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  1. #1

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    Frage Asbest oder nicht?

    Hallo,

    wir wollen uns ein Haus kaufen und haben ein für uns attraktives Objekt gefunden. Es handelt sich um ein Okal-Haus aus dem Jahr 1986.
    Nun steht in der Baubeschreibung, dass außen 8mm Asbestzementplatten mit Kunstharzputz verbaut wurden.
    Der Makler, angestellt bei einem renommierten Unternehmen, sagt, dass kürzlich ein Okal-Gutachter vor Ort war und festgestellt hat, dass kein Asbest verbaut wurde. Das Gutachten sollen wir noch erhalten. (In den Jahren seit dem Bau wurde nichts wesentliches am Haus renoviert.)

    Zudem haben wir ein aktuelles Raumluft-Gutachten erhalten, in dem alle aufgeführten Werte "nicht bedenklich" sind. Jedoch ist Asbest nicht explizit aufgeführt.

    Eigentlich gehe ich davon aus, dass die Baubeschreibung zutrifft und tatsächlich Asbest verbaut wurde. Wie soll ich dann aber das Ergebnis des Okal-Gutachters werten? Wurde hier eventuell gemauschelt oder ist das zuverlässig?

    Vielleicht könnt Ihr mir hier ein paar Hinweise oder Eure Meinung nennen.
    Danke vorab!

    Viele Grüße
    "Asbestos"
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  2. Asbest oder nicht?

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  3. #2

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    1986 ist schwierig zu beurteilen, denn ab Ende 1986 (wenn ich mich richtig erinnere) durfte Asbest nicht mehr eingesetzt werden.

    Ich würde zu einem unabhängigen Gutachten raten. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass an diesem Haus noch asbesthaltige Faserzementplatten benutzt wurden.

    Gruß
    Ralf
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  4. #3

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    Das Verbot erfolgte Stufenweise über mehrere Jahre. Restbestände an festgebundene Produkten durften z.B. noch nach dem Verbot abgesetzt werden.
    Dem was tatsächlich hier verbaut ist würde ich gelassen(er) entgegensehen. Zum einen ist das Asbest hier festgebunden, zum anderen im Außenbereich. Eine erhöhte Konzentration im Innenraum nachzuweisen dürfte, sofern nicht gerade jemand die Platten zerstörend bearbeitet, kaum nachweisbar sein.
    Bei Baujahr 1986 sollte man aber darüber nachdenken den Gesamtaufbau energetisch zu ertüchtigen. Dann könnte man das Asbestproblem (wenn es denn eines ist) gleich mit lösen.
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  5. #4
    Avatar von Flocke
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    Die Sanierung asbesthaltiger Materialien ist immer sehr Teuer. Auf jeden fall schriftlich geben lassen, das hier kein Asbest verbaut ist.
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  6. #5

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    Jep Asbest Sanierung darf nur noch von Fachfirmen durchgeführt werden und ist dementsprechend teuer.

    Die zeitweise Möglichkeit in Eigenleistung den Dreck zu demontieren und nur das Entsorgen den Fachfirmen zu überlassen ist mitlerweile verboten.
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  7. #6
    Avatar von Lukas
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    Zitat Zitat von Rudolf Rakete Beitrag anzeigen
    darf nur noch von Fachfirmen durchgeführt werden
    Wann hat sich da was geändert? http://bauexpertenforum.com/showthread.php?t=16232
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  8. #7

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    Az

    durfte bis 1990 eingesetzt werden. Eine Sanierungspflicht gibt es nach wie vor nicht, aus gutem Grund. Es werden keine nennenswerten Fasermengen emittiert.
    Asbest wird bei üblichen Innenraumluftmessungen nicht gemessen, weil völlig andere Filter erforderlich sind.
    Kann durchaus sein, dass in 1986 schon asbestfreie Faserzementplatten verbaut wurden. Wirklich entscheidend ist das nicht. Im Fall der Demontage kostet das ein paar Euro mehr. Wirklich teuer sind nur Sanierungen bei schwach gebundenem Asbest.
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  9. #8
    Avatar von Hundertwasser
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    Hier mal eine kleine Übersicht welche Hersteller bis wann AZ produziert haben, vieleicht hilft die etwas weiter.
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  10. #9
    Themenstarter

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    Wow, vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten.
    Die Firma Okal ist in der Liste von Hundertwasser leider nicht aufgeführt, vielleicht frage ich mal direkt bei denen an.
    Zudem noch eine konkrete Frage: Die Baubeschreibung führt doch detailliert auf, was verbaut wurde. Dem Anschein nach ist das ein offizielles Dokument, das auch vom Bauamt so abgenommen wurde.
    Nimmt man es da manchmal nicht so genau, so dass auch unzutreffende Sachen in der Baubeschreibung vermerkt sein können?
    Und vielleicht noch diese Frage: Was etwa kostet ein unabhängiges Gutachten über die Asbest-Frage?

    Viele Grüße
    "Asbestos"
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  11. #10

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    Okal ist/war kein Hersteller der Platten, daher auch nicht in einer Liste von Herstellern geführt. Ob du bei Okal selbst eine belastbare Antwort erhältst ist fraglich, zumal Okal nicht mehr in der Struktur wie vor 25Jahren existiert.
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  12. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  13. #11

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    kommt häufig vor

    dass die Fertighäuser von der (Standard)-Baubeschreibung abweichen.
    Die Auswertung einer eingeschickten Asbestprobe kostet etwa 70 € + MwSt.
    Ein Gutachten mit Probenahme usw. ist natürlich deutlich teurer.
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  14. #12
    Themenstarter

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    Okal-Gutachter

    Hallo nochmal,

    ich habe jetzt das Okal-Gutachten vom Makler erhalten: "Die Fassade [..] wurde als asbestfreies Wärmedämmverbundsystem ausgeführt. Genau in diesem Zeitraum erfolgte die Umstellung von Asbestzementplatten auf WDVS. Vielleicht haben die Kunden noch eine alte Leistungsbeschreibung bekommen."

    Klingt das für Euch plausibel?
    Sicher gehen kann man wohl nur mit einem eigenen Gutachter, aber das wäre es mir wert.

    Viele Grüße
    "Asbestos"
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