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  1. #1

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    Riss in Bestandsgebäude schliessen Aussenwand / Dachschräge

    Hallo, einmal eine Frage aus meinem Bekanntenbereich.
    Wie ist ein in einem Bestandsgebäude im Rahmen einer bewegten Baugeschichte entstandener Riss zwischen Gibelwand und Dachschräge im Innenputz fachgerecht zu schliessen?

    Zu den technsichen Rahmendaten: Die Aussenwand ist technisches Fachwerk (12cm), mit Bims-Vollsteinen ausgemauert, davor Dämmung zwischen 2 lagen kreuzweise angeordneter Holzrahmenschenkel.
    Dachschräge ist von innen nach Aussen ca. 3cm Gipsdiehl (auf Strohträger), 10x12 Dachsparren mit Zwischensparrendämmung, 25mm Schalung, Unterspannbahn (diffussionsoffen), 12cm Aufsparendämmung (diffusionsoffene, verklebte Folie als Unterspannbahn, Konterlattung restlicher Dachaufbau.

    Baujahr ist ca. 1925, später Dachgaubenausbau, und diverse andere Umbauten.
    Luftdichtheitsebene ist der Innenputz.
    Bei der letzten Zimmerrenovierung kam nun in der Zimemrecke unter der Wandverkleidung ein Riss zum Vorschein, und nun besteht die Diskussion zwischen den Handwerkern, wie der Riss denn zu schliessen sei:

    Vorschlag 1: mit Gips, Gips etwas abtragen, Glasfasergewebe einlegen, und Ecke wiedr sauber dicht verputzen. Dann tapezieren und überstreichen.
    Vorschlag 2: So wie es ist bis zum Riss tapezieren, Akryl in und auf den Riss (und die Tapete) und überstreichen.

    Und wie wäre nun die richtige Detailausbildung?

    Wann der Riss entstanden ist, ist schwer zu sagen. Für einfache thermische oder Feuchtebewegung ist er zu breit, Baugrund kann ausgeschlossen werden, da EG (Mauerwerk) und UG (Beton) Rissfrei. Vermutlich Lastumlagerung im Zuge des Dachgaubeneinbaus, oder geradeziehen des Giebelfachwerks beim Festscharuben der Rahmenschenkel der Vogehängten Dämmung (Rahmenschenkel haben mit den Fachwerkbalken vergleichbare Dimension, laufen aber quer über den Giebel durch - und Fachwerkzapfen sind in der Regel nicht spielfrei)
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  2. Riss in Bestandsgebäude schliessen Aussenwand / Dachschräge

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  3. #2

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    rissdiagnosen aus der ferne sind immer schwierig.

    am besten einen fachmann oder fachfrau vor ort einschalten und die ursache der rissbildung ausmachen. wenn die feststeht kann die reparatur und beseitigung des risses festgeschrieben werden.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Nun, die Meinung der Fachmänner / frauen habe ich ja schon geschrieben
    Rissursache: nun, eine länger zurückliegende horizontale 1-2mm Bewegung des Giebels relativ zur Dachschräge. (von der Dachschräge weg) bei unveränderter Lage der darunterliegenden Geschossdecke.
    Sprich am besten passt ein geradeziehen des Giebels im Bereich des Spiels der Holzverbindungen bei der Vorhangfassade. Alternativ eine entgegengesetzte Verlagerung der Dachschrägenelemente bei der Jahrzehnte davor stattfindenden Montage der Dachgaube. Oder als exotische ursache der Luftdruck einer benachbart eingeschlagenen Sprengbombe, der auf der Unterdruckseite den Giebel bis an die Spielgrenzen der Holzverbindungen nach aussen gezogen haben könnte. (Im Giebel steckten bei der Montage der Vorgehängten Teile in der alten Holzverkleidung noch einige Bombensplitter)
    (Beim Haus meiner Grossmutter hat der Unterdruck einen Giebel als Ganzes vom Haus abgerissen (Holzverbindungen abgeschert), so dass er mit einigen cm Spalt vor derm Rest des Hauses stand; Erdgeschossmauerwerk blieb unberührt)
    Eine aktuelle Bewegung der Bauteile abgesehen von thermischen oder feuchtebedingten Ursachen ist nicht ersichtlich (und auf Grund der heute vorhandenen vielfachen zusätzlichen Verbindungen zwischen den Bauteilen auch unplausibel)

    Die Frage war deswegen, wie sehen die Regeln für die Maler / Verputzerfraktion hier aus.
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  5. #4
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    Ich hoffe mal, ich bekomme noch einen Hinweis, wo man die fachgerechte Ausführung nachlesen kann - selbst bin ich nicht fündig geworden - nur zur Anbindung von Trockenbauwänden und partiell zur Anbindung von Innenwänden, aber nicht zur Verbindung von Aussenwänden bei der Luftdichtheitsebene.

    Der beauftragte Malermeister bringt derweil das Acryl auf die Tapete auf. Ob's richtig ist??
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  6. #5
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    Hmmm - gibts hierfür wirklich keinerlei Fachregeln was den nun ´Richtig oder Falsch ist?
    Ich hatte auf Peeder, Gipser, Rigipser, dquadrat, stoschi, Hundertwasser & Co gehofft, das dort jemand einen Hinweis auf einen Artikel oder ein Regelwerk oder dergleichen hat.
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  8. #6

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    es gibt nur eine regel

    mit sachverstand die ursache der rissbildung und dann mit sachverstand vor ort die geeigneten massnahmen einleiten. eine din-vorschrift bei bestehenden rissen, die alle arten regelt, kenne ich nicht.
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  9. #7
    Themenstarter

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    Naja, für die Ursache der Rissbildung bräuchte ich eine Zeitmaschine - alle denkbaren Ursachen liegen in der Vergangenheit, und waren einmalig - ich vermute das Anschrauben der Rahmenschenkel (12x8) dürfte der massgebliche Teil gewesen sein - so eine Hand voll 12'er Schrauben 8-10cm tief in den (vorgebohrten) Balken geschraubt können schon sehr anziehend wirken (Ich war beim Einschrauben dabei - da gab es kleinere Bewegungen bei Balken und Ausfachungen - trotz diverser Vorsichtsmassnahmen. Dafür ist der Aufbau jetzt deutlich steifer)
    Vorschlag 1 von dem der Verputzt hat (an anderer Stelle) erschien mir, da ich eigentlich keine wesentlichen neuen Bewegungen mehr erwarte plausibel. Die frage ist noch, ob das auch für mögliche kleinere Bewegungen auch noch passt (thermisch, Feuchte, Last), ob solche hier in relevantem Umfang zu erwarten sind konnte ich nach bisheriger Recherche aber nicht zweifelsfrei klären.
    Vorschlag2: nun, für dauerhafte Dichtheit wird hier selten Sislkon / Akryl in der Luftdichtheitsebene vorgschlagen, und auf dem Verschleissteil Tapete angebracht erscheint es mir noch zweifelhafter für eine dauerhafte Luftdichtheit. (unter der Tapete hätte ichs noch eher verstanden)

    Schade dass es keinen geeigneten Text gibt - ggf. auch zu Teilbereichen, so wie für die ganzen Trockenbaubereiche.
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