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  1. #1

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    Bauen mit Architekt zu fixem Preis möglich?

    Hallo liebe Gemeinde,

    nachdem ich mich nun seit einiger Zeit kreuz und quer durchs Forum gelesen habe, stellt sich mir eine Frage:

    Natürlich, auch wir wollen bauen - Grundstückskauf geht grad auf die Zielgerade und wir fangen an, über das Haus nachzugrübeln. Es drängt nicht, der BAu soll frühestens im nächsten Jahr starten. Aber man will ja alles gut bedenken...

    Am ehesten wird es so sein, dass wir entweder mit einem örtlichen Bauträger, der Architekten/ Bauing. im Team hat bauen (dann externe Sachverständige dazuziehen als Kontrollinstanz, Verträge werden durch Anwalt für Baurecht/ Verbraucherzentrale auf Vollständigkeit geprüft) oder mit einem Architekten planen, ihn mit der Auschreibung, Bauleitung und was die Leistungsphasen nach HOAI noch so beinhalten, betrauen.

    Was mir nicht klar ist: wieso kann man, wenn man mit dem Architekten einen Hausbau plant - keinen fixen Preis erwarten? Wenn ich mir vorher im Klaren darüber bin, was für ein Haus ich haben möchte, mit welcher Ausstattung etc. und wenn mir nicht während der Bauphase noch tausend Dinge einfallen die anders sein sollen, als ursprünglich gedacht - sollte es da nicht möglich sein, dass vor dem Bau relativ fest steht, was das HAus letztlich kostet? Es wird ein Baugrundgutachten geben, so dass da keine Überraschungen warten sollten usw.

    Ich unterstelle einem ortsansässigen Archi/ Bauing. ganz mutig, dass er Erfahrungswerte hat und die regionalen Bedingungen kennt - wieso hört man dann allerorten, dass bauen mit Archi IMMER teurer wird als geplant?? Ich glaube das einfach nicht. Aber vielleicht werde ich ja gleich aufgeklärt??

    Vielen Dank.
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  2. Bauen mit Architekt zu fixem Preis möglich?

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  3. #2
    MoRüBe
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    wo war noch mal gleich...

    ... der Chipsfutter und Bierholsmilie??
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  4. #3
    Themenstarter

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    Echt - so sensibles Thema hier?? Ich hoffe ganz mutig auf ein Patentrezept: "wenn ihr es so und so macht, dann wird alles gut"!
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  5. #4

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    Ein freier Architekt DARF selbst dann nicht sagen: Ihr Haus kostet 234.567,89 € fix, wenn er es wollte und könnte!
    Es ist auch nicht IMMER so, dass es mit Architekt teurer wird. Es gibt auch genug Fälle, wo das Budget passt.

    Was in Foren auftaucht, ist wie Krankenhaus:
    Stell Dir vor, ein Ausserirdischer kommt auf der Erde, will die Menscheit studieren und landet genau vor einem Krankenhaus.
    Lahme, Todkranke, Schwerkranke, leicht erkrankte und ein paar Gesunde, die die Kranken besuchen.
    Der rennt doch zu seiner Untertasse und schreit WEG HIER.

    Der Unterschied zwischen einem GÜ und Architekt + Einzelvergabe ist eigentlich ganz einfach.

    Beide machen/haben einen Entwurf und kalkulieren den. Beide haben Erfahrungswerte bzw bei GÜ auch Rahmenverträge, die sie zu Grunde legen.
    Beide wissen, dass die Preise steigen können:
    Gute Auftragslage all überall
    Materialkosten-/Lohnerhöhungen
    Energiekosten
    usw.

    Kommt das überraschend, stehen beide erstmal vor dem gleichen Problem - wohin damit.
    Der GÜ kalkuliert darum immer einen gewissen Zuschlag in den Preis ein. Bei 6 Vorhaben braucht er den nicht, bei 3 reicht er damit eben hin und bei einem schlägts drüber. Das gleicht er mit dem "Überschuss" aus den ersten 6 aus.
    Der Architekt kalkuliert das entweder auch ein und fängt die Mehrkosten beim z.B. Zimmerer durch nicht erhöhte Kosten beim Fliesenleger auf oder er sagt dem Bauherren - sorry - ich hab richtig kalkuliert, aber der Markt ist teurer geworden.

    PS @ Rübe
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  6. #5

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    Der wichtigste Grund dafür das es immer teurer wird sind leider die Bauherren.

    Man kriegt nämlich ein Waschbecken schon für 59€. Das andere Waschbecken ist auch nur ein stück Keramik, halt etwas hübscher. Kost dann aber 600€. Und man baut ja nur einmal. Soll dann ja auch 30 Jahre halten. Da will man da ja auch was gescheites. Und diese Anti-Haft-Beschichtung würde ja auch viel arbeit sparen.

    Kalkuliert ist meisstens das Waschbecken für 59€. Beim Architekt als auch beim Bauträger.

    Und dann gibts noch die Toilette. Und die Fliesen. Und das Parkett im Wohnzimmer. Usw.
    Hab ich die Treppe erwähnt ? Das Standartmodell sieht doch arg bieder aus.
    Und die Haustür erst....
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  7. #6
    Avatar von coroner
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    Definierte mit dem Archi schriftlich eine Kostenobergrenze bei vollumfänglicher
    Bauleistungsbeschreibung und ihr habt - wenns hart auf hart kommt - was in
    der Hand und das Thema, dass es teurer wird lässt euch kälter als manch anderen.
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  8. #7
    Themenstarter

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    Hmmm, die Zusammenfassung lautet also: Bauen kann immer teurer werden als geplant - oder auch nicht, egal mit wem. Das beruhigt mich jetzt total. Kann man ja nichts falsch machen...

    Wir sind solche Sicherheitsfanatiker... ich seh uns schon in zehn Jahren auf dem Grundstück sitzen, nur mit nem Gartenhaus bebaut, weil wir uns nicht entscheiden können.

    @Ralf

    Krankenhaus - wie wahr... ich sollte mich nicht mehr in Bauforen rumtreiben, ich hab angesichts der Negativauswahl langsam das Gefühl, es kann eigentlich nur schiefgehen.
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  9. #8
    Baufuchs
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    Verinfacht dargestellt:

    Bei einem GÜ kriegst Du einen Festpreis für Planung+Hausbau.

    Einem GU gibts Du deine Planung und kriegst einen Festpreis für den Hausbau.

    (Festpreis = Änderst Du die Leistungen nicht, ändert sich der Preis nicht)


    Einem Architekten erteilst Du den Auftrag für die Planung und weisst dann, wenn alles fertig ist, was es gekostet hat.
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  10. #9

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    Ein freier Architekt DARF ... nicht ....
    Und das aus gutem Grunde: Der Architekt ist per definitionem dem bauherren, dessen Wohl, dessen Interessen usw. verpflichtet. Von dem kriegt er ja auch sein Honorar. So weit, so klar?

    Nun macht er einen Festpreis, verkalkuliert sich dabei aber leider um X EUR / Preise steigen um X EUR...what ever. Was passiert: Der GU kann "Einsparpotentiale" ausmachen...evtl hier was sparen, dort was sparen, dies weglassen, dort etwas weniger....

    Der Architekt müßte auch einsparen, müßte dann aber irgendwo was abknapsen, was ja nicht im Sinne des bauherren, sondern nur im seinen eigenen Sinne wäre. dann aber vertritt er nicht mehr die Interessen des BH, sondern erstmal seine eigenen (und der BH zahlt dafür!).

    Und: Er könnte natürlich solche Unsichertheiten auffangen (Sicherheitspolster einkalkulieren). Haut die Kalkulation dann aber hin, zahlt der BH das Honorar (i.O.!) und er zahlt einen Sicherheitszuschlag in Höhe von X EUR, der dem A. eigentlich nicht zustünde.

    Also: beides hat jeweils seinen eigenen Charme....nun entscheidet der BH was er will....

    Thomas
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  11. #10
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von Kermit Beitrag anzeigen
    Der wichtigste Grund dafür das es immer teurer wird sind leider die Bauherren.

    Man kriegt nämlich ein Waschbecken schon für 59€. Das andere Waschbecken ist auch nur ein stück Keramik, halt etwas hübscher. Kost dann aber 600€. Und man baut ja nur einmal. Soll dann ja auch 30 Jahre halten. Da will man da ja auch was gescheites. Und diese Anti-Haft-Beschichtung würde ja auch viel arbeit sparen.

    Kalkuliert ist meisstens das Waschbecken für 59€. Beim Architekt als auch beim Bauträger.

    Und dann gibts noch die Toilette. Und die Fliesen. Und das Parkett im Wohnzimmer. Usw.
    Hab ich die Treppe erwähnt ? Das Standartmodell sieht doch arg bieder aus.
    Und die Haustür erst....
    Zu dieser Charge gehören wir ganz sicher nicht. Haben beide im Vorleben schon mal ein HAus gebaut und sind von daher recht abgeklärt, was Luxusbedürfnisse angeht...

    @coroner

    Danke für den Tip
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  12. #11
    Baufuchs
    Gast
    Zitat Zitat von coroner
    Definierte mit dem Archi schriftlich eine Kostenobergrenze bei vollumfänglicher
    Bauleistungsbeschreibung und ihr habt - wenns hart auf hart kommt - was in
    der Hand und das Thema, dass es teurer wird lässt euch kälter als manch anderen.
    Was hast Du dann?

    Nix Festpreis, was die Baukosten angeht.

    Du kannst nur dem Architekten die Planung um die Ohren hauen und Neuplanung/Änderung verlangen, wenn sich nach Ausschreibung höhere Kosten als genannt ergeben.

    GGf. Schadenersatz, wenn wegen der Überschreitung nach Ausschreibung Zeitverzögerungen für Neuplanung eintreten.

    Wenn das beschriebene Bad nach Ausschreibung/Ausführung teurer wird, glaubst Du ernsthaft, der Architekt zahlt den Mehrpreis?
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  13. #12
    Baufuchs
    Gast
    Zitat Zitat von ThomasB
    Der GU kann "Einsparpotentiale" ausmachen...evtl hier was sparen, dort was sparen, dies weglassen, dort etwas weniger....
    Fragesteller will nach eigenem Bekunden bei Bau mit GÜ/GU einen eigenen Sachverständigen als Überwacher einsetzen.

    Dann dürfte dem GU wohl das von dir beschriebene nicht gelingen.
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  14. #13

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    Zitat Zitat von Baufuchs Beitrag anzeigen
    Was hast Du dann?

    Nix Festpreis, was die Baukosten angeht.

    Du kannst nur dem Architekten die Planung um die Ohren hauen und Neuplanung/Änderung verlangen, wenn sich nach Ausschreibung höhere Kosten als genannt ergeben.

    GGf. Schadenersatz, wenn wegen der Überschreitung nach Ausschreibung Zeitverzögerungen für Neuplanung eintreten.

    Wenn das beschriebene Bad nach Ausschreibung/Ausführung teurer wird, glaubst Du ernsthaft, der Architekt zahlt den Mehrpreis?
    Naja - ganz so ist es ja auch nicht.

    Es mag zwar so sein, dass der Bauherr die Differenz zwischen Schätzkosten und realen Kosten zahlen muss, aber der Planer haftet.
    Nicht für den Mehrwert/die Sowieso-Kosten, wohl aber die Folgen.

    Muss also der Bauherr 50.000 € nachfinanzieren, haftet der Architekt nicht für die Tilgung dieser 50.000, kann aber sehr wohl für die Zinsen haftbar sein.!
    Und die sind in der Regel das Hauptproblem.

    Das kann auch über die Haftpflicht abgedeckt werden.

    Sorry - Du weisst, ich vermeide das i.d.R. aber bei einem GU/GÜ gibts keine Versicherung, wenn die Kosten über Minderung aufgefangen werden müssen!

    Ausserdem kann der Bauherr beim Architekten wählen, wo er spart, wenn das Budget platzt.
    Beim GU/GÜ macht das dieser und nicht der Bauherr.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Zitat Zitat von Baufuchs Beitrag anzeigen
    Fragesteller will nach eigenem Bekunden bei Bau mit GÜ/GU einen eigenen Sachverständigen als Überwacher einsetzen.

    Dann dürfte dem GU wohl das von dir beschriebene nicht gelingen.
    Ähhh - der SV stellt das erst fest, wenns auf de Baustelle passiert ist - wenn überhaupt.
    Und dann ......
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  17. #15
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Ähhh - der SV stellt das erst fest, wenns auf de Baustelle passiert ist - wenn überhaupt.
    Und dann ......
    "Und dann..." heisst was? Ich kann mit den Andeutungen als Laie nicht wirklich viel anfangen.
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