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  1. #1

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    Frostschutz bei Haus ohne Keller ohne Frostschürzen

    Hallo Zusammen, ich bin neu hier und leider absoluter Laie ins Sachen Bau.
    Mir ist bewusst dass, das Thema in ähnlicher Form bereits in anderen Beiträgen diskutiert wurde. Leider haben mir die Beiträge nicht wirklich weiter geholfen weil immer irgendwelche Gegebenheiten anders waren. Ich schildere einfach mal unseren Fall und hoffe Ihr könnt mir ein paar Tipps geben und mir sagen ob die Bauweise so in Ordnung ist.

    Nur kurz zur Vorgeschichte: Wir habe lange überlegt und verglichen und jetzt ein Unternehmen gefunden das uns zusagt. Es ist ein örtlich ansässiges kleineres Unternehmen, das nur um Umkreis von max. 80 km Aufträge annimmt. Wir haben mit mehreren Bauherren gesprochen und die waren auch alle zufrieden. Das Bauchgefühl stimmt und die Bau- und Leistungsbeschreibung sagt uns ebenfalls zu.

    Bis auf einen Punkt, den ich vielleicht einfach nicht richtig verstanden habe:

    Die Frostsicherheit der Bodenplatte.
    Denn die Bodenplatte wird ohne Frostschürzen oder Streifenfundamenten gebaut. Darunter kommt frostsicheres Material bis in eine Tiefe die ein Bodengutachten vorgibt. (Beim Nachbarn waren das ca. 70 cm)
    Da wir noch nicht unterschrieben haben, habe ich auch noch kein Bodengutachten, orientiere mich aber im Moment am Nachbarn zwei Grundstücke weiter (fast gleiches Haus, gleiches Unternehmen, gleiche Bauweise)
    Das Bodengutachten vom Nachbarn hat ergeben, dass nach 20 cm Mutterboden, eine ca 7-8 Meter dicke lehmige Schicht beginnt. Erst darunter würde Wasser gut versickern. Mit aufsteigenden Wasser ist nicht zu rechnen. Gleichzeitig empfiehlt das Gutachten angeblich unter anderem auch die oben genannte Bauweise.

    Zur Sicherheit wollte ich eine Drainage einbauen um das Wasser abzuführen.
    Leider darf man aber eine Drainage bei uns nicht an den Kanal anschliessen.
    Versickern geht auch nicht wirklich, weil einen 9 Meter tiefen Sickerschacht bräuchte um durch die Lehmschicht zu kommen.
    Also fällt auch eine Drainage weg, oder gibt es da noch einen anderen Weg das Wasser abzuführen?

    Ist man so wirklich vor Frost geschützt ohne weitere Maßnahmen zu treffen? Falls nicht, was sollte man bei dieser Bauweise für zusätzliche Maßnahmen ergreifen?

    Viele Grüße aus Köln,
    Grobi
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  2. Frostschutz bei Haus ohne Keller ohne Frostschürzen

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Grundsätzlich kann man das machen (Bauen ohne Frostschürze)

    Um zu sagen, ob das bei IHREM Bauvorhaben geht, müssten Sie genau beschreiben, was dort eingebaut wird.
    Also:
    Materialien
    Schichtdicken.
    Schichtabfolgen
    Abmessungen (aussen) des Hauses
    Abmessungen der "Maßnahmen"

    Dann liesse sich, ggf mit ein paar Nachfragen, sagen, ob das, was Ihr BU da treibt, sachgerecht ist oder nicht.

    So ist nicht mehr als der erste Satz möglich.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Vielen Dank für die schnelle Antwort. Leider kann ich nicht alle Fragen beantworten, aber ich versuche es mal.

    Zu den nachfolgenden Angaben muss ich dazu sagen, das diese aus der Bau und Leistungsbeschreibung stammen, aber zusätzliche Arbeiten nötig sind. Nachdem ein Bodengutachten gemacht wird, wird z.B. erst festgelegt wie tief das frostsichere Material sein soll. Daher habe ich mich mal am Nachbarn orientiert.

    Hier die Infos, vielleicht reicht das ja schon um etwas besser zu Urteilen:

    Hausmaß 9x11m
    Massivhaus, 1,5 Geschossig, Satteldach, Verputzt
    Porenbetonstein mit WDVS

    Der Mutterboden wird bis zu einer Stärke von 30 cm abgetragen.
    Der Bodenaushub verbleibt auf dem Grundstück. Die Fehlhöhe wird
    durch frostsicheres Material ersetzt. Nach geotechnischer Erfordernis
    wird das Gründungspolster bis auf 45 cm erhöht. Auf dem frostsicheren
    Material wird als Trennlage eine Kunststoffbahn aufgebracht. Die
    Leerrohre für die Medienzuführung zum Hausanschlussraum werden
    auf dem kürzesten Weg bis zu 50 cm vor die Hausaußenkante geführt.
    • Die gesamten Erdarbeiten setzen die Bodenklassen 3-5 voraus.
    • Für den Pauschalpreis setzen wir einen ausreichend tragfähigen Boden
    mit einer Bodenpressung von 150kn/m² und einem Bettungsmodul
    von 20N/mm³ voraus.
    • Bei notwendigen örtlichen, gewünschten, oder durch die Baugenehmigung
    festgelegten Anpassungen der höhenmäßigen Einordnung
    des Hauses werden die anfallenden Mehrkosten gesondert berechnet

    Wir gehen von einem ebenen Grundstück aus , das nicht unter Straßenniveau liegt. (Bei uns sind es ca 15-30 cm unter Straßenniveau)

    • Die Gründung des Hauses erfolgt als Flachgründung mit einer Bodenplatte
    aus Stahlbeton in der Betongüte C 25/30 gemäß den statischen
    Berechnungen.
    • Ein Erdungsband aus verzinktem Bandstahl wird eingebaut. Auf der
    Bodenplatte wird als zusätzlicher Schutz eine Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit
    nach DIN 18195-4 hergestellt.
    • Unterhalb der Bodenplatte wird eine Sauberkeitsschicht mit einer PEFolie
    hergestellt.

    Weitere Infos habe ich noch nicht. Kann man mit den Angaben schon was anfangen?
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Grobi2000 Beitrag anzeigen
    Der Mutterboden wird bis zu einer Stärke von 30 cm abgetragen.
    Der Bodenaushub verbleibt auf dem Grundstück. Die Fehlhöhe wird
    durch frostsicheres Material ersetzt. Nach geotechnischer Erfordernis
    wird das Gründungspolster bis auf 45 cm erhöht.
    Dann ist man aber noch nicht frostsicher. Oder wird das Gelände höher gelegt? Unterfrieren könnte man aber auch mit einem Frostschirm verhindern.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Das Geländ wird meines wissens nicht höher gelegt.
    Die Tiefe des frostsicheren Materials ist nicht nur 45cm.
    Das ist nur die Menge die im Standardpreis mit drin ist. Die genaue Tiefe wird durch ein Bodengutachten bestimmt. Und falls dann mehr nötig ist, muss ich dafür auch mehr bezahlen. Bei meinem zukünftigen Nachbarn waren das die 70cm unterhalb der Bodenplatte. Ich mache mir auch weniger Sorgen um die Tiefe des Materials, als darum dass sehr starker und langer Niederschlag viel Wasser in die "Grube" ,in der das frostsichere Material liegt, spühlt und diese dann immer voller wird. Denn durch den lehmigen Boden, stelle ich mir zumindest vor, kann das Wasser nur sehr langsam wegsickern. Wenn es dann friert nutzt mir doch das frostsichere Material auch nichts mehr, oder sehe ich das falsch?
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Grobi2000 Beitrag anzeigen
    • Unterhalb der Bodenplatte wird eine Sauberkeitsschicht mit einer PEFolie
    hergestellt.

    Weitere Infos habe ich noch nicht. Kann man mit den Angaben schon was anfangen?
    Ja, damit kann man was anfangen.
    Fangen wir mal mit der so genannten Sauberkeitsschicht an.
    Eine PE-Folie ist keine Sauberkeitsschicht

    Wer nicht mal das auf die Reihe kriegt, wird auch nicht wissen, wie man einen fachgerechten frostsicheren Unterbau hinbekommt.

    Das Wasser ist nicht das Thema. Da muss das geeignete Material gewählt werden. Viel wichtiger sind die seitlichen Überstände und das Verhindern des Verschlammens der Frostschutzpackung!

    Ich denke, Sie sollten sich ganz schnell eine technische Vertragskontrolle einkaufen. Aber subito!
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  8. #7
    Themenstarter

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    Vielen Dank für die Antwort, das mit der Sauberkeitsschicht werde ich mal genauer hinterfragen. Wie wird denn am Besten eine Verschlammung der Frostschutzpackung verhindert? Und wie groß sollten die seitlichen Überstände der Frostschutzpackung sein?
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  9. #8

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Ich denke, Sie sollten sich ganz schnell eine technische Vertragskontrolle einkaufen. Aber subito!
    Grundsätzlicher Rat: Nichts unterschreiben, bevor nicht Jemand mit entsprechender Ausbildung sich den Vertrag angeschaut hat und die Bau- und Leistungsbeschreibung geprüft hat. Niemals nicht irgendetwas unterschreiben, bevor nicht ALLE Fragen zur eigenen Zufriedenheit beantwortet sind.

    In der Reihenfolge.
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  10. #9

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    Das wirst Du mit nochsoviel Hinter- und Nachfragen nicht selbst klären können.
    Und dann sind da noch reichlich andere Knackpunkt. Angefangen beim der vorausgesetzten Bodenklasse und Höhenlage des Gebäudes über den Wandbildner (was soll eine Kombination aus Porenbeton und WDVS?) bis hin zu den nicht im Angebot enthaltenen Hausanschlußkosten (da gehen schnell mal ein paar tausend EUR - kann u.U. auch fünfstellig werden - dahin!)...

    Daher:
    Unbedingt eigenen Sachverstand einkaufen! Der prüft dann das Vertragsangebot.
    VOR der ersten Unterschrift!!!
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  11. #10

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    Zitat Zitat von Grobi2000 Beitrag anzeigen
    Wie wird denn am Besten eine Verschlammung der Frostschutzpackung verhindert?
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    Zitat Zitat von Grobi2000 Beitrag anzeigen
    Und wie groß sollten die seitlichen Überstände der Frostschutzpackung sein?
    Bei uns stand das im Bodengutachten.

    Mein Tipp: Bodengutachten vorher separat beauftragen. Dann kannst Du 1.) alle Deine Fragen dem Gutachter stellen und 2.) hast Du Planungssicherheit und kannst besser mit dem GU/Erdarbeiter verhandeln.
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  12. #11
    Avatar von extrabrut
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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Ja, damit kann man was anfangen.
    Fangen wir mal mit der so genannten Sauberkeitsschicht an.
    Eine PE-Folie ist keine Sauberkeitsschicht
    Ruhig Blut Ralf! Es hat ja niemand geschrieben, dass die Sauberkeitsschicht aus einer PE-Folie hergestellt wird sondern mit.
    Also bei mir kommt auch immer eine PE-Folie auf die Sauberkeitsschicht, hat sich so bewährt.
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  13. #12
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    dann sollen die entweder schreiben:
    • die sks wird mittels pe-folie hergestellt
      oder
    • zusätzlich zur sks wird e. pe-folie verlegt

    ersteres wäre gravierend falsch,
    zweiteres kaum notwendig.
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  14. #13

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    Frostschürze ist wichtig

    Ich musste gerade sehr teuer erfahren,dass man trotz Bodengutachten und der Empfehlung einer 80cm Frostschürze uns eine gedämmte Bodenplatte erstellt hat und man uns immer erzählt hat, die wäre ausreichend mit frostsicherem Material gegründet worden.
    Jetzt stellt sich heraus, dass die Bodenplatte, Dämmung und Kiespolster insgesamt nur 69cm ergeben und wir nachträglich eine Frostschürze einbauen lassen müssen. Der Spaß soll uns jetzt rund 10000,-Euro kosten, da der Bauträger nicht den Mangel anerkennt.
    Wir haben ebenfalls einen ziemlich lehmigen Boden, der nicht für Versickerung geeignet ist. Die Rigole funktioniert daher nicht. Wir sind auch noch beim tüfteln, wie wir die Entwässerung anstellen.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
    Bauexpertenforum Avatar von Josef
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    da der Bauträger nicht den Mangel anerkennt.
    ausser den Bauträger haste keine Fachleute zur Seite gehabt ???

    wenn schon Bodenplatte ohne Frostschürze dann:

    - eigener Bodengutachter samt Begleitung im Boot
    - eigener Tragwerksplaner samt Begleitung im Boot


    ein "ABER" lass ich hier nicht gelten (!) ... nein ich hab kein
    Mitleid mit Leuten die meinen sich alles sparen zu können (!)
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  17. #15

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    Baugrund selber bezahlen

    Danke, aber das Gutachten habe ich schon bezahlen dürfen. "x wollte ich das Geld nicht ausgeben.
    Der Bauträger hat es jedoch nicht herausgerückt. Da brauchte es schon meine Bauüberwacherin.
    Ja, ich gebe zu, die habe ich erst eingeschalten,da war das Kind schon im Brunnen, nur noch nicht ertrunken.
    Aktuell ruderen wir noch ums Überleben. Der Bauträger sieht die fehlende Frostsicherheit nicht als Mangel.
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