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Fußbodenaufbau wie ausführen ?

Diskutiere Fußbodenaufbau wie ausführen ? im Forum Estrich und Bodenbeläge auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Frage Fußbodenaufbau wie ausführen ?

    Hallo Experten,

    um unserem Architekt (Pappnase;-) Paroli bieten zu können, bitte ich um Mithilfe zu unserem geplantem EFH- Neubau.
    Lt. Zeichnungen beträgt die Rohbau-Kellergeschoßhöhe 2,50m (kein ständiger Wohnbereich, eventl. später Sauna).
    Das Erdgeschoß (Fußbodenheizung) und Dachgeschoß hat eine Rohbauhöhe von 2,75m.

    Laienhafte Meinung von der späteren Wohnhöhe ca. 2,52m. Somit würden ca. 23cm für den Fußbodenaufbau und Decke übrig bleiben.

    Daher meine Frage, wie den Kellerraumboden (eventl. mit Sohlendämmung==>Misapor), Erd-sowie Dachgeschoßboden ausführen ?
    Welche Dämmung bzw. Trittschalldämmung sollte man nehmen ? Wie hoch den Anhydritestrich ? Sonstige Dinge ?

    Ach ja, das Forum habe ich schon durchstöbert. Leider ohne das gewünschte Ergebniss.

    Vorab schon mal Danke für Eure Bemühungen.

    Viele Grüße
    Michael
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  2. Fußbodenaufbau wie ausführen ?

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  3. #2
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    Mit 23 cm für die gesamte Kellerdecke kommen Sie nicht hin. Zum unbeheizten Keller brauchen Sie mindestens 8 cm Dämmung (5 cm Dämmung + 3 cm Trittschalldämmung), darauf 5,5 cm Anhydritestrich bzw. 6,5 cm Zementestrich. Die Stahlbetondecke und den Belag dazugerechnet sind Sie über 30 cm. Zum Obergeschoß können Sie die Dämmung weglassen, also nur Trittschalldämmung + Estrich. Im unbeheizten Keller bestehen theoretisch gar keine Anforderungen an die Dämmung. Hier kommen Sie mit 4 cm Verbundestrich oder Estrich auf Trennlage aus. Mit Perimeterdämmung der erdberührten Flächen wir Ihr unbeheizter Keller im Winter vielleicht 2 Grad wärmer sein, schwierig zu berechnen. Im Sommer wird das Risiko von Tauwasser und Schimmel im Keller bei Lüften mit feuchtwarmer Luft verringert. Zu Schaumglasschotter habe ich keine Meinung. Haben Sie Grundwasser, bringt er nichts, da er vom Wasser durchströmt und damit dämmtechnisch unwirksam wird. Rechnerisch darf deshalb nur Perimeterdämmung in Plattenform berücksichtigt werden. Wollen Sie den Keller dämmen, würde ich im Bodenbereich zwischen Schaumglasschotter und einer inneren Dämmung preislich entscheiden. Bei Innendämmung geht wieder Höhe verloren.
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  4. #3
    Gast
    Gast

    Ergänzung

    Hallo Bruno,

    erstmal Danke für Ihre ausführliche Antwort.

    Sorry, habe versäumt die 22cm der jeweiligen Decken zu dem Maß dazu zu rechnen. Die lichte Rohbauhöhe beträgt z.B. fürs EG vom nacktem Betonboden bis zur Unterseite Decke 2,75m.
    Also ist noch ausreichend Platz für eine Dämmung und ein vernüftiger Aufbau.
    Die Tritschalldämmung auf dem Erdgeschoßboden, macht die wirklich Sinn ? Sollte man nicht lieber in eine vernüftige Dämmung investieren ?
    Grundwasser haben wir nicht. Daher wäre wohl eine Schaumglasschotterschicht ratsam ?
    Na ja, ich werde wohl Heizkörper im Kellergeschoß vorsehen, man weiß ja nie, ob die Kinder vielleicht doch mal bei Ihren Eltern bleiben wollen. Demnach wollte ich den Keller doch vernüftig dämmen...man weiß ja nie.
    Welche Dämmungshöhe je Geschoß wäre denn bei fast 22cm Bodenaufbau ratsam, bzw. vernüftig, ohne es zu übertreiben ?
    Welche Dämmstoffart sollte man nehmen ?
    Vorab mal Danke für die Antwort(en).

    Grüße und für das anstehende Jahr alles gute
    Michael
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  5. #4
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    Hallo Michael,

    Trittschalldämmung ist nichts anderes als eine weiche Wärmedämmung und macht Sinn. Je nach System der Fußbodenheizung liegt sie über oder unter der Wärmedämmung. Zwischen zwei beheizten Geschossen, hier EG und OG, bringt Wärmedämmung nichts, aber zum unbeheizten Keller. Minimum für den Mindestwärmeschutz sind 4-5 cm einschl. der Trittschalldämmung, bei FB-Heizung sollten es schon 8 cm gesamt sein. Wesentlich mehr amortisiert sich aber nicht über die Heizkosten. Wenn der Keller sowieso überschlagen sein soll und gelegentlich beheizt wird, relativiert sich diese Dämmung noch mehr.

    Beispiel: 5 cm PUR alukaschiert, 3 cm Trittschalldämmung, PE-Folie, Heizrohre, Estrich. Googeln Sie mal nach Fussbodenheizung.

    Werden im Keller Heizkörper montiert, gelten auch die Anforderungen für beheizte Räume. Also Perimeterdämmung der Kellerwände, 6 cm und mehr. Schaumglasschotter muss sowieso mindestens 15 cm stark eingebaut werden und entspricht dann bei Fehlen von Grund- und drückendem Wasser etwa 6-8 cm herkömmlicher Dämmung. Zu den Estrichstärken auf Fussbodenheizung: vorgeschrieben ist eine Rohrüberdeckung von 45 mm, bei Anhydritestrich sind es glaube ich 35 mm. Das ergibt Estrich-Mindeststärken von 62 bzw. 52 mm, wenn die Heizrohre unten liegen.

    Gibt es eigentlich eine Wärmebedarfsberechnung? Da sollten die notwendigen Dämmstoffstärken drinstehen. Wie viel ein mehr an Dämmung bringt und wann sie sich amortisiert, müsste im Einzelfall nachgerechnet werden.
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  6. #5
    MAB
    Gast

    Na, Pappnase?

    Gib's zu Bruno Das konnteste nicht auf Dir sitzen lassen!

    Der Beitrag soll nur dazu dienen, immer nachzufragen: in jeder Berufsgruppe gibt es Pappnasen und Napfnasen.

    Einer meiner eigenen Spezies habe ich gerade in schriftlicher Form vor mir liegen. Der Mann ist öbuv SV und Architekt.

    So einen Schwachsinn wie der kriegt Bruno noch nicht mal mit Absicht zusammen
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  7. #6
    Themenstarter

    Registriert seit
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    62

    Pappnase

    Hallo Bruno,MAB,

    @Bruno
    Danke für die ausführliche Antwort. Jetzt habe ich als ahnungsloser wenigstens Argumente, gegenüber dem Architekten.
    Natürlich wird es eine Wärmebedarfsrechnung geben. Wird diesen Monat von der (s. Betreff) nachgereicht
    Dann werde ich noch einmal auf euch zu kommen.

    @MAB
    Was würden wir ohne solche P..... machen, dann wären wir alle arbeitslos- gelle!?

    Viele Grüße
    Michael
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  8. #7
    Gast
    Gast

    Hinweis zu den Estrichdicken

    Hallo Michael,

    noch eine kleine Ergänzung zu Brunos umfangreichen Ausführungen:

    1.Heizestrich EG:

    - Rohrüberdeckung bei Heizestrichen mit Rohren, die direkt auf der Dämmung liegen ist gemäß DIN 18560 bei Anhydrit- und Zementestrichen identisch mit 45 + d angegeben; es gibt diverse Fachliteratur, die aber mind. 55 + d empfehlen

    2. Estrich OG:

    - bei Wäda-dicken > 3 cm Mindestdicke für Anhydrit- und Zementestrich > 4 cm, unter Fliesen mind. 4,5cm!!

    3. Allgemein:

    - wenn Sie später in den Räumen unterschiedlich hohe Fussbodenbeläge einsetzen und keine Höhenversprünge haben wollen, sollten Sie sich für Zementestrich entscheiden, da hier unterschiedliche Höhen je Raum ausgeführt werden können

    Corinna
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  10. #8
    Gast
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    Noch eine Nachfrage

    ... warum ist Ihr Architekt eine Pappnase?

    Was hat ihm denn zu diesem frühen Zeitpunkt schon diese Bewertung eingebracht? Meistens wird doch auf die ARchitekten nicht bei der Planung sondern erst bei der Ausführung geschimpft?

    Corinna
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  11. #9
    Themenstarter

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    Architekt

    Hallo Corinna,

    erstmal Danke für ihre ergänzenden Angaben. Diese bringen mich wieder ein Stück weiter.
    Ist es im Keller und im Bad sinnvoll (wg. der Feuchte), einen Zementestrich zu nehmen ?
    Machen 2 verschiedene Estrichsorten auf einer Etage Probleme (Anhydrit im Obergeschoß, Bad mit Zementestrich, auf gleicher Ebene liegend) ?

    Sicherlich haben sie recht. Der Zeitpunkt ist noch relativ früh um jemand zu verurteilen.
    Da aber bereits in der Planungphase einiges nicht in Ordnung war (Pläne nicht nach wünschen gefertigt, einiges vergessen, auf dem Bauantrag Gas anstatt Öl-Heizung angekreuzt wurde, sowie die Statik und die Wärmeberechnung nach 6 Wochen nach Erhalt der Pläne, noch immer nicht vorliegen usw....), kam ich zu der Annahme.
    Grundsätzlich ist er aber sehr nett. Was wirklich in Ihm steckt, werde ich spätestens erfahren, wenn es richtig los geht.
    Von daher informiere ich mich lieber vorher. Man baut ja nur einmal ;-)

    Ähem, sind sie vielleicht Architektin ? Sorry, wollte dem Berufszweig nicht auf die Füße treten.

    Grüße
    Michael
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