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  1. #1

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    WDVS Pfusch, was nun?

    Hallo liebe Experten,

    vor einem 3/4 Jahr habe ich an einem neu erstellten Flachdachanbau (Porenbeton) und am alten Bestandsgebäude ein WDVS anbringen lassen. Inzwischen ist längst alles fertig, der optische Eindruck ist ok.

    Leider bin ich kein Bauing und bin zum ersten Mal mit dem Thema WDVS in Berührung gekommen. Meine (zu späte) Recherche im Internet läßt mich nun vermuten, daß bei der Ausführung gepfuscht wurde. Folgende Punkte sind mir negativ aufgefallen, die anscheinend auf eine nicht fachgerechte Ausführung hindeuten:

    1) Die EPS Platten wurden mit Klebepunkten am Mauerwerk angebracht. Dazu habe ich auch den scherzhaften Begriff "Frikadellentechnik" und das Stichwort "Hinterlüftung der Dämmung gefunden". Bei den ebenen Porenbetonwänden wäre hier wohl die vollflächige Verklebung angebracht gewesen. So wie ich das verstanden habe, würde alleine dieser Punkt einen Rückbau rechfertigen.

    2) Für den Anschluß des WDVS an die Fenster (mauerwerksbündig eingebaut) wurde weder ein Fugendichtband noch eine Anschlußleiste zum Aufkleben auf den Fensterrahmen mit Gewebe benutzt. Da wurde so wie es aussieht einfach bündig bis an den Fensterrahmen rangespachtelt/geputzt, ohne weitere Abdichtungsmaßnahmen (Stichwort: Schlagregendicht)

    3) Bei dem Flachdach handelt sich es um eine Holzbalkendecke mit Zwischensparrendämmung (Warmdach) raumseitig mit einer alukaschierten Dampfsperre abgedichtet. Die Sparren sind an der Halfenschiene befestigt und haben einen Überstand von ca 50 cm. Oben auf den Sparren befindet sich eine Lage OSB Platten worauf die weitere Dachabdichtung mit zusätzlicher Styropor-Gefälledämmung aufbaut. Der Sparrenzwischenraum wurde nicht ausgemauert, sondern die Zwischensparrendämmung (Mineralwolle) bis zur Außenkante Mauerwerk verlegt und davor dann zwischen den Sparren das WDVS angebracht. Hier wurde aber auch nicht mit Fugendichtband gearbeitet, sondern einfach die seitlichen Fugen zwischen Sparren und Dämmplatten bzw. oben die Fuge zwischen OSB Platte und Dämmplatte ausgeschäumt und danach alles zugespachtelt. Zwischen Dämmplatte und Mineralwolle befindet sich keine Dampfbremse/sperre oder Ähnliches. Der Überstand ist zusätzlich dann noch mit Resopalplatten verkleidet. Kann hier Feuchtigkeit in die Dämmung eindringen durch ein fehlendes Dichtband oder die fehlende Dampfbremse/sperre? Oder ist das alles gar nicht nötig?

    Welche Auswirkungen kann die beschriebene Ausführung schlimmstenfalls haben? Verlust der Dämmwirkung? Oder schlimmer?

    Wie sollte man jetzt vorgehen? Die Dämmung ist seit ca. einem 3/4 Jahr fertiggestellt und sieht ja so auf den ersten Blick ganz gut aus. Ich habe nur ein paar Fotos auf denen man ein Bischen was erkennen kann, wie die Ausführung gelaufen ist.

    Was sagen die Experten?

    Schöne Grüße
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  2. WDVS Pfusch, was nun?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    wasweissich
    Gast
    ich finde es anmassend , bei einem ganz wagen verdacht , es könnte etwas nicht hundertprozentig in ordnung sein , eine solche überschrift zu wählen .
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  4. #3
    Themenstarter

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    Verdacht auf WDVS Pfusch, was nun?

    Verdacht auf WDVS Pfusch, was nun?

    Das wäre wohl die bessere Überschrift gewesen.. Sorry..
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  5. #4
    Lebski
    Gast
    Wenn du Gewissheit willst, hole dir einen SV. Dann musst du aber auch bereit sein, Geld in die Hand zu nehmen. Was du schon früher, bei Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung hättest tun sollen.
    Die Frage ist nur, was machst du, wenn es Pfusch ist? Du bist Beweispflichtig, Prozesse haben ein hohes Risiko.
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  6. #5
    Avatar von Hundertwasser
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    Wenn die Punkte wie von dir beschrieben zutreffen dann solltest du dir einen guten Anwalt suchen. Der kann dich über die weiteren Schritte informieren.
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  7. #6
    Themenstarter

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    Vielen Dank für Eure Antworten! Werde dann wohl besser nächste Woche mal mit einem SV über das Thema sprechen.

    Kann jemand von Euch vorab hier schon einmal sagen, welche konkreten Folgeschäden bei einer solchen Ausführung theoretisch zu erwarten sind?

    Optisch sieht bisher nämlich wie gesagt alles gut aus. Man kann ja auch nicht hinter das WDVS gucken...
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  8. #7
    Avatar von Hundertwasser
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    Bei Punkt 1 Totalversagen der Dämmung wenn hinterlüftet. Evtl. Schüsselung der Platten (unebenheiten des Putzes, zusätzliche Verschmutzung, Rissgefahr)

    Bei Punkt 2 Kann Wasser hinter die Dämmung dringen. Mögliche Schäden von Putzabplatzung, Platten können abfallen, Schimmelbildung im Hausinneren ...

    Bei Punkt 3 siehe oben
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  9. #8

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    Zur Frikadellentechnik, hole dir einen SV, der macht eine Bauteilöffnung, die fehlenden Anputzleisten sieht man ja von aussen. Der macht einen Bericht, damit gehst du zu einem Bau-Fachanwalt und beauftragst den für die erfoderlichen Schritte.

    Die Beweise sind in deinem Fall ganz einfach zu ermitteln (must ein Stück Fassade öffnen) und dann ziemlich eindeutig.

    Andere Frage; ist es, Frikadellen-Technik und Hinterlüftung hin- oder her, im Bestandsgebäude wärmer geworden ?

    :-)
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  10. #9

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    im Bestandsgebäude wärmer geworden ?
    hallo
    wie sagte die frau des bauherrn zu mir - die dämmung hat überhaupt nix gebracht die heizkörperthermostate stehen noch in der gleichen stellung --

    gruss aus de pfalz
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  11. #10
    Themenstarter

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    Der Witz mit den Thermostaten ist echt gut... ;-)

    Ich weiß natürlich nicht, ob mit dem WDVS zum Halten der eingestellten Raumtemperatur nun weniger Energie gebraucht wird als vorher ohne WDVS. Daher kann ich leider nichts darüber sagen, wie gut die Dämmung zur Zeit ihren Zweck erfüllt.

    Im Sommer war es aber im Anbau angenehm kühl..Allerdings ist ja auch das Dach sehr gut gedämmt..

    Nach dem ersten Versuch die Platten anzukleben, waren diese zum größten Teil am nächsten Tag alle wieder abgefallen.. Das hatte ich hier noch gar nicht erwähnt. Daher konnte man dann auch sehen, mit welcher Technik die Platten anklebt wurden. So langsam habe ich das Gefühl, daß da alles falsch gemacht wurde, was man so falsch machen kann.. Das ist auch nicht so einfach.. Mein Respekt..

    Hier mal ein Bild, um die Situation zu verdeutlichen. Ich glaube da wurde dann prozentual pro Dämmplatte auch zu wenig Kleber benutzt:

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  12. #11
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    Wie allerdings beim zweiten Versuch die Platten angeklebt wurden, weiß ich gar nicht. Die "Kleberfrikadellen" saßen jedenfalls bombenfest an der Wand, nur die Platten haben an vielen Klebepunkten nicht gehalten.
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  13. #12
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    Und hier nochmal die Ausführung zwischen den Sparren. Direkt hinter den Dämmplatten befindet sich dann auch schon die Zwischensparrendämmung vom Dach. Der Sparrenzwischenraum wurde nicht ausgemauert. Die Mineralwolle stößt direkt gegen die WDVS Platten. Es befindet sich an der Stelle auch keine Folie/Dampfsperre zwischen Mineralwolle und Dämmplatte. Kann das zu Problemen mit der Zwischensparrendämmung führen, oder ist das unproblematisch?

    Wie hätte das besser ausgeführt werden können?

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  14. #13

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    der 1 versuch ist FALSCH ! wenn die platten nicht halten liegt das manchmal daran, das die platten nass waren beim kleben, oder ein billig kleber verwendet.
    normalerweise muss man ein PUNKT-WULST verfahren anwenden.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
    Avatar von Hundertwasser
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    Da muss man über einzelne Arbeitsschritte nicht mehr diskutieren. Zurück auf Los, keine 4000,- € einziehen, von vorne anfangen, aber richtig.
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  17. #15

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    Hundertwasser, zum ersten Bild.
    Sollte man da im Spritzwasserbereich der Dachfläche nicht ne Perimeterplatte
    anbringen? Was schreiben da die Münsteraner dazu? Besser wärs auf alle Fälle oder?
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