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Rigole mit Schotter füllen oder Sickerblöcke

Diskutiere Rigole mit Schotter füllen oder Sickerblöcke im Forum Tiefbau auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Rigole mit Schotter füllen oder Sickerblöcke

    Hallo zusammen,

    ich habe gerade (un)lustige Diskussionen mit dem Planer und dem Tief- bzw. GaLa-bauer bzgl. der Versickerung des Regenwassers auf dem Grundstück.

    Ansatz Planer: mit dem Bagger ein Loch in den Garten, bis die Schluffe durchbrochen sind und wir in den besser geeigneten Sanden auf Grundwasser kommen, dann ein Geotextil rein, in die Mitte einen "Einleitschacht" und das ganze mit einer großen LKW-Ladung Schotter (ca. 20t) auffüllen. Geotextil + Erde drüber - fertig.

    Tiefbauer: wenn das die Planung ist: mach' ich. Aber ob 20t Schotter reichen ? Ich bagger das Ding auch gerne in 10 Jahren wieder aus ...

    GaLa-Bauer:
    - das Volumen einer Rigole gehört zunächst mal berechnet (ATV xyz - Nummer hab' ich vergessen)
    - dann haben Kies- und Schotterrigolen den Nachteil, dass sie sich langsam am Geotextil zusetzen, man sie aber nicht mehr reinigen kann. Daher bleibt dann nur noch ausbaggern. Schotterrigolen brauchen ein größeres Volumen, da das Wasser ja nur in den Hohlräumen des Schotters gespeichert werden kann
    - Rigolen dürfen nicht direkt im Grundwasser stehen
    - ausserdem empfiehlt er (auch bei Schotter) einen Vorfilter bzw. Sandfang und einen Notüberlauf

    Gibt es Erfahrungen wie schnell sich die Schotterrigolen zusetzen ? Ich habe keine Lust in 10 Jahren wieder ein tiefes Loch in den gerade eingewachsenen Garten zu buddeln um das Ding wieder auszugraben. Andererseits ist so eine Schotterrigole schon günstiger als Sickerblöcke.

    Das Regenwasser kommt "nur" vom Ziegeldach und vom Carport. Wir liegen an einer Straße mit eher geringem Verkehrsaufkommen ohne Durchgangsverkehr, sodass ich nicht mit allzugroßer Staubbelastung rechne.

    Viele Grüße
    Biberschwanz
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  2. Rigole mit Schotter füllen oder Sickerblöcke

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  3. #2

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    hör mal auf deinen Gala-Bauer.
    und laß dir das nötige volumen von deinem planer ausrechnen.
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  4. #3
    wasweissich
    Gast
    Zitat Zitat von Biberschwanz Beitrag anzeigen
    . Andererseits ist so eine Schotterrigole schon günstiger als Sickerblöcke.
    dass das so ein riesen unterschied ist glaube ich nicht .

    20t schotter=> 12m³ => 20-25m³ aushub (eventuell/wahrscheinlich transport/entsorgung) ~ 2m³ stauvolumen , vielleicht 3m³ .

    2-3m³ sickerblöcke => ~5-6m³ aushub ......


    Zitat Zitat von Baumal Beitrag anzeigen
    hör mal auf deinen Gala-Bauer.
    er scheint ein kluger mann zu sein .
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  5. #4
    Bauexpertenforum
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    Zitat Zitat von Baumal Beitrag anzeigen
    1. hör mal auf deinen Gala-Bauer.
    2. und laß dir das nötige volumen von deinem planer ausrechnen.
    zu 1: Zustimmung
    zu 2: Zweifel


    Wasserrechtlich geklärt? Wird sehr unterschiedlich gehandhabt.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Vielen Dank für die Antworten !

    Zitat Zitat von wasweissich Beitrag anzeigen
    dass das so ein riesen unterschied ist glaube ich nicht .

    20t schotter=> 12m³ => 20-25m³ aushub (eventuell/wahrscheinlich transport/entsorgung) ~ 2m³ stauvolumen , vielleicht 3m³ .

    [...]


    ich muss für (max.) 3m3 Stauvolumen ein 12m3 großes Loch in den Garten buddeln ... ??? D.h. ich bekomme pro m3 Schotter maximal 0,25m3 Stauvolumen. o.k. da sind die Sickerblöcke deutlich effizienter.

    Dass 3m3 Stauvolumen für Haus + Carport + ... reichen (wir haben alles zusammen ca. 170m2 angeschlossene Fläche) kann ich mir beim Blick ins Neubaugebiet in der Nachbarschaft nicht ganz vorstellen. Da hat der Tiefbauer an jeder der Hausecken einen Betonring mit 2m Durchmesser, ca. 2m tief eingebuddelt und mit Schotter bzw. Kies gefüllt. Macht ca. 24m3 - vermutlich etwas weniger, da die Ringe nicht ganz gefüllt sind und die Regenrohre enden ein paar cm über der Kiesoberfläche. Ich schätze mal die angeschlossene Fläche ist etwa gleich - kann ich aber heute mal bei den zukünftigen Nachbarn fragen.

    Zitat Zitat von Manfred Abt Beitrag anzeigen
    zu 1: Zustimmung
    zu 2: Zweifel


    Wasserrechtlich geklärt? Wird sehr unterschiedlich gehandhabt.
    Die Frage nach dem Wasserrecht verstehe ich nicht so ganz. Ich dachte, wenn uns die Gemeinde schon die vollständige Versickerung auf dem Grundstück vorschreibt, dann ist die Frage nach dem Wasserrecht schon von Seiten der Gemeinde mit der unteren Wasserbehörde geklärt worden, zumal wir laut Bodengutachten in einem Wasserschutzgebiet III/B sind - oder liege ich da falsch?

    ... wie es aussieht werde ich wohl besser auf meinen GaLa-Bauer hören.

    Viele Grüße
    Biberschwanz
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  7. #6
    Bauexpertenforum
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    Zitat Zitat von Biberschwanz Beitrag anzeigen
    Die Frage nach dem Wasserrecht verstehe ich nicht so ganz. Ich dachte, wenn uns die Gemeinde schon die vollständige Versickerung auf dem Grundstück vorschreibt, dann ist die Frage nach dem Wasserrecht schon von Seiten der Gemeinde mit der unteren Wasserbehörde geklärt worden, zumal wir laut Bodengutachten in einem Wasserschutzgebiet III/B sind - oder liege ich da falsch?
    wie gesagt:
    Zitat Zitat von Manfred Abt Beitrag anzeigen
    Wird sehr unterschiedlich gehandhabt.
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  8. #7
    wasweissich
    Gast
    Zitat Zitat von wasweissich Beitrag anzeigen
    20t schotter=> 12m³ => 20-25m³ aushub (eventuell/wahrscheinlich transport/entsorgung) ~ 2m³ stauvolumen , vielleicht 3m³ .
    nein , um 12 m³(~20tonnen) schotter zu verbuddeln musst du 20m³ oder mehr ausbuddeln
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  9. #8
    Avatar von alex2008
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    nicht herumeiern - ordentlich planen lassen!

    Je nach Boden schluckt dieser Wasser schneller oder eher gemächlich.
    Je nach zur Verfügung stehender Versickerungsfläche brauchts dann evtl. noch Rückhaltevolumen (Schacht, großes Rohr, Zisterne)
    Weiterhin wird dann auch festgelegt mit Was verfüllt wird, Wo Geotextil als Filter hinkommt und vor allem auch Wie man Sand und sonstigen Schmutz zurückhält.

    Ein paar Striche und Kreise aufn Blatt Papier malen - Damit ists nicht getan!
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  10. #9

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    vor allen dingen nicht ohne genehmigung und nicht ohne bodengutachter den schluff durchbrechen und ins grundwasser baggern. dem planer gehört schon allein für diesen gedanken der bleistift weggenommen.
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  11. #10
    wasweissich
    Gast
    .......wenn uns die Gemeinde schon die vollständige Versickerung auf dem Grundstück vorschreibt,......
    was habt ihr mit stifte wegnehmen und wwin ???
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  12. #11
    Themenstarter

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    Hallo zusammen,

    eines vorweg, damit keine Missverständnisse aufkommen: die Entwässerungsplanung war von Anfang an im Planungsauftrag enthalten !

    Ich hatte in der Zwischenzeit ein paar interessante Gespräche mit den zukünftigen Nachbarn. Die, die im Bestand saniert haben, hängen nach wie vor am Mischkanal und kennen das Thema Versickerung nicht. Die, die neu gebaut haben (egal ob im Neubaugebiet oder so wie wir Abriß + Neubau) müssen versickern. Egal, ich habe heute ein paar Entwässerungsplanungen gesehen und mit meiner sog. "Planung" verglichen. Na warte, wenn der Planer aus dem Urlaub zurück ist, gibt es

    Ein Nachbar hat mir erzählt, dass quasi alle großen Firmen, die diese Sickerblöcke anbieten auch eine Dimensionierung nach ATV-A 138 machen. So sei er auch zu seiner Dimensionierung (incl. Schächte, (Vor)Filter etc.) gekommen. Dabei konnte ich mal einen Blick auf die Daten von der Sickerblock-Firma werfen und die haben gleich die Berechnungsformel dazu geschrieben. Die Formel und die Daten zu den Regenspenden habe ich abgeschrieben, in Excel eingetragen und siehe da: 20t Kies: ~ 3m3 Speichervolumen werden nie und nimmer reichen ! Faktor 2-3 wird es wohl größer werden. Das gibt noch mal denn auch die Kosten werden um Faktor 4-6 nach oben gehen

    Ausserdem habe ich mal mit den Bodenkennwerten und den Rigolengeometrien herumgespielt und da kann man ganz leicht die Zusammenhänge erkennen. Wenn ich jetzt bedenke, dass man die notwendigen Daten zu den Herstellern faxen kann (hat mich heute keine 30 min gekostet) und bei denen auch sehr detaillierte Einbauanleitungen incl. Beispiele herunterladen kann, dann habe ich kein Verständnis für so Rezepte wie: da macht uns der Rohbauer ein Loch in den Garten, legt ein Geotextil ein und schüttet Schotter rein - das hat noch immer gereicht ...

    In sofern kann ich das mit dem Stift wegnehmen schon nachvollziehen - oder besser ein paar gespitzte Stifte in die Hand drücken, damit endlich mehr als nur ein paar Striche auf's Papier kommen.

    Vielen Dank an alle und viele Grüße
    Biberschwanz
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  13. #12
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    kurzer Hinweis: selbst unter Laborbedingungen konnten wir den für die Bemessung maßgebenden kf-Wert nicht ein einziges mal reproduzieren.

    d.h. definierter Boden, definierte Messbedingungen, keine Alterungsprozesse etc.
    und trotzdem niemals den gleichen kf-Wert.

    Seitdem gehe ich bei Versickerungsanlagen großzügig ran.
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  14. #13
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von Manfred Abt Beitrag anzeigen
    kurzer Hinweis: selbst unter Laborbedingungen konnten wir den für die Bemessung maßgebenden kf-Wert nicht ein einziges mal reproduzieren.

    d.h. definierter Boden, definierte Messbedingungen, keine Alterungsprozesse etc.
    und trotzdem niemals den gleichen kf-Wert.

    Seitdem gehe ich bei Versickerungsanlagen großzügig ran.
    Hallo Manfred,

    vielen Dank für den Hinweis. In welcher Bandbreite haben denn die kf-Werte geschwankt ? Faktor 2, Faktor 3 oder doch eine Größenordnung ?

    Ich habe mal mit unseren Flächen und Abflußbeiwerten und den kf-Standardwerten aus den Objektbögen der Sickerblockhersteller gespielt:

    günstigster Fall
    Sand: kf ~1E-05 m/s macht ein Rigolenvolumen: ~6,5 m3 (120 min)

    mittlerer Fall
    schluffiger Sand: kf ~5E-06 m/s macht ein Rigolenvolumen: ~7,1 m3 (1440 min)

    schlechtester Fall
    Schluff: kf ~1E-06 m/s macht ein Rigolenvolumen: ~11,5 m3 (2880 min)

    Welchen Wert wir nun zur Bemessung nehmen, wird dann der Bodengutachter festlegen.

    Interessant ist, dass je schlechter der Boden wird umso kritischer werden die langen Regen (1440 bzw. 2880 min entspricht 1 bzw. 2 Tage Dauerregen), weil einfach nichts nach unten versickern kann. Insbesondere im Fall Schluff wird die Rigole für die kurzen Schauer (120 min) kaum größer aber für die Dauerregen schnell übermäßig groß und unhandlich, da muss man sich dann evtl. doch noch was anderes einfallen lassen.

    Viele Grüße
    Biberschwanz

    P.S. warum man bei einem Sickerblock die halbe seitliche Fläche zur Versickerung mit einbeziehen darf, erschließt sich mir nicht so recht. Die Fläche habe ich gleich mal aus der Formel gestrichen.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
    Avatar von ISYBAU
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    Ohne Manfred vorgreifen zu wollen, würde ich mal eine Zehnerpotenz in den Raum stellen.
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  17. #15
    Bauexpertenforum
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    Gespräch vor 3 Wochen mit Bodengutachter und Kunden:
    ich: obige Geschichte
    er: richtige Zehnerpotenz ist erzielbar, mehr nicht

    also Robert: schon mal 3 Meinungen mit gleicher Tendenz. Dir noch ein gutes neues Jahr.
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