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  1. #1

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    Sparrenlage nicht gemäss Statik ausgeführt

    Hallo liebe Forumsmitglieder,
    vielleicht kann mit einer der Dachspezialisten weiterhelfen?
    Wir haben ein Haus gebaut mit einem offenen, sichtbaren Dachstuhl mit einer Aufsparrendämmung LINITHERM PAL N+F, 120mm WLS 024, U-Wert 0,19 (Energieeffizienzhaus 70). Auftragnehmer ist ein GÜ.

    Der Dachstuhl wurde nicht gemäss der Statik ausgeführt (siehe Statiklayout).
    Im Einzelnen:
    1. Im Bereich des Erkers waren Sparren 12/24 vorgesehen. Realisiert wurden 10/24
    2. Achsabstand war von Statiker e <= 0,88 vorgesehen. Der Achsabstand wurde mehrfach (9x) überschritten
    3. Der Achsabstand (Innenmass zwischen zwei Sparren) war im Statiklayout immer gleich. Wir haben nun Innenmasse zwischen den Sparren von 40cm bis 83cm. Der Abstand von 40cm direkt im Wohnzimmer
    Anmerkung: das sieht beschissen aus
    4. Sparren (5X) treffen auf der Dachpfette nicht auf die Gegenseite
    5. Es wurde eine Auswechslung für die beiden Dachfenster realisiert, die im Layout nicht vorgesehen war.
    6. Durch den kleineren Achsabstand wurden 2 Sparren mehr verbaut.
    7. Dachsparren wurden am Hausversatz versetzt angeordnet

    Wir haben unseren GÜ um Stellungnahme gebeten und folgendes schriftlich erhalten:

    "Eine nachträgliche Optimierung der Sparrenlage durch den Zimmermann ist normal und hat hier keinerlei Auswirkungen auf die Statik. Die Anpassungen an der Sparrenlage wurden mit dem Statiker im Vorfeld durchgesprochen. Um einen fachgerechten Anschluss der Sichtschalung, Wärmedämmung und Dampfbremsfolie herzustellen, muss der erste Sparren an der Aussenwand liegen. Dies wurde so ausgeführt. Die weiteren Abstände ergeben sich aus Kamin, Innenwände sowie der beiden Dachflächenfenster im Bad, welche mittig eingebaut sind. Dass die Dachsparren am Hausversatz versetzt angeordnet wurden ist natürlich auch darauf zurückzuführen dass die Innenwand, das Kamin und die beiden Dachfenster in der Lage unverrückbar sind und der Außenwandabschluss ebenfalls gewährleistet sein muss.
    Zudem wurde pro Dachseite ein Sparren mehr eingebaut was ja ohne dies zu einer Verbesserung der Statik führt!
    Eine Sparreneinteilung wird generell nie mit der Bauherrschaft durchgesprochen, da diese vom Statiker bzw. Zimmermann vorgegeben wird."


    Wir haben nun folgende Fragen:
    Ist die Aussage unseres GÜ Korrekt?
    Wird der Anschluss der Dachbremsfolie bei einer Aufsparrendämmung nicht auf der Sichtschalung bis zum Mauerwerk geführt, dort die Sichtschalung unterbrochen und der Anschluss der Folie auf dem Mauerwerk hergestellt? Was hat dann der Sparren damit zu tun?
    Haben wir Anspruch auf die aktualisierte Statikberechnung. Erstellung der Statik gehört zu den Planleistungen gemäss Baubeschreibung.
    Was können wir tun, bzw. wie sollen wir vorgehen?

    anbei einige Photos, damit ihr euch ein besseres Bild machen könnt.

    Würde mich über einen Fachkommentar sehr freuen.

    Mehr Photos unter "Meine Photos" links
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  2. Sparrenlage nicht gemäss Statik ausgeführt

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Nach den Bildern zu urteilen wurde nach dem Aufstellen des Dachstuhls munter weitergebaut... jetzt erst aufgefallen oder nachträgliche Preisreduzierung...?

    M.E. muss der GÜ den statischen Nachweis bringen, dass der ausgeführte Dachstuhl richtig bemessen ist, Lippenbekenntnisse reichen nicht.

    Fall dies schon nicht funzt... nochmals.

    War der ursprüngliche Sparrenplan Vertragsbestandteil bzw. eine Vertragsgrundlage und wurde nun - ohne Zustimmung und Absprache - eigenmächtig geändert? Sowas nennt der GÜ "Optimierung"!

    Bauwerk abgenommen, ggf. durch Einzug?

    Die unterschiedlichen Sparrenabstände sehen - unabhängig von Vertragserfüllung oder nicht - besch... aus... gerade innen bei Sichtdachstuhl.

    Dieser Hersteller der Aufsparrendämmung hat irgendwann (glaube 2010) seine Anschlussdetails in den Verlege- bzw. Verarbeitungsunterlagen geändert... ist auch im Forum irgendwo zu finden... vielleicht noch nach den alten ausgeführt?

    In der alten Version war die Anschlussfolie aussen am Neubau-MW befestigt... geht m.E. nicht wegen Luftdichtheit vs. I-Putz.

    Bei Sichtschalung wären Fotos vom ausgeführten Anschluss sehr interessant... leider nirgends zu sehen, müsste nach innen auf das MW gezogen werden, nicht auf die Mauerkrone.
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  4. #3

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    das fällt aber früh auf. ihr scheint ja schon eingezogen zu sein. ich meine auf einem bild eine zimmerpflanze erkennen zu können.

    generell finde ich ebenfalls, dass die unterschiedlichen teilungen und versetzten sparren etwas schäbig aussehen, gerade bei einem sichtdachstuhl.

    ansonsten siehe vorheriger beitrag.

    schwarz
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  5. #4

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    Naja, was bleibt denn bei dem Dachstuhl anderes übrig? Ist doch jetzt nur noch Preisdrückerei, die Bude ist tapeziert, die Lampen hängen, da wird doch sowieso nix mehr geändert. Hier gehts nur noch drum Geld zurückzuhalten...

    Das hätte vor einem halben Jahr bemängelt werden sollen, jetzt ist doch sowieso der Zug abgefahren...
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  6. #5

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    Gleichmäßige Sparrenlage muß schon bei der Grundrissplanung beachtet werden...
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  7. #6
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    Danke für die bisherigen Antworten.

    Hier geht es nicht um Preisdrückerei.

    Die Sparrenlage wurde bereits beim Rohbau bemängelt. Wir haben bis heute keine Abnahme.

    Der Bauleiter (vom GÜ) hatte uns mitgeteilt, dass die Sparrenlage, so wie ausgeführt aus Statikgründen realisiert werden musste. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir nur die Werkpläne, die keinen Dachstuhl beinhalteten.
    Die Statikpläne wurden uns zu diesem Zeitpunkt nicht ausgehändigt.

    Die Statikpläne haben wir erst jetzt, wegen eines anderen Themas zur Verfügung gestellt bekommen. Und siehe da, der Statiker hatte den Dachstuhl ganz anders geplant und dann wohl auch berechnet.

    Für den offenen sichtbaren Dachstuhl haben wir einen Mehrpreis von Euro 13.800,- gegenüber einem geschlossenen Dachstuhl berechnet bekommen.

    Da frage ich mich jetzt, ist das ok ?

    Die Zimmerei muss ja nach einem Layout den Dachstuhl bestellt und aufgebaut haben.

    Muss man sich nicht an die Vorgaben des Statikers halten. Falls nicht, wäre doch eine Statik überflüssig.
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  8. #7

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    Zitat Zitat von Kilian1964 Beitrag anzeigen


    Für den offenen sichtbaren Dachstuhl haben wir einen Mehrpreis von Euro 13.800,- gegenüber einem geschlossenen Dachstuhl berechnet bekommen.

    Da frage ich mich jetzt, ist das ok ?
    Nein...natürlich nicht....

    Nachweis w.o. einfordern...und dann sieht man weiter
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  9. #8

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    Zitat Zitat von Kilian1964 Beitrag anzeigen
    Die Sparrenlage wurde bereits beim Rohbau bemängelt. Wir haben bis heute keine Abnahme.
    Ok, hoffentlich schriftlich! Was ist mit konkludenter Abnahme? Schreiben an GÜ (vor Einzug), dass diese nicht durch Einzug erfolgt (ist)....???

    Geld einbehalten?
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  10. #9
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von archi3 Beitrag anzeigen
    .. Die unterschiedlichen Sparrenabstände sehen - unabhängig von Vertragserfüllung oder nicht - besch... aus...
    jau. aber der kamin reisst´s raus: noch bescheidener
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  11. #10
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    Schreiben an GÜ vor Einzug erfolgt. RA eingeschaltet. Geld einbehalten. Beweisverfahren vor Gericht beantragt. Beschluss des OLG ist erfolgt. Wiederspruch des GÜ gegen den vom Gericht bestellten Sachverständigen, wegen fehlender Kompetenz. Warten derzeit auf Entscheidung wegen dem Wiederspruch.

    Dies aber wegen anderer Mängel.

    Die hat nichts mit dem Dachstuhl zu tun. Dadurch sind wir aber erst in den Genuss gekommen die Statiklayouts einzusehen.

    Fragen uns jetzt, ob es Sinn macht, dieses Thema noch im Beweisverfahren einzubringen.
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  12. #11

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    Abnahme durch Einzug i.d.R. erfolgt

    Zitat Zitat von archi3 Beitrag anzeigen
    .... Schreiben an GÜ (vor Einzug), dass diese nicht durch Einzug erfolgt (ist)....???
    ....
    sehr sehr problematisch - wird in aller Regel von den Gerichten so nicht anerkannt
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  13. #12

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    Zitat Zitat von mls Beitrag anzeigen
    jau. aber der kamin reisst´s raus: noch bescheidener
    ... aber der ist doch deshalb in weiss gehalten, damit er nicht so auffällt
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  14. #13

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    Zitat Zitat von Kilian1964 Beitrag anzeigen
    Wiederspruch des GÜ gegen den vom Gericht bestellten Sachverständigen, wegen fehlender Kompetenz.
    Das ist (aus Erfahrung... leider) kein Ablehnungsgrund... und rechtfertigt nicht, dass der SV "entfernt" wird...

    ... dann ist die Kiste mit den richtigen Leuten ja schon in den richtigen Bahnen.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
    Themenstarter

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    Jetzt muss ich doch mal fragen: Was ist denn mit dem schönen Kamin ?
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  17. #15
    ManfredH
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    Zitat Zitat von Kilian1964 Beitrag anzeigen
    Zu diesem Zeitpunkt hatten wir nur die Werkpläne, die keinen Dachstuhl beinhalteten. ... Und siehe da, der Statiker hatte den Dachstuhl ganz anders geplant....
    Dann waren die Werkpläne eben unvollständig - denn wenn es sich um einen sichtbaren Dachstuhl handelt, dann gehört die Sparrenlage auch in den Werkplänen / Dachgeschossgrundriss dargestellt.
    Und wenn es Differenzen gibt zwischen einer gewünschten bzw. optisch ansprechenden Sparrenaufteilung einerseits und den statischen Erfordernissen andererseits, dann ist es Aufgabe des Planers, das im Rahmen der Werkplanung zu klären und eine vernünftige Lösung zu finden - ganz egal ob es sich beim Planer um einen freien Architekten handelt oder um den Architekten des GÜ, oder dessen Bauzeichner-Praktikanten.
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