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Warum kann man nach ENEV nicht die benötigte Wärmemenge berechnen

Diskutiere Warum kann man nach ENEV nicht die benötigte Wärmemenge berechnen im Forum EnEV 2002 / 2004 / 2007 / 2009 auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Warum kann man nach ENEV nicht die benötigte Wärmemenge berechnen

    Hallo,

    immer wieder lese ich, die berechnung des Heizbedarfs nach ENEV ist eine reine grobe Abschätzung, wichtig sei die Heizlastberechnung nach DIN 12831. Das leuchtet mir nicht ein. Am Ende einer ENEV-Berechnung sehe ich die Einheit KWh/a. Das ist doch eine klare Ansage. Wenn es denn nun sei, daß dieses nur ein Schätzwerk ist, wie kommt man dann bei einer Heizlastberechnung zu realeren Zahlen? Und wenn man dort diesen kommt, warum wird das Verfahren dann nicht bei der ENEV eingesetzt?

    Gruß Wolf
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  2. Warum kann man nach ENEV nicht die benötigte Wärmemenge berechnen

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  3. #2
    Talya
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    Ich glaube das eine ist ein Nachweisverfahren, das andere ein Auslegungsverfahren?!
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  4. #3
    Avatar von rainerS.punkt
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    Die EnEV arbeitet mit unrealistischen Raumtemperaturen. Oder willst du wirklich bei 19°C im Wohnzimmer sitzen ?
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  5. #4
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    Die EnEV arbeitet mit unrealistischen Raumtemperaturen. Oder willst du wirklich bei 19°C im Wohnzimmer sitzen ?
    Ob das der einzige Grund ist? Die ENEV muß bei der Betrachtung ja von einer bestimmten Temperaturdifferenz innen/außen ausgehen. Wenn diese zu niedrig angesetzte Temperaturdifferenz der einzige Grund für die "falschen" Zahlenwerte wäre, könnte man ja mit einem Prozentualem Zuschlag dieses kompensieren. So nach dem Motto: wem 19 °C reichen -> ENEV Wert nehmen, bei 21 °C -> Faktor 1,1 malnehmen. Aber das lese ich ja nicht. Ich lese nur: Ist ungenau.
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  6. #5

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    Die EnEV geht z.B. von Durchschnittstemperaturen außen, mittlerer Sonneneinstrahlung, internen Gewinnen etc. aus.

    Nun möchte frau es im Badezimmer gerne 24 Grad haben, auch wenn es draußen schneit und stürmt und man nicht gerade Sport getrieben hat.

    Heizlast legt man sozuagen beim (ortsabhängigen) Extremum und EnEV beim (ortsunabhängigen) Mittelwert aus. Klar kann man Faustformeln entwickeln wie: Max. Heizlast = x % des EnEV-Bedarfs. Diese x sind aber eigentlich noch von vielen Parametern abhängig, so dass ein durchschnittliches x sehr ungenau ist und man den Heizbedarf besser berechnet, wobei man Zwischenergebnisse der EnEV-Berechnung verwenden kann.
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  7. #6

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    die 19°C kommen daher, so sagte mir ein Dozent der Uni Kassel vor etwa 10 Jahren, dass es ja immer eine Teilbeheizung gibt.
    In den ersten Energieberatungsprogrammen konnte man noch Teilbeheizungsfaktoren eingeben, die z.B. berücksichtigten, dass in der Regel einzelne Räume nicht beheizt werden...
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  8. #7
    Themenstarter

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    Da fällt mir noch was ein: Warum nimmt der Wärmeverlust mit der Mauerdicke reziprog und nicht exponentiell ab? Ich denke da an die Radioaktivität, welche exponentiell mit der Mauerdicke abnimmt.
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  9. #8

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    Zitat Zitat von hotWolf Beitrag anzeigen
    Hallo,

    immer wieder lese ich, die berechnung des Heizbedarfs nach ENEV ist eine reine grobe Abschätzung, wichtig sei die Heizlastberechnung nach DIN 12831. Das leuchtet mir nicht ein. Am Ende einer ENEV-Berechnung sehe ich die Einheit KWh/a. Das ist doch eine klare Ansage. Wenn es denn nun sei, daß dieses nur ein Schätzwerk ist, wie kommt man dann bei einer Heizlastberechnung zu realeren Zahlen? Und wenn man dort diesen kommt, warum wird das Verfahren dann nicht bei der ENEV eingesetzt?

    Gruß Wolf
    ...u.a. weil bei der ENEV Berechnung noch ein Primärenergiefaktor angesetzt wird. Dadurch werden zB Pelletanlagen "schöngerechnet".
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  10. #9

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    Die simpelste Antwort ist:
    Weil nicht alle Neubauten Deutschlands in Würzburg stehen werden oder auch nur könnten!

    Die EnEV ist ein Verfahren zur vergleichenden Betrachtung. Dazu werden alle Randbedingungen (von der Klimazone des Standorts über die Raumtemperatur bis zum Nutzerverhalten) realitätswidrig identisch angenommen.
    Somit bekommt man vergleichbare Werte.

    Die aber nicht taugen, um eine Heizung danach auszulegen. Denn da möchte man ja die individuell gewünschte Raumtemperatur bei den eigenen Nutzungsgewohnheiten (z.B. Regenduschen-"Wellnesstempel") am tatsächlichen Standort des Gebäudes mit dem geringstmöglichen Aufwand jederzeit sicher erreichen.

    Jetzt klar?
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  11. #10

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    Zitat Zitat von hotWolf Beitrag anzeigen
    Da fällt mir noch was ein: Warum nimmt der Wärmeverlust mit der Mauerdicke reziprog und nicht exponentiell ab? Ich denke da an die Radioaktivität, welche exponentiell mit der Mauerdicke abnimmt.
    Ist wie beim elektrischen Strom:
    doppelte Leitungslänge => doppelter Widerstand
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  12. #11
    Avatar von alex2008
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    Die Grundlagen sind für Heizlast und EnEV in weiten Bereichen die gleichen.
    Bei der EnEV wird aber das ganze Jahr bilanziert.

    Bei der Heizlast wird sinnvollerweise mit Randbedingungen einer selten vorkommenden Extremsituation gerechnet.
    Schließlich will man es an kalten Wintertagen mit wenig Sonnenschein auch warm haben wenn man mal fast den ganzen Tag nicht daheim ist, wenn also solare Gewinne und interne Gewinne eher mager ausfallen.
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  13. #12
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    Zitat Zitat von alex2008 Beitrag anzeigen
    Die Grundlagen sind für Heizlast und EnEV in weiten Bereichen die gleichen.
    Bei der EnEV wird aber das ganze Jahr bilanziert.

    Bei der Heizlast wird sinnvollerweise mit Randbedingungen einer selten vorkommenden Extremsituation gerechnet.
    Schließlich will man es an kalten Wintertagen mit wenig Sonnenschein auch warm haben wenn man mal fast den ganzen Tag nicht daheim ist, wenn also solare Gewinne und interne Gewinne eher mager ausfallen.
    Danke - das mit der Heizlastrechnung ist soweit verstanden.


    Zitat Zitat von juwido Beitrag anzeigen
    Ist wie beim elektrischen Strom:
    doppelte Leitungslänge => doppelter Widerstand
    Ja - das ist mir auch klar. Als ich mich anfangs mit der Thematik auseinandergesetzt habe, habe ich aber zuerst an eine Strahlenquelle und eine abschwächende Mauer gedacht. Und da nimmt die Reststrahlung exponentiell mit der Mauerdicke ab. Und das ist halt was anderes als reziprog. Gut -. eine Hyperbel mit f(x) = 1/x und eine abnehmende e-Funktion können eine gewisse Ähnlichkeit habe. Aber wie gesagt. Warum ist es bei der Radioaktivität exponentiell und bei der Wanddicke reziprog?

    Gruß Wolf
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  14. #13

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    Zitat Zitat von hotWolf Beitrag anzeigen
    Warum ist es bei der Radioaktivität exponentiell und bei der Wanddicke reziprog?
    Bei der Radioaktivität handelt es sich um ein Absorption. z.B. 1 cm absorpieren 10% der Strahlung, die nächsten ein cm wieder 10% der restlichen Strahlung (dass sind 9%) usw. => exponentielles Verhalten wie bei der Zinsenberechnung.

    Bei der Wärmeleitung handelt es sich um einen Widerstand.

    1cm haben z.B. einen Widerstand (k) von 2 W/m2K dann haben 2 cm 4 W/m2K

    Der U-Wert ist dann 1/k
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  16. #14

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    Könnte es sein, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden?

    Nebenbei bemerkt, man schreibt reziprok und nicht reziprog, und im Zusammenhang mit dem Wärmedurchgang ist mir schleierhaft was das jetzt mit reziprok zu tun haben sollte. Es kommt doch letztendlich darauf was man berechnen möchte, aber das ist ja noch nicht einmal geklärt.

    Also stochern wir weiter im Nebel.

    Gruß
    Ralf
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  17. #15

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    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Könnte es sein, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden?

    Nebenbei bemerkt, man schreibt reziprok und nicht reziprog, und im Zusammenhang mit dem Wärmedurchgang ist mir schleierhaft was das jetzt mit reziprok zu tun haben sollte. Es kommt doch letztendlich darauf was man berechnen möchte, aber das ist ja noch nicht einmal geklärt.

    Also stochern wir weiter im Nebel.

    Gruß
    Ralf
    Der TE hat festgestellt, dass der Wärmeverlust nach der Formel c/d * delta T (mit einer Konstanten c, der Dicke d und der Temperaturdiff. delta T) berechnet wird. Erwartet hat er wohl eher c1 * exp(-c2*d) *delta T.

    Bzgl. d ist die 1. Formel reziprok und die 2. Formel exponentiell.

    Warum sich der Wärmefluss nun besser nach der 1. Formel und nicht nach der 2. Formel berechnen lässt, weiß ich nicht - haben aber wohl Physiker in endlosen Messreihen so herausgefunden und sich dann eine schicke Theorie drumherumgebastelt.
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