Ergebnis 1 bis 6 von 6
  1. #1
    Juche
    Gast

    Nenn-Wärmeleistung aus Energieausweis

    Hallo,

    ich als Laie, habe eine Frage.

    Wir haben heute unseren Energieausweis bekommen. Gerechnet mit einer LWWP.

    Wir haben einen Endenergiebedarf von 18,8 kWh (qm a). Dieser teilt sich auf in:
    Heizung: 9,8
    Warmwasser: 6,0
    Hilfsgeräte: 3,0

    Energieträger ist Strommix

    Unser Primärenergiebedarf liegt bei 48,9 kWh (qm a)

    Meine erste Frage:

    kann ich aus diesen Daten irgendwie rauslesen welche Nenn-Wärmeleistung eine LWWP haben müsste?

    zweite Frage:
    Ist die Nennwärmeleistung immer identisch, egal welche Heizungsart (LWWP, Sole/Wasser, etc.) und es ändert sich nur der Endenergiebedarf und der Primärenergiebedarf oder ist auch die benötigte Nennwärmeleistung der entsprechenden Heizung unterschiedlich?

    dritte Frage:
    Mein Endenergiebedarf und mein Primärenergiebedarf würde dieser besser werden wenn wir auf eine Sole/Wasser WP umsteigen würden?

    Danke vielmals im Voraus.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Nenn-Wärmeleistung aus Energieausweis

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2
    Juche
    Gast
    Noch eine vierte sehr allgemeine Frage dazu

    Ich hoffe ihr nehmt es mir nicht übel.

    Sehe ich es richtig, dass in DE der Strommix bei 1 kWh Endenergie insgesamt 2,6 kWh Primärenergie benötigt. Erdgas jedoch bei 1,1 liegt. Somit wäre ja eine Gasheizung einer Wärmepumpe vorzuziehen. Die JAZ jedoch gleicht die das wieder aus? Sprich die Wärmepumpe müsste doch mindestens eine JAZ von 2,6 haben, damit sich das rechnet, oder?

    Ebenfalls ist der Primärenergiefaktor bei Pellest 0,2. Was ja absolut super ist. Trotzdem sagen viele eine Sole WP ist einer Pellestheizung vorzuziehen.

    Was ist denn nun die Beste Heizung? Oder kann man den Primärenergiebedarf eigentlich "ignorieren"?
    Beim Passivhaus wird ja auch "nur" der Endenergiebedarf auf 15 kWh (qm a) begrenzt und der Primärenergiebedarf ist mit bus zu 120 kWh (qm a) recht großzügig dimensioniert.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3

    Registriert seit
    03.2004
    Ort
    Franken
    Beruf
    Kabelaffe
    Benutzertitelzusatz
    Werbung hier erfolgt gegen meinen Willen!
    Beiträge
    23,214
    Der Primärenergiebedarf ist ein nur politisch interessanter Wert, der zum Gutteil willkürlich definiert ist. Da haben diverse Lobbys ihre Arbeit eingebracht...

    Bezahlen muß man den jeweiligen Energieträger (also die Endenergie).

    Das Wichtigste jedoch:
    Nein, aus dem EnEV-Nachweis kann man keine ausreichenden Erkenntnisse ziehen, um eine Heizanlage korrekt auszulegen.
    Er dient nur zum Vergleich verschiedener Gebäude ähnlicher Nutzung.

    Stattdessen ist eine echte Heizlastberechnung aufzustellen. In die gehen dann auch Punkte wie Standort des Gebäudes und Nutzungsgewohnheiten (z.B. gewünschte Raumtemperaturen oder Anzahl der warmwassernutzenden Bewohner) ein.
    Natürlich auch Dämmstandard etc.

    Merke: In Wahrheit stehen nicht alle deutschen Einfamilienhäuser in Würzburg...!
    (der EnEV-Nachweis unterstellt u.a. jedoch dies)

    Mein Endenergiebedarf und mein Primärenergiebedarf würde dieser besser werden wenn wir auf eine Sole/Wasser WP umsteigen würden?
    Ja! Besser im Sinne von geringer.

    Ist die Nennwärmeleistung immer identisch, egal welche Heizungsart (LWWP, Sole/Wasser, etc.) und es ändert sich nur der Endenergiebedarf und der Primärenergiebedarf oder ist auch die benötigte Nennwärmeleistung der entsprechenden Heizung unterschiedlich?
    Ist identisch.
    Aber Vorsicht:
    Bei WP ist deren Leistungskurve auch vom nötigen Temperaturniveau (Vorlauftemperatur, Spreizung) abhängig.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4

    Registriert seit
    03.2004
    Ort
    Franken
    Beruf
    Kabelaffe
    Benutzertitelzusatz
    Werbung hier erfolgt gegen meinen Willen!
    Beiträge
    23,214
    Die "beste" Heizung gibt es nicht.
    Es gibt stets mehrere Lösungen, jede davon mit Vor- und Nachteilen.
    Welche der möglichen und zulässigen man nimmt, muß jeder selbst entscheiden.

    Sehe ich es richtig, dass in DE der Strommix bei 1 kWh Endenergie insgesamt 2,6 kWh Primärenergie benötigt. Erdgas jedoch bei 1,1 liegt. Somit wäre ja eine Gasheizung einer Wärmepumpe vorzuziehen. Die JAZ jedoch gleicht die das wieder aus? Sprich die Wärmepumpe müsste doch mindestens eine JAZ von 2,6 haben, damit sich das rechnet, oder?
    Fast. Um - bezogen auf die Primärenergie - gleichwertig zu sein, müßte die WP eine JAZ von knapp 2,4 haben.

    Wenn jetzt aber die Kernkraftwerke abgeschaltet werden, steigt der reale Primärenergiefaktor (weil entgegen aller schönen Reden der Ersatz fürs Erste überwiegend fossil erfolgen wird). Dann müßte die WP schon deutlich besser sein, um gleichzuziehen...

    Ebenfalls ist der Primärenergiefaktor bei Pellest 0,2. Was ja absolut super ist.
    Auch das ist ein willkürlich festgesetzter Wert, der mit der Realität nicht viel zu tun hat.
    Aber er deutet an, daß die Regierung es gut findet, wenn in diesem Land wieder deutlich mehr Feinstaub emittiert wird, nachdem man diese Art der Luftverschmutzung durch kleine holzbefeuerte Feuerstätten mit viel Aufwand nach Jahrhunderten endlich nahezu beseitigt hatte...

    Merke:
    Feinstaub aus Autos ist böse, wird bestraft. Feinstaub aus Heizungen ist gut, wird gefördert...

    Trotzdem sagen viele eine Sole WP ist einer Pellestheizung vorzuziehen.
    Genau! Vor allem sagen das Diejenigen, welche Sole-WP produzieren, verkaufen und einbauen oder den Betriebsstrom dafür erzeugen und liefern...
    Dreimal darfst Du raten, was Diejenigen empfehlen, welche ihr Geld mit Pelletheizungen verdienen!

    Merke:
    Uneigennützige Empfehlungen sind selten. Das gilt vor allem für vorgeblich kostenlose solche...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Julius hat ja schon intensivst vorgearbeitet.

    Zitat Zitat von Juche Beitrag anzeigen
    kann ich aus diesen Daten irgendwie rauslesen welche Nenn-Wärmeleistung eine LWWP haben müsste?
    Nein, aber man kann die Grundlagen für den Energieausweis für eine Heizlastermittlung nach EN12831 heranziehen. Ich denke da beispielsweise an die Daten der Bauteile (U-Werte), die man dann mit weiteren Daten ergänzt, beispielsweise mit den gewünschten Raumtemperaturen, der Region in der das Gebäude steht usw.

    Daraus ergibt sich auch, dass die Heizlast nach EN12831 unabhängig davon ist, was für ein Wärmeerzeuger später zum Einsatz kommt. Ob Gas, Öl, Pellet, oder eine WP, die Heizlast ist immer gleich, da sie vom HAUS und den Nutzungsbedingungen vorgegeben wird.

    Mit den Leistungsangaben der Wärmeerzeuger muss man immer vorsichtig umgehen, die Hersteller und insbesondere die Verkäufer sind da teils etwas kreativ. Das zeigt sich sehr schön bei LWP deren Nennleistung meist bei AT +2°C angegeben wird. Ich habe leider auch schon Werbung gesehen, da bezog sich die Nennleistung auf +10°C AT oder gar +15°C AT, je nachdem wie "schön" das Produkt im Vergleich zu anderen dastehen sollte.

    Deswegen schaut sich der Fachmann die Leistungsdaten im techn. Datenblatt an. Dort finden sich üblicherweise auch komplette Leistungskurven über den gesamten (Außen)Temperaturbereich und für verschiedene Heizwassertemperaturen.

    Erst wenn man alle Informationen hat kann man einen Wärmeerzeuger dimensionieren.

    Gruß
    Ralf
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6
    Juche
    Gast
    Ich danke euch beiden. Ihr habt mir sehr weitergeholfen. :Bierchen:

    Habe alles verstanden!
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen