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Neues Haus in altem Gewand

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  1. #1

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    Neues Haus in altem Gewand

    Moin!
    Nachdem im Bekanntenkreis wieder einmal ein altes Haus gekauft wurde, weil sie sich "irgendwie in das Haus verliebt haben" und nun die Sanierungskosten schon fast Neubau-Niveau erreicht haben, stellt sich mal wieder die Frage, wie bekommt man es hin, ein neues Haus mit dem Charm eines alten zu bauen? Ich meine, wenn man schon so viel Kohle ausgibt, und dann doch noch Kompromisse machen muss, kann man doch eigentlich auch neu bauen. Natürlich gibt es viele Faktoren, angefangen von der Lage, hin zu den verwendeten Materialien, Baumbestand, u.s.w.
    Aber was ist es wirklich, dass sich Leute "verlieben"? Ich weiss, diese Frage ist schwer zu beantworten weil jeder einen anderen Geschmack hat.
    Ziel ist, die alte Optik mit einer neuen Haustechnik zu verbinden.
    Gibt es irgenwie Literatur zu diesem Thema? Was ist mit Baustoffen? Z.b bei der Frage nach neuen "alten" Balken , oder der Möglichkeit der optischen Realisierung werde ich bloss immer mit grossen Augen angeschaut....
    Vielleicht hat ja jemand eine Idee.
    Gruß
    JoeBarTeam
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  2. Neues Haus in altem Gewand

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  3. #2

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    tja, wirklich schwer zu beantworten.

    ich wills mal so sagen:
    in einen altbau, in dem schon generationen vor
    einem gehaust haben, kann man sich schon verlieben.
    gelebte geschichte eben.

    der wohlfühlfaktor kann durchaus höher sein, als in einem
    jungfräulichen neubau.
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  4. #3

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    ...gerade wenn schon mehrere generationen dort gelebt haben, kann man davon ausgehen, daß das Haus wohl "funktioniert". Sonst wäre es umgebaut/ geädenrt/ abgerissen worden.

    Das kann man auch mit Neubauten erreichen. Der Praxistest dauert nur eben etwas...evtl. gar mehrere Generationen.....
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  5. #4
    Avatar von Anfauglir
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    Zitat Zitat von JoeBarTeam Beitrag anzeigen
    Z.b bei der Frage nach neuen "alten" Balken , oder der Möglichkeit der optischen Realisierung werde ich bloss immer mit grossen Augen angeschaut....
    Du kannst alte "alte" Balken nehmen. Einschätzungen der Tragfähigkeit von Altholz anhand von z.T. umfangreichen Versuchen sind z.B. in "Klaus Erler- Alte Holzbauwerke beurteilen und sanieren" zusammengefasst, in die entsprechende Sortierklasse (wie immer die nach aktueller Normung heißen mag) einorden kann man als Zimmerer meist selbst, das war bei mir vor einigen Jahren ein 8h-Lehrgang.

    Teuer wird es durch den höheren Verarbeitungsaufwand, gegenüber maßhaltigem und einigermaßen geradem KVH kann der je nach Anspruch an die Passgenauigkeit enorm sein. Die Oberflächenbehandlung mittels Nylonbürste gefällt mir, ist eine elende Sauerei, geht aber im ausgebauten Zustand recht fix.

    Noch ein preistreibender Kostenfaktor ist, dass die Altholzhändler saftige Preise haben. Dazu kommt, dass nicht beliebige Querschnitte verfügbar sind, da muss man schon mal einen 20/24 kaufen, wo ein 16/16 genügt hätte. Ich hab mir mein Altholz (für Sanierung) von Privatleuten besorgt.

    Aber mal generell: Die Sanierung wird oft so teuer, weil die Leute die Ansprüche gegenüber einem Neubau nicht runterschrauben. Das Problem wird bei Neubau mit alten oder "alten" Materialien genauso auftreten, ohne dass dadurch ein echter Mehrwert entsteht. Dieses Geld wäre evtl. besser in einen vernünftigen Architekten investiert, so dass ein Haus entsteht, dass bis auf "alt" alle Ansprüche des Nutzers erfüllt.

    Und nicht zuletzt: "Drum prüfe wer sich ewig bindet...", die Sanierungskosten lassen sich durch eiskalt gesteuertes Verlieben in einen Altbau mit vernünftiger Substanz deutlich senken.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Baumal Beitrag anzeigen
    gelebte geschichte eben.
    Das denke ich auch.

    Aber ich denke auch, dass man das nicht rational erklären kann. Das Warum bei der Frage, altes vs. neues Haus nimmt in meinen Augen schnell philosophische Züge an.

    Das ist ja in etwa so, als würde man darüber diskutieren, ob man sich einen alten Biedermeier-Schrank ins Haus holt und dann ggf. auch mit einem Holzwurm lebt - dafür aber etwas wirklich altes, handgemachtes hat oder ob man sich eine Reproduktion kauft.

    Und irgendwie - ich weiss es nicht. Für mich persönlich haben neue, nachgemachte Dinge nicht den gleichen Wert. Wenn es neu sein soll, dann doch etwas individuelles.
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  8. #6

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    > wie bekommt man es hin, ein neues Haus mit dem Charm eines alten zu bauen?

    meine Meinung: gar nicht...

    > Ziel ist, die alte Optik mit einer neuen Haustechnik zu verbinden.

    Man erkennt halt die Imitation (neu im alten Stil) sofort. Das Result ist immer Kitsch. Lass mich gern eines besseren belehren, hab aber noch nichts gelungenes "auf alt getrimmtes" gesehen.

    Häufig werden Elemente wie Dachneigung, Traufhöhen, Proportionen usw übernommen, wenn man im Altbestand baut. Bei allen gleungenen Beispielen, die ich gesehen hab, wurde da aber trotzdem nicht versucht, im alten Stil zu bauen. Den "Charme des alten" haben diese Bauten dann auch nicht, sie integrieren sich nur ins Umfeld.
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  9. #7

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    moin,

    ich denke, wenn man sich intensiv mit dem baustil und den verwendeten materialien älterer häuser in seiner gegend auseinandergesetzt hat und diese sachen in seine planung einfließen lässt, dann ist es durchaus möglich auch ein neues haus mit dem charme eines alten zu bauen.

    wir wollten auch "alt" kaufen....die kosten und die einzugehenden kompromisse haben uns aber abgeschreckt. also haben wir neu gebaut (ergebniss siehe anhang).

    gruß
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