Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 23
  1. #1

    Registriert seit
    12.2011
    Ort
    RLP
    Beruf
    Beamter
    Beiträge
    80

    Sinn und Unsinn: Solarthermie mit Heizungsunterstützung

    Hallo,

    wir überlegen, ob wir im Rahmen unserer Renovierung ein Solarsystem aufs Dach packen sollen, welches die Erwärmung von Brauchwasser und die Heizung unterstützt.

    Allerdings habe ich etwas Bedenken, ob diese Kombi wirklich sinnvoll ist.

    Warmwasser brauche ich das ganze Jahr über. Hier sehe ich gute Möglichkeiten, dass ein Solarsystem hierbei unterstützen kann (geschätzt 8-10 Monate im Jahr).

    Aber für das Heizungssystem hege ich Zweifel. Dies bräuchte ich schließlich in der kalten Jahreszeit. Also in der Zeit, in der auch wenig Sonnenlicht vorhanden ist und die Solaranlage folglich nicht viel oder gar keine Leistung erbringt. Im Sommer hingegen wäre zwar die Power da, aber da brauche ich keine Heizung...

    Jetzt frage ich mich natürlich, ob sich der Aufpreis überhaupt lohnt?

    Bringt eine Solaranlage, die die Heizung unterstützt wirklich eine spürbare Verbesserung?

    Oder spart man sich besser das Geld, lässt nur das Brauchwasser erwärmen und kauft vom gesparten Geld z.B. einen wasserführenden Ofen?

    Momentan tendiere ich eher dazu, lediglich eine Anlage zur Brauchwassererwärmung zu installieren...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Sinn und Unsinn: Solarthermie mit Heizungsunterstützung

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Genau betrachtet rechnet sich weder das Eine noch das Andere, zumindest wenn man die Investitionskosten berücksichtigen muss die typischerweise für solche Anlagen anfallen.

    Google mal nach Getsolar, dann Programm installieren und ein bischen damit spielen. Damit erkennst Du zumindest eine Tendenz.

    Ich finde es gut wenn sich jemand für Solar entscheidet, aber man sollte sich halt darüber im Klaren sein, dass man damit keinen Gewinn einfahren kann. Beispiele habe ich hier im Forum schon mehrfach gerechnet.

    Gruß
    Ralf
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3
    Themenstarter

    Registriert seit
    12.2011
    Ort
    RLP
    Beruf
    Beamter
    Beiträge
    80
    Werde mir das Programm mal anschauen, sobald ich einen Windows-PC zur Verfügung habe.

    Hast Du noch einen Link zu Deinen bereits erstellten Beispielen?

    Um Gewinn geht es mir nicht einmal. Aber wenn ich nahezu 8 Monate im Jahr mein Brauchwasser darüber erwärmen kann, dann kann ich mir in dieser Zeit auch einiges an Öl oder Gas sparen.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4

    Registriert seit
    08.2009
    Ort
    Ingolstadt
    Beruf
    Angestellter
    Beiträge
    250
    Also letztes Jahr haben wir die Heizung (Pellets) Ende März "ausgeschaltet" (lief noch nur für Warmwasser, aber der Pelletsofen hat sich nie eingeschaltet) und bis Ende Oktober lief alles nur über Solar mit Heizungsunterstützung. Wird sich wahrscheinlich trotzdem nie rechnen, aber macht ein gutes Gefühl.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Zitat Zitat von AndMar Beitrag anzeigen
    Hast Du noch einen Link zu Deinen bereits erstellten Beispielen?
    Müsste ich jetzt selbst suchen.

    Du kannst aber einfach Pi*Daumen schätzen. Wie hoch ist der WW Bedarf? (Anzahl der Personen)

    Das Einsparpotenzial liegt typ. um die 70,- bis max. 100,- € pro Jahr.

    Gruß
    Ralf
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6
    Themenstarter

    Registriert seit
    12.2011
    Ort
    RLP
    Beruf
    Beamter
    Beiträge
    80
    Zitat Zitat von Stef1969 Beitrag anzeigen
    Also letztes Jahr haben wir die Heizung (Pellets) Ende März "ausgeschaltet" (lief noch nur für Warmwasser, aber der Pelletsofen hat sich nie eingeschaltet) und bis Ende Oktober lief alles nur über Solar mit Heizungsunterstützung. Wird sich wahrscheinlich trotzdem nie rechnen, aber macht ein gutes Gefühl.
    Das habe ich nun bereits von etwa drei Bekannten gehört. Alle konnten den Großteil des Jahres komplett auf die Heizung verzichten und den Warmwasserbedarf über die Solaranlage bedienen.

    Unser Warmwasserbedarf betrug im letzten Jahr ca. 12 m³ (wenn ich das auf die Schnelle richtig rausgesucht habe). Der dürfte in den nächsten Jahren aufgrund von Familienzuwachs allerdings steigen.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Zitat Zitat von AndMar Beitrag anzeigen
    Unser Warmwasserbedarf betrug im letzten Jahr ca. 12 m³ (wenn ich das auf die Schnelle richtig rausgesucht habe). Der dürfte in den nächsten Jahren aufgrund von Familienzuwachs allerdings steigen.
    12m3, das sind stolze 500kWh, oder 50 Liter Heizöl. Rechnen wir einen schlechten Wirkungsgrad für die WW-Erzeugung und einen Preis von 85Ct./Liter, dann liegen wir im Bereich 70,- € gar nicht so schlecht. Mit Solar könntest Du vielleicht 50% einsparen (großzügig geschätzt) dann wären das 35,- € p.a. Bei Gas verhält es sich ähnlich.

    Bei 4 Personen geht´s dann in die Richtung die ich oben genannt habe, also 70,- bis 100,- € p.a.

    Gruß
    Ralf
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8
    Themenstarter

    Registriert seit
    12.2011
    Ort
    RLP
    Beruf
    Beamter
    Beiträge
    80
    Überzeugend...

    Ich vermute bei integrierter Heizungsunterstützung sieht die Rechnung ähnlich aus (insb. unter dem Aspekt der höheren Investitionskosten)?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Zitat Zitat von AndMar Beitrag anzeigen
    Überzeugend...

    Ich vermute bei integrierter Heizungsunterstützung sieht die Rechnung ähnlich aus (insb. unter dem Aspekt der höheren Investitionskosten)?
    Nicht nur ähnlich, sondern unter Umständen noch schlimmer. Man braucht eine deutlich größere Kollektorfläche (15 oder 20m2 wären schon einmal ein Ansatzpunkt), einen Pufferspeicher für den heizkreis, Mischer etc., und das alles muss auch noch verbaut werden (Handwerkerstunden).

    Wenn man ein Solarkonzept umsetzen möchte, dann muss es an anderer Stelle zu Einsparungen bei den Investitionskosten führen.

    Gruß
    Ralf
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #10

    Registriert seit
    11.2010
    Ort
    Dkb
    Beruf
    thermische Bauphysik
    Benutzertitelzusatz
    Formularausfüller
    Beiträge
    3,722
    das Einsparpotential bewegt sich (unter Zugrundelegung von Daten, die mir von Hausbesitzern geschildert wurden, welche solche Anlagen nachgerüstet haben) bei etwa 100 - 150 Liter Heizöl pro Jahr und pro Person.
    150 Liter bei 2-Personen-Haushalten, 100 Liter eher ab ca. 4 Personen.

    Sicher sind neben dem reinen Aufheizen des Wassers noch die Speicher- und Verteilungsverluste sowie die nicht so guten Wirkungsgrade und Auskühlverluste des Kessels zu berücksichtigen.

    Ob sich eine Solaranlage lohnt, hängt maßgeblich von den Brennstoffkosten ab. Wenn jemand seinen Pufferspeicher für die Heizung mit Strom aufheizt, dann sieht die Rechnung ganz anders aus, als wenn er dies mit Pellets oder ähnlich günstigen Energieformen macht.
    Extremfall: wenn jemand sein Brennholz umsonst bekommt, dann rechnet sich sowas nie... ;-)
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #11

    Registriert seit
    10.2010
    Ort
    Bonn
    Beruf
    Elektroingenieur
    Benutzertitelzusatz
    Die Werbung ist nicht von mir!
    Beiträge
    3,761
    Zitat Zitat von Alfons Fischer Beitrag anzeigen
    das Einsparpotential bewegt sich (unter Zugrundelegung von Daten, die mir von Hausbesitzern geschildert wurden, welche solche Anlagen nachgerüstet haben) bei etwa 100 - 150 Liter Heizöl pro Jahr und pro Person.
    150 Liter bei 2-Personen-Haushalten, 100 Liter eher ab ca. 4 Personen.

    Das hieße ja für AndMar er würde mindestens 50 Liter Heizöl pro Jahr erzeugen

    Ich bau mir sofort ne Menge von den Dingern aufs Dach ...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. #12
    Avatar von Geodesy
    Registriert seit
    01.2011
    Ort
    NRW
    Beruf
    Dipl.-Ing. Verm.
    Beiträge
    1,273

    Statische Betrachtung

    bei Annahme v. 5000 € Investitionskosten, 20 Jahre Nutzungsdauer und 2 % für Wartung etc per Anno kostet eine kWH:

    ohne Zinsen

    5.000 € : 20 a + 5.000 € x 2%/a = 250 € / a + 100 € / a = 350 € / a
    350 € / a : 500 kWh / a = 70 ct / kWh

    Mit Zinsen (5 %)

    5.000 € : 20 a + 5.000 € x 0,5 x 5 % + 5.000 € x 2%/a = 250 € / a + 125 € / a + 100 € / a = 475 € / a
    475 : 500 = 95 ct / kWH

    Kilowattstunden sind jetzt variabel einsetzbar
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  14. #13

    Registriert seit
    11.2010
    Ort
    Dkb
    Beruf
    thermische Bauphysik
    Benutzertitelzusatz
    Formularausfüller
    Beiträge
    3,722
    Zitat Zitat von Rudolf Rakete Beitrag anzeigen
    Das hieße ja für AndMar er würde mindestens 50 Liter Heizöl pro Jahr erzeugen

    Ich bau mir sofort ne Menge von den Dingern aufs Dach ...
    ähm. ich unterstelle eine für Brauchwarmwasserbereitung vernünftig dimensionierte Anlage mit etwa 1,5m² pro Person. Dann kommt man auf das genannte Einsparpotential von 100 - 150 Liter pro Person und Jahr.

    Wenn Sie Öl vom Dach holen wollen, müssen Sie dort einen Tank raufstellen...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  16. #14

    Registriert seit
    09.2009
    Ort
    Bremen
    Beruf
    Softi
    Beiträge
    1,972
    Ist bei Öl die "Ausbeute" an Warmwasser soviel schlechter? Wir haben fürs WW einen
    Jahresbedarf von rund 2200 kWh Gas, wären grob 220 Liter Öl. Zwei Erwachsene,
    ein 7 jähriger Sohn. Wenn ich die Prospektzahlen von 60% Einsparpotential zugrunde
    lege, könnten wir etwa zusammen etwa 130 Liter Öl sparen + ggf. etwas Strom für
    die Wäsche, aber das meiste sind da auch nur 30 Grad. Sind die 100-150 Liter
    zurückgerechnet für größere Speicher mit mehr Verlusten, die ich ohne Solar allerdings
    auch nicht brauche (wir haben 120 Liter und die Dämmqualität davon ist auch eher
    bescheiden).
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  17. #15

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Zitat Zitat von Alfons Fischer Beitrag anzeigen
    .....1,5m² pro Person......Dann kommt man auf das genannte Einsparpotential von 100 - 150 Liter pro Person und Jahr.
    Entschuldige bitte, aber das funktioniert NIE.

    Einfache Rechnung. Unterstellen wir mal 4 Personen, also 6m2 Kollektorfläche. Dann liefert diese je nach Optimierung bei nur WW Erzeugung pro Jahr keine 300kWh/m2, also bestenfalls 1.800kWh. In der Praxis wohl kaum mehr als 1.500kWh, wenn nicht gar noch weniger. Es gibt Anlagen die kommen kaum noch auf 200kWh/m2 verwertbarem Jahresertrag.

    Selbst bei einem miserablen Wirkungsgrad des Ölers reden wir hier von vielleicht 200 Liter Einsparung p.a.

    So weit die Theorie. Doch wie sieht die Praxis aus? Wie hoch ist der WW Bedarf einer 4 köpfigen Familie wirklich? Wie viel der solar geernteten Energie wird im Sommer sinnlos im Speicher "verbraten"?

    Gruß
    Ralf
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen