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  1. #1

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    Entscheidung bei der Lüftungstechnik (Neubau)

    Hallo,

    wir planen derzeit unseren Neubau in Norddeutschland (Stadt Oldenburg). Es wird voraussichtlich ein KfW70 oder KfW55-Haus mit 170 qm werden. Wir haben uns nun bei verschiedenen Anbietern umgehört und unterschiedlichste Meinungen zu Lüftungsanlagen gehört (wir wollen gerne eine haben).

    Das interessante dabei ist:
    - Die "günstigeren" Bauunternehmen möchten immer eine zentrale Lüftungsanlage einbauen (Rohrsystem im Haus, Luft wird in Küche, Bad, etc. abgesaugt) und in den Wohnräumen warme Frischluft zugeführt.
    - Die "teureren" bzw. "nobleren" Anbieter haben in ihrer Baubeschreibung immer ein Abluftsystem mit Abluftwärmepumpe. Die Zuluft wird dann über Kernbohrungen in den Räumen per Unterdruck im Gebäude nachgezogen. Eine Gasheizung wird nicht eingeplant (da Wärmepumpe).

    Ursprünglich hatten wir immer die Variante, die die günstigen Anbieter vorschlagen, eingeplant. Allerdings gaben die "teureren" Anbieter an, dass sie aus mangelnder Langzeiterfahrung mit Schimmel, Keimen, etc. so eine Anlage nicht verbauen bzw. nicht verbauen wollen.

    Was uns bei Variante Abluftwärmepumpe sorgen macht:
    - Viele Kernbohrungen. Wir haben also ein toll isoliertes Haus und bohren überall Löcher rein. Dämmt das dann noch gut die Geräusche von außen?
    - Das Heizen von Warmwasser und Heizung mach die Abluftwärmepumpe. Das kann die meiner Meinung nach nicht wirklich schaffen. Heißt das also: Ich bezahle demnächst mein Heizgeld an einen Stromkonzern anstatt an einen Gaskonzern, wobei Strom pro kWh ja wesentlich teurer ist?

    Was uns bei der zentralen Variante Sorgen macht:
    - Sitzen wir in den nächsten Jahrzehnten in einem Haus, in dem sich die Keime in den Zuluftröhren rumtreiben und uns das Atmen schwer machen?

    Und eine weitere Frage, die wir uns stellen:
    - Könnte man nicht die Variante mit der Abluft und der dadurch automatischen Zuluft auch mit einer traditionellen Gas-Brennwert-Therme realisieren ohne eine Wärmepumpe zu verwenden. Auf diese Weise hätte man nur das Belüftungsprinzip ohne die Wärme auszunutzen.

    Wir wären sehr froh, wenn wir ein paar hilfreiche Tipps bekommen würden. Ich habe schon ein wenig im Internet und Forum recherchiert, habe aber bisher noch nicht die hilfreiche Antwort gefunden.

    Gruß,
    baueinsteiger
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  2. Entscheidung bei der Lüftungstechnik (Neubau)

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Hallo,

    mal eine Frage, womit wird denn die Wärme zur Brauchwassererwärmung und FBH gewonnen?? Wie groß ist der Pufferspeicher, welche Ausführung? Vielleicht hab ich nen Auffassungsfehler, aber die Experten werden schon wissen was gemeint ist.

    Gruß Barnabas
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  4. #3
    Themenstarter

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    Hallo barnabas,

    beim Abluftwärmepumpensystem wird sowohl das Brauchwasser als auch die FBH von der Abluftwärmepumpe erhitzt. Der Gasanschluss würde entfallen. Zumindest bei den derzeitigen Angeboten der "teuren" Anbieter.

    Bei der anderen Lösung (Röhrenlüftung) könnte ich mir aussuchen, ob eine Gas-Brennwert-Therme installiert wird oder eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (wobei die Wärmepumpe natürlich Aufpreis kosten würde).

    Speichergröße wäre (glaube ich) in beiden Fällen um die 200 Liter.

    Wenn ich die Richtlinien des Forums korrekt verstanden habe, soll man ja nicht über die Marken diskutieren, deshalb habe ich die Herstellernamen mal außen vor gelassen.

    Gruß,
    baueinsteiger
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  5. #4

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    Hallo Baueinsteiger,

    ich hab mal fix bei einem solchen Hersteller auf der Seite nachgeschaut, wie dieses Gerät funktioniert. Mein erster Gedanke war, Perpetuum Mobile,denn es müssten 100% bzw noch etwas mehr an Wärmeenergie zurückgewonnen werden, um auch die immer vorhanden Verluste zu kompensieren.
    Mal keinen Auffassungsfehler vorausgesetzt, ist dies eine Luft-Kältemittel-Wärmepumpe, funktioniert wie eine LWW. Nur dass das Gerät der Abluft die Primärenergie entzieht und nicht der Außenluft. Den Speicher von 200l finde ich irgendwie sportlich. Wie funktioniert das alles wenn's 20°C unter 0 sind? Heizstab im Speicher?
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  6. #5
    Avatar von fmw6502
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    meine Lieblingsfrage bei reinen Abluft-WPs: woher kommt die Energie im Winter, die der Abluft entzogen wird?

    Soviel innere Gewinne oder Sonneneinstrahlung gibt es nicht. Selbst reine Passivhäuser müssen dann per elektrische Nachheizregister beheizt werden.

    BTW: es gibt einige threads zu diesem Thema: Starthilfe

    Gruß
    Frank Martin
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  7. #6

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    Hallo baueinsteiger,

    also gehen wir mal davon aus, dass das Haus mit einer Wärmemenge 100 beheizt ist, die AWP je nach Herstellerangeben so 92% zurückholt, hab ich also dann noch eine Wärmemenge von 92 übrig um das Haus zu heizen und Warmwasser zu haben.
    Ich hab mal was von Transmissionswärmeverlusten gelesen, wahrscheinlich sind die zu vernachlässigen, oder etwa doch nicht?? Man betritt und verlässt sein Haus ja auch mal, oder der große Einkauf soll hineingebracht werden, naja je nach Blickwinkel vermutlich nicht der Rede wert. Nach getaner Arbeit würd ich mir gern die Hände waschen, warm natürlich. Aber eigentlich ist Hygiene völlig überbewertet, kalt geht auch. Kalt duschen soll ja abhärten. Das was an Warmwasser in den Abfluss läuft, wird wohl nicht zurückgeholt. Wäre mir neu.
    Irgenwo in den Datenblättern steht, wann die WP ein Zusatzheizsystem (Heizstab) zuschaltet, in einem anderen Fred findest dazu was.

    Gruß

    Barnabas
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  8. #7
    Avatar von fmw6502
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    ist das jetzt Ironie?

    BTW: Transmissionsverluste sind unabhängig vom Türöffnen

    Gruß
    Frank Martin
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  9. #8
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    Barnabas ...

    und wie sieht die Rechnung aus wenn die Lüftungsverlust 40% betragen und die Transmissionsverluste (dass sind die, die aus dem Wärmedurchgang der Bauteile entstehen) 60% ?

    Wenn nun die Lüftungsverluste deutlich minimierst woher kommen dann die 60% + x % aus der Lüftung ?

    Gruß
    Achim Kaiser
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  10. #9

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    Abluft-WP

    Zitat Zitat von Achim Kaiser Beitrag anzeigen
    Wenn nun die Lüftungsverluste deutlich minimierst woher kommen dann die 60% + x % aus der Lüftung ?
    Ach Achim, das rechnen wir schon irgendwie schön. Noch nix vom Perpetuum Mobile gehört?
    Und es läuft und läuft und läuft.....die Vertriebsmaschinerie der Verkäufer.

    Gruß
    Ralf
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  11. #10
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    Hallo,

    wenn ich eure Kommentare richtig deute, teilt ihr meine Bedenken, dass eine Abluftwärmepumpe bei diesem System ausreicht, um sowohl Warmwasser als auch die Fußbodenheizung zu erwärmen. Daraus folgere ich: Es wird relativ häufig ein Heizstab oder eine anderweitige elektrische Unterstützung innerhalb der Wärmepumpe anspringen müssen und unsere Stromkosten in die Höhe treiben. Und da die kWh Strom ja deutlich teurer als eine kWh Gas ist, wird es für uns im Endeffekt teurer, als hätten wir einfach eine Gas-Brennwert-Therme genommen.

    Dann fällt diese Lösung wohl für uns aus. Das zentrale KWL-System wird von diesen Anbietern ja leider immer schlecht gemacht. Ich hoffe, man holt sich damit nicht wirklich die Keime ins Haus und hat auf Dauer viel zu trockene Luft.

    Gruß,
    baueinsteiger
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  12. #11

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    Zitat Zitat von baueinsteiger Beitrag anzeigen
    Hallo,

    wenn ich eure Kommentare richtig deute, teilt ihr meine Bedenken, dass ....
    Richtig erkannt.

    So eine Abluft-WP kann in manchen (wenigen) Fällen eine sinnvolle Variante sein, aber Dein Fall gehört nicht dazu.

    170m2 KfW70, da mutiert eine Abluft-WP zur Stromdirektheizung, und das kostet Geld.

    Gruß
    Ralf
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  13. #12

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    Zitat Zitat von baueinsteiger Beitrag anzeigen
    Dann fällt diese Lösung wohl für uns aus. Das zentrale KWL-System wird von diesen Anbietern ja leider immer schlecht gemacht. Ich hoffe, man holt sich damit nicht wirklich die Keime ins Haus und hat auf Dauer viel zu trockene Luft.
    Gegen zu trockene Luft hilft eine Feuchterückgewinnung (auch wenn das
    nach einer Studie eines Frauenhoferinstituts die hier oder im HTD dieses
    Jahr mal Thema war nicht wirklich zusätzlich Energie spart) und die
    Verkeimung gehört ins Reich der Märchen.

    Wenn bei einer KWL die Abluft nach draußen meinetwegen 3 Grad hat
    und die Außenluft 0 Grad, dann hat die Abluftwärmepumpe gegenüber
    der KWL die Chance, die 3 Grad zu nutzen gegenüber einer Luftwärmepumpe,
    die sich mit der Umgebungsluft zufriedengeben muß. Die Abluft muß
    dann aber noch deutlich tiefer abgekühlt werden, wenn es denn reicht,
    die Abluft zu verwerten und das nicht nur ein Teil der angesaugten Luft
    ist. Wenn es reicht, das Haus über die Zuluft zu heizen, mag das ganze
    Sinn machen, schön integriert kann man dann ggf. auch die Zuluft im
    Sommer noch kühlen und die Abwärme oder einen Teil davon ins WW
    bringen (dann muß die Zuluft natürlich auch zentral bereitgestellt werden
    und nicht durch Löcher in der Wand oder dem Fensterrahmen).
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  14. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  15. #13

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    Zitat Zitat von fmw6502 Beitrag anzeigen
    ist das jetzt Ironie?

    BTW: Transmissionsverluste sind unabhängig vom Türöffnen

    Gruß
    Frank Martin
    Ähm, ja . . .

    hätte ich das betätigen des Ironieschalters hineinschreiben sollen ?

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  16. #14

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    Eine reine Abluft-WP kann nur geringfügig mehr an Energie dem Haus zuführen, als sie an elektrischer Leistung aufnimmt (denn die Energie, welche sie der Abluft entnimmt, fehlt dem Haus ja). Die Anlage verringert einerseits nur die Lüftungsverluste, aber gewinnt daneben "Umweltenergie" nur in dem Maße, wie ihre Abluft kälter ist als die Umgebungsluft.
    Reicht das nicht, muß der elektrische Heizstab einspringen. Das ist dann logischerweise schon bei nicht allzu niedrigen Außentemperaturen der Fall.
    Daher sind solche Systemen nur für (hochgedämmte) Häuser mit sehr geringer Heizlast und an nicht extremen Standorten sinnvoll einsetzbar.

    Aber es gibt ähnliche Anlagen auch mit zusätzlicher Nutzung der Außenluft!
    Man kann also durchaus das Konzept der dezentralen Zuluft mit einer echten "Nicht-Direktstromheizung" kombinieren - sogar in einem Gerät. Und ohne Gas.
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