. #5
    Bauexpertenforum Avatar von Josef
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    darf ich auch mal ?

    220 cbm Mutterboden abtragen (davon 140 cbm abfahren) = 1.500 € netto
    710 qm (!) Oberboden abtragen = 10.000 € netto
    1460 cbm Erdaushub mit Abfuhr = 20.000 € netto
    350 qm Baugrubenverbau = 22.000 € netto
    Keller-Aussenmaße: 13,20m x 16,80m
    Auszuschachtende Tiefe 3,80m
    1. (2.4+13.2+2.4)*(2.4+16.80+2.4)*3.80 = 1477 m³ Gesamtaushub

    2. Mutterboden abtragen Massen wird von Aushub nicht
    abgezogen ???

    3.) Oberboden abtragen Massen ebenfalls nicht abgezogen ???

    4.) 350qm Verbau ... alle 4 Seiten mit Verbau ??? die rede
    war von einer langen Seite (!) = die eine Verbauseite = 82.08qm

    5.) 830 m³ Verfüllboden ... darin ist sicher auch der Bodenaustausch
    enthalten (!)

    6.) Aushub seitlich lagern iss essig ... da Bodenaustausch =
    anstehender Boden garantiert nicht zu gebrauchen (!)

    ansonsten dürften die EP als normal zu bewerten sein ... bis auf die
    Verbaukosten 62.85 m² inkl. BE ... kommt mir arg günstig vor.
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  7. #6

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    Keller-Aussenmaße: 13,20m x 16,80m
    Auszuschachtende Tiefe 3,80m
    Bodengutachten gibt 45° Böschungswinkel vor und empfiehlt Verfüllung mit Austauschboden
    An einer Seite mit 16,80m landen wir bei 45° auf dem Nachbargrundstück, also Verbau notwendig
    BRI Keller beträgt 847 cbm
    hallo
    und wie ist die tiefe uk bodenplatte? ich meine bei entsprechender koodinierung kann der aushub auf der grenzwandseite zug um zug mit dem einbau des austauschbodens laufen, sodass kurzzeitig eine steilere böschung in einem teilbereich möglich ist.( ausser das ist fließende pampe was ich mir aber nicht vorstellen kann)

    gruss aus de pfalz
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  8. #7

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    hallo
    lass dir auch mal den unterschied zwischen oberboden und mutterboden erläutern.

    gruss aus de pfalz
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  9. #8
    Bauexpertenforum Avatar von Josef
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    guter Einwand Günther ... war auch vorhin mein Gedanke ...
    hab´s aber verworfen weil ich die Gegebenheiten nicht kenne ...
    die Variante hat aber noch mehr Einsparmaterial intus ...
    = LKW wird beladen fährt zu Kippe und bringt auf Rückweg
    Füllmaterial mit ... sprich keine Leerfahrten = niedriger EP
    aber sowas kann nur der Planer samt Bodengutachter und
    Unternehmer vor Ort lösen.
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  10. #9
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    Ups, so schnell die ersten Antworten. Offenbar alle keine Bayern-Fans.

    Ich versuche mal die Fragen zu beantworten:

    Auszug aus dem Bodengutachten:
    Beim Aushub anfallenden Schluffe der Verdichtbarkeitsklasse V 3 sind ebenfalls
    nur im erdfeuchten Zustand und bei trockenen Witterungsbedingungen einbau- und
    verdichtbar. Bei der Verwertung dieser hoch bindigen Böden sind jedoch – selbst
    bei einer sachgemäßen Verdichtung - eingeschränkte Tragfähigkeitseigenschaften
    durch weitergehende Konsolidationssetzungen und die sehr geringen
    Wasserdurchlässigkeiten zu beachten. Diesbezüglich sollte auf einen Einbau von
    Schluffen / Lehmen im Zuge von Hoch- und Tiefbaumaßnahmen eher verzichtet
    werden.

    „Sehr geringe Wasserdurchlässigkeit“ macht mich ein wenig nervös. Ich hatte das schon mal bei einem Haus, dass das Wasser an den Kelleraussenwänden stand und nicht abfloss.

    @passivbauer: Ja, Keller muss sein, bin ein Kellerfan.

    OK Keller liegt bei 48,76m, UK Sohle bei 48,29m. Geländeoberfläche im Schnitt 52,10m, das macht dann ca. 3,80m Tiefe beim Aushub. Der Keller hat wg. Split-Level im EG teils 2,50m, teils 3,00m lichte Höhe.

    Ansonsten bestätigen eure Antworten meine Zweifel:
    Eher 65-80qm Verbau statt 350 qm, auch wenn der EP in der Tat sehr günstig ist.
    Zusätzlich zu 220cbm Mutterboden noch 710qm (es steht wirklich qm in der Ausschreibung, vielleicht ist cbm gemeint?) „Oberboden“ abfahren erscheint mir doppelt.
    In der Tat wird der Mutterboden/Oberboden nicht vom Erdaushub abgezogen.

    Die EP’s scheinen ok zu sein, aber die Ausschreibung bzw. Massen sollten wohl noch mal gründlich überprüft werden.

    Danke schon einmal!
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  11. #10

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    Zitat Zitat von MarcL Beitrag anzeigen
    ...Das preiswerteste Angebot liegt bei rund 80.000 €,...
    Was sagen denn die anderen Angebote?
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  12. #11
    Livestrong
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    Zitat Zitat von MarcL Beitrag anzeigen
    Guten Abend,

    wir kämpfen für unseren (zugegeben großen) Neubau gerade mit den ersten Angeboten für die Erdarbeiten. Das preiswerteste Angebot liegt bei rund 80.000 €, was mal eben 50.000 € über der Kostenberechnung des Archis von vor 2 Monaten liegt. Da der Archi mehr oder weniger ein „Ist halt so bei der guten Baukonjunktur“ dazu meint, müssen wir nun herausfinden, ob die Kostenberechnung so daneben lag, die Massen oder die Vorgehensweise nicht stimmen oder die Preise wirklich jenseits von Gut und Böse liegen.
    Hier ein paar Eckdaten, in der Hoffnung, dass diese für Kommentare reichen:

    Keller-Aussenmaße: 13,20m x 16,80m
    Auszuschachtende Tiefe 3,80m
    Bodengutachten gibt 45° Böschungswinkel vor und empfiehlt
    Verfüllung
    mit Austauschboden.
    An einer Seite mit 16,80m landen wir bei 45° auf dem Nachbargrundstück, also Verbau notwendig
    BRI Keller beträgt 847 cbm

    Die größten Kostenpositionen des Angebotes (basierend auf den Massen der Ausschreibung):
    220 cbm Mutterboden abtragen (davon 140 cbm abfahren) = 1.500 € netto
    710 qm (!) Oberboden abtragen = 10.000 € netto
    1460 cbm Erdaushub mit Abfuhr = 20.000 € netto
    350 qm Baugrubenverbau = 22.000 € netto
    830 cbm Einbringung Verfüllboden = 13.000 € netto

    Bei einem BRI des Kellers von 847 cbm sollen dann ca. 600 cbm für den Arbeitsraum und die 45°-Böschung notwendig sein? Ein Arbeitsraum mit 1 m Breite um den Keller lässt sich leicht mit ca. 260 cbm berechnen. Dann würden 340 cbm für die Böschung erforderlich sein?
    Und warum brauchen wir 350 qm Verbau (das wären ja 90 lfm x knapp 4,00m Höhe), wenn wir eine 45°-Böschung haben? Den Verbau bräuchten wir ja nur auf einer Länge von 16,80m (s.o.), und da würde dann ja der Aushub für die Böschung entfallen bzw. kleiner werden.

    Und wenn wir wirklich 1460 cbm Erdaushub haben, der Keller 847 cbm BRI hat, warum müssen wir dann 830 cbm wieder verfüllen.

    Und zuletzt: Was sollen 710 cm Oberboden abtragen für 10.000 €, wenn schon die Position 220 cbm Mutterboden abtragen enthalten ist?

    Ich hoffe, es kann jemand Licht ins Dunkel der Angebote bzw. der Ausschreibung bringen.


    Such dir nenne Architekten ohne Glaskugel. Wo soll da der Endpreis enden
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  13. #12
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    @stevie
    Bei ca. 80k gibt es drei Angebote, der Rest liegt sogar über 100k! Und es geht nicht um ein MFH mit Tiefgarage -
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  14. #13

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    Zitat Zitat von Josef Beitrag anzeigen
    darf ich auch mal ?





    1. (2.4+13.2+2.4)*(2.4+16.80+2.4)*3.80 = 1477 m³ Gesamtaushub
    Warum nur 2.4? Ich würde 2.9 addieren (1m Arbeitsraum, wie der TE schreibt, + 0.5 * 3.8).

    Mit 2.9 bin ich dann bei 1632 m3 Gesamtaushub. Passt auch zu 220 m3 + 1460 m3 = 1680 m3 Aushubmassen. Die 1680 m3 abzgl. 847 m3 Keller ergeben auch 833 m3 Verfüllung.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    1 m Arbeitsraum + 0,5 Abstand zwischen Sohlplatte und Beginn Böschung und das mal 2 sind bei mir 3,0 m und nicht 2,90 - aber vielleicht bin ich ja schwach in Mathe.

    Klar - man kann sich kabbalistisch alles rückwärts schönrechnen. Das ist aber Unfug
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  17. #15
    Bauexpertenforum
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    das vom Planer aufgestellte und an die Firmen verteilte LV ohne Preise würd ich ja schon ganz gerne mal sehen. Im Idealfall mit Mengenermittlung, aber die sieht der Bauherr ja in der Regel nicht.
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