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Wandheizung im Nasssystem und aufgeklebeter Spiegel

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  1. #1

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    Wandheizung im Nasssystem und aufgeklebeter Spiegel

    Liebe Experten,

    wir sind leider mit Heizungs- und Sanitärfirma und Fliesenleger etwas uneinig, hier die Hintergründe:

    Geplant ist in jeweils zwei Badezimmern zusätzlich zu der Fußbodenheizung an den Aussenwänden des Bades eine Wandheizung (Nasssystem im Putz) einzubauen.

    Wir hätten gerne an dem Stück Wand oberhalb der beiden Waschbecken (mit Vorwandinstallation bis 114cm Höhe, darüber verputzte Wand) auch die Wandheizung eingebaut und wollen allerdings hier einen Spiegel vollflächig von Oberkante Vorwandinstallation bis Decke und seitlich zu den Wänden (eingeklebt) haben. Insgesamt sind es so 3m² Spiegelfläche. Wir erwarten von der "Spiegelheizung" einen warmen Strahlungseffekt und keinen beschlagenen Spiegel mehr.

    Nun sind sich Heizungs- und Sanitärfirma und Fliesenleger hierzu nicht grün und fetzen sich jetzt auch noch mit dem Planer... Die Diskussionspunkte sind:
    1. ob die Wärmeübergabe an den Raum klappt,
    2. ob ein wahrnehmbarer Strahlungseffekt eintritt,
    3. der Spiegel nicht durch das Warm und Kalt (zwischen den Heizschlangen) irgendwann reißt und
    4. ob man dafür den Spiegel vollflächig verkleben muss, oder Klebetupfer reichen.


    Gibt es hierzu Erfahrungen? Hat jemand mal etwas ähnliches gemacht? Für Tipps und Argumente, die die Diskussion beruhigen und eine solide Lösung herbeiführen wäre ich dankbar.

    Grüße,

    Ralf
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  2. Wandheizung im Nasssystem und aufgeklebeter Spiegel

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  3. #2

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    Warum keinen beheizten Spiegel verwenden?

    Die Wärmeübertragung von der Wand auf den Spiegel dürfte problematisch sein, und Wärme "strahlen" wird der Spiegel dann sowieso nicht. Ich würde auf ein beheiztes Spiegelelement setzen, das kostet aber Geld. Eine Ausführung mit 2m2 hatte ich mal hier zum Testen, mit 3m2 habe ich das noch nicht gesehen. Aber für Geld gibt´s fast alles.

    Bei einem einfachen Spiegelglas hätte ich auch Bedenken ob der nicht irgendwann zerspringt, weniger wegen warm/kalt zwischen den Heizrohren, sondern vielmehr wegen warm/kalt zwischen Rück- und Vorderseite. Aber die Oberflächtemperatur bei einer Wandheizung wird ja üblicherweise nicht so hoch gewählt, zumal wenn sie mit am FBH Kreis hängt.

    Gruß
    Ralf
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  4. #3

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    Zitat Zitat von ralf9000 Beitrag anzeigen
    in jeweils zwei Badezimmern ... Wandheizung (Nasssystem im Putz) einzubauen. ... und wollen ... einen Spiegel vollflächig von Oberkante Vorwandinstallation bis Decke und seitlich zu den Wänden (eingeklebt) haben.
    Mit Spiegeln habe ich Erfagrungen, auch mit Wandheizungen - nass wie trocken - aber noch nicht mit beidem zusammmen. Ganz entscheidend ist dabei immer eine gleichmäßige Wärmeleitung vom Heizmedium (hier heizungswasser) zur Oberfläche herzustellen. Der Spiegel muss also vollflächig und wärmeleitend aufgeklebt werden. Das wird auf einer manuell bearbeiteten Putzfläche nie so gut gelingen auf einer ebenen Platte, bswp. einer Trockenbauplatte. Spiegel möchten gerne völlig plan und und in gefliesten Räumen meist auch exakt senkrecht hängen, also feinjustierbar sein. Dies wird in Kombination mit den Eigenheiten des Putzes und der Notwendigkeit der vollflächigen Wärmeleitung nicht einfacher. Mir erscheint der gewählte Weg unnötig kompliziert! Weshalb nehmt ihr keine Trockenbau-Wandheizung als Spiegelträger?
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  5. #4
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    Danke schonmal für die Antworten!

    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Warum keinen beheizten Spiegel verwenden?
    Elektro? Den wollen wir nicht, zudem müsste er exakt auf die Maße zugeschnitten werden, was die Sache auch wieder kompliziert macht.
    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Ich würde auf ein beheiztes Spiegelelement setzen, das kostet aber Geld. Eine Ausführung mit 2m2 hatte ich mal hier zum Testen, mit 3m2 habe ich das noch nicht gesehen. Aber für Geld gibt´s fast alles.
    Geld ist Mangelware :-(

    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Die Wärmeübertragung von der Wand auf den Spiegel dürfte problematisch sein, und Wärme "strahlen" wird der Spiegel dann sowieso nicht.
    Zitat Zitat von Skeptiker Beitrag anzeigen
    Ganz entscheidend ist dabei immer eine gleichmäßige Wärmeleitung vom Heizmedium (hier heizungswasser) zur Oberfläche herzustellen. Der Spiegel muss also vollflächig und wärmeleitend aufgeklebt werden.
    Das Konzept des Planers ist, auf der Rückseite des Spiegels wenige ganz schmale Streifen für das spätere Ankleben an die Wand mit dickflüssigem Silikon frei zu lassen und den Rest, d.h. 95% der Fläche streifenartig mit dünnflüssigem Silikonkleber zu bestreichen und dann Kupferwollmatte (Googlen nach "Kupferwolle" zeigt so etwas)aufzukleben. Dann das Ganze so an die Wand, dass die Kupferwollmatte überall den Kontakt zum Putz herstellt, aber noch die Möglichkeit des exakten Ausrichtens bietet. Das sollte dann noch im Bereich von 5mm möglich sein.

    Zitat Zitat von Skeptiker Beitrag anzeigen
    Weshalb nehmt ihr keine Trockenbau-Wandheizung als Spiegelträger?
    Den Weg werde ich jetzt nochmal klären ... nur dann haben wir einen Medienbruch, denn links und rechts vom Spiegel soll Heizung in den Nassputz und soviel ich sehe ist nur ein Heizkreis für alles da.
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  6. #5
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    Ich werds nie verstehen ....

    Wenn hinter den Spiegel ne Wandheizung sitzt hat der Putz eine Oberbelagstemperatur von vielleicht 30 Grad (gedaumt).

    Welchen Effekt hat euer ganzes Gedöns ausser dass es ne komplizierte Angelegenheit ist bei dem sich die Beteiligten aus Unsicherheit die Köpfe einschlagen .... weil jeder Gürtel, Sicherheitsnadel und Hosenträger für seinen Part sucht. (Motto : Ich wills nachher garantiert nicht gewesen sein !)

    Je nach Größe sollten da m.E. 8 bis 12 Magnete im Putz versenkt werden, entsprechende Platten auf den Spiegel (Rückseite aus Glas !) geklebt und dann der ganze Sums abnehmbar gestaltet werden und hat sich.

    So ein Gedöns mit Kupferwolle Silikonstreifen und Heckmeck wegen 1 oder 2 Grad höherer Oberflächentemperatur ?

    Was passiert denn wenn eure Konstruktion nachher trotzdem noch kurzzeitig beschlägt ?

    Gruß
    Achim Kaiser
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  7. #6

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    Zitat Zitat von ralf9000 Beitrag anzeigen
    Geld ist Mangelware :-(
    Warum dann so eine exotische Konstruktion?

    Ich wage zu behaupten, dass der Nutzen in keiner sinnvollen Relation zum Aufwand steht.

    Unterstellen wir mal eine Wandheizung die am FBH Kreis hängt. Dann wird die Oberflächentemperatur an der Wand irgendwas um vielleicht 27°C erreichen. Zur Spiegeloberfläche hin werden daraus vielleicht 24°C. Da strahlt sich nichts.
    Die Spiegel die ich getestet habe hatten eine Oberflächentemperatur von bis zu 60°C, und selbst deren "Heizleistung" war nicht gerade berauschend.

    Gruß
    Ralf
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  8. #7

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    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    ..... Dann wird die Oberflächentemperatur an der Wand irgendwas um vielleicht 27°C erreichen. Zur Spiegeloberfläche hin werden daraus vielleicht 24°C. Da strahlt sich nichts.
    Der Achim scheint da noch etwas optimistischer zu sein als ich.

    Gruß
    Ralf
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  9. #8
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    Anregung zur Befestigung .... sowas würde ich missbrauchen ... wenns noch bezahlbar bleiben soll.

    Ausserdem ist Wärmedehnung u.U. ein Thema ... und Spiegel mögen nicht unbedingt essigsäurehatiges Silikon an den Rändern ... da ist dann oftmals die Spiegelschicht schnell beleidigt, wenn es *kontaktet*.

    Gruß
    Achim Kaser
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  10. #9

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    Zitat Zitat von Achim Kaiser Beitrag anzeigen
    Anregung zur Befestigung .... sowas würde ich missbrauchen ... wenns noch bezahlbar bleiben soll.
    Jein, die sind nämlich im Abstand zur Putzoberfläche nicht ohne weitere Hilfsmittel justierbar. Außerdem hat man dann eine tolle Luftschicht hinter dem Spiegel.
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  11. #10

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    Zitat Zitat von Skeptiker Beitrag anzeigen
    ... Außerdem hat man dann eine tolle Luftschicht hinter dem Spiegel.
    Macht nichts, der heizt sowieso nicht.

    Gruß
    Ralf
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  12. #11
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    Naja, ich habe gerade mal ein paar Wärmeleitfähigkeiten nachgeschlagen:
    • Kalkgipsputz 0,7 W/(mK)
    • Glas 0,76 W/(mK)
    • Luft 0,0026 W/(mK)
    • Kupfer (unrein) 240-380 W/(mK)
    • Kupferwolle mind. 10W/(mk)

    Da fragt man sich doch wirklich, warum eine Wandheizung als Naßsystem funktioniert! Wenn ich jetzt gedanklich Glas mit gutem Kontakt draufsetzen könnte, wäre das so als wenn meine Wandheizung 1 cm mehr Putz hätte. Bleibt noch das Problem das ich eben Glas nicht im guten Kontakt so gut auf nicht planem Putz vorsetzen kann, 5mm Luft macht das ganze völlig kaputt. Aber wenn ich nun Kupferwolle in Kontakt dazwischen setze und Luftzirkulation unterbinde, sieht es doch eigentlich schon ziemlich gut aus. Und die Kupferwolle ist sehr elastisch, der Kontakt sollte dauerhaft sein.

    Ich werde das heute abend mal mit einer Scheibe Gipskartonplatte, einem Glasstück, der Kupferwolle und Oberflächenthermometer mal zu Hause auf der Herdplatte ausprobieren, falls meine Frau mich läßt
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  13. #12

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    Zitat Zitat von ralf9000 Beitrag anzeigen
    Da fragt man sich doch wirklich, warum eine Wandheizung als Naßsystem funktioniert!
    Indem der ganze Putz auf Temperatur gebracht wird. Vergleicht man die Wassertemp. mit der Oberflächentemperatur, dann sieht man auch, was da "verloren" geht (an Temperatur, nicht an Energie).

    Oben schreibst Du:

    Das Konzept des Planers ist
    Was für ein Planer ist das wenn der solche Lösungen vorschlägt?

    Gruß
    Ralf
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  14. #13
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    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Was für ein Planer ist das wenn der solche Lösungen vorschlägt?
    Ein Ingenieurbüro macht die technische Detailplannung für den Archi.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Zitat Zitat von ralf9000 Beitrag anzeigen
    Ein Ingenieurbüro macht die technische Detailplannung für den Archi.
    Und die planen tatsächlich Silikon und Kupfer auf der Rückseite des Spiegels? Haben die nichts besseres zu tun?

    Gruß
    Ralf
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  17. #15
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    Schlussendlich wird sich ne Oberflächentemperatur einstellen die um X Grad über der Raumtemperatur liegt ... ohne jetzt die Herstellerdiagramme zu quälen ... geb doch deiner Putzoberfläche 27 bis 30 Grad bei ner Vorlauftemperatur von 35 Grad ....

    Im Bad hats zwischen 20 (brr....) und 24 Grad ...

    Glaubst du es rechtfertigt den Aufwand dass dein Spiegel nun anstelle 26,5 Grad 28 Grad hat ?

    Das ist akademisches Sandkastengespiele .... das in der Praxis einfach im täglichen Rauschen untergeht.

    Ich hab meine Zweifel ob da ein oder zwei Grad *mehr* den Spiegel beschlagfrei halten ....

    Bei den Temperaturdifferenzen seh ich den Nutzen dieser aufwändigen Konstruktion nicht .... für 3 m² ... dafür nen rostigen Nagel ins Knie rennen ?
    An Heizleistung reden wir da um ca. 12 Watt/m²°C macht doch bei hoch angesetzten 3 Grad dann knapp 100 Watt aus .... ob das den Aufwand rechtfertigt ?

    Gruß
    Achim Kaiser
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