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  1. #1

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    Bin verwirrt - welches Heizsystem?

    Hallo liebe Experten,

    bin neu hier und verzweifelt auf der Suche nach Antworten.

    Sind gerade dabei ein Haus zu kaufen, welches folgende Merkmale aufweist:

    Baujahr1956
    120 qm ausgebaut (Maße ca. 10x8 Meter, Höhe ab Erdgeschoss bis Giebelspitze 8m)
    voll unterkellert
    Dachboden soll irgendwann ausgebaut werden
    kleines Nebengebäude soll ebenfalls irgendwann ausgebaut und ggfls. vermietet werden

    Innendämmung (wie dick genau und welches Material ist z. Zt. noch nicht bekannt, sah auf den ersten Blick nach Porenbeton aus)
    ältere Zweifachverglasung (Holzfenster)
    NACHTSPEICHERÖFEN!!! alles dezentral (Öfen teilweise 2005 erneuert)
    letzte Stromrechnung lag bei 14200 kwh für Heizstrom (aus 2006)

    kein Gasanschluss vor dem Haus (erst ca. 50m entfernt)
    vermutlich hoher Grundwasserstand (in der Nähe sind Kiesteiche, es ist ein Brunnen vorhanden), Wasser-Zusammensetzung unbekannt
    Dachausrichtung Hauptgebäude WEst-Ost, Nebengebäude Nord-Süd

    Fußbodenheizung soll aus verschiedenen Gründen nur in einigen Räumen verlegt werden
    Wir können günstig an Holz kommen, Holzspalter und Lagermöglichkeiten sind vorhanden

    So, und jetzt überlegen wir, was wir tun sollen. Zuerst scheint es sinnvoll, die Fassade zu dämmen, Dach auch, Fenster wechseln. Dann die Heizungsanlage erneuern. Aber wie? Ich hab mich dumm und dusselig gelesen und hab schon viereckige Augen. Und bin trotzdem noch zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen.

    Natürlich ist mir klar dass wir wohl an einer Energieberatung nicht vorbeikommen. Ein Energieausweis ist nicht vorhanden, wollen wir aus gewissen Gründen so kurz vor Ende der Verhandlungen auch nicht mehr einfordern. Wir könnten selbst einen erstellen lassen. Müssen wir wohl auch um den Wärmebedarf einschätzen zu können. Aber je mehr Infos man in petto hat, desto besser, oder?

    Wir möchten eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Lösung - eben die eierlegende Wollmilchsau :-) Uns ist klar, dass wir mit allem (Verrohrung, Heizkörper etc.) bei ca. 20000€ liegen werden + Kosten für Dämmung.

    Unser erster Favorit war Holzvergaser und Solarthermie. Was meint Ihr?

    Bin für alle Anregungen dankbar. Falls noch Infos fehlen, bitte melden.

    Und danke dass Ihr bis hierhin gelesen habt (ist vermutlich der längste Eintrag aller Zeiten). :-)

    Gruß
    musica
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  2. Bin verwirrt - welches Heizsystem?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Avatar von coroner
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    Zitat Zitat von musica Beitrag anzeigen
    Uns ist klar, dass wir mit allem (Verrohrung, Heizkörper etc.) bei ca. 20000€ liegen werden + Kosten für Dämmung.
    Du hast also eine konkrete Vorstellung des gesamten Sanierungsaufwandes der zu erwerbenden Immobilie?

    Wenn du noch nichtmal einen "Energieberater" beauftragt hast, worauf basiert das dann... ?

    -c
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  4. #3
    Themenstarter

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    Wir haben zwei Kostenvoranschläge eingeholt für die Lösung "Scheitholzkessel und Solarthermie". Der eine lag deutlich drüber, der andere darunter. Ich hab jetzt mal die Mitte genommen. Leider konnte man beide nicht allzu gut miteinander vergleichen, der eine war sehr ausführlich, der andere (günstigere) etwas oberflächlicher (da muss man dann sicher noch was draufrechnen).

    Grob wird man bei dieser Variante wohl sagen können: ca. 8000-9000 € für den Kessel (weil wenn dann einer mit allem drum und dran) und 10.000 € für Solar mit Röhren. Na ja und dann natürlich noch das ganze drumherum mit Pufferspeicher etc. pp. Na gut nehmen wir an 25.000 - 30.000 €. Oder?!?

    aber es geht ja auch erstmal ums system an sich. welches würdest du mir empfehlen?
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  5. #4

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    Ihr setzt also voraus, daß Ihr in dem Haus nie krank oder alt werdet, also immer Holz hacken könnt? Winterurlaube sind auch nicht geplant?
    Ist die Solarthermie nur für Warmwasser oder auch als Heizungsunterstützung geplant?
    Warum nicht überall Fußbodenheizung?
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  6. #5

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    Zitat Zitat von musica Beitrag anzeigen
    aber es geht ja auch erstmal ums system an sich. welches würdest du mir empfehlen?
    Holzvergaser + Solarthermie ist eine machbare Lösung, und auch wirtschaftlich sinnvoll, so lange Ihr die Zeit aufwenden könnt und günstige Bezugsquellen für Holz habt.

    Heizen mit Holz macht halt etwas Arbeit und ist meist nicht so günstig wie erhofft. Sollte sich an den o.g. Bedingungen etwas verändern, dann wird´s schwierig. Im Winter liefert die Solarthermie keine Erträge, und dann MUSS der Vergaser angeschürt werden. Ist das aus irgendwelchen Gründen nicht möglich, dann wird´s kalt in der Bude.

    Für den Notfall kann man einen Heizstab in den Pufferspeicher setzen, aber jede kWh die damit erzeugt werden muss, kostet richtig Geld. Wir reden hier schnell mal von Faktor 5 oder 6 im Vergleich zu Holz.

    Gruß
    Ralf
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  7. #6

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    Zitat Zitat von kehd;653945[B
    ]Ihr setzt also voraus, daß Ihr in dem Haus nie krank oder alt werdet[/B], also immer Holz hacken könnt? Winterurlaube sind auch nicht geplant?
    Ist die Solarthermie nur für Warmwasser oder auch als Heizungsunterstützung geplant?
    Warum nicht überall Fußbodenheizung?
    ...es gibt doch Heizstäbe für den Pufferspeicher....

    @TE: wenn die 14000kwh dazu ausreichten, das Haus komplett und normal zu beheizen, dann ist da für ein altes Haus kein schlechter Verbrauch...
    Hier würde ich versuchen sehr behutsam zu optimieren.
    Beispielsweise über einen Kaminofen, Pelletofen oder wassergeführten Pelletofen. Hier sind Anlagekosten überschaubarer und die kwh kann für ein Viertel des Preises (oder weniger, wenn das Stückholz nichts kostet) erzeugt werden...
    so ein Konzept muss man aber durchrechnen....
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  8. #7
    Avatar von coroner
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    Zitat Zitat von musica Beitrag anzeigen
    letzte Stromrechnung lag bei 14200 kwh für Heizstrom (aus 2006)
    Hast du auch die Jahre davor noch als Vergleich?
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  9. #8
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    Klar macht Holz Arbeit, aber es verbrennt CO2-neutral und ist für uns (zumindest jetzt noch) günstig zu haben. Und alle anderen Energieträger werden auch immer teurer (Öl, Gas, Strom). Und was nach 25 Jahren ist, wenn der Kessel den Geist aufgibt, darüber mach ich mir jetzt noch keine Gedanken. Wer weiß was es dann für tolle Möglichkeiten gibt.

    @kehd: Für diese Fälle bräuchten wir dann wohl den vorgeschlagenen Heizstab. Solar soll auch zur Heizungsunterstützung dienen.
    Bzgl. Fußbodenheizung: im Wohnzimmer liegt superschönes Parkett, das wollen wir nicht rausreissen. Das restliche EG erhält FBH. In den Schlafräumen wollen wir sie nicht haben. Das Bad ist relativ neu, auch da wollen wir keine Fliesen rausschlagen.

    @bernix: Du meinst Kaminofen (mit oder ohne Wasserführung) statt des Holzvergasers? So fürs Wohlgefühl wollten wir eh noch einen Kamin ins Wohnzimmer stellen, haben wir jetzt auch. Gibt nix schöneres im Winter! Aber als ALLEINIGE Heizung? Wäre da der Holzverbrauch nicht höher als bei einem Vergaserkessel, der es immerhin auf über 90% Wirkungsgrad bringt? Und man müsste wahrscheinlich öfter nachlegen, beim Holzvergaser reicht 1-2mal am Tag.
    Ach und danke übrigens für die Einschätzung der kwh. Wir hatten noch nie Nachtspeicher deshalb konnten wir das bisher nicht einschätzen ob das viel ist oder wenig. Lässt mich hoffen!

    @coroner: Leider ist dies die einzige Abrechnung die uns vorliegt.

    @R.B.: Was ist mit den Sonnentagen im Winter? Ich dachte da bringt die Solaranlage auch Leistung?

    An alle: gibt es noch eine Alternative zum Heizstab? Und gibt es noch andere Heizungssysteme, die ihr mir empfehlen würdet?
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  10. #9

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    Zitat Zitat von musica Beitrag anzeigen
    @bernix: Du meinst Kaminofen (mit oder ohne Wasserführung) statt des Holzvergasers? So fürs Wohlgefühl wollten wir eh noch einen Kamin ins Wohnzimmer stellen, haben wir jetzt auch. Gibt nix schöneres im Winter! Aber als ALLEINIGE Heizung? Wäre da der Holzverbrauch nicht höher als bei einem Vergaserkessel, der es immerhin auf über 90% Wirkungsgrad bringt? Und man müsste wahrscheinlich öfter nachlegen, beim Holzvergaser reicht 1-2mal am Tag. Ach und danke übrigens für die Einschätzung der kwh. Wir hatten noch nie Nachtspeicher deshalb konnten wir das bisher nicht einschätzen ob das viel ist oder wenig. Lässt mich hoffen!

    @R.B.: Was ist mit den Sonnentagen im Winter? Ich dachte da bringt die Solaranlage auch Leistung?

    An alle: gibt es noch eine Alternative zum Heizstab? Und gibt es noch andere Heizungssysteme, die ihr mir empfehlen würdet?
    Warum ist eine Beurteilung schwierig?

    Zum einen wissen wir nicht, ob die 14200kwh die Leistung für eine angemessene Beheizung des Hauses abbildet.
    Ausserdem kennt hier keiner den genauen Grundriss des Hauses...

    Ein Kaminofen (zweimal pro Tag richtig gefüllt) kann zwar einiges an Wärme bbereitstellen, allerdings i.d.Regel nur in dem Raum, in dem er steht.
    Ein Pelletofen kann die Wärme genauer und konstanter bereitstellen, Rest wie oben.
    Ein wassergeführter Pelletofen gibt 20% an den Raum in dem er steht, 80% kann über Pufferspeicher (besser) oder direkt an eine Fussbodenheizung abgeben...
    Grob über den Daumen: 60% der 14000kwh sind hier machbar, plus ggf Warmwasser....mit einer automatischen Zuführung muss man auch weder Säcke schleppen noch jeden Tag nachfüllen...

    Solar: zZt geht mit Flachkollektoren praktisch garnichts, mit Röhren vermutlich auch nicht wirklich etwas...
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  11. #10

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    Zitat Zitat von musica Beitrag anzeigen
    ..und ist für uns (zumindest jetzt noch) günstig zu haben.
    Günstig ist relativ. 50,- €/Ster oder mehr ist nicht gerade günstig, aber wer einen eigenen Wald hat, ist hier natürlich im Vorteil. Es ist auch eine Frage wie man seinen eigenen Arbeitsaufwand bewertet.

    Zitat Zitat von musica Beitrag anzeigen
    @R.B.: Was ist mit den Sonnentagen im Winter? Ich dachte da bringt die Solaranlage auch Leistung?
    Natürlich bringt die Solaranlage auch an diesen Tagen Erträge, aber die kannst Du an 5 Fingern abzählen, und die Erträge sind aufgrund der schwachen Sonneneintrahlung auch eher mager.

    Gruß
    Ralf
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  12. #11
    Avatar von alex2008
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    Solaranlage auch zur Heizungsunterstützung wird sich kaum rechnen.
    Dazu fehlts an der Übergabeseite an einer Übergabe im niedrigen Temperaturbereich. Die üblichen Kandidaten dafür wären FBH, Wandheizung oder Gebläsekonvektoren aber wirklich nur sehr bedingt Heizkörper.
    Zum anderen habt ihr vermutlich einen sehr günstigen Brennstoff.
    Und ob sich die Solaranlage fürs WW lohnt sollte man mal mit spitzem Bleistift rechnen.

    Nur Holzvergaser wäre vermutlich die günstigste Variante. Und wenn der in 15-20 Jahren vermutlich mal getauscht werden muss wird man eben entscheiden müssen ob man diesen dann gegen einen Pellettkessel oder was dann sonst auf dem Markt ist tauscht.
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  13. #12
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    Hmmm... das hieße dann aber auch im Sommer den Kessel anzuwerfen für WW...

    Was haltet Ihr alternativ von der Lösung:

    Gastherme (entweder mit Flüssiggas oder Gasanschluss legen lassen)
    + wasserführender Kamin im Wohnzimmer

    Eigentlich hätte ich noch gesagt + solar aber das scheint ja nicht rentabel zu sein.

    Hat jemand schonmal was davon gehört ob man Biogas als Flüssiggas bekommen kann?
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  14. #13
    Avatar von alex2008
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    lies mal hier ein wenig:

    http://www.delta-q.de


    und eine Energieberatung die auf einer gründlichen Aufnahme des Bestandes Vorort basiert ist wohl dringend angeraten.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Zitat Zitat von musica Beitrag anzeigen
    Hat jemand schonmal was davon gehört ob man Biogas als Flüssiggas bekommen kann?
    ...nein

    (theoretisch ja, aber die Anforderungen sind zu hoch...)
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  17. #15

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    Und Flüssiggas ist, glaube ich ohne genaue Preise zu kennen, momentan sogar teurer als Stromheizung.
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